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Singularity - Testartikel

Autor
Henry Lai - MadD4mon
Erstellt am
07.07.10
Streetdate
29.06.2010
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Activision
Kommentare
1
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Singularity Review

Mit Zeitreisen hat der gemeine Zocker schon Erfahrung: Viele, viele Spiele thematisieren diesen lang gehegten Traum der Menschen, der Vergangenheit mal so richtig eins auszuwischen. Einen Sechser im Lotto von letzter Woche haben, das Spiel Deutschland gegen Argentinien richtig vorhersagen oder einfach nur mal kurz bei Karl dem Großen vorbeischauen. Vor allem das Genre der Shooter kann sich mit passablen Spielen rühmen, wie zum Beispiel Timeshift. Raven Software wirft mit Singularity einen weiteren Kandidaten in das Ringen um das beste Zeitreisespiel. Schafft es das Spiel mit seinem Zeitmanipulationsgerät (ZMG), die Geschichte zu verändern, oder entpuppt es sich letztlich doch als alter Hut?
Unverbrauchte Story in der Gegenwart und Vergangenheit
Startet ihr die lineare Einzelspielerkampagne, so werdet ihr sofort und ohne Erklärung in den Körper des amerikanischen Elitesoldaten Nathaniel Renko versetzt. Der befindet sich gerade auf einer streng geheimen Mission, um mysteriöse Vorgänge auf der Insel Katorga-12 zu untersuchen. Wie es der Zufall so will, entlädt sich nur wenige Meter neben eurem Helikopter eine Energieanomalie und ihr stürzt am Rand der Insel ab. Es liegt also zunächst an euch euren Waffenbruder zu finden und die Geheimnisse der Insel zu entschlüsseln, die sich nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit verstecken - und irgendwie auch mittendrin. Die Hintergrund der Geschichte ist zwar interessant, das russische Setting wurde in Verbindung mit der Zeitreise-Thematik noch nicht zu oft benutzt und ist (noch) frisch.

Aber bereits hier merkt ihr, dass Raven Software stark bei vielen Genregrößen abkupfert. Die Anfangsszene im Helikopter erinnert frappierend an Call of Duty, während euer einsamer Streifzug über Katorga-12 nebst Begegnungen mit entstellten Kreaturen BioShock-Allüren aufweist. Sogar die Erzählweise der Story mit Hilfe von Zwischensequenzen, Funkdurchsagen eurer Alliierten und alter Audiotagebücher wecken wohlige Erinnerungen an das Spiel des Jahres 2008. Blöd nur, dass Raven beim Klauen ein paar Fehlerchen eingebaut hat. Zum einen reicht die Qualität der Dialoge nicht an die des Unterwasser-Shooters heran und zum anderen stellt ihr euch sehr früh die Frage, warum zum Teufel die Audiotagebücher nicht mitgenommen werden können. Einmal aktiviert, spielen sie ihre Nachricht ab. Die kann aber schon einige Minuten in Anspruch nehmen und falls ihr euch zu weit von dem Tagebuch wegbewegt, hört ihr den Erzähler schon nicht mehr. Das nimmt dem Spiel viel Tempo und gleichzeitig sinkt auch die Motivation, sich überhaupt von der Story gefangen nehmen zu lassen. Gänzlich unverständlich ist auch der Verzicht auf Untertitel. Das darf heutzutage nicht mehr passieren!
Karge Waffenauswahl mit einer Überraschung
Okay, um nicht zu viel von der Story zu verraten, hier nochmal die Essenz des Spiels: Singularity ist ein reinrassiger Shooter. In einen reinrassigen Shooter gehören wuchtige Schusswaffen, die ordentlich Schaden austeilen und eure entstellten Gegner noch weiter entstellen. Bei den unterschiedlichen Typen an Kanonenfutter hat Raven leider auch gespart. Kaum ein halbes Dutzend werdet ihr zu Gesicht bekommen. Mal bekämpft ihr russisches Soldaten aus den 50er Jahren, ein anderes Mal sind es mutierte Inselbewohner, einer genauso hässlich wie der andere. Unter diesen Mutanten gibt es dann noch unterschiedliche starke Ausführungen. Das war es aber schon.

Auch das Waffenarsenal ist überschaubar, was dem Spiel aber nicht zum Nachteil gereicht. Teils futuristische Ausführungen, teils auch etwas antikere Modelle stehen euch hier zur Verfügung. Die Palette ist Veteranen des Genres wohlbekannt und dürfte für keine Überraschungen sorgen. Die Centurion ist eure erste Waffe. Diese Pistole ist klein und macht wenig Schaden, schießt dafür aber relativ präzise. Also besser als gar nichts. Maschinengewehr und Schrotflinte haben da schon mehr Wumms, das Präzisionsgewehr mit eingebauter Zeitlupe hat es wirklich in sich. Zielgenaue Schützen können mit einem Magazin ein halbes Dutzend Feinde erlegen. Singularity hat vielleicht keine große Auswahl, aber dafür eine ausgewogene. Einzige Überraschung bei den Waffen ist die Striker. Diese Waffe, die an die Redeemer aus Unreal Tournament erinnert, lässt ferngesteuerte Kugeln verschießen, die beim Aufprall explodieren und ihre Umgebung in Mitleidenschaft ziehen. Bei dieser Waffe wird leider auch die Schnittfreudigkeit Deutschlands sichtbar: Während ihr in der ungeschnittenen Version mit einem gut gezielten Schuss auf den Kopf oder eine Gliedmaße eures Gegners eben jene auf dem Boden wiederfinden könnt, geht das in der harmlosen Variante für Deutsche gar nicht. Blut gibt es auch fast keines zu sehen. Nicht, dass es spieltechnisch wichtig wäre, aber auch das nimmt dem Spiel viel von der wichtigen Atmosphäre.

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