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Mass Effect 2

Autor
xd305
Erstellt am
05.04.2010
Streetdate
28.01.2010
Gametyp
Rollenspiel
Entwickler
BioWare
Publisher
Electronic Arts
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755

User Artikel Mass Effect 2

Im Januar 2010 bescherte die kanadische Softwareschmiede Bioware den Xbox- und PC-Zockern den Nachfolger zu ihrem Action-Rollenspiel-Hit „Mass Effect“. Bei Fans des Genres, insbesondere natürlich bei Spielern des ersten Teils, waren die Erwartungen groß. Doch hat es Bioware, trotz der vielen angekündigten Änderungen, geschafft, das Niveau des Vorgängers zu halten oder sogar zu Übertreffen? In diesem Bericht werdet ihr es erfahren.

In „Mass Effect 2“, welches circa 2 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils spielt, übernehmt ihr erneut die Rolle von Commander Shepard, dessen Raumschiff gleich zu Beginn des Spiels von unbekannten Feinden zerstört wird. Bei dem Versuch, sich und seinen Piloten Joker aus dem zerstörten Schiff zu retten, wird Shepard ins All gesogen und stirbt. Damit endet die Intro-Sequenz...

Doch keine Sorge. Das ist nicht das Ende des größten Helden der Galaxie. Denn dieser wird in den folgenden 2 Jahren von der Pro-Humanen Organisation „Cerberus“ wieder zusammengesetzt, mit einigen technischen Upgrades ausgestattet und wiederbelebt, was zum Teil in einer beeindruckenden Zwischen-Sequenz gezeigt wird.
Bei dieser Gelegenheit könnt ihr Shepard individuell anpassen, um so euren persönlichen Haupt-Charakter zu erstellen oder, falls ihr bereits Spielstände aus dem ersten Teil besitzt, sogar einen bestehenden Charakter, samt Hintergrundgeschichte, Aussehen und getroffenen Entscheidungen und Klasse, ins Spiel importieren. Die richtige Klasse zu wählen, ist in Mass Effect 2 sehr wichtig, da man je nach Klasse, aufgrund der verschiedenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten, eine andere Taktik braucht, um zu überleben. Es gibt 6 verschiedene Klassen zur Auswahl:

- Der Soldat
Soldaten können jeden Gegner mit ihrer puren Feuerkraft überwältigen. Sie sind als einzige Klasse in der Lage Sturmgewehre einzusetzen und sind meisterhaft im Umgang mit allen Waffen- und Munitionsarten. Durch den Einsatz der Adrenalinstoß-Fähigkeit, verlangsamen sie scheinbar die Zeit um sich herum, das verschafft ihnen wertvolle Augenblicke, um Gegner mit tödlicher Präzision zu beseitigen. Außerdem können sie in brenzligen Situationen den Betäubungsschuss einsetzen, um mehrere Gegner auszuschalten. 

- Der Experte (Biotiker)
Der Experte ist ein biotischer Spezialist, der Gegner mit purer biotischer Energie (durch Gedankenkraft erzeugte Kraftfelder; Telekinese) ausschalten und töten kann. Der Experte ist die einzige Klasse, die die Fähigkeit Singularität einsetzen kann, eine totbringende biotische Falle, von der mehrere Feinde gleichzeitig betroffen sein können. Wenn Gegner in Deckung sind, können Experten sie herausziehen und somit für einen tödlichen Folgeangriff verwundbar machen. Außerdem können Experten Feinde mit ihrer Werfen-Fähigkeit wegschleudern, wodurch Klippen und Vorsprünge zu tödlichen Örtlichkeiten werden. Sie verfügen zwar nicht über eine Kampfausbildung, sind aber die beste Klasse, wenn es darum geht, Feinde zu besiegen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. 

- Der Techniker
Techniker sind Tech-Spezialisten und die einzige Klasse die Kampfdrohnen auf dem Schlachtfeld einsetzen kann. Kampfdrohnen belästigen Feinde, locken sie aus der Deckung und ziehen das Feuer auf sich. Darüber hinaus können Techniker synthetische Gegner hacken und sie so zu mächtigen Verbündeten werden lassen. Durch den Einsatz von Tech-Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld, können Techniker erfolgreich aus schwierigen Kämpfen hervorgehen. Das Upgraden der Kampfdrohne lässt sie einen mächtigen Energiestrahl einsetzen oder zu einer tödlichen Bombe werden. Des weiteren verfügen Techniker über starke offensive Fähigkeiten, einschließlich Verbrennung und Überlastung.

- Der Infilitrator
Infiltratoren sind Tech- und Kampf-Spezialisten und die einzige Klasse, die in der Lage ist sich zu tarnen. Sie sind auf jede Entfernung tödlich, mit einer Vielzahl an Waffen, Ausrüstung und Fähigkeiten können sie die meisten Verteidigungen durchbrechen. Mit ihrer Ausbildung an Präzisionsgewehren können Infiltratoren Feinde aus sicherer Entfernung eliminieren. Zusätzlich können sie unterschiedliche Munitionsarten verwenden, um sowohl organische wie auch synthetische Gegner mit Leichtigkeit auszuschalten. In brenzligen Situationen können sie sich mit Hilfe ihrer taktischen Tarnung unsichtbar machen und so Gegnern ausweichen, bevor sie sich wieder in den Kampf begeben.  

- Der Wächter
Wächter sind einzigartig, sie bringen sowohl Tech- als auch Biotik-Fähigkeiten auf das Schlachtfeld mit. Sie sind vielseitig und immer passend für jede Situation ausgerüstet. Nach der Überlastung eines gegnerischen Schildes, haben Wächter keine Probleme damit, den Gegner mit ihren biotischen Fähigkeiten wegzuschleudern. Wenn es in Kämpfen mal zu heiß werden sollte, können sie einen Gegner mit Kryo-Strahl einfrieren und so kostbare Zeit gewinnen, um Feinde zu beseitigen oder Deckung zu finden. Wächter sind außerdem mit der fortschrittlichsten Tech-Panzerung ausgestattet, um auch in gefährlichen Situationen geschützt zu sein. Bei einer Überlastung entlädt sich das System und betäubt alle Feinde in unmittelbarer Nähe. 

- Der Frontkämpfer
Frontkämpfer sind mit einem Implantat ausgestattet, welches ihnen mächtige biotische Fähigkeiten verleiht. In Verbindung mit ihrem Waffentraining, werden sie so zu tödlichen Nahkämpfern. Frontkämpfer sind, dank der einzigartigen Fähigkeit Biotischer Sturmangriff, in der Lage, die Distanz zwischen ihnen und ihren Gegnern unverzüglich zu verringern. Durch die immense Ansammlung biotischer Energie können Frontkämpfer über Schluchten hinweg und durch Gegenstände hindurch auf Gegner zustürmen und diese durch einen Aufprall wegschleudern. Darüber hinaus können Frontkämpfer, mit der Fähigkeit Schockwelle, Feinde umwerfen und sie aus der Deckung jagen. Wenn sich Frontkämpfer in Schwierigkeiten befinden, können sie ihren biotischen Sturmangriff auch für eine schnelle Flucht nutzen, um sich in Sicherheit zu bringen.


Nach der Charaktererstellung geht es auch schon los: Ihr werdet von Miranda, die für eure „Wiedergeburt“ verantwortlich ist, geweckt, weil die Cerberus-Basis auf der ihr euch befindet, von durchgedrehten Kampfrobotern, sogenannten „Mechs“, angegriffen wird.
Also solltet ihr, ungeachtet der nicht verheilten Verletzungen, schnell aufstehen, Waffe und Munition (Ja, ihr habt richtig gehört! Munition!) suchen, da das Überhitzungs-feature aus dem Vorgänger durch begrenzte Munition in „Thermo-Magazinen“ ersetzt wurde, und euch ins Gefecht stürzen.

Im Laufe des Kampfes, der sich durch die Ganze Basis zieht, lernt ihr, neben dem umfangreichen Deckungssystem auch gleich noch eine Neuerung kennen: Die schweren Waffen.
In diesem Fall den Granatwerfer der, wie alle schweren Waffen, nur über sehr wenig Munition verfügt, dafür aber sehr effektiv ist. Ausgerüstet mit diesem netten Spielzeug, sollte es für euch ein Leichtes sein, eine größere Gruppe von Feinden gleichzeitig auszuschalten.
Nach dieser Aktion und dem Töten einiger weiterer Mechs, Trefft ihr, zusammen mit Jacob, einem ehemaligen Soldaten der Allianz (ein intergalaktisches Staatenbündnis, in dessen Dienst auch Commander Shepard vor seinem Tod stand), der euer erster Begleiter in Mass Effect 2 ist, auf einen Wissenschaftler namens Wilson und Später auf Miranda. Anschließend könnt ihr dann die Basis endlich verlassen. Damit ist das Tutorial abgeschlossen. Auf dem darauffolgenden Shuttleflug zu einer anderen Basis Cerberus´, werden euch einige Fragen gestellt um zu sehen, ob eure Erinnerungen an die Geschehnisse aus Mass Effect 1 noch vorhanden sind und sie gegebenenfalls aufzufrischen.

Nach eurer Ankunft werdet ihr für ein Gespräch zum Anführer von Cerberus, der von allen nur als „der Unbekannte“ (engl. „Illusive-Man“) bezeichnet wird, gerufen. Dieser erklärt euch dann auch den Grund für seine Anstrengungen, Shepard zu retten: In den letzten Monaten wurden komplette Kolonien der Menschen von unbekannten Entführern verschleppt. Jeweils innerhalb weniger Stunden und ohne verwertbare Spuren. Da Shepard laut dem Unbekannten aufgrund seiner Fähigkeiten als Anführer und seines Status´ als Idol der Menschheit, genau der Richtige für diese Aufgabe ist, werdet ihr zu einer der vermissten Kolonien geschickt, um herauszufinden, wer diese Menschen entführt hat und vor allem: Warum.
In dieser Kolonie trefft ihr nicht nur auf ein ehemaliges Crewmitglied, sondern lernt auch die insektenartigen „Kollektoren“ kennen, die in Mass Effect 2 euer größter Feind sind.

Nach Abschluss dieser ersten Mission, bekommt ihr euer eigenes Raumschiff und könnt euch mit Hilfe der Galaxiekarte frei im Universum bewegen. Ab jetzt warten eine Spannende, fesselnde Hauptquest und eine Menge an Nebenmissionen auf euch, die teilweise in den Weiten der Galaxie versteckt sind.

Die Missionen in Mass Effect 2 sind, obwohl die meisten irgendwann in einem Feuergefecht enden, bis auf wenige Ausnahmen sehr abwechslungsreich und werden nicht langweilig. Selbst die Nebenmissionen sind meist mit unvorhergesehenen Wendungen gespickt und erweisen sich oftmals als herausfordernder, als Anfangs angenommen, vor allen auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Leider sind einige von ihnen dennoch sehr kurz. In einer Mission muss man bespielsweise einfach eins, zwei Minuten lang ein kleinen Roboter folgen. Aber solche Lückenfüller sind, wie gesagt eher die Ausnahme

Auch oder gerade die Hauptquest ist, wie bereits erwähnt, sehr spannend, fesselnd und Abwechslungsreich, da viele Missionen ganz anders verlaufen, als man denkt. Obwohl die meisten Missionen mit dem gleichen Schema beginnen (gehe-zu-Punkt-A-und-suche-Person-B etc.), passiert doch wieder etwas, mit dem man nicht rechnet.
Das Ganze macht sehr viel Spaß, was nicht zuletzt an den schön und detailliert, wenn auch insgesamt sehr linear gestalteten Schauplätzen liegt.
Besonders die Heimatplaneten der einzelnen Rassen des Mass-Effect-Universums, von denen man einige während der Rekrutierung der restlichen Teammitglieder zu Gesicht bekommt, sind sehr unterschiedlich und detailverliebt gestaltet. So passiert beispielsweise es nicht selten, das man, in Labors oder Krankenstationen, Leichen oder blutverschmierte Wände vorfindet. Auch NPCs, die euch einfach so ansprechen, ohne euch dadurch gleich eine weitere Quest aufdrücken zu wollen, oder sich mit anderen NPCs unterhalten, sind keine Seltenheit.

Die cineastischen Zwischen-Sequenzen, die Vielzahl an nicht-linearen Dialogen, Entscheidungen und deren Konsequenzen, und die brilliant gestalteten Charaktere tun ihr Übriges, um das Spielerlebnis weiter zu verbessern und Mass Effect trotz des Action orientierten Gameplays zu einem guten Rollenspiel zu machen. Beispiel gefällig?
Nun, da wäre zum Beispiel Jack (Auch bekannt als „Subject Zero“), die auf den ersten Blick eine geisteskranke, gefährliche und gefühlskalte Psychopathin zu sein scheint, sich aber nach einigen Gesprächen als vom Leben gezeichnete, unsichere und verletzliche Person entpuppt, die Zwanghaft versucht, ihre düstere und brutale Vergangenheit hinter sich zu lassen. Insgesamt haben alle Charaktere eine unglaubliche Tiefe, sowie viele Spannende, informative aber auch lustige Dialoge zu bieten. Zudem gibt es die Möglichkeit mit einem von je drei Squadmembers, je nach Geschlecht eures Charakters, eine Romanze einzugehen, was die „Bindung“ an die Figuren noch verstärkt.
Was dem Spiel noch mehr Tiefe verleiht, ist die Unmenge an verschiedensten Planeten und Rassen im Mass-Effect-Universum. Mehr als zehn außerirdische Rassen sind insgesamt im Universum des Spiels zu finden. Da wären unter Anderem die Asari, ein ausschließlich weibliches Volk von Forschern und Wissenschaftlern, die sich mit jeder anderen Spezies durch eine Verbindung auf Bewusstseinsebene paaren können, oder die kriegerischen Echsenartigen Kroganer.

Für sehr lernwütige, informationshungrige Spieler, gibt es in Mass Effect, wie in jedem Bioware-Spiel, den sogenannten „Kodex“ eine Sammlung von Informationen über jeden Ort, jede Rasse, Waffe, Maschiene, Magie oder Kultur im Spiel, deren Haupteinträge sogar vertont sind. Dieses Feature macht das Spiel noch authentischer und fesselnder.

Auch grafisch weiß Mass Effect durchaus zu überzeugen. Neben den bis auf einige Ausnahmen hochwertigen Texturen, stechen vor allem die sehr guten Animationen (Besonders im Kampf- und Deckungssystem), die aufwendig gestalteten, cineastischen Render-Sequenzen und die Beleuchtungs- und Schatteneffekte heraus. Aber auch die Modelle der Figuren und Objekte und die bereits weiter oben erwähnte Gestaltung der Levels sind nicht zu verachten.

Die Synchronsprecher, von denen die meisten Schon aus anderen Games der Kanadier bekannt sind, haben, sowohl in der deutschen als auch in der englischen Sprachversion durchweg gute Arbeit geleistet.

Doch trotz dieser Souveränen Leistung die Bioware hier abgeliefert hat, sind mir doch, zusätzlich zu den bereits genannten Makeln noch einige störende Dinge aufgefallen, zu denen ganz Klar auch das Fehlen des Inventarsystems zählt. Desweiteren sind die Minispiele zum Öffnen von verschlossenen Türen und Safes auf Dauer sehr langweilig.

Fazit:
Mass Effect 2 ist ein solides Action-RPG mit einigen kleineren Mängeln.
Alles in allem ist es aber ein würdiger Nachfolger für Teil eins und nicht nur für Fans der Serie zum empfehlen. Wer also eine Xbox oder einen guten PC zur Verfügung hat und RPGs spielt, sollte sich das Spiel auf jeden Fall mal näher ansehen.

Pro:
- Spannende Hauptquest
- Abwechslungreiche Missionen
- gut ausgearbeitete Charaktere
- Riesiges, in sich stimmiges Universum
- gute Animationen
- Viele gute Dialoge mit super vertonung
- sehr gutes Balancing
- Detailliert gestaltete Level
Kontra:
- teilweise matschige Texturen
- oftmals sehr lineares Leveldesign
- kein Inventarsystem
- langweilige Minispiele
- einige sehr kurze Nebenmissionen

Wertung: 9,6

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Gesamtbewertung von xd305

9.6

justik89 schrieb am 26.06.2011 16:18
justik89 () - Kann dem so voll und ganz zustimmen.
Mich stört allerdings noch dass es so wenige Fertigkeiten zu erlernen gib, ansonsten top.
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