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AMY

Autor: Daniel Flege - Quentara
Streetdate: 11.01.2011
Gametyp: Horrorspiel
Entwickler: VectorCell
Publisher: Lexis Numérique
Leser: 2236

Fans von Survival Horror Abenteuer dürfen aufatmen. Mit Amy ist nun ein Horror-Spiel auf dem Xbox LIVE Marktplatz erschienen, in dem ihr einmal mehr gegen eine Horde von Zombies antreten dürft. Im Titel des französischen Publishers Lexis Numérique übernehmt ihr die Rolle von Lana, einer durch einen Kometeneinschlag ebenfalls infizierten jungen Frau, die sich um die autistische Amy kümmern muss. Das kleine Mädchen scheint nämlich der einzige Weg der Heilung für die zu willenlosen Monstern mutierten Bewohner des Planeten zu sein. Gejagt von Wissenschaftlern, dem Militär und den Zombies selbst müsst ihr alles geben, um Amys und euer Leben zu schützen. Lana entdeckt, dass sie durch Amys Nähe nahezu keine Symptome zeigt. Doch ist das Mädchen wirklich der Schlüssel? Was verbirgt sich hinter der grässlichen Mutation und, vor allem, ist das Spiel seine 800 Microsoft Points wert? Wir haben uns für euch durch die gruseligen Schauplätze des Titels gekämpft, um es für euch herauszufinden.

Frische Ideen

Survival Horror und Zombieshooter gibt es bereits wie Sand am Meer. Wodurch soll sich Amy also von der Masse abheben? Ganz klar durch die Atmosphäre und die dadurch resultierende Spielmechanik. Lana kann sich im Kampf gegen die seelenlosen Monster nur mit den nötigsten Waffen, wie beispielsweise einem Baseballschläger, bewaffnen. Das Schleichen und Verstecken unter Schreibtischen oder in Spinten gehört damit für euch zur Tagesordnung. Auch die Beziehung zwischen Amy und Lana ist essenziell für das Spieldesign des Titels. Manche Bereiche sind nämlich nur für das kleinen Mädchen zugängig, weshalb ihr Amy regelmäßig in die Gefahr entsenden müsst, um zum Beispiel Knöpfe in abgeschlossenen Räumen durch einen Luftschacht zu erreichen. Logisch aufgebaut ist der in sechs Kapiteln unterteilte Spielablauf allerdings nicht. So müsst ihr Lana auf der einen Seite eines Raumes eine Leiter hinaufschicken, um dort einen Knopf zu betätigen. Damit lässt sich ein Aufzug aktivieren, welcher Amy auf der anderen Seite des Platzes eine Etage höher befördert, um dort einen weiteren Knopf drücken zu können. Dieser öffnet dann ein Gitter, welches euch zuvor den Weg versperrte. Wer im realen Leben eine solche Konstruktion bauen würde, um ein einfaches Durchgangstor zu sichern, werden wohl nur die Entwickler wissen.

Gruseliges Spieldesign

Auch der restliche Verlauf des Titels kommt nicht über das simple Schleichen und Verstecken des ungleichen Teams hinaus. Da helfen auch Amys Spezialkräfte nicht, die sich das kleine Mädchen im Laufe des Spiels aneignen kann. Dabei sind ihre Talente, wie beispielsweise eine Blase zu erzeugen, die sämtliche Geräusche verschluckt, durchaus nützlich. Die Umsetzung der vielen guten Ideen hapert allerdings an der hakeligen Steuerung. Lana lässt sich nur sehr träge lenken und reagiert gerade in Kämpfen gegen schnelle Zombies nicht agil genug, um euch vor einem raschen Tod zu bewahren. Als Spaßkiller beweist sich zudem das Speichersystem, welches mit rar gesäten Checkpoints arbeitet. Wollt ihr gar während eines Kapitels die Konsole ausschalten, so müsst ihr Amys Abenteuer beim nächsten Start wieder ganz vom Beginn des letzten Kapitels durchleben. Motivierendes Spieldesign sieht anders aus. Auch die Grafik kann nicht mithalten. Zwar wurden die Charaktere und die einzelnen Umgebungen anschaulich und düster inszeniert. Die ständig nachladenden Texturen, die stockende Framerate und die pixeligen Zwischensequenzen versetzen der Atmosphäre allerdings schnell einen herben Dämpfer. Zudem wechseln die Entwickler zwischen 3D- und 2D-Cutscenes, was nicht wirklich zum Stil des Titels passen mag. Musikalisch setzt Amy nur wenig Akzente. Düstere oder treibende Musik, wie sie in manch nervenaufreibender Szene eingesetzt werden könnte, wird nur sehr dezent verwendet, was gerade bei Schockern kaum den gewünschten Effekt hervorruft. Alles in allem wirkt Amy hierdurch wenig nach Horror und mehr nach purem Überleben, was jedoch eher der Steuerung und dem verfehlten Speichersystem geschuldet ist.

Auf dem Papier strotzt Amy nur so vor neuen und gruseligen Ideen. Die Story um die infizierten Zombies, die Beziehung zwischen dem ungleichen Paar Amy und Lana sowie deren Teamplay beim Lösen von Rätseln könnten für frischen Wind im Survival Horror Genre sorgen. Leider verpatzten die Entwickler diese hervorragenden Ansätze durch schlechtes Spieldesign und massig Probleme bei der Steuerung. Unrealistische Spielverläufe, das stets gleiche Vorgehen bei Rätseln und eine wirre Kameraführung tun hier ihr Übriges, um nicht viel vom Spielspaß übrig zu lassen. Immerhin kann Amy auf der emotionalen Seite ein wenig punkten. Auch die dunkle Grundstimmung kann überzeugen, wobei diese durch grafische Schwächen und eine zu dezente musikalische Untermalung leidet. Alles in allem solltet ihr euch die 800 Microsoft Points lieber für die kommende Silent Hill HD Collection sparen oder sie in das wesentlich gruseligere Resident Evil 4 HD investieren.

"Viel Survival, wenig Horror. Bei Amy wurde viel Potenzial verschenkt."


Pro:
  • Emotionale Bindung zwischen den Charakteren
  • Solide Story
  • Viele Rätsel
  • Frische Ideen...

Kontra:
  • ...die jedoch schlecht umgesetzt wurden
  • Abwechslungsarmer Spielablauf
  • An den Haaren herbeigezogenes Leveldesign
  • Pixelige Zwischensequenzen
  • Hakelige Steuerung
  • Verwirrende Kameraführung
  • Instabile Framerate
  • Missglücktes Speichersystem

Einzelspieler: 4.3
Mehrspieler: -
Xbox Live: -
Steuerung: 4.2
Grafik: 5.0
Sound: 5.8
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 6
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

Gesamtbewertung
4.4


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