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Es gab mal eine Zeit, da waren Mechs so etwas wie der Inbegriff von Coolness. Die AT-AT und AT-ST-Kampfläufer aus Star Wars genossen Kultstatus, Kinder auf der ganzen Welt spielten begeistert mit den Transformers-Actionfiguren und das zockende Volk verehrte die Mechwarrior-Reihe und Titel wie Shattered Steel oder Shogo. Ja, das waren die 80er und 90er. Im Jahre 2010 bleiben davon höchstens noch die Transformers übrig, ansonsten gelten Mechs bestenfalls als Nischenprodukte. Aber vielleicht kann Front Mission Evolved den stapfenden Blechriesen zu neuem Ruhm verhelfen? |
Witzbold wider Willen Im ersten Moment mochten wir beinahe an die Wiederauferstehung der Metallmonster glauben. Im Intro gibt Front Mission Evolved ordentlich Gas. Krachende Explosionen stimmen auf ein Actionfeuerwerk der Güteklasse A ein. Die Ernüchterung folgt aber allzu bald. Zum einen tragen die kolossalen Kampfläufer den schwer ernst zu nehmenden Namen Wanzer, zum anderen hört die unfreiwillige Komik da noch nicht auf. In den Zwischensequenzen und Dialogen wird unglaublich dick aufgetragen, obwohl die Handlung eigentlich nur banale 08/15-Kost bietet. Dadurch bewegen sich die Figuren am Rande der Lächerlichkeit. Dabei begann alles so vielversprechend: Das New York des Jahres 2171 fällt einem Überraschungsangriff zum Opfer. Der Mechaniker Dylan Ramsey befindet sich währenddessen auf einem nahegelegenen Testgelände und probiert den Prototypen eines neuen Wanzers aus. Dieser Testlauf dient zugleich als Tutorial, um euch die Steuerung zu vermitteln. Anschließend erfährt der Held in spe vom Angriff auf die Metropole und hopst direkt los ins Gefecht. Was im ersten Moment etwas unglaubwürdig klingt, gewinnt an Sinn, sobald sich Dylans wahre Beweggründe offenbaren: Der Vater des Protagonisten befindet sich noch in der Stadt. |
Drama, Baby! Die Verteidigung der Stadt und Rettung des gefährdeten Vaters stellt den Ersten von insgesamt fünf Akten der Geschichte dar. Zum Ende dieses Auftakts werdet ihr Zeuge der Ermordung eures virtuellen Daddys und tretet anschließend einem Armeebataillon bei, um diesen Gewaltakt zu rächen. Der grausame Angriff auf das futuristische New York provoziert eine Gegenoffensive und mündet so in einen offenen Krieg, an dem sich auch noch weitere Parteien beteiligen. Statt ordentlich charakterisierter und ausgearbeiteter Feindbilder schicken die Entwickler dabei abstrakte Staatenbünde in die Schlacht, die allesamt witzlose Abkürzungen wie U.C.S., O.C.U. oder D.H.Z. tragen. Durch die einfallslose Namensgebung fällt es in den wortreichen und inhaltsarmen Dialogen unnötig schwer, dem Kriegsverlauf zu folgen. Dadurch entwickelt sich leider auch überhaupt kein Zugehörigkeitsgefühl.
Den letzten Funken Emotion löschen schließlich die Zwischensequenzen. Die Charaktere triefen vor Klischees und sehen nicht gerade überragend aus. Wo die Entwickler zumindest einigen Aufwand in die Umsetzung der hübschen und offensichtlich in den Helden verknallten Mechanikerin steckten, da überzeugt besagter Heroe selbst kein wenig. Der Krieger wider Willen besitzt die beiden Gesichtsausdrücke „Jetzt bin ich aber voll sauer“ und „Jetzt blick ich gar nichts mehr“, die manchmal auf die Situation passen, meistens aber eher nicht. Außerdem strahlt dieser Ben Affleck für Arme den von der Handlung diktierten Rachedurst und Kampfeswillen in etwa so sehr aus wie ein Pudel oder ein Huhn oder irgendetwas noch viel Harmloseres. Ihr versteht, worauf wir hinaus wollen: Das passt alles nicht so recht zusammen.
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