Nachdem Far Cry vor vier Jahren viele Spieler durch neue Optik und schöner Grafik begeistern konnte, wurde es still um die Programmierer des Ego-Shooters. Nach längeren Ankündigungen von Ubisoft kam Die Fortsetzung Far Cry 2 in die Läden.
Far Cry 2 kann Crysis nicht nur optisch die Stirn bieten. Schon beim ausgewählten Szenario zeigt sich Jack Carver war Gestern, man kämpft sich sein Weg nicht mehr durch Mutanten auf einer Karibikinsel, sondern zeitgemäß und realistischer gegen Terroristen und den mysteriösen "Schakal" in einem erfundenen Staat auf dem bisher in Computerspielen vermissten Kontinent Afrika. Optisch hat das exotische Szenario mehr gegenüber dem Vorgänger zu bieten, doch der Schwerpunkt liegt auf dem ausgeprägten Grad an Realismus. Man kann nicht mehr wie im Vorgänger locker mit einer halben Waffenfabrik durch die Steppe schlendern, sondern durch die hohe Luftfeuchtigkeit verursacht der Rost an der AK-47 schon mal eine Ladehemmung.
Zur Story:
Am Anfang sucht man sich einen aus zwölf Charakteren aus, den man durch den Rest des Spiels steuert. Dabei verändert man nur das Aussehen, die Fähigkeiten aller Charaktere sind gleich. Far Cry 2 spielt in einem erfundenen Land in Afrika. Darin bekämpfen sich zwei verfeindete Parteien (APR, UFLL), bei denen ihr euch durch eure Entscheidungen und Handlungen Respekt verschaffen müsst.
Die Missionen, die man bekommt, wirken sich auf die spätere Handlung des Spiels aus. Denn beide Parteien wollen die Hilfe des Spielers. Je nachdem wie die Parteien vorgehen, müsst ihr zum Beispiel ein Trainingslager des Feindes ausräuchern um die Verstärkung zu verhindern. Somit hat man es später mit weniger Gegnern zu tun. Wenn ihr schließlich eine Werkstatt dem Erdboden gleich macht, leidet die Ausrüstung der gegnerischen Partei darunter.
Man muss also eine Strategie entwickeln um sich somit einen Vorteil zu verschaffen.
Das Hauptziel in Far Cry 2 ist jedoch, den „Schakal“ zu finden und zu töten. Denn er ist es, der beide Parteien mit Waffen und Ausrüstung für den „Stillen Bürgerkrieg“ versorgt. Alle Waffen, die man im Spiel bekommt, gehen mit der Zeit kaputt oder haben Ladehemmungen. Je öfter man eine Waffe benutzt, desto schwieriger wird es, mit ihr umzugehen. So bekommt sie nicht nur sichtbare Gebrauchsspuren, sondern die Genauigkeit verschlechtert sich auch. Insgesamt kann man bis zu vier Waffen tragen. Eine Machete und eine einfache Pistole sind die Standardausrüstung.
Die Welt:
Im Spiel gibt es zwei Areale, die jeweils knapp 20 Quadratkilometer groß sind. Diese Gebiete erkundet man, zu Fuß oder in einem der 14 verschiedenen Fahrzeuge, Neben Buggys, Jeeps, Trucks und Booten darf man auch wieder einen Gleitdrachen steuern, der euch über große Entfernungen schweben lässt.
Wie auch in Crysis kann man mit allen Gegenständen im Spiel interagieren. So gibt es jede Menge Tiere in der Wüste, denen man hinterher jagen kann, das Gras bewegt sich im Wind und wer mit einem Fahrzeug durchfährt, hinterlässt Spuren darin. Weiters kann man Buschfeuer legen und auch Äste von Bäumen schießen.
Wird man verletzt, muss man für einige Zeit in Sicherheit gehen, um sich zu heilen. Nerviges Medi-Pack suchen bleibt somit erspart. Je nach Art der Verletzung gibt es Animationen, in denen der Charakter sich selbst wieder zusammenflickt. Trifft dich eine Handgranate in der Nähe eines Gebäudes, kann schon mal ein rostiger Nagel in der Hand stecken, der dann mit einem Ruck wieder entfernt wird. 60 dieser Verletzungsanimationen gibt es in etwa.
Der Map – Editor:
Far Cry 2 bietet einen professionellen Map-Editor der aber leicht zu bedienen ist und mit einer Vielzahl an Funktionen. Das Gelände kann hier beliebig verformt und mit Texturen verfärbt werden.
Die Pflanzen können mit einem Pinsel aufgetragen werden.
Für Neulinge stellt vor allem das Platzieren von Objekten im dreidimensionalen Raum Probleme dar, da die Steuerung sehr kompliziert ist. Zudem ist ein Wildnisgenerator integriert, mit dem man ein zufälliges Gelände erstellen kann.
Man kann also jeden kleinsten Stein und jede kleinste Pflanze an jeden beliebigen Ort platzieren.
Der Multyplayer:
Der Multyplayer kann mit vier Modi wie Deathmatch, Teamdeathmatch, Aufstand und Capture the Diamond (Capture the Flag) überzeugen. Wie bei Call of Duty kann man mit steigendem Level neue Waffen und Handbücher Freischalten, allerdings sind die Karten im Vergleich zum Hauptspiel sehr klein. Wieso es keinen Koop gibt, ist mir wirklich ein Rätsel.
Far Cry 2 kann die hohen Erwartungen erfüllen, die man durch die Trailer und Informationen bekommen hat.
Dafür funktionieren einige Dinge einfach nicht gut genug. Z.b., soll man mit dem Fernrohr Gegner und Ziele anvisieren können, um sie auf der Karte einzutragen. Aber scheinbar erkennt das System nicht alles, weshalb auch das Ausspionieren an nicht so viel Spaß. Gleichzeitig sind die Gegner einfach zu überdreht und sehen den Spieler, obwohl er sich in seinem Versteck nicht gerührt hat. Auch halten die Gegner zu viele Treffer aus, was schnell deprimieren kann. Die weiten Wege sind mit der Zeit langweilig und die unnötige Krankheit Malaria die für die Story einfach nicht relevant und für mich ein Schuss in den Ofen. Trotzdem hat mir Far Cry 2 durch Qualitäten und durch eine sehr gelungene Präsentation gefallen.
Auf einer Skala von 1 – 10 würde ich Far Cry 2 eine 7 geben.
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