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Massenschlachten gehören in vielen Fantasyfilmen der letzten Zeit einfach zum guten Ton. Wo wäre Herr der Ringe ohne abertausende Orks? Oder Menschen und Elben, die wild schreiend aufeinander einstürmen und sich gegenseitig die Köpfe ein- und abschlagen? Wie faszinierend wären dann Ridley Scotts historische Actionstreifen ohne die aufwendig inszenierten Gemetzel? Ziemlich öde, denn für etliche ist dieser Kampf auf Leben und Tod vieler, vieler Recken das Highlight eines jeden Streifens. So gesehen spricht also nichts dagegen, dieses Prinzip in die Welt der Videospiele zu übertragen und euch die Kontrolle über einen massenmordenden Helden zu überlassen. Ninety-Nine Nights 2 (N3-2) ist der neueste Ableger aus diesem Genre. Können der übermenschliche Galen und seine Spießgesellen von sich überzeugen oder gehen sie in der Masse der Genrevertreter unter? |
Aus einer Geschichte werden fünf Die Hintergrundgeschichte zu N3-2 ist schnell umrissen: Der Herr der Nacht ist wieder auferstanden, erweckt von der bösen Hexe der Dämmerung. Er sammelt binnen weniger Tage sein Heer der Nacht zusammen und fängt an, das gesamte Land zu verwüsten und die Ländereien in seine Stahlklauen bewährten Hände zu reißen. Schon bald trifft er auf die Grenzen des Reiches Orphea, wo Prinzessin Saphia verzweifelt auf der Suche nach einer mächtigen Waffe ist, um das Heer der Nacht zurückzuschlagen. Fast wie aus dem Nichts taucht der legendäre Krieger und Held Galen vor den Pforten ihrer Burg auf und bietet seine Hilfe an – ein Angebot, zu dem die Herrscherin natürlich nicht Nein sagen kann. Und so begibt sich Galen auf die Reise durch das besetzte Land, um es von der Dunkelheit zu befreien und am Ende dem Herr der Nacht gegenüberzustehen. Erzählt wird euch alles in Form kleiner Zwischensequenzen in Spielgrafik, die ihr euch vor und nach euren Kämpfen anschauen könnt. Leider sind diese Dialoge kitschig sowie die Mimik und Gestik der Charaktere zum größten Teil statisch. Diese Szenen sind alles in allem also eher langweilig und unterbrechen den Spielfluss ein wenig. Andererseits werden Freunde großartig inszenierter Zwischensequenzen kaum zu einem reinrassigen Hack'n'Slay greifen. Übrigens könnt ihr die Geschichte gleich auf zwei Sprachen erleben: Sowohl die englische als auch die japanische Sprachausgabe ist auf der DVD enthalten, eine deutsche Version gibt es nicht. Zumindest versagen die Sprecher nicht völlig und leisten sogar annehmbare Arbeit. Es gibt auf jeden Fall schlechtere.
Während eurer Schlachten werdet ihr jedoch nicht nur Galen steuern, sondern ihr übernehmt die Kontrolle über insgesamt fünf unterschiedliche Krieger. Neben der zierlichen, aber dennoch gefährlichen Prinzessin Sephia trefft ihr auch schon bald auf den König der Diebe, Maggni, dessen bullige Gestalt und riesige Waffe genau das ausstrahlen, was er ist: Stark und brandgefährlich. In einer umfangreichen Kampagne knüppelt ihr euch durch die Gegnerarmeen und erlebt dabei die gesamte Geschichte aus fünf Blickwinkeln. Dabei stellt sich aber mitunter das Problem, dass der rote Faden des Einzelspielermodus aufgeteilt und es somit nicht nur schwieriger wird, das Erlebte in das große Ganze zusammenzufügen, sondern euch irgendwann auch die Motivation für weitere Kämpfe abhandenkommt. |
Einmal Geschnetzeltes, bitte Wie gesagt: Storytechnisch ist N3-2 nicht der Hit des Jahres, will es aber auch gar nicht sein. Stattdessen glänzt das Spiel mit einer sehr einsteigerfreundlichen und intuitiven Steuerung, mit der ihr euch durch die Gegnermassen kämpfen könnt. X und Y sind für eure Angriffe zuständig, die entweder schnell und schwach oder hart und dafür langsamer sein können. Außerdem verfügen die Helden über vier Plätze für Spezialangriffe, die ihr ihnen in einem anderen Menü mit auf den Weg geben könnt. Diese sind besonders nützlich, wenn ihr mal in Bedrängnis geratet. Einmal das "Beben" ausgelöst und über den Boden rasen grell-blaue Schockwellen, die die Armeen des Bösen in die Luft wirbeln und ihnen eine Menge Schaden zufügen – und die Zahl eurer Opfer steigt sprunghaft an.
In noch extremeren Notsituationen könnt ihr außerdem auf Kugelangriffe zurückgreifen. Unter eurer Lebensleiste befindet sich die Kugelleiste, die sich mit jedem Gegner, den ihr auslöscht, auffüllt. Ein Druck auf RB verleiht eurer Waffe für kurze Zeit einen massiven Schadensbonus. Wenn ihr die Taste gedrückt haltet und mit linken Stick hin- und herwackelt, löst ihr eine mächtige Kraftexplosion aus, die alles in eurer Umgebung auslöscht. Mittels der Schultertasten könnt ihr blocken und mit dem richtigen Timing auch verheerende Konter ausführen oder euch wegrollen, um tödlichen Angriffen zu entgehen. Vor allem letzteres werdet ihr in N3-2 ziemlich oft brauchen: Zwar kann euer Held fast alles blocken, doch ein Angriff von hinten gehört nicht dazu. Und wohingegen die Standard-Infanterietruppen keine allzu große Gefahr darstellen sollten, gehören die magiebegabten Wyvern zu den nervigsten Gegnertypen im Spiel. Ihre Geschosse verursachen zwar keinen allzu großen Schaden, dafür schleudern sie euch auf den Boden, so dass ihr euch gar nicht mehr wehren könnt. Besser also, sich gar nicht treffen zu lassen. Im Allgemeinen hat der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorgänger angezogen, vor allem die Bosskämpfe verlangen einiges an taktischem Denken von euch. Eine willkommene Abwechslung zum Schnetzel-Alltag also.
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