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Final Fantasy XIII-2

Autor
Daniel Flege - Quentara
Erstellt am
09.12.11
Streetdate
03.02.2012
Spielgenre
Rollenspiel
Entwickler/Publisher
Square Enix
Kommentare
1
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Der Nachfolger zu Squares Rollenspiel-Hit angespielt

Square Enix entführt euch wieder in die Welt der Fantasie. Im Oktober lud uns der Publisher zu einem exklusiven Event seines neuesten Ablegers Final Fantasy XIII-2 in Hamburg ein, um uns einen ersten Einblick in die im Februar 2012 erscheinende Zukunft der beliebten Rollenspielserie zu offenbaren. Zu diesem Ereignis sammelte sich eine ansehnliche Zahl an Spieletestern in mitten der Innenstadt Hamburgs. Hoch im zwanzigsten Stock mit direktem Blick auf die leuchtende Metropole konnten wir uns bei sternenklarem Himmel nicht nur die schönste Stadt Deutschlands, sondern auch die ersten beiden Akte von Final Fantasy XIII-2 anschauen.

Squares neuester Streich stellt zum zweiten Mal in der Historie der Serie einen direkten Nachfolger eines vorangegangenen Ablegers dar. Nach Final Fantasy X erhält nun der jüngste Spross Final Fantasy XIII eine Fortsetzung, die die Geschichte der liebgewonnenen Charaktere des Vorgängers fortsetzt. Ihr erfahrt mehr darüber was aus Snow und Lightning geworden ist, nachdem Cocoon buchstäblich aus allen Wolken fiel. Was ist mit der Welt und ihren Bewohnern geschehen? Hat das ehemalige L'Cie Dasein Auswirkungen? Gibt es noch Fal'Cie zu bekämpfen? Natürlich können und möchten wir euch diese Fragen noch nicht beantworten, euch aber bereits jetzt mit vielen interessanten Informationen versorgen.

Ausradierte Geschichtsbücher

Die Geschichte von Final Fantasy XIII-2 beginnt circa drei Jahre nach den Ereignissen des direkten Vorgängers. In der Rolle von Serah lebt ihr inzwischen in einer kleinen Gemeinschaft auf Pulse, während Cocoons in Kristall gefasste Form als mahnendes Denkmal am Himmel steht. Ihr erwacht aus einem seltsamen und verwirrenden Traum, gefolgt von einer plötzlichen Verwandlung eurer Kleidung. Vor dem Haus zerschneiden die Schreie eines Kampfes die Nacht. Der Angriff auf den Ort überrascht euch und während ihr zuerst hilflos zusehen müsst, erscheint plötzlich ein jugendlicher Retter an eurer Seite. Noel, zweiter Hauptcharakter der Geschichte, beschenkt euch zugleich mit einer neuen Waffe und ihr werdet im üblichen Final Fantasy Stil mit einem Tutorial in die Kampfsequenzen eingeführt.

Bevor ihr euren neuen Begleiter näher kennenlernen dürft, gilt es euch durch die ersten Schlachten zu schlagen. Bis zu diesem Punkt wirkt es tatsächlich als würdet ihr einfach an den Vorgänger anknüpfen. Ein Kampf jagt den Nächsten, viel Abwechslung ist hier noch nicht zu finden. Erst im weiteren Verlauf des Geschehens entfaltet sich die ganze Epik und ihr erfahrt, dass Serah anscheinend die einzige ist, die sich an Lightnings Überleben nach dem Sturz Cocoons erinnert. Für den Rest der Welt hat dieses Ereignis anscheinend nie stattgefunden. Noel hingegen kennt die Wahrheit, wurde er doch von der in die Welt Valhalla transferierte Lightning ausgesandt, ihrer Schwester zur Hilfe zu eilen. Der Clou: Noel kann durch Raum und Zeit reisen und soll so mit Serahs Hilfe die gefangene Lightning aus ihrem Exil befreien.

Eine Reise durch Raum und Zeit

Um eure Schwester zu finden müsst ihr geheimnisvolle Artefakte sammeln, die es euch ermöglichen durch die Chronosphären und damit durch die Zeit zu reisen. Scheinbar unmögliche Probleme werden so lösbar und ihr erhaltet einen Einblick in die neue riesige Spielwelt und das Geschehen nach Cocoons Fall. In diesem Zusammenhang wird es euch ermöglicht, den Verlauf der Geschichte direkt zu beeinflussen und zu formen. Das Schicksal der Welt liegt dieses Mal buchstäblich in eurer Hand. Und diese Welt ist nun endlich von Beginn an zugänglich. Waren die schlauchartigen Level und die fehlende Oberwelt noch ein großer Kritikpunkt am Vorgänger, so dürft ihr euch nun frei über den Globus von Ort zu Ort bewegen. Durch die Chronosphäre ändert ihr mit jeder eurer Handlungen die Geschehnisse des Spiels. Sollten euch die Auswirkungen einmal nicht passen, so könnt ihr in der Zeit zurückreisen und bereits absolvierte Abenteuer durch gegensätzliche Handlungen in andere Bahnen lenken. Auch die abwechslungsreichen Welten, durch die ihr reist, werden erfahrene Final Fantasy-Spieler zufriedenstellen. Die Stadt Neo Bodhum ist beispielsweise durch und durch von dschungelartigen Pflanzen umgeben, während ihr euch in der Stadt Akademia durch Hochhausschluchten, umringt von zahlreichen bunten Werbewänden wandert.

Natürlich werden euch die benötigten Artefakte nicht kampflos überlassen. Das Auftauchen der Chronosphären hat neue Monster mit sich gebracht, die euch das Vorankommen erschweren wollen. Um sie zu besiegen müsst ihr Gebrauch vom neuen Kampfsystem machen. Inzwischen spielt es nicht nur eine Rolle, von welcher Seite ihr eure Feinde attackiert, sondern auch aus welchem Winkel. Die sogenannte Mog-Clock gibt dem Kampfsystem ein sehr taktisches Element. Sie gestaltet sich als eine Art Uhr, die vor dem Kampf unterhalb des Charakters angezeigt wird und in drei Farben erscheint. Grün bedeutet, dass ihr euch in einer guten Position befindet und Vorteile im Kampf erhalten werdet. Gelb zeigt an, dass ihr dem Gegner auf ungefähr gleicher Höhe gegenübersteht. Keine Seite wird Vor- oder Nachteile erhalten wenn der Kampf beginnt. Ist die Mog-Clock jedoch rot, werdet ihr von eurem Gegner überrumpelt und ins Hintertreffen geraten.

Geblieben sind auch die Paradigmen und verschiedene Mächte, die gesteigert werden müssen. Neu ist jedoch, dass ihr Monster nach einigen Kämpfen einfangen könnt. Diese dürfen von euch mit einem Namen versehen und im Kampf eingesetzt werden. Sie übernehmen die Rolle eines Mitkämpfers und setzen ihre Fähigkeiten ein, um anzugreifen oder euch zu heilen. Eure neuen Begleiter steigen mit euch auf und erhalten ebenfalls Eigenschaften und Fähigkeiten, um sich eurem Kampfstil besser anzupassen. Ganze 150 dieser Kreaturen dürft ihr im Stile einer bekannten japanischen Kinderserie sammeln. Leider fallen hierfür die aus der Serie bekannten mächtigen Eidolons weg.

Nutzt eure Sprachgewalt

Neben dem Kampfsystem sind auch andere Spiel-Elemente aktiver gestaltet worden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Konversationen zwischen den Charakteren. In Spielen wie Mass Effect oder Dragon Age war es schon länger möglich, Gespräche aktiv mitzugestalten und zwischen verschiedenen Dialogoptionen wählen zu können. Dies wurde nun auch für Final Fantasy XIII-2 übernommen. Ihr könnt endlich aktiv mitgestalten, wie sich die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln. Wählt ihr neutrale oder eher emotionale Gesprächsoptionen? Wie reagiert ihr auf einen verbalen Angriff? Die Unterhaltungen werden hierdurch wesentlich dynamischer und der Wiederspielwert steigt. Zudem seid ihr nun nicht mehr zum bloßen Zuschauen verbannt, sondern werdet aktiv in die zwischenmenschlichen Beziehungen auf dem Schirm eingebunden. Allerdings gestalten sich die auswählbaren Gesprächsfetzen noch recht simpel. Auswirkungen auf den Spielverlauf wurden noch nicht ersichtlich.

Die Zwischensequenzen in Bosskämpfen oder ausgewählten Videos können im neuesten Ableger ebenfalls aktiv beeinflusst werden. Hierzu werden euch via Quick Time Events die zu betätigenden Tasten groß im Bildschirm angezeigt. Wenn ihr diese im richtigen Moment bedient, führen die Charaktere besondere Finishing-Moves aus. Das erhöht definitiv den Spaßfaktor in den schönen, aber oft langen Videosequenzen. Als ärgerlich werden es viele von euch hingegen empfinden, dass ihr eure Gegner nun nicht mehr in den jeweiligen Leveln erblicken könnt. Abrupt werdet ihr durch die Zufallskämpfe aus dem Spielgeschehen gerissen. Wer von euch in der Vergangenheit gerne einmal einen Widersacher umschifft hat, um schneller in der Handlung voranzukommen, der darf in Final Fantasy XIII-2 erst innerhalb der Kämpfe die Flucht antreten.

Grafisch zeigt sich Square Enix vor allem in den Zwischensequenzen wieder auf der Höhe der Zeit. Beeindruckende Effekte und Explosionen setzen die Helden, Widersacher und ihre Umgebungen gekonnt in Szene. Die traditionelle Erzählweise mittels Cutscenes wird also auch in Final Fantasy XIII-2 wieder mit an Bord sein. Trotz des westlichen Einschlages liefern euch die Entwickler wie gewohnt echte Japano-Atmosphäre. Bunte Level und Welten werden von einer Mischung aus orchestralem Soundtrack und Elektropop untermalt. Die knuffigen weiblichen Charaktere mit ihren Kulleraugen, sowie die männlichen Schönlinge lassen das Herz eines jeden Anime-Fans höher schlagen. Gefühlvolle Storyverflechtungen sind hier inklusive. Einzig die Animationen eurer Helden kommen leider noch sehr kantig herüber. Vor allem die Sprungeinlagen von Noel und Co. wirken wie an der Schnur gezogen und daher unrealistisch. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bis zum Release hier noch ein bisschen Feintuning ansetzen. 

Wie immer versteht sich Square Enix darauf, eine charismatische Welt zu erschaffen. Die graphische Umsetzung ist eindrucksvoll und vielseitig. Umwerfende Szenarien werden von gelungenen Videosequenzen begleitet und stehen dem Vorgänger in nichts nach. Tiefgründige, emotionsgeladen Charaktere erzählen eine vielversprechende Geschichte, die sich durch euren Einfluss in verschiedene Richtungen entwickeln kann. Dieses Mal dürft ihr nicht nur die Fähigkeiten eurer Helden verbessern, sondern auch die Beziehungen zwischen den Individuen beeinflussen. In einer bestimmten Weise geführte Gespräche formen die Welt vor euch ebenso stark, wie zielgerichtete Handlungen. Neben den dargebotenen und teilweise altbekannten Personen könnt ihr euch nun auch die zu bekämpfenden Monster selbst zunutze machen, sie einfangen und langsam weiterentwickeln. Die Biester werden schnell ein wertvoller Bestandteil eures Teams und lassen sich durch zusätzliche Fähigkeiten ganz euren Wünschen anpassen. Mit ihrer Hilfe besiegt ihr fiese Bosse, sammelt geheimnisvolle Artefakte und reist mittels der Chronosphären durch die Zeit, um eure Schwester aus einer fernen Dimension zu retten. Wie sich die epische Geschichte entwickelt, bleibt hier ganz euch überlassen. Für Kurz- und Langzeitmotivation sollte somit gesorgt sein. Final Fantasy XIII-2 scheint somit nicht nur eine bloße Fortsetzung des Vorgängers zu werden, sondern der Final Fantasy Teil für die Xbox 360, auf den Fans und Neueinsteiger gleichermaßen hingefiebert haben.

„Episch, taktisch, offen inszeniert. Ein Final Fantasy, wie wir es lieben!“  

tompatiooh schrieb am 12.12.2011 19:59
tompatiooh (Gurk) - ne satte 9 verdient..melden

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