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Fable III - Testartikel

Autor
Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Erstellt am
26.10.10
Streetdate
29.10.2010
Spielgenre
Rollenspiel
Entwickler/Publisher
Lionhead Studios / Microsoft Game Studios
Kommentare
9
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Fable III im Test

Endlich ist es soweit und eines der meist erwartesten Videospiele des Jahres kommt auf den Markt. Mit Fable III will Peter Molyneux die Branche revolutionieren und euch in eine fantastische Märchenwelt eintauchen lassen. In dieser seid ihr der Anführer einer Rebellion und im Spielverlauf werdet ihr sogar den Thron Albions für euch beanspruchen. Viele Herausforderungen sorgen für etliche moralische Tücken. Dennoch kann Fable III trotz all seiner Stärken nicht auf voller Länge überzeugen. Die Gründe dafür erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Gefallenes Königskind
Jede Geschichte braucht einen Helden. So ist es auch in Fable III und wer ist da naheliegender als das Kind eines anderen Helden, der das Land im Vorgänger schon gerettet hat? Ihr schlüpft in die Haut des jüngsten königlichen Nachkommen, der bisher ein idyllisches Leben im Schloss geführt hat und kurz vor der Heirat mit seiner Jugendliebe steht. Alles ist so schön, bis der Spross von den Taten seines Bruders Logan hört. Dieser herrscht seit dem Tod des Helden über das Land und wird immer mehr zum Tyrannen. Er beutet die Leute aus, tötet die Aufständigen und bringt Angst und Schrecken nach Albion. Als Prinz wollt ihr euch dieses Vorgehen nicht weiter mit anschauen, stellt ihn zur Rede, wollt ihn zur Vernunft bringen und bewirkt Gegenteiliges. Er bedroht euch und zwingt euch zu unmoralischen Entscheidungen. Euer Butler Jasper und der treue Soldatenfreund Walter stellen sich auf eure Seite und bewegen euch zur Flucht. Denn wer weiß, was euer tyrannischer Bruder sonst noch mit euch vor hat.

Dank eurer Heldenkraft könnt ihr fliehen und habt nun die Aufgabe, das Volk Albions für euch zu gewinnen. Ihr müsst eine Revolution anzetteln, damit ihr den Thron besteigen könnt. Insgesamt gilt es sich mit vier Städten zu verbünden und ihnen Versprechen zu geben, die ihr später als König einhalten sollt. Page aus Bowerstone verlangt beispielsweise, dass ihr die Kinderarmut beseitigt. Ben Finn hingegen will die alte Stärke der Armee wieder zurückerlangen. Im ersten Handlungsstrang ist es jedoch egal, welche Versprechen ihr abgebt. Im Grunde geht es nur darum, Anhänger zu suchen und König zu werden. Die herrschaftliche Bürokratie folgt erst im zweiten Handlungsstrang.

Wir wollen jetzt gleich König sein
Habt ihr erst einmal Logan vom Thron verscheucht, beansprucht ihr ihn für euch. Für einen kurzen Moment könnt ihr dann stolz sein, dass ihr euch in etwa zehn Stunden vom gefallenen Prinzen bis hin zum strahlenden Staatsoberhaupt gemausert habt. Doch euch steht nun die größte Herausforderung bevor, die Fable III so besonders macht: Die Entscheidungen über das Land Albion. Ein Jahr lang müsst ihr entscheiden, ob ihr eure Versprechen haltet und so ein guter Herrscher werdet. Oder ihr tretet in die Fußstapfen eures tyrannischen Bruders und beutet die Menschen weiter aus. Ihr werdet schnell bemerken, dass Fable III mehr mit der Realität zu tun hat, als bisher angenommen wurde. Eine extreme Politik zu verfolgen hat viele Nachteile, die euch gnadenlos konfrontieren. Ein sozialer König, der die Armut mit sinkenden Steuern bekämpft, muss sich auf leere Staatskassen einstellen. Ein kapitalistischer Herrscher hingegen, der mehr Wert auf eine florierende Wirtschaft als auf schulische Ausbildung legt, muss sich mit einem aufgebrachten und rebellischen Volk auseinandersetzen.

Die schwierigen Entscheidungen, die ihr im zweiten Handlungsstrang treffen müsst, sind moralisch schwerwiegend und des Öfteren werdet ihr kaum wissen, was ihr auswählen sollt. Gut oder böse sein? Das ist hier die Frage! Zu allem Unglück werdet ihr mit einer kommenden Katastrophe konfrontiert, die ganz Albion vernichten kann. Die 365 Tage werden an euch vorüberziehen und nach insgesamt dreizehn Stunden steht ihr in einem finalen Kampf euren eigenen Entscheidungen gegenüber. Bei dieser knapp bemessenen Spielzeit lohnt es sich Fable III noch einmal auf eine andere Art und Weise durchzuspielen und wer weiß, eventuell bewundert ihr dann einen ganz anderen Verlauf der Geschichte?

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