|
Die Lieblingsbeschäftigung vieler Politiker besteht darin unser liebstes Hobby schlechtzureden. So sollen Videospiele nicht nur an genereller Verblödung und Amokläufen schuld sein. Vielmehr würden deshalb heutzutage keine Kinder mehr vor die Tür gehen und beispielsweise mit Regenwürmern spielen, wie sie es vor Jahren noch getan haben. Das dies vor einiger Zeit so gewesen ist, mag allerdings auch an Earthworm Jim gelegen haben. Der pixelige Hüpfspaß begeisterte damals Unmengen an Spielern, obwohl ein Regenwurm nun nicht gerade das Sinnbild eines Spielehelden darstellt. Um den Politikern zu zeigen, wie sehr ihr Regenwürmer mögt, könnt ihr euch jetzt vom Marktplatz für 800 Microsoft Points das 435MB große Remake Earthworm Jim HD herunterladen. Wirklich Sinn macht das aber nur, wenn das Spiel ebenso viel Spaß macht wie das veraltete Original. Und genau diese Frage beantworten wir euch in unserem großen Arcade Test! |
Superanzug Ähnlich wie kleinere Kinder Regenwürmer gerne durch ein Vergrößerungsglas inspizieren, müsst ihr eine Handlung bei Earthworm Jim HD mit der Lupe suchen. Fündig werdet ihr höchstens im Menü, wo in einem kurzen Text steht, dass Jim die Prinzessin retten muss. Euch wird nicht gesagt was das für eine Prinzessin ist, warum ihr die ganzen Monster in den Levels besiegen müsst und warum genau Jim einen Kampfanzug an hat, der ihm Superkräfte verleiht. Erzählerisch wirft das Game jedenfalls viel mehr Fragen auf, als es beantwortet. Aber das ist ja zum Glück auch nicht so wichtig. Denn entscheidend ist natürlich die spielerische Komponente. Und da muss sich der kleine Regenwurm wirklich nicht verstecken. |
Superabwechslungsreich Obwohl die Abschnitte aus dem Original 1:1 übernommen wurden, gehören sie immer noch zu den abwechslungsreichsten Levels überhaupt. Das Szenario wechselt blitzartig von saftigen grünen Wiesen zu einer feurigen Hölle, gefolgt von einem Unterwasserabschnitt, einer Maschinenwelt und einem Ausflug ins All. Ihr seid auch nicht nur zu Fuß unterwegs und springt durch die Gegend, sondern reist in einer Wasserkapsel, versucht gummiartige Gegner gegen Felswände zu stoßen oder müsst einen süßen Hund vor dem Tod bewahren. Überall warten andere Gegner auf euch, die mit unterschiedlichen Taktiken besiegt werden wollen. Zu Hilfe kommt euch dabei natürlich eure Waffe, die locker mehr als tausend Schuss auf Lager hat. Zusätzlich findet ihr neben Regenerationsperlen auch besonders durchschlagskräftige Wummen in den Levels verteilt, die Gegner schon bei einem Schuss knackig durchbraten. Ansonsten könnt ihr auch jederzeit nach Feinden peitschen, dazu benutzt Jim ganz einfach seinen eigenen Kopf!
Eine besondere Herausforderung sind die vielen Bosskämpfe. Auch hier ist eine durchdachte Vorgehensweise gefragt, ansonsten sinkt Jims Lebensanzeige flott gen Null. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad dürft ihr euch immerhin noch ein paar Tipps anzeigen lassen, damit ihr nicht total ratlos an den Kontrahenten verzweifelt. „Leicht“ ist auch die klare Empfehlung für alle Neulinge in dem Spiel, denn ansonsten gibt es in aufsteigender Reihenfolge noch „Mittel“, „Schwer“ und „Klassik“, was die Anforderungen des Originals zeigen dürfte. Der Titel ist nämlich wirklich bockschwer und an einige Stellen beim besten Willen nicht zu meistern. Wenn ihr also wirklich irgendwann das Spiel abschließen wollt, solltet ihr euch für den einfachsten Weg entscheiden.
|