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Deepak Chopras Leela - Testartikel

Autor
Tobias Greiser - HEADCRASH
Erstellt am
30.11.11
Streetdate
18.11.2011
Spielgenre
Geschicklichkeitsspiel
Entwickler/Publisher
THQ
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Der Weg zu inneren Ruhe ist extrem steinig

Habt ihr euch in der weiten Welt des Fernsehens schon mal auf Astro TV verirrt? Diesen Sender, auf dem mit – zumindest aus unserer Sicht – reichlich esoterischem Firlefanz Geld verdient wird? Dann könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wie es uns beim Test von Deepak Chopras Leela ergangen ist. Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass einige Leute der Philosophie von Deepak Chopra anhängen und haben auch dieses Videospiel wie immer komplett objektiv bewertet. Ganz unterdrücken lässt sich der Eindruck aber nicht, dass ihr mit Deepak Chopras Leela einen Haufen innovationsarme spirituelle Grütze in das Laufwerk eurer Xbox 360 schiebt. Warum genau wir mit diesem Titel einfach nicht warmwerden konnten, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Aggression statt seelischer Ruhe

Deepak Chopra zufolge ist der menschliche Körper in insgesamt sieben sogenannte Chakren aufgeteilt. Wer es schafft, diese körperinneren Sphären aufeinander abzustimmen, kann eine hohe Stufe der inneren Zufriedenheit erlangen. In diesem Spiel geht es nicht um Wettkampf, sondern bloß um das Erkennen des eigenen Ichs und das Streben nach seelischer Harmonie. Soweit, so gut – doch jetzt fangen die Probleme an. So hübsch der Grundgedanke dieser Philosophie auch sein mag, Deepak Chopras Leela ist und bleibt ein Videospiel. Entsprechend möchten wir beim angeblichen Entspannen wenigstens einigermaßen unterhalten werden. Und das verspricht das Spiel sogar, denn allen sieben Chakren ordnet der Titel ein eigenes Minispiel zu, dass ihr in verschiedenen Stufen bewältigen könnt. Das Kehlchakra beispielsweise wird dadurch trainiert, dass ihr eine Art Raumschiff durch die Bewegung eurer Arme vor dem Kinect Sensor durch einen Tunnel lenkt und dabei über Symbole hinwegfliegen müsst. Und spätestens da ist der Punkt erreicht, an dem wir Deepak Chopras Leela nicht mehr folgen können. Was zum Teufel hat dieses (nebenbei bemerkt gähnend langweilige Minispiel) bitte mit innerer Entspannung oder erst recht dem Kehlchakra zu tun?! Ähnlich sieht es mit dem Wurzelchakra aus. Hier müsst ihr durch Drehung eurer Hüfte eine Weltkugel so bewegen, dass aus Baum- und Pilzsamen ausgewachsene Pflanzen bzw. Pilze werden, die dann die komplette Erde vollwuchern. Das ganze Rumgewackel bringt euch vielleicht einen satten Hüftschaden ein, sorgt aber nicht im Entferntesten für Entspannung oder inneren Frieden.

Das wahre Training des Kehlchakras

In dem Stil würden sich auch alle übrigen Minispiele auseinanderpflücken lassen, worauf wir an dieser Stelle euch zuliebe aber verzichten. Da werfen wir lieber noch einen Blick auf den „Reflektions-Modus“ des Spiels, der angeblich mit Meditation mehr zur Entspannung beitragen soll. So werdet ihr beispielsweise gebeten, euch im Schneidersitz auf euren Wohnzimmerboden zu setzen und euch bloß noch auf die Stimme der deutschen Sprecherin zu konzentrieren. Dann gibt es ein paar Anweisungen zur Körperhaltung präsentiert und etliche von Pathos triefende Sätze kredenzt. Ob ihr bei der Meditation tatsächlich die geforderte Körperhaltung einnehmt oder mal kurz austreten geht, interessiert Deepak Chopras Leela nicht im Geringsten. Anstatt mittels Kinect eure Körperhaltung zu überprüfen, bekommt ihr nur ein Video mit Anweisungen abgespult, das auch aus einer DVD aus dem Teleshopping stammen könnte. Die hübsch bunte Optik und die angenehm ruhigen Klänge versuchen zwar noch das Spiel vorm Totalausfall zu bewahren, können aber auch nicht mehr viel retten. Und sagt uns bitte mal eines: Wie um alles in der Welt soll es entspannend sein, eine Viertelstunde lang zu esoterischem Geblubber über Wurzelchakren und die innere Ruhe auf dem harten Wohnzimmerboden zu hocken, während zwei Meter vor euch das Laufwerk der Xbox 360 den Putz von den Wänden dröhnt? Wir jedenfalls haben Deepak Chopras Leela schnell wieder aus der Konsole geschmissen, einen röhrenden Wutschrei inklusive. Der hat wenigstens mal unserem Kehlchakra gutgetan.

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