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Stranglehold - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
11.09.07
Streetdate
14.09.2007
Spielgenre
Actionspiel
Entwickler/Publisher
Midway
Kommentare
16
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Stranglehold Review

Stranglehold, oder sollten wir besser sagen, John Woo presents Stranglehold, ist wie sein Vorbild Hard Boiled von 1992 - ein actiongeladener Kinofilm. Die Präsentation ist voll mit super Spezialeffekten gespickt und die Grafik-Engine, samt Explosionen, Licht- und Schatteneffekten und voll zerstörbarer Umgebung mit einer realen Physik-Engine, stehen einem echten Hollywood Blockbuster in Nichts nach.

Coole Sprüche dürfen in einem Actionspiel natürlich auch nicht fehlen, genauso wenig wie der Held der Geschichte dem diese Sprüche von den Lippen gleiten: Chow Yun Fat. Bereits in Hollywood ein Begriff, auf Konsolen eher unbekannt. Dies ändert sich ab heute!

Ihr übernehmt die Rolle des ehrenwerten Polizisten Chow Yun Fat mit dem Spitznamen Tequila. Als ein Polizist im Einsatz kaltblütig mit einem Kopfschuss hingerichtet wird, macht ihr euch auf den Bösewicht zu stellen. Mord und Korruption liegen an der Tagesordnung und obwohl der Polizeichef gleich ein ganzes SWAT-Team zur Aufklärung des Mordes an den Cop los schicken wollte, überlässt er dann doch Inspektor Tequila den Auftrag. Jetzt steigt ihr zum ersten Mal in das Spielgeschehen ein und macht euch mit der leichten, aber dennoch vielfältigen Steuerung vertraut.

Steuerung

Da ihr euch zu jederzeit unter Beschuss befindet und eure Widersacher fast wie eine Alieninvasion aus allen Löchern auf euch zu stürmen, ist es dringend erforderlich, dass ihr euch mit der Steuerung vertraut macht. Der Einstiegslevel, in dem ihr auf dem Marktplatz eine Kontaktperson des möglichen Copkillers festnehmen wollt, dient dazu, euch die Steuerung näher zu bringen.

In der rauen Nachbarschaft zieht ihr zum Hechten LT und schießt mit RT. Sobald eure Waffe auf einen Gegner zielt, schaltet sich automatisch die Tequila-Zeit - ein Matrix ähnlicher Slow-Motion-Effekt ein. Die Gegner bewegen sich hierbei wie in Zeitlupe, und könnt diese einfacher ausknipsen, da ihr euch während der Tequila Zeit weiterhin normal bewegen könnt.

In den Missionen gibt es immer wieder spezielle Objekte mit denen ihr interagieren könnt. So könnt ihr zum Beispiel an Treppengeländern hinabrutschen, auf Rollwagen springen oder hinter hohen Vorsprüngen in Deckung gehen. In den einzelnen Levels gibt es zusätzlich noch Objekte, die eine Action-Kettenreaktion hervorrufen. Schießt ihr zum Beispiel auf ein riesiges Werbeschild, fällt dieses herab und reißt alle Gegner auf ihren Balkonen Meter tief in den Abgrund. Stilvolle Bewegungen und Abschüsse im Spiel füllen euren Tequila Bombenzähler. Je stilvoller eure Bewegung oder euer Kill, desto schneller füllt sich diese Anzeige. Darüber hinaus könnt ihr auch mit in allen Missionen versteckten Papier Kranichen die Anzeige füllen. Sollte sich ein Kranich in eurer Nähe befinden, wird dies akustisch deutlich gemacht.

Je mehr sich der Bombenzähler füllt, desto mehr Spezialmanöver stehen euch zur Verfügung. Das erste Special ist ein Heilungsprozess, der euch blitzschnell ein Stück Energie auf eure Gesundheitsanzeige zaubert. Klickt einfach auf eurem Steuerkreuz nach Links und schon wandelt sich die Tequila Bombenenergie in lebenswichtige Gesundheit um. Mit dem zweiten Manöver könnt ihr in einen Scharfschützeneffekt umswitchen.

Klickt auf dem Steuerkreuz nach oben, um den Präzisionsschuss zu aktivieren. Euer Visier verwandelt sich nun in ein großes Sniper Visier. Jetzt zielt ihr mit dem rechten Analog-Stick direkt auf den Kopf des Gegners und feuert, stylisch in Szene gesetzt, eine tödliche Kugel direkt zwischen die Augen eures Widersachers. Dieses Special ist besonders auf großer Entfernung sehr nützlich.

Ein weiterer Specialmove ist das Trommelfeuer. Hier drückt ihr das Steuerkreuz nach rechts, werdet unverwundbar und ballert in bester Terminator manier alles nieder was sich bewegt!

In weiteren Bereichen des Spiels befindet ihr euch plötzlich im Standoff-Modus. Hier müsst ihr die Feinde einen nach dem anderen ausschalten, indem ihr mit dem rechten Stick auf sie zielt und mit RT auf sie ballert. Ihre Schüsse weicht ihr, in bester Neo-Matrix Manier, mit dem linken Analog-Stick aus.

Grafisches Actionspektakel

Für die grafische Darstellung setzt Midway auf die Unreal 3 Engine und lässt somit nichts anbrennen. Die Umgebungsgrafik ist sehr detailliert ausgefallen. Ihr fühlt euch wirklich in einen spielbaren Kinoblockbuster versetzt. Die Entwickler haben bei der Gestaltung besonders auf Kleinigkeiten wie auf den Tischen stehende Flaschen und Teller mit Essen, von der Decke baumelnde Lampen mit Echtzeit Licht- und Schatteneffekte geachtet und diese gelungen umgesetzt.

Wer John Woo und seine Actionfilme (Face Off – Mission Impossible II uvm.) kennt, der weiß was ihn im Spiel Stranglehold erwartet. Bei einer Schieße- oder Schlägerei mit Gangstern geht alles in der Umgebung zu Bruch, aber auch wirklich alles. Tische zersplittern, Flaschen zerspringen, Essen fliegt durch die Luft, Teller zerspringen und Licht strahlt durch Einschlusslöcher der Fenster. Von den Wänden lassen sich zum Beispiel nach und nach die Kacheln abschießen und aus Ziegelsteinen brechen kleine Partikel heraus. Die zerstörbare Umgebung beeinflusst auch die Spielmechanik, da zum Beispiel Pfeiler oder Tische nur eine gewisse Zeit Schutz vor Geschossen bieten. Durch das ganze Chaos ist die Luft nach einer Schießerei voller Staub und am Ende des Schusswechsels sieht die Umgebung wie ein Kriegsschauplatz aus.

Rambo aus Hongkong

Die Objekte in Stranglehold sehen aber nicht nur nett aus, sondern sind auch einsetzbar. Schießt ihr auf eine Lichtreklame, fällt sie krachend von der Wand und erschlägt die Feinde darunter. Oder Tequila schwingt an einer Lampe und schießt von oben auf die Gegner. Ganz im John Woo-Stil benutzt er oftmals zwei Pistolen oder Uzis gleichzeitig. Für besonders stilvolle Angriffe (z.B. Schießen, während man zur Seite springt) bekommt ihr "Stil-Punkte", die diverse Spezialmanöver freischalten, bzw. aktivieren und euer Können verbessern. Damit dies alles noch besser und stilvoller aussieht, hat Stranglehold einen Bullet Time Effekt (Zeitlupeneffekt), der vor allem durch die Matrix Reihe weltberühmt wurde, spendiert bekommen.

Das gesamte Geschehen des Action-Krachers spielt in Hong Kong. Die Handlungsorte basieren auf real existierenden Gegenden wie ein Restaurant, ein Hangar an der Küste und ein Markt mit etlichen Zivilisten. So abwechslungsreich die Umgebungen gestaltet wurden, so monoton spielt sich leider das Spiel.

Denn außer großartig rumballern, müsst ihr im Spiel nichts machen. Soll heißen, ihr begebt euch durch ein bestimmtes Areal, aus allen möglichen Türen und Fenstern erscheinen Gegner, die ihr nach und nach dem Erdboden gleich macht und könnt erst nach dem ihr den letzten Gegner in eurem Bereich getötet habt, in das nächste Areal vordringen. Es ist zwar anfangs noch sehr spannend mit den verschiedensten stilvollen Bewegungen die Gegner vom Bildschirm zu fegen, aber nach einigen Spielstunden langweilt euch das Spielprinzip dann doch sehr.

Vor allem im spielerischen Bereich hätte Midway für mehr Abwechslung sorgen müssen. Das einzige was ihr vor und während einer Missionen überlegen müsst ist, ob ihr euch mit dem Maschinenengewehr, mit Pistolen oder zum Beispiel mit dem Schrotgewehr durch die nächste Mission ballert und ob ihr jetzt oder erst später ein Spezialmanöver vollführt.

Gegner, die man nicht verstehen muss!

Während  der Mission begegnet euch teilweise eine selten dämliche KI eurer Widersacher. Eigentlich werden euch Gegner nur in der Masse wirklich gefährlich, da sie ihr Gehirn wohl zu Hause liegen gelassen haben. Betretet ihr einen Bereich über mehrere Etagen ist äußerste Vorsicht angesagt! Nicht aber, weil die Gegner so schlau sind, sondern weil die Gegner in Scharen aus allen Bereichen, schwer bewaffnet auf euch schießen. Spätestens bei einem hohen Schwierigkeitsgrad ist es dann an der Zeit immer Deckung einzunehmen. Aber auch hier gibt es ein kleines Manko, denn ihr könnt nur im Stehen Deckung einnehmen, drückt ihr LB (Deckungstaste) vor einem kniehohen Vorsprung, passiert gar nichts. Spieler die es richtig hart mögen schalten zusätzlich das Auto-Aiming und die Auto-Tequila-Zeit aus.

Sollten es Gegner dann doch mal wagen sich in einem Haus zu verschanzen, dann steht meistens ein explosives Fass in der Nähe, dass bei einer Explosion das Haus zum Einstürzen bringt und alle Gegner unter sich begräbt. Für reichlich Spektakel aus allen Winkeln ist auf dem Bildschirm zu jeder Zeit mehr als gesorgt und es macht anfangs schon eine Menge Spaß die Umgebung zu zerstören und die Spezialangriffe einzusetzen.

Die Gegner zu vernichten kann sich dann aber nach längerem Spielen durchaus als nervig herausstellen. Bepflastern bereits 200 Gegner den Boden, öffnet sich dann doch noch irgendeine Tür oder Fenster und wieder strömen etliche Gegner auf euch zu. Einigen Gegnern schießt ihr dabei zum Beispiel in den Kopf und dieser fällt mit schmerzendem Arm auf den Boden. Doch dies kann man dem Spiel gar nicht zum Vorwurf machen, da ihr im ersten Level bereits, übertrieben gesagt 3000 Leute gekillt habt, da juckt es euch dann auch nicht mehr, wie diese dann zu Boden fallen. Des Weiteren kommt es oftmals vor, dass zwar euer Visier auf den Gegner zeigt, eure Waffe in der Hand dabei in eine ganz andere Himmelsrichtung neigt. Ihr trefft den Gegner zwar, trotzdem ist das nicht schön mit anzusehen.

Ansonsten wurde das Ableben der unzähligen Halunken wunderbar in Szene gesetzt. Einige fallen rückwärts in einen Gemüsestand, andere rutschen ganz langsam über ein Geländer und andere wiederum sterben in einem 360° Kreisel. Sehr schick anzusehen!

Zensur, die man nicht verstehen muss!

Stranglehold wurde in Deutschland und nur in Deutschland, wie soll es auch anders sein, zensiert! Damit Midway das Spiel in Deutschland überhaupt veröffentlichen durfte, wurden dem Spiel einige Elemente genommen und wurde selbst nach der Schere immer noch mit einer USK Alterseinstufung "Ab 18" abgestempelt.

Dabei hatte der Mann mit der Schere bei der USK aber wohl zwei linke Hände, wie wohl alle bei der Zensur. Auf jeden Fall wurde uns in Deutschland nicht nur ein todbringender Spezialmove geklaut, sondern auch das Blut im Spiel! Aber nur im Spiel, die Zwischensequenzen und das Demoplay im Startscreen ist so was von blutig, dass die Suppe fast schon aus eurem Flachbildfernseher läuft.

Setzt ihr im Spiel zum Präzisionsschuss an, trifft die Kugel zum Beispiel den Gegner direkt ins Auge. Ohne Blut und in der DE/PAL Fassung sieht dies aber eher so aus, als ob dem Gegner eine Mücke ins  Auge geflogen wäre und nicht ein großkalibriges Geschoss. Habt ihr aber eine Mission bestanden und einer der wirklich atemberaubenden Zwischensequenzen steht an, dann dürft ihr zum Beispiel mit ansehen, wie sich das Blut an der Wand verteilen kann, wenn man einem Gegner aus 2cm Entfernung direkt zwischen die Augen geschossen hat. Oder ihr könnt bezeugen, wie es aussieht, wenn man einem durch den Rücken in die Brust schießt. Auf jeden Fall sehr rot! Das einzige was nach der USK in der deutschen Stranglehold Fassung noch rot spritzt, sind umherliegende Melonen.

Warum wird bei solchen blutigen Zwischensequenzen das Blut aus dem Gameplay entfernt? Nur weil wir nicht mit einem Knopf am Controller selbst abdrücken! Das ist der einzige Grund.

Ich persönlich kann das nicht verstehen und auch nicht hinnehmen. Selbt wenn ich nicht blutrünstig bin und auch kein Splatterfreund, muss ich sagen, dass diese Schnitte dem Spiel wirklich viel von der "Glaubwürdigkeit" nehmen. Der blutdurchtränkte Anzug von Inspektor Tequila sieht in der unzensierten Fassung so genial aus, dass man wirklich enttäuscht über die deutsche Fassung sein kann und sogar sein muss.

Warum dürfen unsere Spielerfreunde aus Österreich oder zum Beispiel aus der Schweiz alle Spiele komplett unzensiert erstehen? Ist in Deutschland die Spielergemeinde vom absoluten Wahnsinn gefährdet oder warum müssen wir mit solchen Samthandschuhen angefasst werden? Wenn Zensur, dann sollte ein europaweites System gelten und somit entweder alle Spiele zensiert oder unzensiert veröffentlicht werden. So werden nur die Abverkaufszahlen verfälscht, weil sowieso alle Spieler zur unzensierten Version greifen werden. Wir empfehlen euch in jedem Fall, wenn ihr alt genug seid und es gerne etwas roter mögt, euch unbedingt die UNCUT-Version aus den Nachbarländern zu kaufen!

Multiplayer Spielspaß für Erwachsene!

Da Stranglehold, trotz USK 18 Einstufung, reichlich in Deutschland beschnitten wurde, dürft ihr euch auch online nur mit Erwachsenen bekämpfen. Ob die DE/PAL Version mit allen anderen Versionen spielbar ist und ob der Multiplayerbereich von Stranglehold die Gesamtnote noch einmal beeinflussen kann, können wir euch erst nach dem Erscheinen des Spiels berichten, da sich zur Zeit niemand online befindet. Ist ja auch kein Wunder, da das Spiel noch nicht offiziell erschienen ist.

Ab dem 17.09. könnt ihr mit mehr Informationen zum Multiplayer rechnen. Vielleicht hilft der Multiplayer dem Spiel ja noch ein paar Punkte gut zu machen.

Fazit

Stranglehold ist wie die Popcorntüte im Kino. Sind die ersten Popcorn noch lecker, wird die Leckerei immer öder, je weiter man in der Verpackung vordringt. Actionfans weiß der Titel zwar sofort zu gefallen, aber leider nicht auf lange Zeit zu motivieren. Ähnlich wie im Kino, gibt es auch bei der Spielergemeinschaft immer zwei Seiten. Seid ihr eher der Typ der im Kino bei heftigen Explosionen und den waghalsigsten Stunts mit offenem Mund noch gerade ein WOW von den Lippen lassen könnt? Dann ist Stranglehold euer Spiel! Solltet ihr zu der Sorte Kinogänger gehören, die in einem Actionfilm eher mit dem Kopfschütteln und so was von sich geben, wie: “Mensch, muss der denn niemals Nachladen?“ oder „Ist das Mister Unverwundbar?“, dann lasst lieber gleich die Finger von diesem Titel.

 

Actionfans, die ein kurzweiliges Spektakel ohne viel Tiefgang erleben möchten, können wir Stranglehold in der unzensierten Fassung wärmstens empfehlen

Pro
  • Voll zerstörbare Umgebung
  • Chow Yun Fat at his best!
  • Sehr gute Sprachausgabe
  • Gute Steuerung
  • Viel Spektakel
Kontra
  • Wenig Langzeitmotivation
  • Zensur in der deutschen Fassung
  • Schlechte K.I.
Einzelspieler
8.0
Mehrspieler offline
-
Xbox LIVE Mehrspieler
-
Steuerung und Gameplay
8.6
Grafik und Präsentation
8.1
Sound, Musik und Special FX
8.2
Sprachausgabe
deutsch
Bildschirmtexte
deutsch
Zensur
Zensiert
Spielzeit ca. in Stunden
+10
Geeignet für
Anfänger bis Profis
Altersfreigabe
Ab 18 Jahren

Xboxdynasty Gesamtbewertung



Die Wertung ist keine Durchschnittswertung aus den einzelnen Wertungskriterien, sondern eine Gesamtbewertung des Titels.

xd113 schrieb am 05.11.2007 00:55
xd113 (Würzburg) - ProIch habe selber dieses Spiel und es bietet absoluten Spielspaß.
Da kommt freude auf die Kugel in Zeitlupe beim Eintreten und rauskommen zu sehnmelden
Furious Taz schrieb am 12.10.2007 09:12
Furious Taz () - Undergroundja aber heutzutage ist doch echt fast jedes game geschnitten. Warum dann nur hier Contra ?melden
Z0RN schrieb am 06.10.2007 20:46
Z0RN () - UndergroundWeil jegliche Zensur negativ ist und es schon oft vorkam, dass die BRD-Cut Version gegen den Rest der Uncut-Welt nicht online spielen konnte? Siehe Saints Row! Spielelemente zu entfernen ist immer schlecht.melden

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