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Bereits seit Mitte der 1990er Jahre begeistert uns Pixar jährlich mit einem neuen, genialen und witzigen Streifen – dieses Jahr treten die Computeranimationskünstler mit "Wall • E", einem Märchen um einen zurückgelassenen Aufräumroboter auf der Erde, an. Seit 27.06.2008 dürfen die Amerikaner bereits Wall • Es Abenteuer mitverfolgen, hierzulande geht es am 25. September los. Wer sich bereits vorab auf das cineastische Erlebnis einstimmen und vielleicht auch einen Einblick in die Story bekommen möchte, der hat mit dem zugehörigen Videospiel zum Film jetzt die Gelegenheit dazu – doch stellt sich wie so oft bei Lizenzumsetzungen die Frage, ob die Qualität mit dem großen Vorbild auf der Leinwand mithalten kann. Das klären wir für euch im folgenden Review auf! |
Der letzte räumt die Erde auf Eine verlassene, ausgetrocknete Einöde – kurz und gut eine einzige, große Wüste, das ist alles, was von unserem schönen, blauen Planeten einst übrig sein wird. Eines fernen Tages weit in der Zukunft hat sich der Rest der Menschheit in ein riesiges Raumschiff, die Axiom, zurückgezogen, stark unter den Früchten der Technologie in Form von Bewegungsmangel und Fettleibigkeit leidend, und ist auf der mittlerweile 700 Jahre andauernden Suche nach einer überlebenden Pflanze. Mit dieser möchte man zurückkehren auf die Erde, diese wieder in ein grünes, wasserdurchflutetes Paradies verwandeln. Währenddessen befindet sich ein einziger Roboter auf der Erde, bereits leicht angerostet und lädiert, und geht tagtäglich seiner Arbeit nach: Aufräumen. Wall • E lautet seine Typenbezeichnung und er sammelt fleißig Schrott und Altmetall, formt es in seinem Korpus zu einem kleinen Würfel, und stapelt diesen dann auf das Groß der Türme, welche er bereits angehäuft hat.
Eines Tages jedoch landet ein Schiff auf der Erde, aus welchem eine kleine Sonde entfliegt – EVE ihr Name. Sie ist eine der zahlreichen Sonden der Menschen, welche nach Pflanzen Ausschau halten soll. Doch diese Mission soll nicht wie jede andere verlaufen, denn wie es der Zufall will, trifft die freche Sonde auf Wall • E, welcher seinerseits einen ganz besonderen Schatz in einem alten Stiefel hütet und schon nimmt das Abenteuer seinen Lauf… |
Das Gameplay Im Kern erwartet euch mit der Lizenzversoftung ein Mix aus Hüpfspiel und Flugeinlagen. Doch alles der Reihe nach. Ihr startet euer Abenteuer erwartungsgemäß auf der vollkommen heruntergekommenen Erde und werdet in die Spielmechanik eingeführt. Dabei folgt ihr einer kleinen Schabe, welche euch mehr oder weniger durch das Level geleitet. Dabei hüpft ihr über Hindernisse oder weicht selbigen aus, sammelt Gegenstände ein, um Bonusinhalte wie Kostüme, Konzeptgrafiken und Videos oder auch Mehrspielerkarten freizuschalten sowie Energiekapseln, damit ihr eine der zahlreichen Würfelstationen bedienen könnt. An letzteren habt ihr die Möglichkeit, je nach Station, eine von drei unterschiedlichen Würfelsorten herzustellen – den normalen Schrottwürfel, welcher durch Werfen zur Attacke auf Gegner oder zur Aktivierung von Schaltern dient. Desweiteren gibt es den Energiewürfel, welcher die Aufladung von Ladestationen erlaubt um anschließend bestimmte Mechanismen in Gang zu setzen und zuletzt sei noch der Magnetwürfel genannt, welcher seinem Namen alle Ehre macht und allerlei Effekte in der Spielwelt durch seinen Magnetismus erzielt.
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Die insgesamt neun Level teilen sich grob auf drei unterschiedliche Spielweisen auf. Zum einen Geschicklichkeitslevel mit Wall • E unter Einsatz der oben genannten Würfel, zum anderen Flugeinlagen auf der Erde und im Weltall mit EVE. Während ihr zunächst nur die Geschicke des kleinen Roboters und seiner Würfel steuert, trefft ihr bald schon auf EVE – durch sie erlangt ihr zum einen eine Schusswaffe, mit welcher ihr euch der später zahlreich auftauchenden Widersacher entledigen könnt, zum anderen dürft ihr ihre Geschicke in zwei Levels auch selbst übernehmen. Dann müsst ihr bestimmte Ziele erfüllen und Geschicklichkeitseinlagen der Marke "Fliege durch zehn Ringe" erledigen. In manchen Levels begleitet euch EVE auch, so dass ihr die Vorzüge beider Protagonisten genießen könnt – während ihr also mit Wall • E fahrt und hüpft sowie Würfel herstellt und zur Lösung von Aufgaben nutzt, begleitet euch EVE und ballert auf Knopfdruck diverse Kontrahenten aus eurem Sichtfeld. Zusätzlich könnt ihr mithilfe der Roboterdame auch kurzzeitig über Hindernisse fliegen – seltsam ist jedoch, dass sie in den Cutscenes behende (sogar samt ihrem neuen Roboterfreund) durch die Szenerie jettet, während des eigentlichen Spiels dieselbe Aufgabe aber nur wenige Sekunden bewältigen kann.
So kämpft ihr euch also durch die neun Levels und die Geschichte des Films. Das hört sich bisher ja alles recht spannend und unterhaltsam an, nur leider schlägt bei dieser Umsetzung wieder einmal die ungeschriebene Regel der Videospielindustrie zu, dass Lizenzumsetzungen nichts taugen. |
Ein kleiner Roboter auf großen Abwegen Neben der teils extrem hakeligen Steuerung, welche einem bei so mancher feinfühligen Plattformpassage die Suppe versalzt, erlebten wir nicht nur teils üble Clipping-Fehler sondern sogar, dass wir plötzlich unsere Spielfigur nicht mehr steuern konnten und diese sich mit erhöhter Geschwindigkeit auf die Levelbegrenzung zubewegt hatte, um letztendlich in der schwarzen Leere vor sich hin zu treiben. Nur ein Neustart des Spiels schaffte Abhilfe, so dass wir jedoch auch das gesamte Level (Im Weltall mit EVE) von Neuem beginnen mussten. Ebenfalls extrem spielspaßmindernd sind die karge, triste und stets monotone Optik und das stark reptitive Gameplay – ihr macht permanent dasselbe, ohne jegliche nennenswerte Abwechslung. Zwischendrin müsst ihr, in Anbetracht der eigentlichen Zielgruppe, teils wirklich happige Shooter-Elemente bewältigen, bei welchen ihr von feindlichen Robotern (sog. "Stewards") förmlich überrannt werdet. Letztere stehen gern übereinander gestapelt herum, seltsam ist hierbei, dass die obere Reihe weiterhin in der Luft "steht", wenn ihr die unteren weg schießt. Ein weiterer negativ aufgestoßener Faktor ist, dass ihr oft gar nicht wisst was ihr tun müsst oder wohin ihr gehen müsst. Das Spiel gibt euch keinerlei Anhaltspunkte mit Ausnahme von sehr allgemeinen und in der Regel knapp gehaltenen Zielbeschreibungen im Pause-Menü. Obwohl Wall • E neun Levels und ein Bonuslevel bietet habt ihr das Hauptspiel in weniger als sechs Stunden hinter euch gebracht. Hauptmotivation dabei wird, so war es zumindest bei uns, das relativ leichte Sammeln von Erfolgen sein, ansonsten "glänzt" das Spiel mit unendlicher Inspirationslosigkeit und Langeweile. |
Mehrspielermodus Überraschenderweise haben die Heavy Iron Studios Wall • E sogar einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler gegeneinander sowie einen Kooperationsmodus für maximal zwei Spieler miteinander gewidmet. Im 4-Spieler-Kampf dürft ihr auf mehreren Karten gegen bis zu drei Freunde antreten und in bester Deathmatch-Manier auswerten, wer der beste Kämpfer ist. Alternativ könnt ihr in der Würfeljagd gegen maximal drei Kontrahenten antreten. Das Spiel läuft eine Minute und wer von dieser Minute die längste Zeit den begehrten Würfel trägt, gewinnt. Im 2-Spieler-Koop-Modus könnt ihr gemeinsam gegen die Zeit antreten oder euch eurer Metalloberfläche längstmöglich erwehren.
Egal, welchen Modus ihr wählt, der Spielspaß hält sich dabei sehr stark in Grenzen – nicht zuletzt durch den abwechslungsarmen, unspektakulären Spielablauf, viel mehr aber durch die geringe Auswahl an Karten sowie deren ultimative Einöde, welche noch dazu spätestens bei vier Spielern für Unübersichtlichkeit sorgt, da alles zu einem einheitlichen Farbbrei verläuft. |
Präsentation Wie weiter oben bereits angedeutet zeichnet sich die visuelle Präsentation Wall • Es durch abwechslungs- und detailarme Szenarien im Einheitsfarbbrei aus, dazu gesellen sich teils üble Grafik- und Clippingfehler sowie verwaschene Texturen und mittelmäßige Animationen. Am ehesten ist der Titel optisch mit Xbox-Titeln der ersten Generation zu vergleichen und selbst hier tut er sich im Vergleich schwer.
Akustisch werden euch nette Soundeffekte und Musikstücke aus dem Film geboten sowie eine charmante Sprachausgabe, speziell Wall • E und EVE wissen zu gefallen. Manche Musikstücke sind allerdings dermaßen einfallslos und nervend, das ihr schon bald zum Lautstärkeregler greifen werdet. |
Fazit Bereits die Umsetzungen von "Die Unglaublichen" und "Ratatouille" waren allerhöchstens Mittelmaß, aber dennoch immer auch lohnenswert für deren eigentliche Zielgruppe, der Kinder ab sechs Jahren. Mit Wall • E werdet ihr aber sicherlich selbst letztere höchstens zum Einschlafen vor dem Screen bewegen können, denn die Versoftung ist spielerisch und audiovisuell eine herbe Enttäuschung. Immerhin hat man eine Parallele zur abgestorbenen Erde des Films geschaffen – denn ebenso trist und öde gestaltet sich das gesamte Spiel – da kann auch der Mehrspielermodus nicht mehr viel retten. Schade!
Die Umsetzung von Wall • E stellt für Jung und Alt gleichermaßen eine herbe Enttäuschung dar. Finger weg!
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Pro
- Filmlizenz
- kindgerecht
- witzige Synchronstimmen
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Kontra
- Permanente Monotonie in Gameplay und Präsentation
- Üble Grafikfehler und Bugs
- Kein Xbox LIVE-Support
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