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Saboteur - Testartikel

Autor
- xd270
Erstellt am
29.12.09
Streetdate
03.12.2009
Spielgenre
Actionspiel
Entwickler/Publisher
Pandemic Studios / Electronic Arts
Kommentare
4
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The Saboteur Review

Im November gab Electronic Arts bekannt, dass einige angeschlossene Studios ihre Pforten schließen müssen. Dieses Schicksal traf unter anderem auch die Pandemic Studios, den Machern von The Saboteur. Mit einem Open-World Spiel, das im Paris zur Zeit der deutschen Besetzung angesiedelt ist, präsentieren die Entwickler ihr also letztes Werk. Als Widerstandskämpfer sabotiert ihr im Spiel feindliche Posten und jagt unter anderem Treibstoff-Lager und Fahrzeuge in die Luft. The Saboteur bedient sich dabei an Spielmechaniken anderer Titel. Ob dieses Konzept von Erfolg gekrönt ist und sich das Studio mit gehobenem Haupt verabschiedet hat, erfahrt ihr im nun folgenden Testbericht zu The Saboteur.
Paris in den 1940ern
Es ist Nacht in Paris und ihr befindet euch in einem Kabarett. Eine leicht bekleidete Dame singt und tanzt auf der Bühne vor rund zwei Dutzend deutscher Soldaten, die sich in angetrunkenem Zustand gut amüsieren. Ihr schlüpft in die Rolle des Iren Sean Devlin, steht an einer Bar und starrt teilnahmslos auf ein Foto. Ein Franzose gesellt sich zu euch und beginnt ein Gespräch mit euch. Inhalt der Unterhaltung ist der Hass auf die deutschen Soldaten die die Stadt besetzt haben und das dagegen etwas unternommen werden müsse. Ihr gebt vor nicht zu wissen wovon er spricht und kurz darauf wird der Einheimische etwas lauter. Nachdem er sich wieder beruhigt hat, bittet er euch um ein Treffen im Innenhof, wohin ihr euch auch direkt hin begebt. Mit der Y-Taste beginnt ihr dann ein weiteres Gespräch mit ihm. Er berichtet von einem Treibstofflager der Deutschen, in dem 5000 Fässer Diesel lagern und als Bewachung nur ein paar angetrunkene Deutsche Soldaten Wache stehen. Während der Gespräche könnt ihr mit dem rechten Stick die Kamera etwas drehen, was die ganze Unterhaltung nicht ganz so steif und steril wirken lässt. Luc, so der Name des Franzosen, weist euch auf ein Auto hin mit dem ihr zum Treibstofflager fahren sollt. Also steigt ihr mit der Y-Taste in das Fahrzeug und setzt euch gemeinsam mit Luc in Bewegung. Gesteuert wird das Fahrzeug auf übliche Weise. Soll heißen, dass ihr mit der RT-Taste Gas gebt und mit LT bremst. Lenken tut ihr das Fahrzeug mit dem linken und schwenkt die Kamera mit dem rechten Stick. In langsamer Geschwindigkeit setzt ihr euch in Bewegung und fahrt durch die nächtlichen Straßen von Paris, wo an vielen Ecken bewaffnete Deutsche stehen, was sich auch in den roten Punkten auf dem Radar widerspiegelt. Die Steuerung des Fahrzeugs gestaltet sich jedoch etwas zu träge und ungenau. Es fällt außerdem auf, dass kein richtiges Schadensmodell vorhanden ist. Obwohl bei Feuergefechten Scheiben und Karosserie Löcher aufweisen, zeigen sich bei einem Frontalaufprall in ein entgegenkommendes Fahrzeug oder Mauer keinerlei Beulen oder Kratzer.

Auf eurer Fahrt zum Ziel werdet ihr Zeuge einer Erniedrigung gegenüber einer Bürgerin, die von zwei Soldaten misshandelt wird. Bei diesem Anblick brennen die Sicherungen eures neuen Freundes Luc durch und er flucht so laut, dass er die Aufmerksamkeit auf euch beide zieht. Es wird Zeit die Fäuste sprechen zu lassen. Durch gedrückt halten der LT-Taste geht ihr in den Prügelei-Modus über und hebt die Fäuste zur Verteidigung. Jetzt könnt ihr verschiedene Aktionen starten und Schaden austeilen. Mit der A-Taste könnt ihr einen schnellen Schlag ausführen, den Gegner mit der B-Taste treten oder einen starken Schlag mit der X-Taste ausführen. Nachdem ihr euch erfolgreich gegen die beiden Soldaten verteidigt habt und diesen nun am Boden liegen, habt ihr auch eure erste Vergünstigung freigeschaltet, auf die wir aber erst später noch genauer eingehen werden.

Wie später klar wird, ereignete sich der kleine Vorfall direkt vor einem Sperrgebiet, was sich durch mit stacheldrahtbefestigten Zäunen bemerkbar macht. Luc erklärt euch, das Wachen sofort alarmiert werden, wenn ihr innerhalb eines solchen Gebiet entdeckt werdet. Auf einem der angrenzenden Dächer steht zudem ein Wachposten den ihr ausschalten müsst, damit dieser kein Alarm schlagen kann. Um an ein paar Kisten im abgeriegelten Bereich zu gelangen, müsst ihr also zuerst auf das Dach klettern. Ähnlich wie in Assassin‘s Creed könnt ihr an jedem Gebäude hinauf klettern. Während in Ubisoft‘s Meuchelmörder Spiel das Klettern automatisiert abläuft, müsst ihr in The Saboteur immer auf die A-Taste drücken, um ein Stück weiter am Gebäude hochzuklettern, was sich als ziemlich mühsam und altbacken herausstellt und definitiv hätte besser gelöst werden können. Auf den Dächern angekommen, schleicht ihr mittels der LB-Taste an den Wachposten heran, packt ihn mit der gelben Y-Taste und schmeißt ihn von seinem Posten hinunter auf den nassen Asphalt. In den Kisten entdeckt ihr dann kurz darauf Dynamit, das ideal für die Sabotage des Treibstofflagers ist.

Beim Treibstofflager angekommen, wird eine große Ablenkung benötigt, um die Wachen vor und hinter dem umzäunten Lager abzulenken. Luc schlägt daher vor, dass er einen der Lastwagen vor den Toren in die Luft jagt und ihr anschließend über eine Telefonleitung am gegenüberliegenden Dach in das Lager gelangt. Gesagt getan und mit einem großen Knall explodiert der Deutsche Lastwagen vor den Toren des Lagers. Während die Wachen zur Explosion eilen, nutzen wir die Gelegenheit und bringen Sprengstoff an dem riesigen Dieseltank an. Jetzt aber nichts wie weg, denn ein kleiner Timer zeigt euch an, das es hier in wenigen Sekunden so richtig krachen wird. Kurz darauf explodiert der Tank in riesigen Feuerbällen und das Viertel, in dem euer erster Auftrag als Saboteur stattgefunden hat, erhält wieder etwas mehr Farbe.
Nur keine Aufmerksamkeit erregen
Bei all euren Vorhaben solltet ihr stets vorsichtig und mit Bedacht vorgehen. Denn euer Verhalten kann unter Umständen die Aufmerksamkeit der Deutschen auf euch lenken. Dazu gehört unter anderem das offene Tragen einer Waffe, das Klettern an Häuserfronten, Prügelszenen und natürlich das Betreten eines Sperrgebietes. Habt daher immer ein Auge auf die Verdachtsanzeige, die kreisförmig um das Radar angeordnet ist. Steigt das Misstrauen der Soldaten euch gegenüber, füllt sich die Anzeige. Erregt ihr zu viel Aufmerksamkeit, wodurch sich die Verdachtsanzeige komplett füllt, wird ein Soldat in seine Pfeife blasen um Alarm zu schlagen. Macht die Wachen daher vorher ausfindig und schaltet diese aus, bevor es vor weiteren Soldaten nur so wimmelt. Wenn es vorkommen sollte das ihr es nicht rechtzeitig schafft die alarmierenden Wachen auszuschalten, solltet ihr die Beine in die Hand nehmen und die Flucht ergreifen, denn die Deutschen werden dann mit allen Mitteln versuchen euch zu eliminieren. Versucht den roten Gefahrenbereich, den ihr auf dem Radar seht, zu verlassen und achtet insbesondere auf grüne Punkte auf der Karte, da diese ein mögliches Versteck darstellen. Eine besondere Fluchtmöglichkeit, dessen Idee wir besonders toll fanden war das Küssen von Mädchen. In bereits befreiten Zonen, also dort wo das Leben und die Farbe wieder eingekehrt sind, könnt ihr Verfolger von euch ablenken, wenn ihr Frauen küsst. Da die Pariser schon bald in eurer Schuld stehen, bringen die Damen dieses Opfer gerne.

Um in einige abgesicherte Bereiche zu gelangen, kann es sehr nützlich sein sich als Deutscher Soldat zu verkleiden. Und wo bekommt ihr eine passende Uniform her? Richtig, ihr schaltet ganz einfach einen Soldaten aus und klaut ihm die Kleidung. Dazu könnt ihr den Soldaten entweder in einen Nahkampf verwickeln oder ihr schleicht euch von hinten an ihn heran und setzt einen Stealth-Kill mit der X- oder Y-Taste ein. Die Deutschen werden aber schnell misstrauisch, trotz passender Uniform. Laufen schöpft außerdem Verdacht, also empfiehlt es sich in der Nähe des Feindes, sich wie ein solcher zu bewegen. Daher gibt es im Spiel die Möglichkeit, die Laufgeschwindigkeit zu reduzieren, indem ihr die LB-Taste gedrückt haltet und so mehr wie ein Soldat geht. So kommt ihr eher an kniffligen Stellen vorbei, was uns sehr gut gefiel und dem Spiel eine taktische Komponente gibt.

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