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Halo: Kampf um die Zukunft Anniversary - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
14.11.11
Streetdate
15.11.2011
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
343 Industries / Microsoft
Kommentare
11
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Das Remake des Xbox Launch Titels Halo Kampf um die Zukunft im Test

Eine Ode an die Fans, die Neuauflage eines Meisterwerks, ein Tribut für zehn Jahre Treue – Die Erwartungen an die Entwickler von Halo: Anniversary waren groß, ein Spiel zu schaffen, das es wert ist als Remake des preisgekrönten ersten Halo Teils zu gelten. Doch können Microsoft und 343 Industries in die Fußstapfen von Bungie treten und mit Halo: Anniversary dem Flair des ersten Teils gerecht werden und sowohl eingefleischte Anhänger, die den ersten Teil noch in guter Erinnerung haben, als auch neue Fans der Serie, die Halo nur von Erzählungen kennen, zufriedenstellen? Wir konnten den fertigen Titel bereits einige Tage vor Release testen und haben die Kampagne über das Wochenende in einigen Nachtsession endlich wieder einmal ausgiebig durchgespielt. In unserem Testbericht lest ihr jetzt, ob es sich bei Halo: Anniversary um ein Geschenk an die Fans oder den müden Abklatsch eines Klassikers handelt!

Bevor wir mit unserem Testbericht beginnen, möchten wir euch noch darauf hinweisen, dass dies kein gewöhnlicher Test ist, sondern sich hauptsächlich damit beschäftigt Halo: Anniversary mit dem alten Halo von 2001 zu vergleichen. Wer einen ausführlichen Testbericht zu den Details der Kampagne, dem Spielablauf, der künstlichen Intelligenz und den Waffen erwartet, sollte ergänzend hier unseren alten Testbericht zu Halo für die Xbox lesen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Spieletester oder die Redaktion.

Es bleibt wie es war

Viele Anhänger der Halo Reihe hatten im Vorfeld Angst 343 Industries würde die Kampagne verändern, neue Abschnitte schaffen und somit vom ursprünglichen Verlauf der Geschichte abweichen. Nichts davon ist geschehen. Das Spiel beginnt, wie schon sein Vorgänger, mit dem Angriff der Allianz auf den Planten Reach, mit dessen Verteidigung ihr euch im neuesten Halo Teil beschäftigen durftet. Selbst die Filmsequenzen sind, wenn auch neu gerendert und aufpoliert, meist identisch mit den bereits bekannten aus dem Halo von 2001. Lustigerweise könnt ihr nicht nur zwischen der alten und neuen Grafik im Spiel umschalten, dies wirkt sich auch auf die Zwischensequenzen aus, die je nach Wahl, in der neuen Grafik glänzen oder die Nostalgiker unter euch bedienen.

Schon der Startbildschirm ist eine eins zu eins Umsetzung des klassischen Halo und lässt euch auf eine riesige, grafisch aufpolierte Darstellung der Ringwelt blicken. Dieser Grundsatz alles beim Alten zu lassen zieht sich durch das ganze Spiel. Fans der Serie, die den ersten Teil von 2001 noch gespielt haben, werden trotz der besseren Grafik nahezu jede Einstellung im Spiel wieder erkennen. Das macht Laune und ließ uns während des Tests in alten Erinnerungen schwelgen. Einzig in der Pillar of Autumn und im Level 343 GuiltySpark hatten wir den Eindruck, dass einige Stellen wie die Architektur des Schiffes oder die Brutstätte der Flood leicht verändert wurden, aber wer kann das nach nunmehr zehn Jahren wirklich mit Gewissheit sagen? Zudem liegen in der Kampagne nun mehr Powerups und Unsichtbarkeitswürfel herum, die besonders vor schweren Kämpfen eure Schilde überladen oder euch für den Feind verschwinden lassen. Störend ist das aber eigentlich nicht, auch wenn es in den höheren Schwierigkeitsgraden einige der sehr schweren Kämpfe vereinfacht.

Auch die Geschichte bleibt wie gehabt: Erneut verschlägt es euch bei der Flucht von Reach zur von der Allianz besetzten ersten Ringwelt, genannt Halo. Dort angekommen müsst ihr euch ein weiteres Mal mit fanatischen Eliten, halb toten Monstern und verrückten Wächtern herumschlagen und die Vernichtung allen Lebens im Universum verhindern. Wer erpicht darauf ist, trotzdem etwas mehr über den Konflikt zwischen der Allianz, den Menschen und der Flood zu erfahren, der kann sich auf die Suche nach den aus Halo 3 bekannten Terminals machen. Die Mal mehr, mal weniger gut versteckten Infoterminals zeigen euch bei Benutzung kurze Ausschnitte und Zwischensequenzen aus dem Leben des Illuminaten 343 Guilty Spark, die einen tieferen Einblick in das Halo Universum ermöglichen. Damit sind endlich die Zeiten vorbei, in denen ihr ellenlange Texte vorgesetzt bekommen habt. Ob lustige Abschnitte, in denen euch der Wächter von seinem einsamen Dasein berichtet, über Action geladene, bis hin zu melancholischen Stellen – die Infoterminals bringen leben in die eigentlich ja bereits bekannte Kampagne.

Sprachsteuerung mit Frustfaktor

Erstmals wollten Microsoft und 343 Industries auch Kinect in ihren Shooter einbauen. Wer den schwarzen Kasten sein Eigen nennen kann, der bekommt in Halo: Anniversary einen Vorgeschmack darauf, wie in einigen Jahren wohl die meisten Spiele ausgestattet sein werden. So dient Kinect im Spiel zwar lediglich als Mikrofonersatz, erlaubt es euch so aber eine Handvoll Befehle umzusetzen. Dabei hatten wir ein gemischtes Bild von der Sprachsteuerung, die es euch beispielsweise erlaubt schnell zwischen alter und neuer Grafik zu wechseln, ohne erst in das Menü zu gehen und das Ganze von Hand umzustellen. Aber auch Gegenstände und Gegner könnt ihr mit Hilfe von Kinect scannen und zu einer Bibliothek hinzufügen. Anfangs waren wir von diesem Element begeistert, nach einiger Zeit wird jedoch deutlich das hier noch Entwicklungspotenzial nach oben ist. Häufig nimmt die Sprachsteuerung eure Befehle nicht an oder setzt Befehle um, die es gar nicht gab. Seid ihr beispielsweise in einer Party und sprecht mit Freunden, fasst die Kinect Sprachsteuerung dies häufig als Befehle auf und wirft beispielsweise bei dem Wort „Marine“ eine Granate, obwohl der korrekte Befehl dafür „Granate werfen“ lautet.

Wir haben die Kinect Funktion deswegen nach kurzer Zeit deaktiviert, zumal sie sowieso nicht wirklich notwendig ist. Auf den unteren Schwierigkeitsgraden ist es ganz lustig und mitunter hilfreich, aber wer wirklich ernsthaft spielen will, dem bricht die logische leichte Verzögerung zwischen Befehl und Ausführung das Genick. Trotzdem ein nettes Gimmick das besonders Casual Gamern gefallen wird. Die Funktion zeigt was mittlerweile möglich ist und passt optimal zum kommenden Dashboard Update.

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