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Top Spin - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
06.04.05
Streetdate
28.10.2003
Spielgenre
Sportspiel
Entwickler/Publisher
unbekannt
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1
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Top Spin Review

Top Spin das älteste Videospielgenre Tennis trumpft endlich wieder auf. Mit toller Grafik, authentischer Atmosphäre, reduzierter Steuerung und emotionalem Karrieremodus verweist "Top Spin" die bisherige Nummer eins "Virtua Tennis" auf Platz 2 der Rangliste. Die Geschichte der Tennisspiele reicht weit zurück. 1958 hatte US-Atombombenforscher William Higinbotham eine klasse Idee. Zum Tag der Offenen Tür des "Brookhaven National Laboratory" (Zentrum für Grundlagenforschung) entwickelte er den Vorläufer aller Videospiele.
Auf seinem zweckentfremdeten 12,5 cm durchmessenden Oszilloskop (Bildschirm eines Analogcomputers) sprang ein Punkt hin und her. Zwei Besucher steuerten mit klotzigen Schalthebelkästen ihre Lichtstriche und wehrten ihn ab: "Tennis for two" war unansehnlich, aber dennoch faszinierend. Erstmals sah man die Seele der Technik.
Higinbotham dachte trotz des Erfolgs seiner Erfindung nicht an Patentierung; sein Hauptziel war es, dem Publikum die neue Technologie auf spielerische Weise näher zu bringen, Sympathie zu bekommen, und das war geschafft. Doch aus dem netten Gag entwickelte sich andernorts bald mehr und die Kommerzialisierung nahm ihren Lauf. Der neue Zweig der Unterhaltungsindustrie entstand fast parallel zur Verbreitung des Computers. Die Realismus-Evolution des 58er-"Urkrebses" schritt jedoch zögernd voran.
Offizielles Videospiel war 1972 Ataris Tennis-Stilisierung "Pong", ein Spielautomat, der drei Jahre später als virtueller Wohnzimmerwettkampf massenmarkttauglich wurde - mit rasengrünem Hintergrund und Punktezähler. 1982 wurde die VCS 2600-Konsole und ihr CX40-Joystick auch hierzulande ein Renner und führte den Markt an.
Es folgten Glanznummern wie "Serve and Volley" (Accolade /Electronic Arts, 1988), "Great Courts - The Ultimate Tennis Simulation" (Blue Byte/Ubisoft, 1989) und "Tie Break" (Starbyte, 1990), das mit seiner seltsamen Satelliten-Perspektive besonderen Charme ausstrahlte. Plattformen waren auch hier der C64 sowie Amiga und Atari ST. Top-Titel der 90er war ganz klar "Jimmy Connors´ Tennis" (Handmade Software/Ubi Soft, 1994) für Nintendos Hit-Konsole den Supernintendo (SNES) und das Ataris Lynx.
Dann war es viele Jahre um Tennis auf Konsolen ruhig geworden, bis plötzlich SEGA mit Virtua Tennis ein Meilenstein der Videospielgeschichte auf den Markt brachte. Viele Entwickler versuchten den Titel zu kopieren, doch kein Titel erreichte auch nur annähernd die Klasse eines Virtua Tennis. Doch damit ist jetzt Schluss, denn Top Spin räumt das Feld nochmal gehörig auf.
Kritiken überschlugen sich bei Virtua Tennis aufgrund der simplen Steuerung und des realistischen Gameplays vom Arcade- bis zum Welttournee- und Multiplayer-Modus. Genau dort setzt "Top Spin" an. Entwicklerfirma Power and Magic rüstet Microsofts Xbox exklusiv mit "Top Spin" auf und liefert gleichzeitig das beste Tennis-Game der Next-Generation-Konsolen. Sämtliche Seiten des Filzballsports werden hier ausgereizt, das Tennisspiel scheint erwachsen.
Top Spin" beginnt ganz normal, ja, nahezu oberflächlich: Ein schiefes Menü nebst Kampfaufnahmen "echter" Spieler weist den richtigen Weg, ohne diktatorisch zu sein. Automatisch steigt ihr in die "Tennisschule" ein, lernt die Tastenfunktionen kennen, erfahrt, was passiert, wenn ihr sie länger drückt und den Ministick bewegt.

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