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Wolfenstein - Testartikel

Autor
Tobias Schulte - Z0RN
Erstellt am
06.09.09
Streetdate
17.08.2009
Spielgenre
Ego-Shooter
Entwickler/Publisher
Activision
Kommentare
9
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Wolfenstein Review

Der Titel Wolfenstein, bzw. Return to Castle Wolfenstein war und ist bis heute ein heikles Thema in Deutschland. Der Grund sind die zahlreichen Hakenkreuz-Symbole und Hauptschurken unter der Führung von Adolf Hitler. Damit das aktuelle Wolfenstein-Spiel überhaupt in Deutschland erscheinen durfte, musste natürlich an vielen Ecken und Kanten erstmal die Zensurschere angesetzt werden. Activision hat es dann aber mit einigen Wochen Verspätung doch noch geschafft ein USK Siegel ab 18 Jahren zu erhalten und das Spiel zu veröffentlichen. So weichen Hierzulande die Hakenkreuze nun Wolfenstein-Symbolen und die Nazis werden "liebevoll" die Wölfe genannt. Im Spiel übernehmt ihr die Rolle von B.J. Blazkowicz, mehrfach ausgezeichnetes Mitglied des Geheimdiensts OSA, und werdet auf eine Spezialmission tief ins Feindesland entsandt. Ihr müsst Beweise dafür finden, dass der Feind eine neue, mysteriöse Macht unter seine Kontrolle gebracht hat.

Wolfenstein kombiniert während eurer Mission schnelle und einfache Ego-Action mit einer facettenreichen, düsteren Science-Fiction-Welt. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Im Spiel wird fleißig rumgeballert und dabei setzen sich immer mehr dunkle Mächte frei. Ob das dem Spiel wirklich reicht, um auf der Xbox 360 zu überzeugen, erfahrt ihr nun in unserem Testbericht.
Amerikanischer Agent Blazkowicz ohne Akzent
Durchaus effektvoll werdet ihr im Spiel als Held Williams B.J. Blazkowicz empfangen. Die Hauptfigur ist eine faltige unrasierte Mischung aus dem älteren Bruder von Chris Redfield und Alan Wake. Besonders gesprächig seid ihr in der Rolle aber nicht gerade. Alles wird mit einer besonderen Coolness hinter euch gelassen und während die Soldaten auf einem explodiertem Schiff im Feuer schreien, habt ihr gerade mal ein müdes Schmunzeln am Zünder auf Lager. Nicht nur optisch ist es nicht gerade leicht sich mit der Rolle von B.J. zu identifizieren, auch im Spiel fehlt es dem Typen irgendwie an Persönlichkeit. Welcher Amerikaner heißt schon Blazkowicz, spricht dazu ohne Akzent und bestreitet seine Missionen als Spion? Alles Fragen, die ihr euch im Spiel besser nicht stellen solltet, denn Wolfenstein hat nichts für "Story-Telling" oder etwas dergleichen übrig.

Im Spiel werdet ihr auf eine wenig fordernde Reise zwischen zwei Welten hin und her geschmissen. Welche Rolle ihr dabei übernehmt? Dass spielt irgendwie ebenfalls überhaupt keine Rolle und das werdet ihr auf eurer gefährlichen Mission in einer paranormalen Welt auch nicht herausfinden.
Wechselbad der schleierhaften Gefühle
Die Einzelspielerkampagne spielt sich wie ein Wechselbad der Gefühle. Häufig begegnet euch Wolfenstein ernüchternd, öde, linear und wenig spektakulär. Dennoch solltet ihr unbedingt weiter spielen, bis ihr das Medaillon habt, dass euch durch einen Schleier in eine Parallelwelt abtauchen lässt. Mit diesem Artefakt könnt ihr unter Einsatz von Schleier-Energie unglaubliche, in grün eingetauchte, flatternde Bereiche sehen und eine völlig neue Welt betreten. Diese Welt hinter dem Schleier hat so einige Überraschungen zu bieten. Ihr könnt Geister bekämpfen, Verstecke ausfindig machen oder verschlossene Bereiche einfach durchqueren. Ihr bewegt euch schneller, richtet mehr Schaden an und könnt mit weiteren Schleier-Upgrades Gegner durch Wände ausspähen oder aber durch Barrikaden schießen. Des Weiteren ist diese Schleier-Perspektive enorm nützlich, um Feinde zu besiegen.

Eure Gegner leuchten förmlich so lange vor sich hin, bis sie sich eine Kugel von euch gefangen haben. Darüber hinaus wird bei den dicken Brocken die Schwachstelle deutlich gekennzeichnet und schon stellt dieser Feind keine Herausforderung mehr dar. Auch das Gameplay ändert sich zum Positiven. Während ihr sonst nur blöde herumlauft und von Ladezeiten angenervt werdet, um ein paar Wölfe auszuknipsen, geht es in der Schleierwelt richtig ab.

Brücken stürzen in Zeitlupe in sich zusammen, Wände wollen euch zerquetschen, diverse Fallen saugen an eurer Lebensenergie und verschiedene Geister verstärken eure Gegner mit Schilden oder heilenden Kräften. Im weiteren Spielverlauf erhaltet ihr neue Kräfte und könnt zum Beispiel ein Schild um euch herum aufbauen und gegnerische Kugelsalven, alá Neo aus Matrix, aufhalten und ausbremsen. Diese Macht müsst ihr dann spätesten bei einem der Endgegner richtig kontrollieren.

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