Ich packe die Disc, schiebe sie ins Laufwerk, greife zu meiner Waffe - dem Controller und starte wenige Sekunden später meinen ersten Kampf...
Mein Ersteindruck: Es ist SoulCalibur, den Programmierern sei Dank.
Meine Augen glänzen, die Augen eines großen Beat'em Up-Fans, denn nach wie vor weiß das Kampfsystem von SoulCalibur sofort zu begeistern. Die Waffenkämpfe sind wie eh und je blitzschnell und die Charaktere, bis auf wirklich sehr wenige Ausnahmen, relativ leicht in den Griff zu bekommen. Trotzdem wird man schnell bemerken müssen, dass man nicht sehr viele Erfolge ergattern wird, wenn man unkoordiniert mit dem Controller hantiert. Einarbeitungszeit ist nötig. Um einer der Besten zu werden, muss man sich intensiv mit seinem oder den Charakteren beschäftigen, wissen, wann man welche Attacke einzusetzen hat und geschickt im Kampf taktieren. Features wie die Bewegung in acht Richtungen, die aktive Deckung, die es einem erlaubt, nicht nur gegnerische Treffer abzuwehren, sondern sogleich zu kontern, sowie die zerstörbaren Rüstungsteile gestalten jeden Kampf abwechslungsreich und individuell.
Gerade die Neuerung mit den zerstörbaren Rüstungsteilen hat es mir besonders angetan. Diesmal darf man den Damen und Herren der Schöpfung den Brustpanzer und andere Schutzteile vom Körper prügeln. Der Blick ist dabei regelmäßig auf das Seelenmeter des Gegners regelrecht fixiert. Und schon bin ich bei der nächsten Neuerung. Diese Anzeige nimmt bei gegnerischen Treffern und von dem Kontrahenten abgeblockte Attacken zu, beziehungsweise durch eure eigenen Blocks wieder ab und führt dadurch eine völlig neue und unglaublich spannende wie faszinierende taktische Komponente ein. Sollte das Seelenmeter nämlich seinen Tiefpunkt erreichen, dann kann man mit besonders harten Angriffen die gegnerische Ausrüstung regelrecht in Stücke reißen, wodurch der verursachte Schaden an diesem Körperteil ansteigt. Des Weiteren kann man bei einem solchen Gegner, wenn er bei blinkender Seelenleiste weiterhin blockt, einen so genannten Seelenausfall hervorrufen. Dieser erlaubt es euch dann mit einem speziellen K. O.-Schlag den Kampf sofort für euch zu entscheiden - vorausgesetzt, die Attacke geht durch, versteht sich. Da dieser neue SoulCalibur-Fatality direkt unter dem aktiven spielen seine Ausführung findet, kann der richtige Einsatz des Seelenmeters über Sieg und Niederlage entscheiden.
Der beste Übungsplatz für den Anfang sind die Einzelspieler-Modi, die Namco dem Spiel verpasst hat. Das Kampfsystem mit all seinen Finessen will schließlich beherrscht sein. Im Arcade- und Trainingsmodus geht es sehr traditionell zu, während das eigentliche Augenmerk des Einzelspielers auf dem Story- und Schicksalsturm-Modi liegen sollte. Wie der Name schon sagt, dreht sich beim Storymodus alles um die persönlichen Schicksale der einzelnen Figuren. Näher gebracht werden diese jeweils mit einem Text-Intro (bei einigen verdammt spannend) und einem Outro-Video (bei einigen verdammt langweilig), das zeigt, was jeder Charakter mit den beiden Schwertern anstellt. Besonders gelungen: Egal wie oft ihr das Outfit ändert, die Sequenzen sind immer an euer Outfit angepasst - witzige Sache - vor allem motivierend auch öfter mit einem Charakter durchzuspielen, gerade wenn man ihn neu in Schale geschmissen hat. Im Großen und Ganzen ein bekannter, jedoch aber auch sehr bewährter Spielmodus. Eine größere Herausforderung bietet der Schicksalsturm. Wahlweise müsst ihr euch Stockwerk für Stockwerk nach oben kämpfen oder in den Keller hinabsteigen. Wie man es aus SoulCalibur gewohnt ist, laufen auch in diesem speziellen Einzelspieler-Modus nicht alle Kämpfe nur nach Schema F ab, sondern fordern euch in jedem Level mit eigenem Regelwerk. Die Gegner sind nämlich mit unterschiedlichen Fähigkeiten bestückt, die es ihnen erlauben, währen des Kampfes Lebenspunkte zu regenerieren, automatisch eure Treffer abzublocken oder andere Boni zu erhalten. Taktik ist gefragt und von Level zu Level entwickeln sich die Gegner sogar zu richtigen Intelligenzbolzen - ganz großes Kino wird einem hier geboten.
Die erwähnten Fähigkeiten spielen übrigens nicht nur eine Rolle für eure Gegner. Auch ihr könnt im absolut übergenialen Charaktereditor eurer Figur eine Reihe von Zusatzfähigkeiten verpassen. Man sollte ich sogar speziell für den Schicksalsturm zwingend damit auseinandersetzen, denn das wird im späteren Verlauf über Sieg und Niederlage entscheiden.
Auf den Online-Modus gehe ich jetzt nicht näher ein. Einfach mal selber ausprobieren. Mir hat es und macht es immer noch einen riesigen Spaß mich mit meinen Freunden zu prügeln und einfach nur Spaß zu haben. Rangliste ist, egal bei welchem Spiel, immer ein Streitpunkt. Diesen Modus entscheidet bitte jeder für sich selber. Mir persönlich hat die Rangliste sehr viel Spaß gemacht, wenn ich auch nur aktiv bis zum Erfolg gespielt habe. Aber nie waren die Kämpfe unfair oder die Verbindung schlecht, dass sollte zumindest noch erwähnt werden. Aber wie gesagt, dies entscheidet bitte jeder für sich selbst.
Abschließend möchte ich gerne noch die Präsentation des Spiels loben. Die unglaublich detaillierten Figuren, wirklich wunderschöne Animationen und die zum Teil spektakulären Hintergründe visualisieren jeden Kampf zu einem einmaligen Erlebnis und zu jeder Zeit mit stabiler Framerate. Das Leveldesign strotzt nur so von Abwechslung und sieht wirklich fantastisch aus. Darüber hinaus wirken sich die Arenen auch direkt auf den Kampf aus (Ring Out oder durch schrumpfen der Arena). Freut euch zudem über tolle freispielbare Dinge wie eine Kunstgalerie.
Mein persönliches Fazit lautet ganz klar: SoulCalibur IV ist ein absoluter Pflichtkauf und das bisher beste Spiel aus der Reihe. Ein absolutes Muss für jeden Beat'em-Up-Fan.
DANKE NAMCO!!!
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