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Far Cry 2 - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
21.10.08
Streetdate
23.10.2008
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Ubisoft
Kommentare
20
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Far Cry 2 Review

Die Reise nach Afrika kann endlich beginnen! Far Cry 2 ist ein waschechter Ego-Shooter für die Xbox 360 Konsole und der direkte Nachfolger des erfolgreichen PC-Spiels Far Cry. Endlich mal wieder ein Titel ohne Tom Clancy im Namen will man fast meinen, wobei wir uns bereits gefragt haben, wann das erste Tom Clancy’s Kochduell für Wii erscheint. Aber lassen wir das und konzentrieren uns auf den neuesten Hoffnungsträger bei Ubisoft: FAR CRY 2. Das Spiel haben wir von Xboxdynasty nun schon einige Jahre begleitet und dies führte uns von Düsseldorf über Leipzig bis nach Paris. Bei Weitem nicht die Strecke, die einige Entwickler des Titels zurückgelegt haben. Denn diese wurden von den Entwicklerstudios in Montreal direkt nach Afrika, dem Szenario des Spiels, verfrachtet und durften sich dort die verschiedensten Kulturen und Völker zu Gemüte führen, das Land fühlen, schmecken und hören. Dass dies kein einfacher Urlaubstrip war zeigten die bereits veröffentlichten Entwickler-Tagebücher.

Im Juli 2007 reisten einige der Hauptverantwortlichen von Far Cry 2 zwölf Tage nach Kenia, um sich mit Afrika vertraut zu machen. Doch bevor es los gehen konnte mussten alle Reisenden zum Arzt und durften sich bis zu 12 Impfungen verpassen lassen. Nicht nur die Tiere und die möglichen Krankheiten sind gefährlich, sondern auch Gewalt und Korruption beherrschen das Land. Ob sich der Aufwand und die gefährliche Reise wirklich gelohnt hat, verraten wir euch heute in unserem ausführlichem Testartikel.
Das Spiel mit dem Feuer
In Far Cry 2 übernehmt ihr als Spieler die Rolle eines frei wählbaren Söldners. Ihr werdet in Afrika in einer 50 km² großen Spielwelt zu einem kriegerischen Brandherd gefahren. Früher herrschte dort nur ein kleiner Bürgerkrieg, nun aber droht die ganze Situation zwischen der UFLL (United Front for Liberation and Labor) und der APR (Alliance for Popular Restistance) zu eskalieren. Dies scheint verschiedene Organisationen zu beunruhigen und ihr solltet euch die Sache mal aus der Nähe anschauen. Wenig später, heimgesucht vom tödlichen Malariavirus, befindet ihr euch in einem vom Krieg zerrütteten afrikanischen Staat und seid für Medizin und Ausrüstung zum Handel mit korrupten Warlords gezwungen.

So steht ihr ziemlich schnell zwischen den Fronten eines Konflikts, in einem Land, das ihr eigentlich zu eurer Heimat machen wollt. Leider ist der Traum vom Eigenheim geplatzt und fortan ist es eure Aufgabe, die Schwachpunkte der Gegner zu analysieren und auszunutzen, um deren Überzahl und Waffenarsenal zu dezimieren. Kaum habt ihr euch mit der Steuerung vertraut gemacht, geht die Action auch schon los. Aus dem Hinterhalt greifen freie Kämpfer der URLL eine Stellung der ADP Miliz an und ihr geratet in ein totales Kreuzfeuer. Ihr versucht aus der Gefahrenzone zu entkommen und flüchtet. Voller Angst und gejagt von umher fliegenden Kugelsalven, springt ihr aus dem Fenster des zweiten Stockwerks. Nach dem Absturz sackt ihr geschwächt zusammen.

Im nächsten Spielabschnitt geht es darum euch mit den Waffen vertraut zu machen. Dazu müsst ihr einen Vorposten einer gefährlichen Einheit überfallen. Ihr deckt euch mit allerhand Waffen ein, repariert ein altes Auto und fahrt zum feindlichen Stützpunkt. Dort angekommen, schleicht ihr euch durch das Dickicht und knipst einen Gegner nach dem anderen aus. Habt ihr alle Schurken erledigt wird der Stützpunkt zu eurem Unterschlupf. Hier könnt ihr von nun an speichern und euch verarzten.

Kugeln stecken in euren Armen,
Beinen und sogar in euren Händen


Seid ihr verwundet und möchtet eure Lebensenergie verbessern, rammt ihr euch entweder eine Spritze in den Arm oder zückt euer Rambomesser und schlitzt euch die Kugeln aus dem Körper. Das ganze wirkt sehr übertrieben, aber Hauptsache es verbessert eure Gesundheit. In eurem Unterschlupf trefft ihr im späteren Spielverlauf auch Kameraden an. Hier müsst ihr versuchen immer eine gute Stimmung aufrecht zu erhalten, denn nur dann werden diese euch auch im Kampf zur Seite stehen. Am Bett angekommen, könnt ihr euch einen Wecker stellen und somit die Zeit bestimmen, wann ihr wieder in das Spielgeschehen eingreifen möchtet. Über euer Handy erhaltet ihr immer wieder neue Aufträge, um das Netz oder die Telefonrechnung braucht ihr euch hierbei Sorgen machen.

Nach eurem Nickerchen müsst ihr im Süden eine feindliche APR Einheit erledigen. Ihr schmeißt euch in euren Wagen und heizt zum feindlichen Gebiet. Damit ihr euch nicht verfahrt, könnt ihr während der Raserei auf ein kleines Navi und eine Karte zurückgreifen. Vor eurem Anschlag empfiehlt es sich die Gegend auszuspähen und euch mit eurem Fernglas einen Überblick über die anstehende Situation zu verschaffen. Somit habt ihr dann gegenüber euren Feinden einen erheblichen Vorteil und dieser entscheidet meistens über Sieg oder Tod. Über den Ausgang der Schlacht entscheidet aber auch oftmals die richtige Waffe und so müsst ihr erst Diamanten, die im ganzen Spiel verstreut sind, finden und diese gegen Waffen im Waffenshop eintauschen.

Im Spielgeschehen werdet ihr immer wieder vor Entscheidungen gestellt, die ihr treffen müsst, um im Spiel fortschreiten zu können. Diese Entscheidungen hängen von vielen Faktoren ab, wie z.B. „zwischenmenschliche“ Beziehungen zwischen dem Hauptcharakter und den NPCs (Not Playable Characters). Ihr müsst euch also mit allen Charakteren wirklich auseinandersetzen, um die Taten dieser zu verstehen und um diese dann für euch auszuwerten. Stellt ihr euch geschickt genug an, könnt ihr zum Beispiel diverse Charaktere mit auf die Jagd nehmen und euch mit Waffen oder zusätzlicher Energie versorgen lassen.
Das Handy klingelt, Feuer frei!
Ein Team aus ausländischen Kommandoeinheiten versteckt sich in einer Oase im Südosten und plant die Entführung einer wichtigen Person aus APR-Gebiet. Aus Angst, dass man die UFLL Organisation für dieses Attentat verantwortlich machen könnte, wurdet ihr angeheuert die Ausrüstung dieser Einheit zu vernichten, damit sie ihre Mission abbrechen muss. Eure eigentliche Mission könnte aber auch darin bestehen einen weiteren Informanten, östlich der Stadt in einer Villa aufzuspüren und ihn dazu zu bringen seiner Einheit neue Koordinationsdaten zu übermitteln, direkt in eine Falle in Mokuba. Dazu schnappt ihr euch ein Fahrzeug, werft einen blick auf die Karte und fahrt los. Doch so einfach ist die Fahrt durch den Dschungel dann doch nicht, denn an jeder Kreuzung lauern Soldaten, die nur darauf warten auch das Licht auszulöschen. Also entweder ihr nehmt den Kampf an und erreicht verwundet, mit wenig Munition die eigentliche Mission oder aber ihr vernichtet die Gegner aus dem Hinterhalt. Falls euch das alles zu viel Zeit in Anspruch nimmt, dann könnt ihr auch zu Fuß euch euren Weg durch den Dschungel bahnen. Hier macht ihr einfach einen großen Bogen um die Brandherde und konzentriert euch auf das eigentliche Ziel.

Dort angekommen wimmelt es nur von Soldaten. Ihr entlarvt aus der Ferne mit eurem Fernglas einen Trupp nach dem anderen und hegt euch dabei einen Plan aus. Ein Benzinfass an der Ecke, direkt vor einem LKW sollte für die nötige Ablenkung sorgen. Ein gezielter Schuss, das Fass fängt an zu brennen und wenige Sekunden macht der LKW einen Salto durch die Luft.

Molotow-Cocktails räuchern eure
Gegner im Dickicht einfach aus


Alle Einheiten schreien und schießen wie die Verrückten. Ihr ballert zurück und versucht mit Granaten gleich ganze Geschütze in ihre Einzelteile zu zerlegen. Einige Kämpfer versuchen sich im Busch zu verstecken und schießen immer wieder wie aus dem Nichts auf euch. Die Lösung des Problems ist ein Molotow-Cocktail. Dieser entflammt sämtliche Büsche und räuchert euren Gegner einfach aus. Für das HD-Auge einfach unbeschreiblich!

Nach und nach säubert ihr das Areal, haltet eure Machete an die Kehle des Verbindungsmannes und dieser funkt dann einen neuen Befehl zu seiner Einheit. Auf nach Mokuba! So oder so ähnlich gestalten sich meistens die Missionen in Far Cry 2. Sie sind allesamt sehr verstrickt und das Wichtigste, zu jeder Zeit plausibel. Leider fehlt es euren Gegnern ab an dem nötigen Grips und die KI lässt häufig zu wünschen übrig. Genauso häufig kommt es zu störenden und extrem nervigen Ladehemmungen eurer Waffen. Wann immer ihr auf eure Gegner schießt kann es vorkommen, dass eure Waffe mucken macht, ihr nicht mehr schießen könnt und von zwei Gegnern mit ein paar gezielten Kugeln ins Jenseits befördert werdet. Bei langen Wegstrecken bis zum Ziel und schwierigen Aufgaben mit hohem Gegneraufkommen führt dies sehr schnell zu heftigen Frustmomenten. Einige gut gesetzte automatische Zwischenspeicherpunkte wären sicher notwendig gewesen, um den Frustfaktor zu verringern.

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