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Quake Wars Enemy Territory - Testartikel

Autor
Frank Schmitz - theTank
Erstellt am
07.06.08
Streetdate
30.05.2008
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Nerve Software / Activision
Kommentare
6
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Quake Wars Enemy Territory Review

Bereit wieder in den Krieg zu ziehen?
So fragt uns das Handbuch vom neuesten Quake Ableger der Enemy Territory Serie und wir sind bereit! Vor 2 Wochen hatten wir bereits ausführlich über den Titel berichtet und einiges Wissenswerte zusammen getragen. Nun haben wir uns den Titel eigenhändig vorgenommen und verglichen, ob das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden kann.
Enemy Territory: Quake Wars ist der im Quake Universum angesiedelte Nachfolger, des seit Jahren etablierten Shooters Wolfenstein: Enemy Territory, der eine weltweite Verbreitung und sehr große Fangemeinde im Bereich der teambasierenden Egoshooter auf dem PC hat. Ziel des Spieles war es, den taktischen Bereich des einen Spieles mit dem rasanten Spielablauf des anderen zu verbinden. Ob die so entstandene recht spezielle Gratwanderung wirklich gelungen ist, versuchen wir von Xboxdynasty für euch zu klären.
Angriff und Verteidigung
Die Grundregeln des Spieles sind einfach. Das reine Multiplayerspiel besteht immer aus einer angreifenden und aus einer verteidigenden Partei, die auf unterschiedlichen Karten um die Vorherrschaft und das Erfüllen von Missionszielen kämpfen. Das klassenbasierte und auf Strategie setzende First-Person-Actionspiel bietet auf jedem der Schlachtfelder drei bis vier Schlüsselmissionen und Primärziele. Um zu gewinnen, muss der Angreifer alle Primärziele innerhalb eines festgelegten Zeitlimits erfüllen, was der Verteidiger natürlich umso hartnäckiger versucht zu verhindern.

Singleplayer? Nein, Danke.

Das Spiel ist von vorneherein nur auf den Multiplayerpart ausgelegt und bietet für den Singleplayer lediglich zu Trainingszwecken die Möglichkeit jede einzelne Karte gegen Bots zu spielen. Im Multiplayer werden drei grundlegende Spieltypen unterschieden. Als Erstes gibt es den „Zielmodus“ bei dem die Schlacht lediglich auf einer Karte ausgeführt wird, als Zweites folgt der „Kampagnenmodus“ bei dem drei aufeinander folgende Karten gespielt werden und last but not least der „Stoppuhrmodus“. Im Stoppuhrmodus müssen die Teams abwechselnd angreifen und verteidigen, und dabei jeweils die erreichte Zeit des Gegners unterbieten.
Invasion der Erde
Auch wenn die Story hier im Grunde genommen nicht zu den wichtigsten Eigenschaften des Spiels gehört, wird eine gewisse Grundrahmenhandlung mit geboten, die uns im Endeffekt aber im Spiel selber nicht wirklich interessiert hat. Die Story bietet so zu mindestens aber jedem absoluten Quake-Neuling einen kurzen Einblick in die Aufteilung der beiden Parteien und warum man sich überhaupt streitet. So bricht im Jahr 2060 auf der Erde ein höllisches Zeitalter an. Die Stroggs, plündernde Cyborg-Soldaten aus dem Weltall, beginnen mit einer Invasion der Erde. Die Großstädte dieser Welt liegen bereits in Trümmern und die Stroggs machen sich mit Gier daran, die Menschheit zu Nahrung und Ersatzteillager zu verarbeiten. Die Menschen haben sich mittlerweile zu einer Streitkraft vereint und unter dem Namen GDF – Global Defense Force, versucht man den technisch wesentlich weiterentwickelten Stroggs Paroli zu bieten und die Erde zu verteidigen.
Teamplay im Multiplayer
Auf Teamplay sollte auf Xbox Live eigentlich geachtet werden, da die Auswahl der jeweiligen Spielerklasse entscheidend für den Ablauf eines Matches ist. Eine ausgewogene Mischung aus Kampfklassen und unterstützenden Klassen, wie Sanitäter, Techniker, oder Geheimagent ist extrem wichtig, da sich im Alleingang so gut wie kein Ziel erreichen lässt und somit auch nie eine Schlacht gewonnen werden kann. Leider sind die Klassen nicht ganz so ausgewogen geraten, wie man zuvor versprochen hatte. Einen Sanitäter sieht man in Onlinematches so gut wie nie, außer es ist ein Bot und wir haben auch ehrlich nie daran gedacht uns retten zu lassen, sondern sind eher einfach wieder neu gespawnt, um wieder frisch in die Schlacht zu ziehen.

Die beiden Parteien bieten natürlich durch die außerirdische Herkunft bedingt, unterschiedliche Technologien, wodurch ein differenziertes Spielerlebnis gefördert werden soll. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass sich beide Seiten aber relativ ähnlich, beziehungsweise gleich gut spielen lassen. Erfahrungspunkte lassen sich auf beiden Seiten freischalten und so steigert ihr nach und nach im jeweiligen Match euren persönlichen Rang. Der so aufgelevelte Charakter wird im Gegensatz zum Multiplayermodus in Rainbow Six Vegas 2 oder Call of Duty 4 nicht übertragen, was bedeutet, dass ihr euch nur für das jeweilige Spiel auf eine höhere Stufe spielen könnt. Startet ihr ein neues Match, beginnt jeder wieder mit denselben Voraussetzungen, einzige Ausnahme bietet dabei der Kampagnenmodus, wo der Rang über die drei nacheinander folgenden Missionen beibehalten wird.
Klassen unter sich
Um das Spiel zu gewinnen, muss das angreifende Team das durch ein gelbes Diamantsymbol gekennzeichnete Primärziel erfüllen. Für die meisten dieser Ziele wird eine bestimmte Klasse benötigt, ohne die die Mission nicht erfüllt werden kann.  Auf der Seite der GDF und somit der Menschheit könnt ihr zwischen 5 Klassen und ihren Aufgaben und Fähigkeiten wählen.
Soldaten kämpfen an vorderster Front und benutzen schwere Waffen wie Maschinengewehre und Raketenwerfer. Als Soldat habt ihr des Weiteren die Möglichkeit an gegnerischen Fahrzeugen Sprengladungen anzubringen. Feldagenten hingegen sind nützliche Helfer, denn spielt ihr diese Klasse seid ihr in der Lage Luftangriffe anzuordnen, Artillerie einzusetzen und Munition zu verteilen. Sanitäter braucht man wohl nicht zu beschreiben, leichter bewaffnet helft ihr vor allem euren Kameraden mit Medi-Packs weiter, wie schon erwähnt eine Klasse die uns online eher unnütz erschien. Die Geheimagenten haben die Möglichkeit Radar zu nutzen. So könnt ihr als Agent auch auf Scharfschützengewehre zurückgreifen, oder euch als Strogg tarnen, um unerkannt näher an die feindlichen Linien zu kommen. Zu guter Letzt spielen natürlich die Zangen schwingenden Ingenieure eine ebenso wichtige Rolle, denn hier habt ihr beispielsweise die Aufgabe Geschütztürme zu bauen, Fahrzeuge zu reparieren, oder Minen zu legen.

Stroggs - Die seelenlose Verschmelzung aus

verrottendem Fleisch und Metall

Die Strogg hingegen setzen auf eine ähnliche Art und Weise ihre Kämpfer und Technologien ein, um den Sieg zu erlangen. Hier heißen die Soldaten nur Aggressoren, verwenden aber ihre schweren Waffen genauso schnell, wie sie Plasmaladungen einsetzen, um größere Ziele wie Fahrzeuge zu zerstören. Unterdrücker setzen Bombardierungswaffen ein und ihr könnt Orbitalschläge befehligen.
Techniker sind die Sanitäter der Stroggs und so beleben sie gefallenen Mitstreiter wieder. Wählt ihr diese Klasse, besitzt ihr sogar die Möglichkeit aus gefallenen GDF-Soldaten neue Stroggs zu formen, beziehungsweise somit neue Spawnpunkte zu setzen. Die Infiltrierer setzen auf Radar als Hilfsmittel und so könnt ihr auch hier auf ein Scharfschützengewehr zurückgreifen, sowie die gegnerischen Reihen infiltrieren und sabotieren. Natürlich darf auch bei den Stroggs niemand fehlen der gerne einmal große Geschütze aufbaut und so errichtet der Konstrukteur die Verteidigung, legt Minen und sendet Reparaturdrohnen aus.
Ab in den Krieg
Ziemlich schnell findet man Anschluss an einen Server auf Xbox Live und die Schlacht mit 7 weiteren Kameraden im Team kann beginnen. Wahlweise lassen sich fehlende Kameraden per Bots ersetzen, oder ihr könnt auch mit einer kleineren Truppe in den Kampf ziehen. Wir haben zwar auch die Variante im Dreierteam versucht, halten aber eine Anzahl von mindestens 5 Spielern pro Team, angesichts der Missionsziele und Mapgröße für erforderlich. Die Steuerung spielt sich intuitiv und flink, mit LT nehmt ihr eure Waffe in den Anschlag, während mit RT gefeuert wird. Waffen werden über LB getauscht, während X zum Nachladen, oder zum Platzieren von Bomben, etc. gedacht ist. Einen Einstieg in die Steuerung zu finden ist somit wirklich nicht schwer und das vorhandene Auto-Aiming ermöglicht auch das Anvisieren von Gegner im Laufen und Springen.

Stoppuhr! Auf die Plätze, fertig, los.

Das Spiel ist zwar nicht ganz so rasant, wie man es von einem Shooter wie Quake gewohnt ist, bietet aber trotzdem ein relativ hohes Tempo, das von Sprints, Springen und häufigen Richtungswechseln, gerade innerhalb der Gebäude geprägt ist. Von Anfang an macht gerade diese schnelle Spielweise für uns den Reiz an diesem Spiel aus. Wir springen die Treppen und Gänge rauf und runter, kommen quasi schießend um eine Ecke geflogen und während der Gegner schon am Boden liegt, sind wir im nächsten Gebäudeabschnitt verschwunden, auf der Suche nach dem nächsten Kill. So sind wir dagegen auch eher etwas bedrückt von der trägen und schwammigen Steuerung der Fahrzeuge. Hier kommt nicht wirklich Freude auf und irgendwie mögen diese beiden Dinge auch nicht so wirklich zueinander passen. Etwas gemächlich fahren wir einen feuerkräftigen Panzer zu seinem Einsatzziel und sicherlich ist seine Kampfkraft enorm, aber der Spaßfaktor kommt hier eindeutig zu kurz.

Am besten gefallen hat uns der Modus Stoppuhr und obwohl Enemy Territory: Quake Wars nicht über eine breite Palette von unterschiedlichen Spielmodi verfügt, sind die vorhandenen Varianten grundsolide und motivierend arrangiert. Am ehesten kann man die Spielweise sicherlich mit Frontlines vergleichen, nur dass wir es hier mit einem vollkommen unterschiedlichen und dann auch mal erfrischend anderem Setting im Sci-Fi Look zu tun haben.
1024 Megapixel Map
Wie wir schon im Preview erörtert haben, benutzt ID Software erneut die Doom 3 Engine, die hier in etwas überarbeiteter Form und unter dem Name ID Tech 4 zum Einsatz kommt.  Der gewünschte Aha-Effekt bleibt aber leider vollkommen aus. Auch wenn die Karten auf eine neue Art und Weise mit ins Spiel eingebunden wurden, wirkt das Ganze nicht wirklich frisch und innovativ.

Zwar ist die Map aus einem Guss und besteht nicht wie üblich aus einzelnen Bausteinen, sondern aus einer einzigen Riesentextur mit einer Größe von 32000 x 32000 Pixeln, was wiederum 1024 Megapixeln entspricht. Durch ausgereifte Komprimierung benötigt eine solche Karte nicht mehr als 8MB Grafikspeicher. Das Ganze sollte dazu führen, dass die Maps absolut abwechslungsreich und bis zum Horizont durchgestaltet sind. Im Spielalltag bietet das Setting der einzelnen Karten und Kampagnen zwar genügend Abwechslung, aber ein grafisches Highlight wurde hier auf keinen Fall zustande gebracht. Mal schneit es, mal scheint die Sonne, aber als Fazit kann man wohl sagen, dass die Areale eher schlicht gehalten sind und gerade die Innenlevel zwar taktisch und vom Aufbau gut durchdacht sind, aber eher mit einheitlicher Tristes punkten als mit coolem Next Gen Look. Zu dem ist aber auch wirklich rein gar nichts in der Umgebung zerstörbar, ihr könnt mit noch so schwerem Gerät auf noch so dünne Wände schießen, es bewegt sich rein gar nichts.

Das Spiel läuft zwar durchwegs flüssig, allerdings wirken auch die Animationen der laufenden Figuren nicht wirklich schick und vom Nahen betrachtet, wirken die einzelnen Charaktere auch liebloser als man es von einem aktuellen 360 Titel gewohnt ist. Man könnte sagen ID Software hat hier viel versprochen und wenig gehalten. Schade, denn das Grundthema und der angestrebte Look der Stroggs stimmen, nur bei der wirklich perfekten Umsetzung scheint es dann gehapert zu haben.
Fazit
Was kommt dabei heraus, wenn man zwei wirklich gute Spiele miteinander kreuzt? Bei Enemy Territory kann man leider sagen, dass nicht mehr als Mittelmaß dabei heraus gekommen ist. Der Versuch unterschiedliche Spielprinzipien zu vereinen ist nur bedingt geglückt und so wird weder der echte Quakespieler glücklich und auch der Battlefield Spieler bekommt mit Bad Company sicherlich demnächst eine bessere Portionierung dieses Themas geboten.

Das Spielprinzip bietet zwar mit seinem Aufbau und den einzelnen Missionen durchaus interessante Ansätze und eine flinke und rasante Steuerung, echte Dauermotivation wollte sich bei uns aber nicht einstellen. Der eher mittelmäßige Look trägt seinen übrigen Teil dazu bei, dass es Quake Wars bei uns nicht zu einem Topspiel schafft. Betrachtet man sich derzeit die Konkurrenz, der der Edelshooter, angefangen bei Call of Duty 4, über Rainbow Six Vegas 2 bis zum eventuellen Battlefield Hit, bekommt man eigentlich wenige Kaufargumente geboten.

Der Sound und die Präsentation des Spieles wirken angestaubt und nur absolute Action und Quake Junkies kommen hier auf ihre Kosten. Wir würden Fans dieses Genres dazu raten, erst einmal Battlefield abzuwarten und dann zu entscheiden, für welchen Kandidaten man sein Geld ausgibt. Da das Spiel ein reiner Multiplayer-Shooter ist und sich die Verbreitung unter deutschsprachigen Spielern doch in Grenzen hält, läuft man Gefahr nach den ersten Wochen relativ einsam auf den Servern zu sein.


Solider und schneller Shooter, der bei uns nicht wirklich durchstarten konnte




Pro
  • Schnelle und eingängige Steuerung
  • Läuft rasant und flüssig
  • Gute durchdachte Spielmissionen
  • Guter Kartenaufbau
  • Mit Stoppuhr ein sehr guter Spielmodus vorhanden
  • Unterschiedliche Klassen wählbar
  • Teamwork bringt Erfolg
  • Quake Spaßfaktor
Kontra
  • Mittelmäßiger Look
  • Karger Sound
  • Langweilige Präsentation
  • Technisch nicht auf der Höhe aktueller Next Gen Spiele
  • Schwammige Fahrzeuge
  • Keine Singleplayer Kampagne
Einzelspieler
4.0
Mehrspieler offline
7.5
Xbox LIVE Mehrspieler
7.5
Steuerung und Gameplay
9.0
Grafik und Präsentation
7.5
Sound, Musik und Special FX
6.5
Sprachausgabe
Deutsch
Bildschirmtexte
Deutsch
Zensur
Unzensiert
Spielzeit ca. in Stunden
+20
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 16 Jahren

Xboxdynasty Gesamtbewertung



7.0



Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

DARKNESS GRAVE 2 schrieb am 14.06.2008 17:03
DARKNESS GRAVE 2 (Braunschweig) - Also ich habe das game und ich finde es nett. Hat auch nur 40 € gekostet ^^melden
THE HARTEE schrieb am 08.06.2008 03:04
THE HARTEE (Potsdam) - Recreationschade! ID Soft macht nicht mehr lange - denke ich.melden
Frank Phoenix schrieb am 07.06.2008 20:02
Frank Phoenix (Rostock) - RecreationSchade, das Prinzip ist Cool, hab es letztes Jahr schon auf der GC gespielt, da hats Spaß gemacht. Denke das Online auch nicht viel los sein wird.melden

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