Das erste Spiel, das die von Microsoft gesetzte 50 MB Grenze für Arcadetitel gebrochen hat, war die Portierung eines der beliebtesten Spiele aller Zeiten: Castlevania – Symphony of the Night. Das Kultspiel aus dem Jahre 1997 kommt in leicht überarbeiteter Form nun auch auf den Xbox Live Arcade Marktplatz und bereichert diesen um eine weitere Spieleperle. Wieso ihr euch die Vampirjagd nicht entgehen lassen DÜRFT, erfahrt ihr im Review!
Vorgeschichte
Castlevania ist eine der langlebigsten und beliebtesten Videospielserien, die unser liebstes Hobby zu bieten hat. Bereits im Jahr 1987 erschien der Erstling der traditionsreichen Serie für das NES und zeichnete sich vor allem durch den hohen Schwierigkeitsgrad aus. Im zweiten Teil der Serie, Simon's Quest, entschied man sich für mehr Rätsel, die allerdings ohne Komplettlösung nicht zu lösen waren, was auch an der schwachen Lokalisation lag. Mit Teil 3 verwarf man diese Änderung wieder und kehrte zum bewehrten Action Jump'n Run Prinzip zurück – allerdings war dieser Ableger so schwer, dass es schon sehr viel Können verlangt, um ihn zu beenden. Nach dem sehr erfolgreichen Super Castlevania IV für das SNES und Castlevania: Rondo of Blood experimentierten die Entwickler von Castlevania erneut, um den bisher wohl besten Ableger der Reihe zu produzieren: Castlevania – Symphony of the Night.
Handlung
Inhaltlich spielt Symphony of the Night 5 Jahre nach den Ereignissen von Dracula X: Rondo of Blood. Richter Belmont, ein Nachfahre des Belmonts Clan, welcher seit hunderten von Jahren den immer wiederkehrenden Dracula bekämpft, schlägt in einem atemberaubenden Zweikampf den Fürsten der Finsternis. Doch der durch die Vernichtung Draculas erkämpfte Frieden ist nicht für lange Dauer: Der dunkle Priester Shaft hat vor, Dracula erneut zum Leben zu erwecken. In der Zwischenzeit ist Richter Belmont verschwunden – ohne Hinweise auf seinen neuen Aufenthaltsort. Durch diese Ereignisse erwacht Alucard, der Sohn des dunklen Grafen, aus seinem langen Schlaf. Zusammen mit Trevor Belmont, einem Vorfahren von Richter, hat Alucard seinen eigenen Vater bereits vor einigen Jahrhunderten vernichtet. In dieser düsteren Zeit, in der kein Belmont für den Kampf gegen die Finternis bereit zu sein scheint, greift Alucard selbst erneut zu seinem Schwert um die Welt vor seinem Vater Dracula zu beschützen.
Gameplay
Das Spiel beginnt mit dem finalen Kampf zwischen Richter Belmont und Graf Dracula aus dem Spiel Rondo of Blood. Nachdem Richter den Grafen in die Schranken gewiesen hat dürft ihr nun mit Alucard spielen, der sich auf der Suche nach dem Unheil befindet, das die Welt bedroht. Nachdem man dem Tod begegnet ist, verliert Alucard all seine Waffen und ist in diesem Zustand nicht stark genug, um es mit den Kräften des Bösen aufzunehmen. Und hier beginnt ein riesiger Einschnitt in die klassischen Gameplaymechaniken der Castlevania Serie: Anstatt sich stumpf von links nach rechts zu kämpfen erweitert man das Gameplay um viele Rollenspielelemente. So erhaltet ihr nach jedem besiegten Monster Erfahrungspunkte, durch die ihr im Level aufsteigen könnt um einige Attribute, wie beispielsweise Lebenspunkte oder Stärke, zu steigern. Auch Fähigkeiten wie der Doppelsprung, das Sliden auf dem Boden und die Verwandlung in eine Fledermaus bereichern das Gameplay von Symphony of the Night. So müsst ihr mit neuen Fähigkeiten an bereits bekannte Orte zurückkehren, um vorher nicht zugängliche Abschnitte mit den neu erlangten Kräften zu erreichen um im Spiel Fortschritte zu machen. Die Waffe, die Alucard benutzt, ist allerdings Castlevania-untypisch: Ihr führt nämlich keine Peitsche, sondern „nur“ ein Schwert. Desweiteren gibt es keine „Stages“ bzw. Level mehr sondern eine riesige, verbundene und in sich schlüssige Karte, die das gigantische Schloß von Graf Dracula wiederspiegelt. Neben den Erfahrungspunkten findet ihr auch Geld, mit dem ihr euch im Shop Items kaufen könnt. Neu ist auch das Ausrüsten verschiedener Waffen und Items, die den Rollenspielaspekt in Symphony of the Night stärken – allerdings wirkt nichts aufgezwungen oder unausgegoren - der perfekte Mix aus Action Jump 'n Run und Rollenspiel.
So kämpft ihr euch mit dem Sohn Draculas durch die dunklen Gemäuer des Schloßes, tretet gegen viele imposante Endgegner an, findet immer wieder neue Fähigkeiten und Waffen, die euch erlauben tiefer in das dunkle Schloß einzudringen und der packenden Geschichte von Symphony of the Night zu folgen. Nach etlichen Stunden Spielspaß dürft ihr das ganze Schloß nochmal auf dem Kopf erkunden, was die Spielzeit erheblich verlängert – ihr erhaltet wirklich jede Menge Spiel für die 800 Punkte bzw. 10 €.
Steuerung:
Alucard könnt ihr wahlweise mit dem linken Analogstick oder dem digitalen Steuerkreuz durch die gefährlichen Innenräume des teuflischen Schloßes lenken. Mit dem blauen X-Knopf könnt ihr eure Peitsche (Richter) bzw. euer Schwert (Alucard) gegen die schier endlosen Schwergen Draculas benutzen. A dient dem Springen, mit dem B Knopf bedient ihr euer Schild um feindliche Projektile abzulenken und der linke Trigger dient zum Aufrufen der sehr nützlichen Karte. Das Inventar und Statusmenü ruft ihr mit der Back Taste auf, um euch immer der jeweiligen Situation anpassen zu können. Das Spiel steuert sich auf dem Xbox 360 Controller zwar etwas ungenauer als auf dem ersten Playstation Controller, allerdings ändert das sogut wie nichts an der nahezu perfekten Spielbarkeit von Symphony of the Night. Alles spielt sich wie aus einem Guß, die Steuerung fühlt sich so genau an – wenn ihr einen Game Over Screen seht liegt das also auf keinen Fall an der Steuerung, sondern schlicht und ergreifend am fehlenden Können des Spielers. Das Spiel ist sehr anspruchsvoll, allerdings nicht vergleichbar mit dem bockschweren Castlevania 3, das bereits etliche Spieler in den Wahnsinn getrieben hat. Solltet ihr scheitern könnt ihr einfach euren Level erhöhen um stärker zu werden, erst noch nach stärkeren Waffen suchen, ein Item ausrüsten, das euch gegen bestimmte Angriffe immun macht – es gibt viele Möglichkeiten, dem Bildschirmtod zu entgehen. Ebenfalls greift das gute Speichersystem, das euch an wichtigen Wegpunkten stets die Gelegenheit bietet, euer Leben zu erneuern und euren Fortschritt zu speichern.
Grafik & Sound
Grafisch erwartet euch eine leicht verbesserte Fassung der ursprünglichen Playstation Version. Das Spiel könnt ihr auf der Xbox 360 nun auch in HD und Widescreen genießen, Retrofans freuen sich über den Klassikmodus, der das Spiel unangetastet auf dem Stand von 1997 lässt. Der Sound war damals ein Meilenstein und ist heute noch mehr als beeindruckend – des öfteren ertappt man sich hier beim mitsummen der tollen Stücke, während man mit Alucard Horden von Monstern aus dem Schloß beseitigt. Die Soundeffekte sind ebenfalls auf einem hohen Level – die Sprachausgabe hat einiges an Charme, schwächelt aber technisch etwas und klingt metallen. Desweiteren wurde der gesamte Sound nochmal durch ein Remastering aufgewertet – doch ab und an kann man leichte Fehler in der Soundwiedergabe hören. Auch die (fragwürdigen..) Cutscenes von Draculas Schloß sind verschwunden – kein herber Verlust, allerdings könnte dies dem Hardcore-Retrozocker doch missfallen.
Fazit
Castlevania – Symphony of the Night ist ein Ausnahmetitel. Es vereint die klassichen Gameplaymechnismen aus den alten Titeln mit vielen gelungenen Rollenspielaspekten, die das Spiel bereichern. Der Titel glänzt auch durch seine Länge, einem meisterhaften Soundtrack und der spannenden Story. Symphony of the Night stellt auch noch viele Jahre nach dem ersten Release für die Playstation ein absolutes Meisterwerk auf dem Gebiet der Action Jump'n Runs dar. Für den Preis von 800 Points ist der Titel ein Musthave - Zuschlagen und auf Vampirjagd gehen!
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