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Hour of Victory - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
23.07.07
Streetdate
29.06.2007
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Nfusion Interactive / Midway
Kommentare
4
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Hour of Victory Review

Der Zweite Weltkrieg: seit den frühen Tagen der Computer- und Videospielegeschichte immer wieder ein beliebtes Szenario für diverse Spiele, hauptsächlich Ego-Shooter und Echtzeitstrategie.
 
Ganz besonders in den letzten zehn Jahren, genauer gesagt seit der Veröffentlichung von "Medal of Honor" für die PlayStation und "Medal of Honor: Allied Assault" (inklusive einer spektakulären D-Day Inszenierung) für den PC werden wir jedoch geradezu überschwemmt mit derartigen Titeln.
Die "Call of Duty"-Reihe stellt hier eine löbliche und besonders gut inszenierte Ausnahme dar, die "Medal of Honor"-Reihe jedoch flaut mit jedem Ableger immer mehr ab und bietet nichts neues außer einer patriotischen Ein-Mann-Armee auf immer neuen Schlachtfeldern des zweiten Weltkrieges.
 
Nun, da "Call of Duty" mit Teil vier in der Gegenwart ankommt und auch sonst der Fokus anderer Kriegstitel zunächst über den Vietnamkrieg mehr und mehr auf aktuelle Kriegsszenarien schwenkt, schickt sich neben dem kommenden "Medal of Honor: Airborne" Midways "Hour of Victory" an, das Herz von Ego-Shooter Fans und WWII-Interessierten noch einmal mit dem wohlbekannten Szenario für sich zu begeistern.
 
Ob den Jungs und Mädels bei Midway und Entwickler NFusion dies gelungen ist lest ihr im folgenden Review!
Aller guten Dinge sind drei
Der Hintergrund eurer Mission in "Hour of Victory" ist schnell erklärt: die Allierten haben herausgefunden, dass die Deutschen mit dem Bau einer Atombombe begonnen haben und schicken sogleich drei ihrer besten Elitesoldaten aus um Informationen über das Vorhaben zu sammeln und natürlich um die Fertigstellung einer Atombombe aus deutscher Hand zu verhindern.
 
Das Hauptmenü bietet euch die üblichen Auswahlmöglichkeiten: der Menüpunkt "Neue Kampagne" lässt euch, nach Auswahl des gewünschten Schwierigkeitsgrades, in die Haut einer der drei Soldaten schlüpfen um den Deutschen die atomare Suppe zu versalzen. "Kampagne fortsetzen" lässt euch am zuletzt gespeicherten Punkt wieder in das Abenteuer einsteigen und "Mission laden" bietet euch die Möglichkeit, eine beliebige Mission erneut von Anfang an zu spielen.
Der Punkt "Multiplayer" lässt euch über Xbox Live in hitzige Onlinegefechte mit und gegen andere menschliche Spieler eintauchen, unter "Erfolge" könnt ihr eure bereits frei gespielten und noch ausstehenden Erfolge betrachten. In den "Optionen" könnt ihr übliche Parameter wie automatisches Zielen, Vibration, Fadenkreuz und so weiter euren Vorlieben anpassen. Der letzte Menüpunkt "Extras" bietet euch eine Liste der an der Entwicklung beteiligten Personen.
Das Gameplay
Eure Protagonisten rennen mithilfe des linken Sticks in die aktuelle Blickrichtung, mit einem Druck auf selbigen duckt ihr euch. Der rechte Stick ermöglicht euch eure Blickrichtung zu justieren beziehungsweise eure Gegner anzuvisieren, dies ist jedoch in der Praxis extrem hakelig und ungenau. Bei einem Druck auf den rechten Stick wechselt ihr in den Zielmodus.
Das D-Pad lässt euch mit Oben und Unten durch euer Waffenarsenal blättern, links und rechts beugt euer Alter Ego in die entsprechende Richtung. Sehr nützlich an Häuserecken und ähnlichem.
 
Ein Druck auf den linken Bumper bei gleichzeitiger Vorwärtsbewegung mit dem linken Stick sorgt für einen ordentlichen Sprint, welcher allerdings mit einer Ausdaueranzeige am unteren Bildschirmrand verbunden ist und steht somit nicht unbegrenzt zur Verfügung. Mit dem rechten Bumper führt ihr einen Nahkampfangriff aus und so könnt ihr euren Widersachern ordentlich die Kauleiste polieren. Der linke Trigger löst einen Granatenwurf aus, der rechte Trigger dient zum abfeuern eurer aktuell gewählten Waffe.
 
Springen oder euch aus der Hocke aufrichten könnt ihr mithilfe der A-Taste, ducken mit der B-Taste. Einmal auf die X-Taste gedrückt und schon landet ein frisches Magazin in eurem Schießprügel, haltet ihr dieselbe Taste jedoch gedrückt könnt ihr an bestimmten Stellen besondere Aktionen durchführen, wie zum Beispiel einen Funkspruch absenden oder einen Stacheldracht durchschneiden. Die Y-Taste lässt euch zwischen euren aktuell verfügbaren Waffen (maximal zwei) wechseln.
Das HUD bietet euch die üblichen Informationen wie Gesundheit, Ausdauer (wichtig für das Sprinten), aktuell verfügbare Waffen und deren Munitionsvorrat, einen Kompass/Radar mit Markierung von Freund, Feind und nächstem Missionsziel sowie einen Indikator in Form eines roten Pfeils um euch zu signalisieren aus welcher Richtung ihr beschossen werdet.
 
Nun zum eigentlichen Spielablauf. Dieser gestaltet sich prinzipiell wie jeder andere Weltkriegsshooter auch. Ihr lauft durch diverse Szenarien des Krieges, die Missionen sind noch dazu streng linear aufgebaut, und erfüllt die üblichen Missionsziele wie "Halte die Feinde auf", "Verteidige die Basis", "Stürme die Front" und so weiter und so fort.
Nichts aufregendes also und wer schon einmal einen derartigen Shooter gespielt hat, der weiß, was auf einen zu kommt.
 
Das mehr oder weniger Besondere an "Hour of Victory" ist, dass ihr vor jeder Mission die Wahl zwischen den drei Elitesoldaten (Taggert, Ross und Blackbull) habt.
Taggert ist der im verdeckt arbeitende Zeitgenosse, welcher sich über Schleichwege auf dem Schlachtfeld voran bewegt und seine Gegner vornehmlich aus dem Hinterhalt erledigt.
Ross ist der harte Kerl, welcher mehr als die anderen verträgt und sich rabiat durchballert. Außerdem kann er schwere Objekte verschieben.
Zuletzt sei Blackbull genannt, er ist der Scharfschütze, welcher erhöhte Positionen erklimmen kann und von dort aus Gegner gezielt ausschalten kann.
Das hört sich zunächst innovativ und aufregend an, in der Praxis gestaltet sich das jedoch als wenig abwechslungsreich. Die drei verschiedenen Wege innerhalb der Missionen liegen immer nah beieinander und letztendlich folgt ihr immer demselben Pfad. Mit Ross und Blackbull ballert ihr euch sowieso hauptsächlich durch die feindlichen Linien, lediglich Taggert sorgt mit seinen Schleichwegen und hinterhältigen Angriffen für ein wenig Esprít.
 
Das Leveldesign ist sehr durchwachsen, teils recht gut gelungen und teils einfach nur grottig. Manchmal bekommt man das Gefühl, dass den Entwicklern entweder die Zeit, die Lust oder gar beides davon gelaufen ist. Immerhin dürft ihr zwischendrin auch mal Platz in einem Gefährt wie einem Panzer nehmen und damit die Gegner ordentlich aufs Korn nehmen.
Wo wir schon beim Stichwort "Gegner" wären: diese spawnen teilweise mitten im Level, so dass ihr es direkt mitbekommt wie sie einfach "reinplumpsen", was nicht gerade die Atmosphäre fördert und unprofessionell aussieht. Oft kam es auch vor, dass diese direkt hinter euch spawnen, sofort das Feuer eröffnen und ihr Tod seit bevor ihr überhaupt erahnen könnt was Sache ist.
 
Prinzipiell wollte bei mir während des Reviews einfach keine solch packende, mitreißende und intensive Atmosphäre wie bei "Call of Duty" aufkommen. Das Spiel schafft es durch zahlreiche Designschnitzer einfach nicht diese Stimmung aufzubauen.
Die Story ist hierfür zu einfallslos und teils unerträglich patriotisch und klischeebehaftet.
Zuletzt sei angemerkt, dass die Spielerfahrung teils durch kleinere Bugs zusätzlich getrübt wird, auch wenn diese keine spielentscheidene Wirkung haben.
Die Präsentation
Die Unreal Engine 3. Ein mächtiges Instrument für Entwickler, welche zu hervorragenden Leistungen imstande ist, wie es beispielsweise schon "Rainbow Six: Vegas" oder gar der Xbox Live Arcade-Titel "RoboBlitz" bewiesen haben, aber auch kommende Titel wie "John Woos Stranglehold" oder, natürlich, "Unreal Tournament III" zeigen zu welchen Höchstleistungen die Engine imstande ist.
Warum aber "Hour of Victory" hier negativ aus der Bresche schlägt und dem verwöhnten Spielerauge allerhöchstens gewohnte Hausmannskost bietet will sich mir nicht so recht erschließen.
Manche Szenarien wurden optisch jedoch ganz nett in Szene gesetzt, einige andere jedoch wirken einfach nur lieblos und schnell zusammen geschustert. Die Charaktermodelle und Animationen sind in Ordnung, aber kein Meilenstein. Die Texturen glänzen jedoch durch hohe Auflösung und viele Details.
 
Soundtechnisch bietet das Spiel jedoch einiges fürs Ohr, überall rumst und knallt es, fliegen euch die Kugeln um die Ohren, ihr hört Schüsse aus der Ferne, Flugzeuge über euren Köpfen hinwegzischen und hektisches Kampfgeschrei. Mit einer 5.1 Anlage kommt das noch besser zur Geltung, so mitreißend wie ein "Call of Duty 3" ist es leider aber noch lange nicht. Sprachausgabe und Soundeffekte wurden moderat umgesetzt und stellen allenfalls Genrestandard dar.
Xbox Live
Inhalte zum Herunterladen gibt es leider keine, jedoch dafür einen ordentlichen Multiplayermodus für bis zu zwölf Spieler über System Link oder Xbox Live. Auf Seiten der Allierten oder der Achsenmächte bekriegt ihr euch auf solide designten Karten in den üblichen Modi "Team Deathmatch" und "Capture the Flag". Ein weiterer Modus ist "Verwüstung", in welchem es für beide Teams darum geht eine versteckte Bombe zu finden und anschließend drei Ziele nacheinander zu zerstören.
Im Großen und Ganzen ist der Multiplayermodus eine nette Dreingabe, welche auch längerfristig motivieren kann, aber ein Highlight im Genre dürft ihr nicht erwarten.
Fazit
"Hour of Victory" ist nach den eigentlich recht hohen Erwartungen leider nur ein weiterer WWII Ego-Shooter geworden. Technisch sowie inhaltlich kann der Titel einfach nicht vollends überzeugen und so wird man zwar für ein paar Stunden ganz nett unterhalten, wenn man sich ohne nachdenken zu müssen durch die gegnerischen Horden ballert, danach jedoch wird das Spiel wohl in eurem Regal verstauben.
Wer sich die Wartezeit auf "Medal of Honor: Airborne" oder "Call of Duty 4: Modern Warfare" vertreiben möchte, der kann beherzt zugreifen, alle anderen sollten vielleicht erstmal die Demo auf dem Xbox Live Marktplatz probe spielen.
Pro
  • drei verschiedene spielbare Charaktere...
  • ...und somit drei unterschiedliche Herangehensweisen
Kontra
  • technisch unausgereift
  • abwechslungsarm
  • CoD und MoH bieten dasselbe, nur besser
  • Spielweise der drei Charaktere unterscheidet sich kaum
Einzelspieler
6.0
Mehrspieler offline
-
Xbox LIVE Mehrspieler
6.5
Steuerung und Gameplay
7.2
Grafik und Präsentation
7.5
Sound, Musik und Special FX
8.0
Sprachausgabe
englisch
Bildschirmtexte
deutsch
Zensur
Nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 18 Jahren

Xboxdynasty Gesamtbewertung



6.4


keine Auszeichnung


Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

Furious Taz schrieb am 06.12.2007 16:08
Furious Taz () - Undergroundso viele Bugs und fehler hat das game. Ganz schlechtes game.melden
PhrequenCee schrieb am 27.10.2007 22:05
PhrequenCee (Hamburg) - UndergroundDas Spiel ist grottenschlecht. Wie man in der heuigen Zeit noch einen solchen Titel releasen kann - keine Ahnung... Finger weg!melden
T100DZ schrieb am 06.08.2007 14:13
T100DZ (Duisburg) - RecreationIch hab es mal probegespielt und es mir ausgeliehen, also wenn man CoD gespielt hat, ist man besseres gewöhnt. Mit der Steuerung kam ich nicht so doll klar, hatte immer das gefühl das nach zwei Schuß das Magazin leer ist.melden

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