Nun ist Bungies Halo:Reach das letzte Werk der von ihnen erfolgreicher Halo-Serie. In diesem werden die Ereignisse gezeigt, die vor der erster Halo-Trilogie geschehen sind. Wenn ihr bereits das erste Halo Spiel gespielt habt, werdet ihr schon bereits wissen, dass der Planet Reach von der Allianz verglast wurde und sich dort kein Mensch mehr befinden kann. Aber schaut selbst wie es dazu gekommen ist.
Die Kampagne
Ihr schlüpft in die Rolle von Noble Six, ein Spartan-Soldat, der dem Noble Team beigetreten ist und den sechsten Soldat welcher verstorben ist ersetzt und das Team wieder vollständig gemacht hat. Diese Spezialeinheit des Militärs besteht aus sechs Spartan-Soldaten und muss gegen die Allianz kämpfen, die den Planeten angreifen. Im Verlauf der Kampagne geht ihr mindestens mit einem anderen Noble Mitglied vor. Einzelgänger-Kämpfe gibt es hiermit nicht. Je nachdem wie ihr vorgeht könnt ihr dies aber als Vorteil nutzen, falls ihr in Deckung müsst um euer Schild wieder aufladen zu lassen, kann solange euer Kollege die Feinde ablenken. Das heißt allerdings nicht, dass die KI der verbündeten die allerbeste ist. Vor allem Fahrzeuge können sie überhaupt nicht in Gefechten fahren, da sie beispielsweise einfach mitten im Feld stehen bleiben und ihr ein leichtes ziel für die Gegner seit. In diesem Fall übernimmt ihr besser das Steuer und erspart euch die Frust, die ansonsten an solchen Momenten vorkommen könnten. Ihr habt natürlich immer noch wie in den Vorgängern die Option, euch mit bis zu drei Freunden in Co-Op durch die Kampagne zu kämpfen, falls ihr euch solo nicht zurecht findet. Insgesamt ist die Kampagne abwechslungsreich aufgebaut. Ihr könnt viele verschiedene Gegenden und deren Atmosphäre bewundern und auch sich selbst wie im Krieg fühlen während ihr in Fahrzeugen aus der ferne Soldaten gegen die Allianz kämpfen beobachtet. In keinem einzigen Vorgänger hat Bungie das so gut hinbekommen wie hier. In einer Mission könnt ihr sogar selbst einen riesigen Schlachtschiff im Weltraum fliegen und feindliche Schiffe zerstören. Im letzen Teil dieser Weltraum Mission müsst ihr auf einer Corvette andocken. Auf der Corvette existiert aber kaum Schwerkraft und dies gibt euch eine ganz andere Erfahrung. Ebenfalls realistisch ist dort der Sound gemacht, denn im Weltraum könnt ihr Geräusche nicht wahrnehmen – höchstens etwas abgedämpft. Ein sehr guter Effekt! Der Schwierigkeitsgrad ist akzeptabel, solange man sich nicht über die Verbündete KI ärgert. Denn an manchen Stellen hättet ihr sicherlich lieber alleine gekämpft. Trotz dem ist dieses Spiel für die meisten schaffbar.
Die Story an sich ist allerdings etwas rau geworden. Denn ihr könnt euch nämlich denken, wie der Verlauf und das Ende der Kampagne aussehen wird. Einen kaputten Helm auf der Erde eurer Spielfigur werdet ihr zu Beginn des Spiels sehen und dies hat es alles verraten. Leider ist die Spannung dementsprechend sehr gering. Schade eigentlich, denn in Halo3 war sie nämlich hervorragend und ihr hattet dort viel mehr erlebt gehabt. Dennoch sollte dies euch nicht abschrecken, denn die Fans unter euch werden Dinge entdecken, die ihr noch nie zuvor gewusst habt. Ihr könnt euch ruhig auch erst mal das Spiel ausleihen und euch selbst alles mit eigenen Augen anschauen, denn die Kampagne des Spiels bekommt ihr sehr schnell durch. Wie in Halo3 gibt es in Reach auch neun Missionen.
Neben der Kampagne gibt es aus Halo3: ODST das bekannte Feuergefecht. Bei diesem seit ihr an einer Basis, die ihr vor der Allianz verteidigen müsst. Die Feinde kommen in mehreren Wellen. Je mehr Wellen ihr überstanden habt, desto stärkere Gegner werden bei den nächsten auftauchen. Ihr werdet also am Anfang nur mit den kleinen Grunts zu tun haben. Und nach jeder Welle können Eliten, Brutes oder sogar Hunter aufkreuzen. Ebenfalls werden sie nach abgeschlossenen Wellen bessere Waffen besitzen und werden euch das Leben schwer machen. Je nachdem wie das Spiel eingestellt wurde, gibt es eine Zeitlimit, müsst eine bestimmte Anzahl an Wellen überstehen oder kämpft bis eure Leben verbraucht sind. Feuergefecht könnt ihr mit bis zu drei weiteren Mitspielern im Co-Op spielen.
Was ist neu?
Zu neuen Features in Halo:Reach gehören beispielsweise neue Waffen, wie den Granatenwerfer. Auch das Sturmgewehr schießt sich ganz anders als in den Vorgängern. Ebenso wie die DMR ist eine ganz andere Präzisionswaffe als in Halo3. Wer von euch die vorigen teile gespielt hat, wird eventuell sogar enttäuscht feststellen, dass ihr nicht mehr mit zwei Waffen gleichzeitig schießen könnt. Einige von euch finden das aber besser so, da das Schießen mit zwei Waffen gleichzeitig seit Halo2 eher merkwürdig vor kam und man wieder lieber wieder nur mit einer Waffe schießen könnt. Die Fans unter euch werden die klassische Magnum Pistole aus Halo:CE bemerken. Neben Waffen könnt ihr eure Rüstungsfähigkeit benutzen. Diese Fähigkeit ist ebenfalls neu in Reach. Damit könnt ihr vorübergehend sprinten oder ein Hologramm von euch zu einem Ziel laufen lassen. Jetpack und Panzerungsschild gibt es ebenfalls. Ihr könnt euch allerdings nur eine der Fähigkeiten aussuchen. Manche Gegner benutzen selbst eigene Rüstungsfähigkeiten und können Angriffen ausweichen oder unsichtbar sein.
Damit ihr alles gut bedienen könnt, hat Bungie die Steuerung verändert. Wenn ihr zuvor viel Halo3 gespielt habt kann es vorkommen, dass ihr die falschen Tasten drückt. Wenn einer von euch also nachladen wollte, hat in Halo3 RB gedrückt, in Reach ist allerdings RB Nahkampfschlag und mit X hättet ihr nachgeladen. Es besteht leider auch keine Möglichkeit die klassische Steuerung wie in Halo3 einzustellen. Es heißt aber nicht, dass die Steuerung schlecht ist. Denn nach einer kurzer Eingewöhnung ist diese für Halo optimal.
Alles dank neuer Engine
Aber wie kommt es nun dazu, dass Reach von den vorigen Spielen um einiges abweicht? Nun, Bungie hat nicht mehr die Halo:CE Engine verwendet und stattdessen in Reach alles neu entwickelt. Diese könnt ihr am besten in der Grafik selber bemerken. Die Texturen sind viel detailierter und die Umgebung wirkt ganz neuer als in Halo3, welche eine überarbeitete Halo1-Engine verwendet. Ebenso sind schönere Animationen der Spielfiguren bemerkbar. Beispielsweise wirken die Angriffe mit dem Partikelschwert viel fließender und nicht mehr so "steif". Auch gibt es Animationen bei Nahkampfangriffen, wenn ihr den Gegner von hinten schlägt: hierzu kommt eine Szene, die ihr von außen beobachten könnt wie ihr den Gegner packt, und dieser zur Strecke gebracht wird. Diese Animation kann sogar unterbrochen werden, falls ihr von einem anderen Gegner einen Kopfschuss oder starken Schaden fängt. Auch bemerkenswert sind die sehr realistischen Hitboxen. Das heißt, dass die Kugeln der Schüsse auf dem Modell der Figur landen müssen. Bei anderen Spielen kann man es oft beobachten, dass man die Gegner trifft, auch wenn man ein bisschen an ihm vorbei gezielt hat. In Reach hingegen könnt ihr merken, dass auch mal eine Rakete aus in der Ferne am Gegner durchfliegt. In diesem Fall ist die Rakete ganz knapp am Gegner zwischen den Beinen durchgeflogen. In den meisten Spielen würde dies aber trotz dem als Treffer gelten. Insgesamt ist die Engine in Reach perfekt. Es gäbe an dieser nichts auszusetzen und dürfte auch bei mehr Spielen so sein.
Am Sound hat sich im vergleich zu den Vorgängern fast gar nichts geändert. Wenn ihr Halo schon mal gespielt habt, werdet ihr feststellen, dass dieser sehr gut gelungen ist. Die deutsche Synchronisation ist bei jedem Teil sehr gut gemacht und der Soundtrack ist ein Meisterwerk.
Multiplayer
Kommen wir nun zu dem Teil, mit dem sich die meisten Halo Spieler beschäftigen – den Multiplayer. In Reach können mit bis zu 16 Spieler miteinander antreten. Im klassischen Showdown (Deathmatch) und dem Kampf um die Flagge können die Spiele ausgetragen werden. Die Liste mit den verschiedenen Spielmodis ist riesig. Denn ihr müsst nicht nur die ganze Zeit ernsthaft spielen und nur auf die Kills achten. Bungie hört gerne auf die Community und lässt die Spieler mehr machen als nur ein üblicher Shooter. Beispielsweise könnt ihr einen Zombie Modus, in dem ein Team die Zombies sind und das andere diei überlebende. Oder im Oddball spielt ihr 4gg4 und müsst die Bombe in der Mitte des rechteckigen Spielfeldes nehmen und ins „Tor“ des Gegnerteams ablegen. Man könnte noch mehr Spielmodis nennen, aber es würde ewig weitergehen, denn ihr selber könnt auch eigene Spielmodis erstellen und mit Freunden online teilen. Ihr könnt selbst ein eigenes benutzerdefiniertes Spiel mit eigenen Einstellungen für Waffen, oder Schwerkraft und jede mögliche Kleinigkeit einstellen. Benutzerdefinierten Spielen können allerdings nur von Freunden beigetreten werden oder Spielern, denen ihr eine Einladung geschickt habt. Ansonsten könnt ihr von fertig vorgewählten Spielmodis und Vorgaben in der Spielersuchen nach Matches mit Fremden suchen. Das System der Spielersuche bleibt genauso gut wie in Halo3, denn ihr könnt selbst auswählen, welche Spieler ihr am liebsten finden mögt. Sei es ihr wollt mit jemanden Spielen, dessen Können ähnlich ist, oder dieselbe Sprache spricht und gute Verbindung hat. Zudem habt ihr vor dem Spielbeginn die Chance auf eine von drei vorgeschlagenen Spielmodis mit der jeweiligen Karte abzustimmen. Ranglistenspiele werdet ihr leider in Reach nicht mehr finden, was allerdings nicht allzu tragisch ist. Denn als Alternative wird „Die Arena“ geboten in dem dort eure Punktzahl mit anderen Spielern verglichen wird und ihr in fünf verschiedene Divisionen eingeteilt werdet. Nach jedem abgeschlossenem Match in der Spielersuche bekommt ihr für eure erbrachten Leistungen Credits, mit denen ihr in eurer Waffenkammer neue Rüstungsteile kaufen könnt. Neben Rüstungsteilen könnt ihr wie in Halo3 Farben und Embleme für euren Spartan verändern. Damit ihr schneller Credits verdienen könnt, gibt es jeden Tag vier Herausforderungen und pro Woche eine wöchentliche. Dort gibt es bestimmte Ziele, die ihr erreichen müsst zum Beispiel 50 Gegner in der Spielersuche töten. Je nach Schwierigkeit der Herausforderung könnt ihr mehr Credits abstauben.
Mittlerweile arbeitet Bungie für Microsoft nicht mehr und gibt somit Halo an 343 Industries ab. Bisher sind von ihnen zwei Map Packs erschienen. Diese beinhalten Karten mit ganz neu gestalteten Landschaften und sind gut gelungen. Die beiden Packs können für jeweils für 800 Microsoft Points erwerben, um eure Kartenliste zu vergrößern. Wenn ihr allerdings nicht viel Reach spielen werdet, könnt ihr aber auch ohne diese ruhig weiter spielen und für diesen Preis es sich nicht lohnen würde.
Besondere Funktionen wie im Vorgänger
In Reach gibt es wie in Halo3 die beliebte Schmiede. In der könnt ihr alle vorhanden Multiplayer-Karten verändern indem ihr alle mögliche Gegenstände an beliebigen Positionen platzieren könnt. In der Schmiedewelt wurden somit viele neue Karten erschaffen, da die Landschaften der eigentlicher Karte gar nicht mehr zu sehen ist. Eure eigene Kartenvariationen könnt ihr im Filesharing mit Freunden teilen. Die beliebtesten Karten der Community könnt ihr sogar in der Spielersuche finden.
Das einzigartige von Halo3 gibt es ebenfalls in Reach - Das Kino. Dort könnt ihr von euren zuletzt gespielten Spielen die Wiederholung anschauen und dabei eure eigene Perspektive verlassen und euch frei in der Karte umschauen und sehen, wo die Gegner waren und was sie getrieben haben. Zudem könnt ihr einzelne Momente ausschneiden und damit ein Video erstellen und auf das Filesharing hochladen.
Reach Extras außerhalb des Spiels
OK, jetzt habt ihr hier ein paar mal das Filesharing gelesen, aber wisst ihr auch alle was es auf sich hat? Nun, das Filesharing ist ein Feature, welches euch ein Speicherplatz im Netz für eure erstellten Karten- und Spiekvariationen sowie Screenshots und Videos bietet. Alle eure Freunde können sich diese Dateien herunterladen und ggf. selbst verändern. Dies hat allerdings eine Limit: ihr könnt höchstens 5 Dateien mit insgesamt 100MB hochladen.
Ein weiteres Extra ist Halo Waypoint - ein Portal von 343 Industries, welches eure Reach Statistiken und News über alles, was mit Halo zu tun hat. Dort findet ihr neben News die beliebtesten Videos, insbesondere die Serie „Red vs Blue“ (sogar mit deutschen Untertiteln, für die, die nicht viel englisch verstehen!). In Waypoint werden ansonsten eure bisher erspielten Erfolge in allen Halo Spielen zusammengezählt. Bei bestimmten Erfolgen könnt ihr dadurch spezielle Rüstungsteile in Reach freischalten.
Fazit:
Insgesamt ist Halo: Reach sehr gut gelungen und bietet gerade für Online Spieler eine Menge. Wer nur offline Spielt, sollte sich nicht bei der kurzer Kampagne zu viel erhoffen (es war aber schon immer so bei Halo). Ihr könnt mit bis zu vier Freunden an einer Konsole im Splitscreen und zusätzlich auch mit ihnen auf Xbox Live spielen und bietet euch eine menge Spaß. Halo:Reach sollte jeder von euch wenigstens mal gespielt haben, denn dieses einzigartiges Spiel ist eines der besten Shooter.
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