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Bulletstorm - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
23.02.11
Streetdate
25.02.2011
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
People Can Fly / Electronic Arts
Kommentare
8
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Der brutale Ego-Shooter von People Can Fly und Epic Games im Test

Die Macher des PC-Meisterwerks Painkiller haben sich  mit den Schöpfern der legendären Gears of War Reihe von Epic Games zusammengesetzt und ein neues Spiel namens Bulletstorm auf der Unreal 3 Engine geschmiedet. Bereits im Vorfeld sorgte das Spiel mit seiner erheblichen Brutalität für reichlich Furore. Abgetrennte Gliedmaßen, kräftige Tritte in den Hintern und Gewehrkugeln in die Weichteile gehören in diesem Ego-Shooter noch zu den harmlosen Aktionen. Kein Wunder also, dass die USK in Deutschland einiges zu beanstanden hatte und Electronic Arts als Herausgeber noch einmal ordentlich die Zensurschere anlegen musste. Wir von Xboxdynasty haben uns natürlich, wie sicher der Rest der Welt auch, die Uncut Fassung von Bulletstorm bestellt und berichten heute, was euch in der ungeschnittenen Fassung alles erwartet.

Freundschaft, Verrat und Alkohol

Bulletstorm macht zu Beginn der Geschichte keinerlei Gefangenen und wirft euch direkt in das Geschehen. Mit einigen Cliffhängern, Rückblicken und Andeutungen werdet ihr kurz im Dunkeln gelassen und erfahrt dann bei einem Mordauftrag, dass ihr von eurem Boss jahrelang hintergangen wurdet und verweigert fortan jeglichen weiteren Befehl. Seitdem ist die einstige Eliteeinheit der DEAD ECHO zu einer verkommenen Bande gefürchteter Weltraumpiraten mutiert. Auf euch und alle ehemaligen Mitglieder hat euer Ex-Boss General Sarrano, ein Kopfgeld von je eine halbe Milliarde Dollar ausgesetzt. Ein Grund mehr dem Tyrannen ewige Rache zu schwören, offiziell den Kampf anzusagen und eure Bordkanonen planlos auf das riesige Kampfschiff von Sarrano zu schießen. Doch eure Laserstrahlen können nur einen kleinen Schaden anrichten und euer gekapertes Schiff geht bereits mit dem ersten Gegenangriff in Flammen auf. Kurz vor eurer endgültigen Vernichtung reißt ihr noch einmal verzweifelt das Steuer herum und stürzt euch im Kamikazeflug mit eurem  Raumschiff auf die Flotte des Generals. Dabei reißt ihr in einem riesigen Feuerball alles mit in den Untergang.

Nach der Bruchlandung scheint ihr den Selbstmordflug samt Aufprall überlebt zu haben und macht Bekanntschaft mit einem fremden Planeten irgendwo in der Galaxie. Dieses scheinbar traumhafte Paradies, mit den riesigen Wasserfällen, Kakteen und umwerfenden Ausblicken wird von tödlichen Mutanten und psychopathischen, fleischfressenden Kreaturen behaust. Dies ist das Schauspiel von Bulletstorm.

Im Spiel übernehmt ihr die Rolle von Grayson Hunt, dem einwilligen und einstigen Anführer der DEAD ECHO. Er ist ein Mann, der bereit ist, alles zu tun, um seine Ziele zu erreichen. Doch von nun an hat er nur ein einziges Ziel und das heißt Rache an Sarrano verüben. Zu viele unschuldige Menschen mussten auf Befehl des Generals durch eure Hand sterben, jetzt ist es an der Zeit die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Erinnerungen an die brutalen Morde für die Konföderation der Kolonien lassen euch nicht in Ruhe, weshalb ihr öfter zur Flasche greift, um eure qualvolle Vergangenheit im Suff zu betäuben. Euer einstiger stolzer Charakter schwand mit dem Alkohol und dem Blutvergießen. Und selbst euer bester Freund und treuer Gefährte Ishi Sato, fängt langsam an, an ihm zu zweifeln.

Vielleicht zu Recht, denn nach eurer heftigen Bruchlandung auf dem fernen Planeten wird Ishi schwer verwundet, die Hälfte seines Körpers zerschmettert und muss mit binomischen Zellen und einer Cybertransplantation zusammengeflickt werden. Bei der makaberen Wiederbelebung wird der eingepflanzte Prozessor im Gehirn stark beschädigt und Ishi‘s Verstand leidet schwer unter der Operation. Fortan hat er zwei Gesichter und in manchen Situationen bekommt ihr seine Enttäuschung stark zu spüren. Manchmal spricht die Maschine aus ihm, manchmal der Mensch, der euch bisher immer als Stimme der Vernunft diente.

Plötzlich wird es dunkel am Himmel und das Schlachtschiff von Victor Sarrano, dem einst mächtigsten Befehlshaber der Galaxie, stürzt ebenfalls auf dem Planeten ab. Kurz vor dem Einschlag werden unzählige Rettungskapseln abgeschossen, die den Insassen eine letzte Überlebenschance geben sollen. Auch Sarrano hat es in eine der Rettungskapseln geschafft und landete unsanft auf dem Dach eines Hotels. Am Boden versammeln sich schon die einheimischen Monster, um ihn aufzufressen. Die Absturzstelle des Generals am Horizont ist eure einzige Hoffnung, um von diesem Planeten zu verschwinden.

Willkommen im psychopathischen Paradies

Warum ihr mit Grayson die Badehose an diesem idyllischen sonnigen Ort sofort wieder einpacken könnt, bemerkt ihr binnen Sekunden nach eurer Ankunft. Überall lauern blutrünstige Kreaturen, es dürstet sie nach frischem Fleisch und sie können euch schon aus der Ferne riechen. Sobald sie euch ausfindig gemacht haben, setzen sie alles daran euch zu vernichten. Zum Glück habt ihr aber reichlich Gegenargumente im Gepäck und feuert was die Magazine hergeben auf eure Feinde und die fremde Spezies. Die Kugeln lassen Köpfe zerplatzen, trennen Arme ab oder durchschlagen Kehlköpfe. Hilflos winseln sie noch am Boden, während ihr mit einem kräftigen Tritt den Kopf vom Rumpf abtrennt und der blutrünstigen Kreaturen dem Erdboden gleich macht. Ja in Bulletstorm geht es heftig zur Sache! Gegner werden auf Metallstäben aufgespießt, zerplatzen nach Explosionen oder gehen schreiend in Flammen auf.

Für jeden Abschuss erhaltet ihr Punkte, die ihr an verlassenen Rettungskapseln gegen neue Munition, Waffen und Upgrades eintauschen könnt. Die Kapseln sind in der ganzen Umgebung verteilt und helfen euch auch einen Überblick über die mehr als 130 Skillshots zu behalten. Ein Skillshot ist die besondere Fähigkeit die Waffen so einzusetzen, dass möglichst viele Gegner auf einmal das Zeitliche segnen oder ihr beispielsweise die Umgebung nutzt, um weitere Truppen zu vernichten.

Dabei verhalten sich die Widersacher nicht besonders schlau und dienen meist nur als Kanonenfutter. Selbst eure Wegbegleiter, denen ihr keine Befehle oder ähnliches geben könnt, sind nicht immer nützlich. Zwar feuern sie ab und an auf die Gegnerscharen, überlassen aber meist euch die ganze Arbeit. Hin und wieder kommt es auch vor, dass sie euch euren geplanten Skillshot vermiesen, weil sie plötzlich den gleichen Gegner angreifen. Dies sind aber nur kleinere Mankos, die ihr dem Spiel ohne Probleme verzeihen könnt. Allein der umwerfende Ausblick an manchen Stellen entschädigt dafür.

Auf eurem circa achtstündigem blutigen Abenteuer durch die sieben Akte mit mehreren Kapiteln durchlebt ihr mehrere Abschnitte in abwechslungsreichen Gebieten. Immer wieder stürzt ihr einen Abhang hinunter, fallt von einer Plattform oder kracht mit einem ganzen Gebäude ein.

Spektakulär ist hier wohl das einzig richtige Wort für die Aufmachung der Einzelspielerkampagne. Leider aber nicht bei der Storyline. Diese ist eher plump, simpel und trotzdem voller witziger Dialoge. Dabei kommen auch Schimpfwörter nicht zu knapp und das Wort „Wichser“ fällt so ziemlich in jeder Diskussion. Die Sprüche sind für manchen Lacher zu haben und versprühen somit eine ganz neue Atmosphäre, die Bulletstorm ganz klar auszeichnet.

Oder um es mit den Worten des Spiels zu sagen: „Es ist einfach verfickt geil diese beschissenen Wichser von der verdammten Bildschirmfläche zu kratzen!“

Damit ihr auch nach dem ersten Durchspielen bei Laune gehalten werdet, könnt ihr das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad beenden, was wir allen Gears of War Veteranen von Beginn an raten, neue Rekorde aufstellen oder versteckte Roboter, Elektroschwärme oder aber Whiskeyflaschen finden. Tretet ihr zum Beispiel einen Roboter, der immer die neuesten News vermeldet, in einen Gegnerhaufen und bringt ihn dann zum Explodieren, erscheint die Auszeichnung „Killer News“. Witzig und einfallsreich sind auch die weiteren Möglichkeiten. So könnt ihr zum Beispiel die Trinkflaschen zerstören, um das Sammelobjekt einzuheimsen oder aber austrinken. Von nun an ist der Bildschirm verwischt und die Steuerung verwaschen, ganz so, als ob ihr wirklich einen im Kahn hättet.

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