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Bully: die Ehrenrunde - Testartikel

Autor
- xd380
Erstellt am
21.03.08
Streetdate
04.03.2008
Spielgenre
Actionspiel
Entwickler/Publisher
Rockstar Games
Kommentare
8
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Bully: die Ehrenrunde Review

„Bully-das Spiel, welches unsere Kinder zu Amokläufern macht!“, oder so ähnlich lasen sich viele Zeilen rund um den Release von Bully, welches dann kurz vor der Veröffentlichung in „Canses Canem Edit“ umbenannt wurde. Heute, ein gutes Jahr später, ist das Spiel unter dem Namen „Bully-Schoolarship Edition“ auch auf der Xbox 360 erhältlich. Worum es hier überhaupt geht und ob sich ein Kauf lohnt, dass erfahrt ihr in unserem ausführlichen Review:
Willkommen in der Bullworth Academy

In „Bully-Scholarship Edition“ schlüpft ihr in die Rolle des 15jährigen Jimmy Hopkins, welcher auf Wunsch seiner Mutter und seines verhassten Stiefvaters die Bullworth Academy, ein fiktives Internat in New England besuchen muss. Das Internat ist dafür berüchtigt, dass sie bestechliche Anwälte, Schläger und andere Kriminelle in die große weite Welt entlässt. Und das bekommt der Spieler bereits nach den ersten paar Minuten zu spüren.

Nachdem euch die Sekretärin des Rektors in einem eher unfreundlichen Ton auf dem Internat Willkommen geheißen hat, stürmen gleich einige kräftige Jungs auf euch zu, die euch auf eine etwas eigenartige Art und Weise begrüßen. Doch Gott sei Dank wird die Rauferei wenige Sekunden später von einer Aufsichtsperson unterbrochen. 

Danach geht es sofort zum Schuldirektor, welcher euch die Regeln des Internatserklärt und euer Selbstwertgefühl mit den Füßen in den Boden stampft. Doch der junge Herr Hopkins wurde nicht ohne Grund auf das Internat geschickt. Er hat es faustdick hinter den Ohren und weiß ganz genau, wie er sich gegen die Mobbingattacken währen kann und sich Respekt verschafft. Letzteres ist auch mehr oder weniger ein Ziel des Spiels.
Du sollst etwas lernen mein Junge!

Das Spielprinzip von Bully ist relativ schnell erklärt. Ihr geht auf ein Internat mit strengen Regeln, müsst zweimal am Tag zu festgelegten Zeiten beim Unterricht erscheinen, welcher aus Minispielen aufgebaut ist und Missionen erfüllen. Im Großen und Ganzen erinnert das schon ein wenig an das berühmteste Werk der Entwickler: Grand Theft Auto.

Doch wollen wir erst einmal langsam anfangen: Die Tage in Bully dauern geschätzte 10 Minuten, von denen ihr rund 4 Minuten in der Schule verbringt. Zwischen dem Vormittags- und dem Nachmittagsunterricht gibt es noch etwa eine ein-minütige Pause. Die restliche Zeit habt ihr zur freien Verfügung. In der Schulordnung sieht das Ganze dann folgendermaßen aus:

9:00-11:30Uhr: Vormittagsunterricht
13:00-15:30Uhr: Nachmittagsunterricht
23:00Uhr: Zapfenstreich

Wer sich zu diesen Zeiten an einem Ort befindet, an dem er nicht sein soll und dabei von einer Aufsichtsperson gesehen wird, der wird zum Unterricht oder in den Schlafsaal gebracht. Man kann sich aber auch gegen die Aufsichtspersonen zur Wehr setzen und versuchen zu flüchten. Stellt man sich etwas geschickt an, so sollte dies allerdings kein Problem sein.

Kommt man auf die blöde Idee sich mit seinen Mitschülern zu prügeln, zu beleidigen oder gar Lehrkörper mit Eiern zu bewerfen, so muss man, vorausgesetzt man wird erwischt, den Schulrasen mähen.
Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben

Neben der Teilnahme am Unterricht, der natürlich verpflichtend ist, gibt es noch einen Haufen Aufgaben, denen ihr nach Lust und Laune nachgehen könnt. Der Großteil dieser Aufgaben bringt die Story des Spiels voran. Hier geht es meist darum, dass ihr einer Person einen Gefallen tut. Leider haben die Entwickler hier mit ihrer Kreativität gespart.

Zu oft muss man einfach nur von Punkt A zu Punkt B laufen, etwas stehlen oder zerstören und wieder zurücklaufen. In anderen Aufgaben müsst ihr Person XY einen Spielen oder in einem Wettkampf besiegen. Da gäbe es zum einen die Fahrradwettrennen, die Boxkämpfe oder auch Aufgaben in denen ihr einfach mehrere Personen ausschalten müsst.

Wie bereits erwähnt gibt es auch Aufgaben, die die Story nicht voranbringen, allerdings sehr förderlich für euer Portemonnaie und euer Ansehen sind. Allerdings gilt es auch hier oft nur irgendjemanden zu verprügeln oder zu beschützen. 
Der Unterricht

Jeden Tag erwarten den Spieler zwei verschiedene Unterrichtsfächer, in denen ihr Minispiele absolvieren müsst. Im Fach Englisch müsst ihr beispielsweise versuchen, in einer bestimmten Zeit aus den vorliegenden Buchstaben so viele Wörter wie nur Möglich zu basteln. In Biologie müsst ihr Tiere sezieren und im Fach Sport lernt ihr neue Angriffstaktiken kennen oder spielt eine Runde Völkerball. Der schlimmste Feind ist meistens die Zeit. Mit Ausnahme der Fächer Chemie, Werken und Musik. Hier gilt es nur zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe zu drücken.

Insgesamt sind die Minispiele sehr abwechslungsreich, aber inhaltlich nichts Besonderes. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Spiels erhaltet ihr neue Gegenstände oder verbessert eure Fähigkeiten. Ein nettes Feature also.
Multiplayer

Bully besitzt auch einen Multiplayer. Dieser ist leider nur offline spielbar und auch nicht wirklich sehr spannend. Hier müsst ihr nämlich nur die Minispiele gegen einen Freund spielen. Kein wirklicher Kaufgrund, aber immerhin eine nette Dreingabe.

Ab in die Stadt?

Neben dem Internatsgelände gibt es auch eine frei zugängliche Stadt. Diese erreicht ihr am besten mit dem Bus oder mit dem Fahrrad. Hier gibt es so ziemlich alles, was das Herz der Protagonisten begehrt. Aufträge, einen Strand, einen Frisör, jede Menge Geschäfte, in denen ihr Kleidung, oder Waffen kaufen könnt und sogar einen Jahrmarkt. Ja, richtig gelesen. Auf dem Jahrmarkt könnt ihr die typischen Spiele spielen, Getränke kaufen oder nette Mädels ausführen.

An die Waffen!
Hätte man Bully Schusswaffen spendiert, wäre es sicherlich niemals auf dem Markt gelandet. Es gibt allerdings trotzdem Möglichkeiten eure Schulkameraden oder Lehrer aus der Ferne außer Gefecht zu setzen.

Ihr habt nämlich die Möglichkeiten mit einer Fletsche zu schießen, Leuten Kugeln in den Weg zu legen oder sie mit Stinkbomben und Dynamite zu bewerfen. Natürlich müsst ihr auch damit rechnen, selber verprügelt zu werden. Auch hier hat das Spiel Abhilfe geschafft. Wer um seine Gesundheit bangt, weil ein stärkerer Mitschüler die Faust ausholt, der fährt kurzerhand mit dem Skateboard davon.

Ihr müsst jedoch keine Angst haben: Die meisten Schüler sind nicht stärker als ihr.

Ich wüsste nicht, was ich lieber küsste!

Auch die Frauen spielen, wie sicherlich an jeder Schule, auch an der Bullworth Accademy eine bedeutende Rolle. Zum einen gibt Gamerscore, wenn ihr genüg Mädels eure Zunge in den Hals gesteckt habt und zum anderen füllt sich eure Lebensenergie wieder auf.

Doch eure Mitschülerinnen lassen sich nicht einfach so von euch Küssen. Ihr müsst mit ihnen reden, dürft sie auf keinen Fall beleidigen und müsst ihnen Geschenke machen. Ob das nun Blumen sind, die ihr aus dem Schulgarten geklaut habt oder eine gekaufte (oder ebenfalls geklaute) Schachtel Pralinen, ist vollkommen egal. Hauptsache ihr gebt ihnen irgendwas.
Steuerung

Die Steuerung ist sehr einfach gehalten und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sitzt alles wie gegossen. Mit den Ministicks wird die Kamera und euer Charakter gesteuert, mit der linken Schultertaste visiert ihr eine Person an, die ihr dann mit dem B-Button beleidigen könnt oder mit dem A-Button ein normales Gespräch führen könnt. Mit A wird übrigens auch geküsst geschenkt und interagiert.

Mit Y-könnt ihr euch in Mülltonen vor Lehrern oder aggressiven Mitschülern verstecken. Natürlich ist dafür auch ein Spint ganz gut geeignet. Letztere könnt ihr übrigens auch aufbrechen und somit anderen Schülern etwas stehlen.

Gekämpft wird mit X und B und die Waffen wechselt ihr auf LB. Das hört sich zwar alles nicht so einfach an, ist es aber- versprochen!

Sound

Der Soundtrack ist aber zwar nach gut einer halben Stunde durchgehört, trotzdem erfüllt er seine Aufgabe hervorragend. In spannenden Situationen werdet ihr von schnellen Rhythmen begleitet und ansonsten hält sich die Musik doch eher im Hintergrund. Trotzdem wäre hier mehr Umfang und Abwechslung wünschenswert gewesen.

Besonders toll sind hingegen die Dialoge des Spiels. Wer auf diese Art von Humor steht, der wird sich sicherlich das ein oder andere Mal das Grinsen nicht verkneifen können. Des Weiteren haben die Entwickler kein Blatt vor den Mund genommen und man wird häufig mit dem ein oder andere vulgären oder sexistischen Satz konfrontiert.

Das unterstreicht den Charakter des Spiels hervorragend.

Grafik

Bully ist ein wunderbares Spiel und kommt mit einem unverbrauchten Szenario daher. In Punkto Grafik liegt es allerdings im unteren Bereich. Für eine Playstation 2-Portierung sieht es allerdings erfrischend gut aus. Die Kontraste wurden erhöht, die Auflösung verbessert und die ein oder andere Textur wurde für die 360-Version neu gepinselt.

Die Grafik ist nicht grottenschlecht, aber für 360-Spieler sicherlich gewöhnungsbedürftig. Trotz alledem verstreut dieses Spiel einen unverwechselbaren Charme. Hier sollte man wirklich nur auf die inneren Werte achten!
Fazit

Bully hat es seid langem mal wieder geschafft mich nachts vor der Fernseher zu fesseln. Das haben zuletzt nur Gears of War und GTA geschafft. Trotzdem möchte ich Bully nicht zu den Top Titeln zählen. Es fehlt einfach einige auf der technischen Seite. Trotz alledem gibt es an dieser Stelle eine 8.2, weil es selten ein Spiel gibt, bei dem man an jeder Ecke sieht, wie viel Liebe für die Details geopfert wurde.

„Schulhofprügelei im GTA-Stil! Großes Kino mit mittelmäßiger Grafik!“
Pro
  • Sehr umfangreich
  • Viele Details
  • Viele Freiheiten
  • Gute Musik
  • Witzige Dialoge
  • Bis ins letzte Detail durchdacht
  • Packende Atmosphäre
Kontra
  • Lange Ladezeiten
  • Schlechte Grafik
  • Streckenweise eintönig
Einzelspieler
8.8
Mehrspieler offline
7.5
Xbox LIVE Mehrspieler
-
Steuerung und Gameplay
8.2
Grafik und Präsentation
6.0
Sound, Musik und Special FX
7.5
Sprachausgabe
englisch
Bildschirmtexte
deutsch
Zensur
Unzensiert
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 16 Jahren

Xboxdynasty Gesamtbewertung



Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

stephank2711 schrieb am 27.07.2009 22:20
stephank2711 () - RecreationHat mich positiv überrascht, ein kleiner Geheimtipp. Die Grafik geht schon ok, und es ist mal was anderes.melden
SaD I sHaNe schrieb am 08.04.2008 19:35
SaD I sHaNe (Mannheim) - ProWas habt ihr alle mit der Grafik ?? Grafik ist wie Saints Row finde ich, also keine PS2 Grafik, alles Blödsinn. Und das Spiel hat so einen derben Umfang und soviele Details, ist echt geil. KAUFT ES EUCH oder BESCHAFFT ES EUCH !!!melden
King 360 schrieb am 23.03.2008 10:31
King 360 (Dortmund) - RecreationGrafik ist zwar nicht alles, aber dennoch haette ich mir in dem Artikel mehr Infos zur Grafik gewuenscht.melden

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