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Assassin’s Creed Revelations

Autor: Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 15.11.2011
Gametyp: Adventurespiel
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Leser: 4275

Templer, nehmt euch in acht! Nach den ersten zwei Teilen und der Auskopplung Brotherhood geht die Assassins Creed Saga mit Revelations in die vierte Runde. Gleichzeitig möchten die Entwickler von Ubisoft ihre Trilogie rund um den Assassinen Ezio Auditore da Firenze zu einem fulminanten Abschluss bringen. In Brotherhood lag der Schwerpunkt eindeutig auf dem Aufbau einer Assassinengilde im Kampf gegen die mächtige Familie der Borgia. Dazu spendierten euch die Entwickler mit Rom die bislang größte Stadt der Serie. Revelations möchte dem in nichts nachstehen und verschlägt euch diesmal ins malerische Konstantinopel, um den Templern einen weiteren schweren Schlag zu versetzen. Natürlich darf auch die Rahmenhandlung rund um den ehemaligen Barkeeper Desmond Miles nicht fehlen, die euch auch im neuesten Serienableger an den Controller fesseln soll. Ob es den Entwicklern gelingt, euch auch im vierten Teil noch Neuerungen zu bieten und welchen alten Bekannten ihr im Spiel begrüßen dürft, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Auf der Suche nach der geheimnisvollen Bibliothek

Assassins Creed Revelations knüpft nahtlos an die Geschichte des Vorgängers an. Wer von euch auf die Story wert legt und Brotherhood noch nicht durchgespielt hat, der sollte den kommenden Abschnitt direkt überspringen. Endlich hält Desmond den Edenapfel in seinen Händen. Doch der Preis für das Artefakt, welches er unter den Ruinen des römischen Kolosseums ausmachen konnte, ist hoch. Durch die Macht des Apfels zwingt ihn die Göttin Juno dazu, seine Freundin Lucy zu töten. Desmond fiel nach der Tat in Ohnmacht. Die Entwickler ließen euch mit diesem Cliffhanger ein ganzes Jahr lang im Ungewissen.

Nun kehrt ihr in Revelations in den Körper des Desmond Miles zurück. Doch euer Geist ist seit eurer schrecklichen Tat zersplittert. Um euer Leben zu retten, hat euch die Technikerin Rebecca an den Animus angeschlossen und euer letztes Fünkchen Verstand in eine Testroutine geladen. Gefangen auf dieser Insel trefft ihr auf einen alten Bekannten, Subjekt 16, welcher ebenfalls im Animus gefangen ist. Für 16 ist es bereits zu spät, in seinen toten Körper zurückzukehren. Der verrückte Kerl hat jedoch einige nützliche Tipps, wie ihr euren Verstand wieder verschmelzen und in das wirkliche Leben zurückkehren könnt. Die vielen Erinnerungen zweier unterschiedlicher Vorfahren waren zu viel für euer Gehirn. Nun müsst ihr endlich einen Schlussstrich unter die Geschichten von Altair und Ezio ziehen, ihre fehlenden Erinnerungen synchronisieren und somit eurem Verstand mitteilen, dass ihr Desmond Miles seid.

Auf der Suche nach euch selbst begebt ihr euch in die Erinnerungen Ezios, der auf der Suche nach Altairs geheimer Bibliothek in die Assassinenfeste Masyaf reist. Doch dort angekommen wartet ein ganzes Heer Templer auf ihn. Die Festung ist besetzt und die Bibliothek nur mit speziellen Schlüsseln zu öffnen, welche natürlich verschollen sind. Ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wer die geheimen Hallen zuerst öffnet, der wird über das Schicksal der Welt entscheiden.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Ausgangspunkt des Spiels ist stets die Animus Insel, auf der sich Desmond befindet und von der aus ihr Zugang zu den Erinnerungsabschnitten von Ezio erhaltet. Bevor ihr mit dem gealterten Italiener allerdings in Konstantinopel ankommt, erwartet euch zunächst eine mitreißende Verfolgungsjagd aus der Festung Masyaf. Der Obertempler hält nämlich ein Buch in seinem Besitz, welches euch Hinweise auf die restlichen Schlüssel zur Bibliothek liefert. Nach einer wilden Kutschfahrt stellt ihr den Fiesling schlussendlich in einer von Schnee bedeckten Stadt. Von den Strapazen der Verfolgung gezeichnet schafft es Ezio, den Templer zur Strecke zu bringen und sich das Buch zu beschaffen. Gleichzeitig erhaltet ihr einen Ausblick auf den dezenten Humor des Spiels. Die zahlreichen Kampfeinlagen im Dorf quittiert der gealterte Assassine mit den Worten „Früher war das wesentlich leichter.“

Nach dem packenden Vorgeplänkel folgt nun eure Reise ins fernöstliche Konstantinopel. Dort nimmt euch der ortsansässige Assassinenführer Yusuf Tazim in Empfang und bittet euch, seine Gilde als Mentor zu unterstützen. Im Schmelztiegel der Welt haben es eure arabischen Vertreter ebenfalls mit einfallenden Templern zutun, welche die Stadt terrorisieren und beständig die Festungen der Assassinen angreifen. Neben dem Auffinden der Schlüssel zur Bibliothek erhaltet ihr somit noch weitere Aufträge, wie beispielsweise die militärische Unterstützung eurer Brüder oder den Schutz der Bürger Konstantinopels. Doch hiermit endet die Fülle eurer möglichen Taten nicht. So ist es auch in Revelations wieder möglich, Bürger für eure Bruderschaft anzuheuern und sie zu Meistern auszubilden.

Dieses Minispiel ist zudem motivierender gestaltet, als noch in Brotherhood. Ihr dürft eure Schüler nun nämlich nicht nur in fremde Städte senden, um dort Aufträge zu erfüllen, sondern könnt diese auch die jeweilige Stadt erobern lassen. Metropolen in eurem Besitz bringen euch ein regelmäßiges Einkommen, müssen aber auch gegen Angriffe der Templer verteidigt werden. So wird die Ausbildung eurer Lehrlinge nicht nur zum spaßigen Zeitvertreib, sondern kommt auch euren wirtschaftlichen Zielen zugute. Zudem lassen sich eure Gefährten wie gewohnt mit dem linken Bumper in einer Schlacht hinzurufen.

Auch die anderen Missionstypen sind nun wesentlich sinnvoller in das Spielgeschehen integriert worden, als noch in den Vorgängern. So lassen sich an geheimen Orten beispielsweise Bücher von Nicolo Polo finden, deren Übersetzung auf weitere Schlüssel und Geheimnisse hinweisen kann. Die Eroberung von Templertürmen führt zur Erhöhung eurer Rekrutenzahl, was wiederum die Möglichkeit eures Einkommens durch Eroberungen erhöht. Ansonsten reicht die Bandbreite an Aufträgen von geheimen Verfolgungsjagden, über Attentate bis hin zum Verteidigen von Festungen und bleibt somit dem Stil der Serie treu. Einen besonderen Clou stellen jedoch die Schlüsselmissionen dar. Habt ihr die begehrten Artefakte aus den Tiefen der Stadt geborgen, so feiert ihr ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Die Schlüssel erhalten nämlich Erinnerungen eures Vorfahren Altair, in dessen Haut ihr zum Abschluss der Ezio-Trilogie ebenfalls schlüpfen dürft.

Der Held des ersten Teils erzählt euch so noch einmal die Ereignisse rund um sein Leben und spielt sich besser als je zuvor. Einen besseren Abschluss, als die Zusammenführung der beiden Meisterassassinen, kann man sich kaum vorstellen.

Assassins Creed trifft Tower Defence

Im Bezug auf die Steuerung ist alles beim Alten geblieben. Ihr steuert Ezio, Desmond und Altair noch immer mittels dem linken Analogstick durch die Spielwelt. Mit gedrückter A-Taste legt eure Spielfigur einen schnellen Gang ein und klettert an Vorsprüngen und Hausfassaden entlang. Haltet ihr den rechten Trigger gedrückt, sprintet euer Charakter nach vorn. Gekämpft wird wie gehabt mit der X-Taste, wobei mehrere Schläge hintereinander einen tödlichen Angriff verursachen. Haltet ihr bei einer Attacke eures Gegner RT und X gedrückt, so führt ihr einen Konter aus, welcher mit dem Ableben eures Widersachers endet.

Neu hinzugekommen ist in Revelations die sogenannte Hakenklinge. Mit dieser Verlängerung eures Arms ist es möglich, längere Sprünge durchzuführen und euch mit der B-Taste gerade noch so an einem Vorsprung einzuhaken. Zudem überwindet Ezio Kletterpassagen schneller, indem er den Haken bei einem Sprung an höheren Vorsprüngen einrasten lassen und diese somit schneller überwinden kann. Auch im Kampf ist die erweiterte Klinge ein zuverlässiger Begleiter. Lauft ihr auf einen Gegner zu, so könnt ihr mit gedrücktem B-Button einen Hakenwurf ausführen und euch über den Gegner hinweg abrollen. Dies ist besonders von Vorteil, wenn sich euch bei einer Flucht Soldaten in den Weg stellen und ihr auf einen Kampf verzichten wollt.

Dank der Nähe zu Asien haben sich eure arabischen Assassinenbrüder in der Kunst des Bombenbastelns weitergebildet. Auch Ezio darf von diesem Wissen profitieren und sich in Revelations zum ersten Mal Sprengsätze ins Arsenal hinterlegen. In Konstantinopel findet ihr unterschiedliche Hülsentypen, Pulverformen und Ingredienzien, mit denen sich spezielle Bomben für unterschiedliche Situationen erschaffen lassen. So könnt ihr beispielsweise Knallkörper schaffen, die alle Menschen in der Umgebung aufschrecken und in Alarm versetzen, oder Rauch absondern und somit nur jene anlocken, die den Rauch auch sehen. Taktisch lassen sich die Sprengsätze somit gut einsetzen, um Wachen von ihren Posten zu vertreiben oder sich versteckende Feinde neugierig zu machen. Natürlich ist auch für Freunde der härteren Gangart mit explodierenden Schrapnellgeschossen gesorgt.

Etwas Neues haben sich die Entwickler von Ubisoft ebenfalls bei der Verteidigung eurer Assassinenfestungen einfallen lassen. Euren Unterschlupf müsst ihr nämlich nun nicht mehr selbst, sondern in einer Art Tower Defence Variation behaupten. Zahlreiche Wellen von Templern gilt es, mit Hilfe von Moralpunkten fernzuhalten. Für die Moral lassen sich Assassinen auf den Dächern zur Festung hin platzieren. Assassinenführer bringen euch mehr Moralpunkte und schalten zudem zusätzliche Dächer frei. Zudem könnt ihr Straßensperren errichten und diese stufenweise ausbauen. Sobald eine Welle anrollte, versuchen eure Brüder die Straße sauber zu halten. Bricht eine der Templerwellen durch eure Verteidigung, ist die Festung gefallen. Dieser neue Modus ist zwar zu Anfang gewöhnungsbedürftig, bringt aber ordentlich Abwechslung in das im Großen und Ganzen gleich gebliebene Gameplay.

Prachtvoller Schmelztiegel

Die Assassins Creed Reihe war schon immer für ihre prachtvollen Grafiken bekannt. Dem steht auch der neueste Spross Revelations in nichts nach. Zwar gibt es keine gravierenden Veränderungen zum Vorgänger, in der geringen Zeitspanne von gerade einmal 12 Monaten seit dem Erscheinen von Brotherhood ist dies allerdings auch nicht verwunderlich. Trotzdem präsentiert sich die Welt rund um Ezio und Desmond schön wie eh und je.

Die Texturen im Spiel sind noch einen Tick schärfer und detaillierter als noch vor einem Jahr. An der Kleidung der Akteure erkennt ihr nahezu jede Faser. Auch aus der Nähe betrachtet kommen die zahlreichen Oberflächen stets hübsch daher. Bei den Gesichtstexturen haben die Entwickler ebenfalls noch einmal eine Schippe draufgelegt. Ob der vom Alter gezeichnete Ezio mit seinem ergrauten Bart und den weisen, strengen Augen oder der arabische Assassine Yusuf Tazim, der vor allem durch seine entstellende Narbe auffällt, die gestenreichen und realistischen Gesichter können vollends überzeugen. Auch die Animationen der Charaktere spiegeln ihren jeweiligen Gemütszustand wieder und bleiben dem erzählerisch hochwertigen Stil der Serie treu. Sämtliche Zwischensequenzen wurden packen umgesetzt und können von der Inszenierung jedem Hollywoodfilm das Wasser reichen.

Natürlich kommen nicht nur die Gespräche der einzelnen Personen gut zur Geltung, auch die Kampfanimationen sind wieder einmal hervorragend. Neben den bekannten Schwert- und Faustbewegungen haben sich auch neue Tötungsarten hinzugesellt. Ezio hat sich mit der Zeit vom ästhetischen Schwertschwinger zum brachialen Vollstrecker verwandelt. So rammt er seinen Feinden nun in finalen Hieben den Stahl rücksichtslos in Körper und Hals. Die Animationszeiten wurden zudem spürbar verkürzt, sodass das Spielgefühl flüssiger und präziser herüberkommt. Hierbei bleibt das Geschehen auch bei zahlreichen Gegnern oder detaillierteren Gebieten stets flüssig und ruckelfrei.

Der Star ist wie in allen Teilen der Serie auch in Revelations neben den spielbaren Helden wieder einmal die Stadt. Konstantinopel ist zwar kleiner als das gigantische Rom. Dies liegt allerdings eher an der engen Bebauung, ohne die zahlreichen Vororte und monströsen Gebäude wie beispielsweise das Colosseum. Von der grafischen Vielfalt betrachtet profitiert das ehemalige Byzanz von seinem Ruf als Schmelztiegel Europas. Die Metropole gestaltet sich bunt und farbenfroh. Dabei sorgen die zahlreichen im Spiel vertretenen Kulturen dafür, dass kein Viertel in Konstantinopel aussieht, wie das andere. Zahlreiche Eroberungen durch fremde Kulturen haben das Stadtbild geprägt. So stehen muslimischen Bauten mit Rundungen und goldbesetzten Türmen neben griechischen Tempeln und Palästen aus der Renaissance. Seid ihr in einem Stadtteil voller Prachtbauten unterwegs, so könnt ihr euch nur Hunderte Meter weiter bereits in einem mit Holzhütten besetzten Armenviertel wiederfinden.

Die Entdecker und Romantiker unter euch können Stunden damit verbinden, die Vielfalt und Anmut der Stadt zu erkunden. Auf den Straßen findet ihr Palmen und Blumenbeete. Ein Spaziergang am Ufer des Bosporus offenbart euch Boote mit bunten Segeln, während sich die untergehende Sonne im Wasser spiegelt.

Komplettiert wird die hervorragende Stimmung des Spiels durch den ebenso abwechslungsreichen Soundtrack. Fernöstliche Klänge mischen sich mit epischen Orchesterstücken und rockigen Nummern bei packenden Actionsequenzen. Natürlich sind die bekannten Synchronsprecher aus den vorherigen Teilen wieder mit an Bord. Die deutschen Stimmen von Ezio und Konsorten machen ihre Sache ordentlich und bringen die Dialoge glaubwürdig und gefühlvoll wieder. Leider passt das Gesprochene nicht immer synchron zu den Lippenbewegungen der Charaktere, was aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut. Wem die deutschen Vertreter nicht ganz zusagen, der kann die Sprachausgabe alternativ auf Englisch, Italienisch oder Französisch umstellen.

Volle Konzentration im Multiplayer

Seid ihr es leid, alleine auf der Seite des Guten zu kämpfen? Dann stürzt euch mit Freunden und Spielern aus aller Welt via Xbox LIVE in das Leben eines Templers. Der Mehrspielermodus in Assassins Creed Revelations versetzt euch in eine Trainingsumgebung von Abstergo Industries, in welcher ihr zu einem Templer-Agenten ausgebildet werden sollt.

Um euch in die Grundlagen des Multiplayerkampfes einzuweisen, dürft ihr zu Beginn eine Testsimulation durchlaufen, in der euch von einem Mitarbeiter des Unternehmens alle notwendigen Techniken erläutert werden. Das Spielprinzip unterscheidet sich hierbei kaum von der Xbox LIVE Variante des Vorgängers Brotherhood. Auch im neuesten Serienableger ist es eure Aufgabe, ein vorgegebenes Ziel inmitten einer von Menschen bevölkerten Umgebung auszuschalten. Bei den zu meuchelnden Personen handelt es sich stets um die Charaktere der anderen Mitspieler, die natürlich zeitgleich auf der Hut sind und sich nicht von euch erwischen lassen wollen. Ein blauer Rand um das Portrait eurer Zielperson gibt an, ob ihr euch dieser nähert oder nicht. Je heller die Umrandung leuchtet, desto kürzer ist die Entfernung zum Subjekt. Habt ihr euren Gegenspieler gestellt, so lässt sich wie gewohnt mit der X-Taste ein Attentat ausführen.

Für jeden erfüllten Auftrag bekommt ihr Punkte zugesprochen, die sich nach der Präzision und der Auffälligkeit eurer Morde richten. Indikator hierfür ist ein Attentatsbalken, welcher sich füllt, je unauffälliger ihr euch eurem Gegner nähert. Tötet ihr eine Zielperson beispielsweise, indem ihr sie langsam verfolgt und dann eiskalt von hinten erdolcht oder blitzschnell von einer Bank aus ins Jenseits schickt, bekommt ihr Bonuspunkte, die euch bei präzisen Aktionen schnell an die Spitze der Rangliste bringen können. Aber Vorsicht, ihr seid genauso Jäger wie gejagter. Je länger ihr überlebt, desto mehr Gegenspieler werden von Abstergo auf euch angesetzt.

Bemerkt ihr einen Verfolger frühzeitig, so könnt ihr ihn mit dem B-Button betäuben und entkommen. Gibt er sich kurz vor dem Attentat zu erkennen und ihr schafft es gerade noch den B-Knopf zu betätigen, so sterbt ihr zumindest einen ehrenvollen Tod und mindert die Punktzahl des Widersachers.

Dieses ständig unter Hochspannung stehen und auf der Hut sein macht den großen Reiz des Mehrspielermodus aus. Jeder kleinste Sprint, jede Klettertour an Hausfassaden kann euch in der Menschenmenge verraten und für eure Feinde zur Zielscheibe machen. Gleichzeitig müsst ihr immer eure Umgebung im Auge behalten und auf verdächtiges Verhalten der Bevölkerung achten. In einer Menschenmenge, auf die ihr zulauft, stehen beispielsweise fünf Personen. Vier davon unterhalten sich wild gestikulierend, eine bleibt stumm. Wartet dort ein Attentäter darauf, euch in wenigen Schritten ein Messer in die Kehle zu rammen? Wollt ihr das Risiko eingehen, weil um die nächste Ecke euer eigenes Ziel auf sein Schicksal wartet, oder nehmt ihr lieber einen Umweg durch zwei Gassen, die allerdings sicher zu sein scheinen? Bei dieser Tour durchs Ungewisse ist es zu begrüßen, dass sich Ubisoft im Deathmatch Modus gegen den aus Brotherhood bekannten Kompass entschieden hat. So könnt ihr nicht auf Anhieb sehen, in welcher Richtung sich euer Auftrag befindet, was vor allem die Zahl der umherkletternden Mitspieler drastisch reduziert.

Packende Spielmodi

Doch nicht nur im Kampf Mann gegen Mann, auch in anderen Modi kann Revelations überzeugen. So müsst ihr als Aussätziger andere Mitspieler mit einem tödlichen Virus anstecken, beziehungsweise als gesunder Charakter möglichst lange überleben, um die Runde zu gewinnen. Im Spiel „Meucheln“ dürft ihr jeden beliebigen Charakter mit der LT-Taste als Auftrag markieren und ihn dann eliminieren. Punkte gibt es allerdings nur bei von Mitspielern gesteuerten Charakteren. Ihr müsst also zunächst durch Beobachtung herausfinden, welche Person von einem Freund gesteuert wird und dann erst für Punkte meucheln. Ebenfalls motivierend sind die Varianten Artefakt-Angriff und Artefakt-Diebstahl. Im Angriff müsst ihr innerhalb eines Templerteams gegen eine andere Gruppierung antreten und ein gegnerisches Artefakt zu eurer eigenen Festung zurückbringen. Der Diebstahl-Modus bringt euch Punkte, indem ihr einen Gegenstand von einem Kontrahenten stehlt und ihn so lange, wie möglich in eurem Besitz haltet. Nachdem ihr zwei Minuten unentdeckt geblieben seid, wird das Artefakt automatisch neu vergeben.

Habt ihr die jeweiligen Runden erfolgreich abgeschlossen, erhaltet ihr als Belohnung Erfahrungspunkte und könnt im Rangsystem von Revelations aufsteigen. Zusätzlich bietet der Titel Herausforderungen, die ihr innerhalb des Multiplayermodus meistern könnt. Für erlangte Punkte und Levelaufstiege erhaltet ihr Abstergo-Credits, welche ihr im Shop in neue Fertigkeiten, Avatarbilder, Charaktere oder Kleidungsstücke investieren könnt. Auch Spitznamen lassen sich freischalten und eurem Profil zuweisen. So waren wir nach einigen Sessions aufgrund unserer unentdeckten Vorgehensweise als „Der Unsichtbare“ bekannt.

Fazit

Assassins Creed Revelations bleibt den Qualitäten der Serie treu. Eine geniale Fortsetzung der Story, die wunderschöne Stadt Konstantinopel und ein trotz seines Alters immer noch fitter Ezio Auditore ergeben zusammen einen würdigen Abschluss der Ezio-Trilogie. Die Grafik kann durch einige Detailverbesserungen, die schicken Animationen, sowie die bunte und abwechslungsreiche Metropole am Bosporus wieder einmal überzeugen. Ubisoft hat sich trotzdem nicht auf den Lorbeeren der Vorgänger ausgeruht und einige Neuerungen ins Spiel integriert. Allen voran sei hier Ezios Hakenklinge genannt, die den Spielfluss deutlich steigert. Auch das Austüfteln und Einsetzen immer neuer Bomben trägt seinen Teil zur Langzeitmotivation des Titels bei. Neue Aufträge, wie die Suche nach den Büchern Nicolo Polos oder die Jagd nach den Schlüsseln zur Bibliothek von Masyaf tuen ihr übriges. Mut haben die Entwickler bei der Integration des Tower Defence Modus bewiesen, welcher sich zwar zunächst wie ein Fremdkörper im actiongeladenen Gameplay anfühlt, nach kurzer Einarbeitung jedoch frischen Wind in den Serienalltag bringt. Absolutes Highlight für alle Fans ist die Rückkehr Altairs, der sich durch neue Missionen und die weiterentwickelte Steuerung und Grafik von Revelations besser spielt, als je zuvor. Bei all dem Lob muss jedoch auch erwähnt werden, dass das grundlegende Spielprinzip und der Missionsaufbau im Vergleich zum Vorgänger Brotherhood größtenteils gleich geblieben sind. Revolutionen im Gameplay dürft ihr angesichts der kurzen Entwicklungszeit von 12 Monaten also nicht erwarten. Dass es die Studios aus Montreal, Singapur, Bukarest, Quebec und Annecy trotzdem geschafft haben, in nur einem Jahr einen vollwertigen und genialen Titel auf den Markt zu bringen, spricht für die wohl nie versiegende Kreativität der Entwicklerteams. Bleibt nur zu hoffen, dass das für 2012 geplante Assassins Creed 3 neben frischen Hauptcharakteren auch einige bahnbrechende Neuerungen parat hat.

 

„Packende Story und epische Action. Ein würdiger Abschluss der Ezio-Trilogie!”

 


Pro:
  • Mitreißende Story
  • Umwerfende Grafik mit hervorragenden Animationen
  • Wunderschön anzusehendes und riesiges Konstantinopel
  • Gewohnt gutes Gameplay
  • Taktisches Bombenbasteln
  • Neue Hakenklinge sorgt für flotteres Spielgefühl
  • Tower Defence Verteidigung
  • Wiedersehen mit Altair als spielbarer Charakter

Kontra:
  • Teilweise Kantenflimmern
  • Stimmen nicht immer lippensynchron
  • Nur wenige Änderungen im Multiplayer
  • Missionsaufbau und Gameplay kein großer Unterschied zu Brotherhood

Einzelspieler: 9.2
Mehrspieler: -
Xbox Live: 9.0
Steuerung: 9.2
Grafik: 8.8
Sound: 8.6
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: unzensiert
Spielzeit ca. in Stunden: + 12
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

Gesamtbewertung
9.2


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