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Guitar Hero Warriors of Rock - Testartikel

Autor
Henry Lai - MadD4mon
Erstellt am
23.09.10
Streetdate
24.09.2010
Spielgenre
Musik/Tanzspiel
Entwickler/Publisher
Activision
Kommentare
5
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Guitar Hero Warriors of Rock

Wer von euch kann noch alle Spiele zählen, die seit der ersten Ausgabe von Guitar Hero auf den Spielemarkt geworfen worden sind? Fans wissen: Es sind inzwischen über ein Dutzend Musikspiele, die im Grunde ihres Herzen nur ein Spielprinzip haben. Ihr spielt mit einem Plastikinstrument die Songs eurer Musik-Idole nach, sei es jetzt Van Halen, Metallica oder auch Santana. Die Songauswahl ist inzwischen riesig, doch am Ende kommt es nur darauf an, wie gut ihr mit eurer Gitarre oder eurem Schlagzeug umgehen könnt. Mit Guitar Hero: Warriors of Rock will Activision ein neues Element in die Serie einführen, nämlich eine spannende Hintergrundgeschichte in einem Setting ähnlich dem von Brütal Legend. Solltet ihr euch also erneut zum Gitarrenhelden aufschwingen oder ist die eierlegende Wollmilchsau, die die Serie inzwischen geworden ist, endgültig ausgemolken?
Der Herr sagte: „Es werde Rock“ – und es war gut
Lange, wehende Haare und Mittelalterklamotten vertragen sich gut mit Metal Musik. Das hat in letztem Jahr bereits Tim Schafers Brütal Legend bewiesen, das mit seinem ungewöhnlichen und musikalisch angehauchtem Thema viele Metal-Fans auf der ganzen Welt betörte. Der Musik eine spannende Geschichte zu verpassen, so lautete auch die Aufgabe der Entwickler. Anstatt euch einfach einen Song nach dem anderen vorzulegen, den ihr so gut wie möglich nachspielen sollt, präsentiert euch Activision eine mehrstündige Kampagne, in deren Verlauf ihr die bösartige Bestie, die Geißel des Rocks, vernichten sollt. Doch das geht nicht alleine, dazu braucht ihr die Hilfe von acht Rock-Kriegern, die überall in der Welt verteilt sind. Diese aufzuspüren und für eure Sache zu rekrutieren ist eines eurer Ziele. Weiterhin müsst ihr aber noch die Gitarre des Halbgotts des Rocks finden, denn nur mit ihr habt ihr überhaupt eine Chance gegen euren übermächtigen Gegner. Jeder Krieger hat außerdem noch eine ganz spezielle Fähigkeit. So kann die hübsche Kriegerbraut Pandora etwa dafür sorgen, dass sich euer Multiplikator bei aktivierter Starpower nicht nur verdoppelt sondern verdreifacht. Schafft ihr es außerdem, sie weiterzuentwickeln, indem ihr genügend Sterne in ihrer Songliste erspielt, erhaltet ihr sogar einen Sechsfach-Multiplikator. Casey Linch, die manche von euch vielleicht noch aus früheren Teilen der Serie kennen, versorgt euch hingegen mit einem nützlichen Schild gegen Fehler. Denn selbst dem besten Gitarristen kann ab und an ein Fehler unterlaufen und die ganze schöne Notenserie wäre dann zunichte gemacht. Mit ihrer Spezialfähigkeit dürft ihr euch allerdings einen Fauxpas leisten, ohne gleich euren Lauf zu verlieren.

Um alles zusammenzufassen: Fantastisches Metal-Thema? Check. Hintergrundgeschichte, die zum Spielen einlädt? Check. Einbindung von Bonusfähigkeiten bei den Charakteren? Check. Doch irgendwie mag nicht alles zusammen passen. Auch wenn am Ende der Kampagne Teamarbeit großgeschrieben werden muss, kommt nur selten bis gar nicht das Gefühl auf, dass es tatsächlich an euch liegt, um die Welt des Rock zu retten. Und auch rekrutieren eurer Kriegskameraden folgt einem bekannten Prinzip: Spielt Songs, um genügend Sterne zu sammeln, schaut euch die kurzen Zwischensequenzen der Charaktere an, spielt einen weiteren Zusatzsong. Weiter geht es dann mit dem nächsten Krieger. Fans, und an die ist das Spiel nämlich gerichtet, werden sich daran nicht weiter stören, doch die versprochene, spannende Geschichte bleibt irgendwie auf der Strecke. Lediglich die Spezialfähigkeiten sind eine nette Abwechslung und machen die anspruchsvolle Songauswahl etwas leichter.
Alles beim Alten und doch etwas Neues
Spielerisch ändert sich bei Guitar Hero: Warriors of Rock kaum etwas. Wieso auch? Inzwischen hat Activision eine sehr gute Spielmechanik entwickelt, da wäre es fatal und idiotisch noch etwas daran zu ändern. Spielt ihr die Gitarre oder den Bass, so drückt ihr die Taste entsprechend zu der ersten Note, die auf eurem Noten-Highway auf euch zu fährt. Zum richtigen Zeitpunkt müsst ihr dann noch die Anschlagtaste drücken. Beim Schlagzeug malträtiert ihr mit den Holzsticks einfach darauf los und das Singen erklärt sich eigentlich von selbst. Wie immer könnt ihr zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Neuling ist als Anfängermodus gedacht, von dem aber selbst die blutigsten Anfänger gelangweilt werden und dementsprechend in den nächsthöheren Gang schalten. Wer auf Profi spielen kann, der kann sich getrost auch als einen bezeichnen – zumindest an der Plastikgitarre. Denn in diesem Schwierigkeitsgrad wird euch alles abverlangt. Aber wenn ihr am Ende eines besonders schweren Solos noch steht und euer Multiplikator vielleicht sogar eine große, lilafarbene Vier zeigt, dann dürft ihr durchaus stolz auf euch sein.

Im Gegensatz zum Vorgänger, Guitar Hero 5, hat sich allerdings die Songauswahl stark verändert. War Activions damals noch bemüht, eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen und viele verschiedene Songs aus verschiedenen Genres anzubieten, gibt es jetzt eine klare Richtung: Rock! Metal, Alternative, Indie... fast alle Sparten sind vertreten und wissen zu begeistern. Kleine Beispiele gefällig? Die britische Band Muse gibt sich mit Uprising die Ehren, die legendäre Seven Nation Army von den White Stripes befindet sich genauso auf der Disk wie Fury of the Storm von Dragonforce. Und auch Megadeth gibt sich gleich mit mehreren Songs die Ehre. Einer davon wurde sogar exklusiv für das Spiel geschrieben. Wer allerdings keinen Rock mag, der wird mit Guitar Hero: Warriors of Rock nicht glücklich.

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