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Arcania: Gothic 4 Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster Streetdate: 12.10.2010 Spielgenre: Rollenspiel Entwickler: Spellbound Publisher: JoWooD Hits:3609 Gothic, ist das nicht so eine Musikrichtung? Ja, da habt ihr recht, aber wir sprechen hier von einer Spielserie, die es bisher nur für den PC gab. Vor ein paar Jahren erreichte sie ihren Tiefpunkt mit dem dritten Teil, der euch Bugs nur so um die Ohren haute. Doch nun will Jowood euch mit einem Nachfolger beglücken, der nicht nur die Fehler seiner Vorgänger wett machen, sondern auch noch die Konsolenspieler begeistern soll. Gothic für die Xbox 360, kann das gut gehen? Alles begann mit einer Hochzeit Wie bereits erwähnt, ist Arcania: Gothic 4 das erste Gothic Spiel für eure geliebte Konsole. Daraus könnt ihr leicht schlussfolgern, dass ihr nicht unbedingt die Vorgänger gespielt haben müsst, um die Geschichte zu verstehen. Tatsächlich legen die Entwickler von Spellbound darauf sehr großen Wert und wollen den Spielstart einsteigerfreundlich gestalten. Wie könnten sie so etwas erreichen? Genau, mit einem neuen Charakter, der in Gothic noch nie eine Rolle gespielt hat. Der namenlose Held, den ihr selbst nicht modifizieren könnt, ist Schafhirte und träumt von einer Hochzeit mit seiner Angebeteten Ivy. Er lebt auf der kleinen Insel Feshyr, auf der noch konservative Sitten herrschen. Um seiner Freundin den Hof zu machen, muss er erst einmal die Erlaubnis seines zukünftigen Schwiegervaters einholen. Für ihn muss er diverse Prüfungen bestehen und vorweisen, dass er mit Schwert, Bogen und Magie umgehen kann. Diese kleinen Quests dienen als Tutorial und zeigen euch, wie das Spiel gesteuert wird, worauf wir später noch weiter eingehen. Habt ihr den grimmigen Schwiegervater erst einmal überzeugt, erfahrt ihr, dass Ivy von euch schwanger ist. Wie war das doch gleich mit keinem Sex vor der Ehe? Aber egal, euer Alter Ego ist davon schwer begeistert und freut sich schon auf ein gesittetes Leben. Doch er hat die Rechnung ohne den König Rhobar III, den bisherigen Helden der Gothic Reihe, gemacht. Er will das gesamte Land unter seine Herrschaft bringen und schreckt vor Gewalt nicht zurück. Bis dahin ist die etwas ungewöhnliche Geschichte bekannt, danach leider nichts mehr. Bislang wissen wir nur, dass sich unser Held aufgrund des Erscheinens von Rhobar III zum Festland Argaan aufmacht – ohne seine Ivy. Wieso, weshalb, warum? Das erfahren wir hoffentlich bald. Mogelei oder doch nicht Die Handlung klingt sehr interessant. Es ist überaus mutig, ein Spiel so romantisch zu beginnen. Schließlich waren die bisherigen Gothic Fans bekannt eher männlich zu sein und keinen Sinn für Kitsch zu haben. Uns gefällt der Einstieg aber sehr gut und müssen die Entwickler dafür loben. Was uns neben der Geschichte positiv auffällt ist die Atmosphäre, die bislang auf den Bildern und diversen Trailern zu erkennen ist. Die Umgebungen sind detailliert und facettenreich. Vor allem die Wälder mit den Schattenspielen der Bäume können punkten. Hübsch anzusehen ist darüber hinaus der virtuelle Regen. Der Boden weicht dadurch auf, es bilden sich Pfützen und euer Charakter wird nach und nach nasser. Ebenso sehen die Städte mit den unterschiedlichsten Baukünsten sehr variantenreich aus und versprechen viel Abwechslung. Natürlich müsst ihr das alles mit Vorsicht genießen, schließlich reden wir hier von Screenshots und Trailern, die dank Bildbearbeitungsprogrammen optimiert wurden. Wir sind gespannt, inwiefern gemogelt wurde und was euch letztendlich erwartet. Doch eins können wir euch jetzt schon verraten: Etliche Synchronsprecher aus den anderen Gothic Teilen sind wieder dabei. Da sie ihren Job schon in den Vorgängern sehr gut gemacht haben, machen wir uns keine Sorgen für Arcania. Es erwarten euch humorvolle Dialoge wie „Wenn du mich nicht durch lässt, schlag ich dich zu Brei.“ oder „Ach, halt deinen Mund, du Drecksack.“. Dieser derbe Humor der bisherigen Serie wird perfekt transferiert und wird euch bestimmt das ein oder andere Mal zum Lachen bringen. Leider sind in Vorschauvideos von anderen Gameseiten schon Mängel aufgefallen. Die Mimik und Animationen der Charaktere sind noch hölzern und sehr ruckelig. Jowood verspricht aber Besserung und bis zum Herbst sollen die Bugs entfernt wurden sein. Da sind wir mal gespannt. Keine Revolution Bei einem Rollenspiel ist neben der Handlung und Atmosphäre auch noch etwas anderes wichtig, nämlich die Sidequests. In jedem westlichen Rollenspiel könnt ihr etliche Nebenmissionen absolvieren und dabei nicht nur Geld verdienen, sondern noch mehr Zeit mit dem Videospiel vertreiben. Bei Arcania ist es nicht anders und es erwarten euch circa 300 Quests, welche in die Haupthandlung sinnvoll integriert sein sollen. Ja, ihr habt richtig gelesen, 300 Stück! Natürlich sind wieder normale Botengänge dabei wie „Besorge 50 Kräuter“ oder „Bringe den Brief an eine bestimmte Person“. Doch darüber hinaus erwarten euch Missionen, die individueller gestaltet sind. Beispielsweise müsst ihr einer Barfrau Met besorgen, weil der Bote streikt. Seid ihr bei der Lagerhalle angekommen, wollen die Mitarbeiter auf einmal mehr Geld für das Gut haben. Was macht ihr nun? Gebt ihr den Leuten einfach mehr Gold, obwohl ihr wisst, dass ihr dieses nicht mehr zurückbekommt, oder schlagt ihr die Leute zusammen, um es euch kostenlos zu schnappen? Wir hoffen nur, dass sich die Entscheidungen auch in die Haupthandlung integrieren und ihr so einen bösen oder guten Charakter erstellen könnt. Wir denken da natürlich an Dragon Age: Origins oder Fable 2, wo eure Handlungen die Geschichte enorm verändert hat. In Arcania sind euch darüber hinaus besondere Hilfsmittel geboten, die bisher in keinem Gothic Spiel zu finden waren. Ihr könnt in dem Hauptmenü beispielsweise einschalten, ob im Spiel eine Mini Map angezeigt werden soll oder eure Questgeber ein Ausrufezeichen über ihren Köpfen haben. Natürlich sind diese Maßnahmen keine Neuheiten und werden einige von euch verwundern. Schließlich habt ihr diese Optionen in anderen Spielen von vornerein. Bei Gothic gab es die Integrierung bisher nicht. Danke Spellwood, dass ihr daran denkt! Denn stellt euch mal vor, wie ihr euch in einer großen Spielwelt ohne Karte zu Recht finden müsstet. Das würde nicht nur etliche Stunden dauern, sondern auch viele Nerven kosten. Es wird heiß Was könnte darüber hinaus bei einem Rollenspiel nerven? Genau, die Kämpfe. Die bisherigen Gothic Spiele haben gerade bei Gefechten ihre Schwäche offenbart. Die Kämpfe waren entweder zu simpel oder viel zu schwer. Nie konnten die Entwickler eine Balance finden. Bei Arcania wollen es Spellbound besser machen und haben eine simple Steuerung eingeführt. Mit einem Druck auf eine Taste greift euer Charakter an, mit einer anderen blockt er. Wie stark eure Attacke wird, hängt von eurem Timing ab. Schlagt ihr nicht im richtigen Moment zu, ist euer Angriff schwach. Was ist aber mit dem richtigen Moment genau gemeint ist, ist noch nicht bekannt. Die Kämpfe sollen dadurch dynamischer werden und nicht zu einem reinen Button Smashing mutieren. Schuld daran haben auch die drei unterschiedlichen Zauber, die ihr im Spielverlauf lernt. Die drei Magieschulen Inbrunst (Feuer), Gleichmut (Eis) und Dominanz (Blitz) sorgen für Abwechslung und etwas mehr Taktik auf dem Schlachtfeld. Übrigens, wenn euch die Kämpfe zu schwer sind, könnt ihr einfach einen leichten Schwierigkeitsgrad auswählen. Insgesamt sind vier Schwierigkeitsstufen integriert, wodurch Anfänger wie auch Fans der Serie gleichermaßen fair gefordert sind. Löblich! Habt ihr die Gefechte erfolgreich gemeistert, warten auf euch Erfahrungspunkte, die ihr in einem Fertigkeitenbaum ausgibt. Dort könnt ihr acht Attribute wie Magie, Kampffähigkeit oder Ausdauer bis zur maximalen Stufe 26 steigern. Jedoch schaltet ihr nur bis Level 16 neue Fähigkeiten frei. Darunter fallen zum Beispiel der mächtige Schlag, der den Gegner zum Boden wirft und bewusstlos macht, oder der Schlaghagel, bei dem ihr fünf beliebige Schlagkombinationen hintereinander ausführt. Natürlich werden auch eure Zauber gestärkt und aus eurem anfänglichen Feuerball wird ein riesengroßes Inferno. Eure neuen Fertigkeiten könnt ihr dann an den mehr als 30 verschiedenen Monstern beziehungsweise Feinden ausprobieren, die sich dank des Tag- und Nachtzyklus immer wieder abwechseln. Durch diese etlichen Kämpfen und mit den über 100 Ausrüstungsgegenständen kann doch fast nichts mehr passieren oder? Fällt euch etwas auf? Die Vorschau ist für unsere Schreiberin Sandra relativ kurz. Das wäre kein Wunder, wenn das Spiel gerade erst angekündigt wäre und die ersten Informationen und Vermutungen zusammen getragen werden. Doch selbst bei der Metal Gear Solid: Rising Preview konnte sie mehr schreiben und hatte letztendlich mit ihren Thesen, wie das Spiel aussieht, sogar recht. Warum also ist diese Vorschau so kurz? Die einfache Antwort: Es gibt keine weiteren Informationen. Wir wissen nicht, von welchem Spiel vor Release so wenig bekannt war wie bei Arcania. Momentan hört es sich nach einem normalen europäischen Rollenspiel ohne Ecken und Kanten an. Das Game hat nichts, was auch andere nicht haben. Ihr habt Quests und unkomplizierte Kämpfe schon in Dragon Age: Origins bestritten, warum nun also auch in Arcania? Wo ist das Besondere? Was uns fehlt ist eine spielbare Version, die uns beweist, dass der vierte Gothic Teil ein Kauf für jeden Rollenspielfan wert ist. Wir hoffen, dass wir spätestens auf der Gamescom ein paar Spielabschnitte bestreiten können, um euch die aufkommende Frage zu beantworten, ob Arcania besser als der miese Gothic Klon Risen ist. Verwandte Rollenspiel Spiele |
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