Virtuelles Gras fressen
Eine der größten Neuerungen im neuen FIFA Ableger ist die runderneuerte Physikengine. EA verspricht hier ein völlig neues Spielgefühl mit realistischeren Zweikämpfen und einer Vielzahl von unvorhergesehenen Situationen. Das revolutionäre System befindet sich bereits seit zwei Jahren in der Entwicklung und wurde für diese Saison endlich für die Startelf nominiert. Jeder Spieler auf dem Platz erhält hierbei eine komplette Kollisionsabfrage. Wurde in den Vorgängern noch eine Standardanimation beim Aufeinandertreffen zweier Kontrahenten abgespult, so verhalten sich die Stars bei Zusammenstößen nun weitaus realistischer. Lässt euer Verteidiger beispielsweise das Bein eine Sekunde zu lang stehen, kann nun auch schon ein kurzer Wisch mit der Fußspitze den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen. Die virtuellen Kicker laufen nun nicht mehr durch den Gegner hindurch, sondern prallen an diesen ganz wie im richtigen Leben ab. Auch die Dynamik des Spiels profitiert davon. So kommt es dank der neuen Engine häufiger zu abgefälschten Bällen oder Abprallern, die euch immer wieder vollkommen neue und einzigartige Spielsituationen bescheren. Während einer Partie kam es beispielsweise vor, dass wir von der linken Seite eine gefährliche Flanke in den gegnerischen Sechzehner schlugen. Unser Stürmer stieg in die Luft, bereit den Ball einzunicken. Plötzlich machte der vor ihm stehende Verteidiger einen Schritt nach hinten. Unser Stürmer blieb mit dem Knie am Hünen hängen und fiel kopfüber kurz vor Vollendung der Flanke zu Boden.
Vor allem in der Defensive profitiert ihr von der neuen Physik. Dribbelstarke Ballkünstler lassen sich leichter aus dem Gleichgewicht bringen, Sprintern könnt ihr durch Zupfen und Zerren am Trikot beikommen und schussstarken Stürmern lässt sich der Ball mit vollem Körpereinsatz noch kurz vor dem tödlichen Kracher von der Fußspitze bugsieren. Das ist nicht nur äußerst nah am realen Fußballgeschehen, sondern sieht auch noch spektakulär aus. Knipser schlagen vor dem Kasten verdutzt Luftlöcher, während Gegenspieler in heftigen Zweikämpfen dramatisch zu Boden stürzen. Auch die Torhüter mischen hier munter mit. Nicht selten stiegen in unseren hitzigen Duellen Angreifer und Keeper gleichzeitig in die Luft, was meist zuungunsten des Offensivspielers ausgeht. Wirft sich der Torhüter nämlich mit ausgestreckten Armen in die Flanke und erwischt hierbei den Gegner, kann dies heftige Kopfschmerzen zur Folge haben.
Leider wirkt die runderneuerte Physik noch etwas übertrieben. Einige Spieler fallen schon bei kleineren Berührungen ziemlich spektakulär. Die Torhüter hingegen lassen die Kugel bei Zusammenstößen noch recht oft fallen, was der Gegner ein ums andere Mal nutzen konnte, um einzuschieben. Laut EA soll sich bis zum Release aber noch einiges in Sachen Feintuning tun.
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