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NHL 11 - Testartikel

Autor
Daniel Flege - Quentara
Erstellt am
20.09.10
Streetdate
16.09.2010
Spielgenre
Sportspiel
Entwickler/Publisher
EA SPORTS / - - - -
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NHL 11 Review

Da war er auch schon wieder weg, der Sommer. Nach einigen schönen Wochen verabschiedete sich die Sonne bereits Mitte August wieder in die Herbstferien. Zeit also, eure Sommersachen wieder im Keller zu verstauen und sich zur sportlichen Betätigung ein Dach über dem Kopf zu suchen. Freunde schwarzer Hartgummischeiben wird es freuen, bedeutet der Herbstanfang doch auch den Start der neuen Eishockeysaison. Während die Deutsche Eishockeyliga mit zahlreichen Finanzskandalen momentan nicht gerade für Qualität steht, muss man sich als puckaffiner Zocker auf der heimischen Xbox 360 diesbezüglich keine Gedanken machen. EA Sports steht hier mit der NHL-Serie seit Jahren für ganz großen Sport und unerreichten Realismus. Was aber tun, wenn man die eigenen Erfolge mit NHL 10 spielerisch kaum noch übertreffen kann? Richtig, man versucht mit allerhand zusätzlichen Spielmodi und detailverliebtem Feintuning auch dieses Jahr die Stammkundschaft aufs Eis zu locken. Ob dies mit über 200 angekündigten Verbesserungen und einem erstmals enthaltenen Ultimate Team Modus gelingt, oder ihr guten Gewissens weiterhin die Vorjahresversion zocken könnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Willkommen in der Eiszeit 
Gedankenverloren sitzt ihr in der Umkleidekabine. Ein Schulterklopfer reißt euch jäh aus eurer Konzentration. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schaut euer Captain zu euch herab: "Its time, boy!" Schweren Schrittes bahnt ihr euch den Weg durch die endlos scheinenden Katakomben der Arena. Die Schulterpads, die ihr unter dem rot-schwarzen Trikot verbergt, scheinen angesichts dieses Spieles noch schwerer zu wiegen als sonst. Am Ende des Ganges beginnen bunte Lichter zu zucken, dann bleibt die Menschenkarawane abrupt stehen. Während ihr euch euren Schläger greift dröhnt "Unstoppable" von Foxy Shazam aus der Arena. Nicht zu stoppen, unbesiegbar, das werdet ihr heute sein. Eine sonore Stimme erhebt sich gegen die Musik: "Ladys and Gentlemen, your New Jersey Devils!" Eure Kameraden setzen sich in Bewegung, ihr rast hinaus auf das Eis. Zunächst traut ihr euch nicht den Blick zu heben, dann siegt die Neugier. 18.000 Menschen wedeln mit ihren Handtüchern und jubeln euch zu. Von der Decke der Arena hängt ein in das Rot der Lasershow getauchtes Banner mit der Aufschrift "Stanley Cup Finals". Willkommen zum Spiel eures Lebens. Willkommen in der härtesten Eishockeyliga der Welt. Willkommen in NHL 11.
Von Pucks, Trades und Draft Picks 
"Das ist doch jedes Jahr das gleiche Spiel" ist eines der größten Vorurteile, das sich Fans von Sportspielen immer wieder aufs Neue anhören müssen. In der Tat fällt es manchen Herstellern von Jahr zu Jahr schwerer ihr Zielpublikum mit Innovationen und frischen Ideen erneut in die Läden zu locken. EA Sports hat dabei die Mammutaufgabe vor der Brust, das mit NHL 10 beste Eishockeyspiel aller Zeiten zu toppen. Mit neuen Spielmodi versuchen die Entwickler hierbei für Langzeitmotivation zu sorgen. Kernstück des neuen NHL 11 bildet der aus FIFA bekannte "Ultimate Team"-Modus. Ihr erstellt euer eigenes Team und bekommt NHL-Spieler in Form von Sammelkarten zur Verfügung gestellt. Diese gilt es nach den Faktoren "Stärke", Position" und „Eingespieltheit“ so zusammenzustellen, dass ihr eine optimale Teamchemie erzielt.

Die Chemie wirkt sich entscheidend auf die Spielstärke eurer Mannschaft aus. In Freundschaftsspielen und Turnieren könnt ihr wahlweise gegen reale oder virtuelle Gegner antreten und werdet bei guten Leistungen mit EA Pucks belohnt. Diese Währung lässt sich im Shop zum Kauf zusätzlicher Kartenpakete eintauschen, um euer Team mit besseren Spielern punktgenau zu verstärken. Ebenfalls enthalten sind zahlreiche Trainingskarten, die gezielt einzelne Spielerfähigkeiten verstärkt. Ihr habt die Nase voll von den schwachen Pässen eures Verteidigers? Kein Problem, Passkarte auf ihn anwenden und schon klappt es im nächsten Spiel besser. Solltet ihr nach der Verpflichtung eines Superstars für seinen Vorgänger keinen Platz mehr im Kader finden, lässt sich dieser in eure Kartensammlung integrieren oder online mit anderen Spielern tauschen. 

Auch dieses Jahr wieder mit dabei ist der Be-a-Pro Modus, in dem ihr wahlweise einen realen Spieler aus der NHL übernehmt oder euren eigenen Feldspieler beziehungsweise Torwart erstellt. Leider hat die aus FIFA bekannte Gameface Funktion noch nicht Einzug in die virtuelle Kabine erhalten. Da euer Pendant 60 Minuten einen Helm auf dem Kopf trägt, ist dies allerdings zu verschmerzen. Der hauseigene Editor reicht vollkommen aus, um einen euch ähnlichen Pro zu kreieren. Neu ist die Art und Weise eures Karrierebeginns. Ihr habt die Wahl, ob ihr wie gewohnt euer Lieblingsteam wählt, oder in der nun enthaltenen Canadian Hockey League anheuert. Zeigt ihr in der CHL gute Leistungen, stehen eure Chancen blendend, um beim abschließenden NHL Entry Draft früh von einem der Top-Teams verpflichtet zu werden. Agent und Trainer halten euch stets über Angebote und sportliche Ziele auf dem laufenden und geben euch Tipps, wie ihr euch aus der vierten Reihe zum Starspieler im Stanley Cup Finale hocharbeiten könnt. Als Feldspieler macht dies auf alle Fälle großen Spaß. Den Torhütern unter euch könnte es in guten Teams mangels Beschäftigung recht schnell langweilig werden. 

Wer von euch regelmäßig vor dem Fernseher sitzt und sich über die Gurken ärgert, die in der Saisonvorbereitung eingekauft wurden, der kann nun selbst Hand anlegen. Im „Be-a-GM“-Modus ist es euch möglich den Posten eines General Managers bei einem NHL Team zu besetzen. Ihr allein zeigt euch verantwortlich für das Draften und Traden von Spielern, das Unterzeichnen von Vertragsabschlüssen und Verlängerungen, den Einkauf qualifizierten Personals und der richtigen Aufstellung. Mit eurem im Menü auswählbaren Smartphone habt ihr jederzeit die Möglichkeit andere GM zu kontaktieren und mit ihnen spektakuläre Deals über schwindelerregende Summen auszuhandeln. Aber Vorsicht, es gilt die von der NHL festgelegten Gehaltsgrenzen penibel einzuhalten. Hier kommen wir schon zum Problem des Spielmodus: Neueinsteiger und Hockeyfans, denen das amerikanische Transfersystem fremd ist, sollten entweder viel Einarbeitungszeit mitbringen oder für den puren Spielspaß auf andere Modi ausweichen. Denn wer von Restricted Free Agents, Unrestricted Free Agents und Waivern keine Ahnung hat, Draft Picks noch dazu für Schockoriegel hält, der wird am harten Leben eines Managers keine allzu lange Freude haben.

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