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Fight Night Champion - Testartikel

Autor
Henry Lai - MadD4mon
Erstellt am
16.03.11
Streetdate
03.03.2011
Spielgenre
Sportspiel
Entwickler/Publisher
EA SPORTS
Kommentare
7
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Der neue King im Ring

Flatsch. Das weiche, rote Leder der Boxhandschuhe mit der Wucht eines Lastwagens auf den Kiefer des Gegners. Der verzieht in Zeitlupe das Gesicht, sein Kopf dreht sich zur Seite und er geht taumelnd zu Boden. Im Blitzlichtgewitter der Journalisten zählt der Ringrichter von eins bis zehn, auf dem Ringboden rührt sich auf bei Sekunde Fünf noch nichts. Schwer keuchend steht ihr daneben und starrt wie gebannt auf euren Kontrahenten, während euch Schweiß und Blut über das Gesicht laufen. Der Titel des Boxchampions ist zum Greifen nah, die Luft schmeckt nach Triumph. In Electronic Arts' Fight Night Champion übernehmt ihr das Steuer eines Boxers und kämpft euch wieder einmal durch die mit namhaften Sportlern besetzte Starterliste. Schon Fight Night Round 4 konnte damals hohe Wertungen einheimsen. Gelingt dies dem Neuling ebenso?

Der Champion im Ring
Euer Kampf zur Weltspitze beginnt unerwartet: mit einem Knockout. Nur einen Moment lang seht ihr die blanke Birne nebst hämischer Grimasse eures Gegenübers auf euch zufliegen, dann wird die Welt schwarz. Im namensgebenden Champion-Modus, mit dem die Fight Night-Serie erstmals eine Hintergrundgeschichte bietet, schlüpft ihr in die Boxhandschuhe von Andre Bishop. Schon kurz nach seinem Aufstieg vom Amateur- in den Profisport bekommt er es mit gefährlicheren Gegnern als bisher zu tun. Macht, Korruption und Gier stehen ihm bei seinem Aufstieg in den Box-Olymp im Weg und bringen ihn schließlich zu Fall. Er landet im Knast, von einem verdorbenen Manager hintergangen. Andre Bishops Wille scheint gebrochen, seine Karriere zu Scherben zerschlagen.

Was folgt, ist eine Boxer-Geschichte, wie sie Hollywood nicht besser hätte machen können. Wenn ihr nicht kämpft, schaut ihr euch die grandiosen Zwischensequenzen an, die alles haben, was ein Rocky auch hat. Viele Emotionen, unterhaltsame Dialoge, handfeste Action und immer ein klares Ziel vor Augen. Steigt ihr dann schließlich in den Ring, brennt ihr nur so darauf, eurem Gegner einen mächtigen Haken zu verpassen. Vor allem der finale Gegner der nur etwa drei Stunden langen Kampagne versteht es, sich bei euch unbeliebt zu machen. Ihm endlich die Fresse polieren zu können ist wahrlich eine Freude!

Spielerisch gesehen funktioniert der Champion-Modus ziemlich simpel. Es gibt eine Zwischensequenz, dann einen Kampf. Alles verläuft linear. Der Knockout ist hierbei nicht immer das Ziel. Je nach Kampf werden euch unterschiedliche Aufgaben gestellt. Zum Beispiel dürft ihr in einem Match keine Körpertreffer landen, sonst werdet ihr vom korrupten Schiedsrichter disqualifiziert. Woanders dürft ihr euch nicht zu oft an einer Kopfwunde treffen lassen, damit der Kampf nicht vorzeitig abgebrochen wird. Ein anderes Mal dürft ihr etwa nur eure linke Hand benutzen. Von diesen Einschränkungen gibt es viele und sie alle tragen dazu bei, dass es im Ring nie langweilig wird. Vor allem weil sie euer ganzes Können erfordern, nicht nur eure Offensiv-Kraft.

Klettern auf der Karriereleiter
Weniger abwechslungsreich, dafür aber umso umfangreicher gestaltet sich der altbekannte Karriere-Modus. Am Anfang könnt ihr euch entweder eines der vielen bekannten Gesichter der Box-Geschichte auswählen oder selbst ein Alter Ego entwerfen. Wenn ihr im Besitz einer Xbox Live Vision Kamera seid, dann könnt ihr sogar euer Gesicht ablichten und ins Spiel importieren lassen. Seltsamerweise funktioniert das mit der Kinect-Kamera nicht. Ansonsten gibt es wie gewohnt unzählige Anpassungsmöglichkeiten, so dass ihr einen ganzen Nachmittag damit verbringen könntet, euren Boxer nach euren Wünschen zu gestalten. Doch dafür habt ihr das Spiel ja nicht gekauft.

Bevor ihr aber endlich kämpfen könnt, müsst ihr euch durch einige langweilige, aber nicht minder wichtige Menüs wühlen. Zum Beispiel könnt ihr Erfahrungspunkte wie bei einem Rollenspiel vergeben, was permanent die Fähigkeiten eures Sportlers verbessert. Anfangs ist der nämlich nur ein besserer Amateur. Erst nach einigen Kämpfen wird aus ihm auch ein echter Profi. Außerdem seid ihr euer eigener Manager. Das heißt, dass Trainings, Ruhepausen und Kämpfe von euch verwaltet werden. Vor allem Ersteres wird einiges an Zeit beanspruchen. Die Trainingseinheiten eures Boxer könnt ihr nicht etwa gemütlich auf der Couch absitzen, sondern müsst aktiv daran teilnehmen. Kleine Minispielchen oder ein waschechter Sparringskampf halten euch auf Trab und gewähren euch einen neuen Schub Erfahrung, die ihr dann wieder im Entwicklungs-Bildschirm verteilen könnt. Das mag zwar ganz interessant klingen, doch schon nach einigen Kämpfen habt ihr die Nase voll und wünscht euch ein automatisch ablaufendes Training herbei. Erst wenn alle Arbeiten erledigt sind, geht es endlich in den Ring.

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