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Blacklight: Tango Down


Autor:Anja Schmidt - Alexa Jolie
Streetdate: 07.07.2010
Gametyp: Ego-Shooter
Entwickler: Zombie Studios
Publisher: Ignition
Hits:2995

Am 7. Juli 2010 war es endlich soweit und der Ego-Shooter Blacklight: Tango Down stand für 1200 Microsoft Points auf dem Marktplatz zum Download bereit. Der Entwickler Zombie Inc., der letztes Jahr das Saw-Spiel entwickelte, schickt euch nun in den Krieg. Wir haben die Chance natürlich genutzt und das Spiel für euch getestet, es wurden mal schnell 704 MB Platz auf der Festplatte geschaffen und das Spiel heruntergeladen. Mit Hilfe unseren Testberichtes könnt ihr nun nachlesen, was Blacklight: Tango Down zu bieten hat und ob sich der Kauf für euch lohnt.
Blacklight gegen The Order
In Blacklight: Tango Down dreht sich alles um eine militärische Spezialeinheit, die dem direkten Befehl des Verteidigungsministers untersteht. Die Blacklight bestehen aus den besten Kämpfern verschiedener Organisationen. Die Elitesoldaten werden unter anderem aus Delta Force, Special Forces, Navy Seals, Rangers und der CIA rekrutiert und ausgebildet, um mit extremen und unvorhersehbaren Situationen umzugehen. Die Welt des Spiels ähnelt unserer, allerdings ist sie, dem rasanten technischen Fortschritt zum Opfer gefallen und hat nun mit den fatalen Folgen zu kämpfen. Zurück blieb eine trostlose Erde und die einst pulsierenden Städte sind zu dunklen, von unzähligen Reklameflächen gesäumte Gefahrenzonen geworden. Eine Virusepidemie wütet durch alle Teile der Gesellschaft und die Bestrebungen des Militärs, das Virus als biologische Waffe zu verwenden haben nur noch weitere, tödliche Ableger geschaffen. Ein Mensch, der sich mit dem Virus infiziert hat, verliert seine Persönlichkeit und verwandelt sich in eine aggressive und schmerzunempfindliche Kreatur. Zivilbevölkerung und Regierungen werden von Aufständen geplagt. Ordnung lässt sich nur gewaltsam und durch Angst erzwingen. Zeit für euch in Blacklight: Tango Down ordentlich aufzuräumen. The Order hingegen ist eine straff organisierte Rebellengruppierung, die aus ehemaligen Mitgliedern der US Special Forces und der örtlichen Miliz besteht. Gerade weil sie so viele waffenerfahrene Kämpfer haben, sind sie ein ernstzunehmender Gegner.
Einzelspieler? Sackgasse!
Die Macher des Spiels entschieden sich bei der Entwicklung schnell dafür, ihr Augenmerk auf den Mehrspieler zu legen und haben die Pläne für eine Einzelspielerkampagne ziemlich bald verworfen. Demnach könnt ihr Blacklight: Tango Down nur in Multiplayerschlachtenspielen, was das Spiel für Silbermitglieder wertlos macht. Neben den PVP-Modi gibt es vier Black-Ops-Missionen, bei denen ihr verschiedene Ziele erfüllen müsst, während die wildgewordenen Zombies nach eurem Leben trachten. In der ersten Mission müsst ihr die Stromverbindung zu einem Funkwagen wiederherstellen, damit das Aufklärungssystem von Blacklight neugestartet werden kann. Euer nächster Auftrag befehligt euch, das von The Order besetzte Gebiet zu säubern und euch zur Brücke durchzukämpfen, wo das Flugabwehrsystem ausgeschaltet werden muss, dass die Verbündeten beschießt.
In den vier Missionen könnt ihr entweder alleine oder mit bis zu drei weiteren Spielern euer Glück versuchen. Die Black-Ops-Missionen bieten eine gute Chance das Spielverhalten kennenzulernen, bevor ihr euch in den Krieg gegen andere Spieler wagt. Zur Erfüllung eurer Missionen nutz nutzt ihr eure Haupt- und Sekundärwaffen und geht hinter Ecken, Straßensperren oder Müllhaufen in Deckung. Zum Glück sind diese nur bedingt durchlässig und tatsächlich als Schutz zu gebrauchen. In jeder Verschnaufpause wird nachgeladen und dann wieder geballert was das Zeug hält.

Leider wirkt das Spielerlebnis durch das Fehlen einer richtigen Geschichte erst einmal sehr chaotisch. Ihr erschießt hier und da Zombies, wisst aber eigentlich gar nicht wieso. Im Hauptmenü findet sich allerdings eine kurze Abhandlung zur Geschichte und den einzelnen Fraktionen. Der geplante Kinofilm und die Comics sollen dann das Weitere erläutern. Weiterhin fällt auf, dass die Macher auch auf ein kleines Tutorial verzichtet haben, um euch den Spieleinstieg zu erleichtern. Ein Blick in die Hilfedatei schafft dabei Abhilfe. Ansonsten gilt, macht einfach das, was ihr in jedem Shooter machen würdet: Waffe raus und auf alles ballern, was sich bewegt. Wenn ihr dann ein wenig geübter seid, könnt ihr die Missionen in höheren Schwierigkeitsstufen meistern, insgesamt gibt es drei von Normal über Schwer zu Geisteskrank.
Call of Duty in der Zukunft
Um euch durch die einzelnen Schwierigkeitsstufen zu kämpfen, müsst ihr die Steuerung beherrschen. Diejenigen unter euch, die bereits durch etliche Onlinestunden von Modern Warfare die Bewegungen verinnerlicht haben, werden hier keine Probleme haben. Es gilt die gleiche Tastenbelegung, als Beispiele seien nur mal genannt: Linken Analogstick zum Sprinten anklicken, mit B hinlegen. Der Ego-Shooter sticht besonders durch das Waffenmodifizierungsmodell hervor. So könnt ihr selbst entscheiden, welchen Sichtaufsatz, welches Magazin und welche Mündung euer Gewehr tragen soll. Weiter geht es dann mit der Auswahl des Laufes, des Schaftes und dem Waffen-Tarnmuster. Zu guter Letzt bringt ihr dann noch einen Anhänger an eurer Waffe an, der euch noch einmal einen weiteren Bonus bringt. Neben den Waffen könnt ihr natürlich auch eure zusätzliche Ausrüstung wie Granaten selbst bestimmen. Diese Möglichkeit des Modifizierens erlaubt es euch, die eigenen Waffen und Ausrüstungen genau auf euer Können und eure Vorlieben abzustimmen. Wollt ihr lieber eine Waffe mit schneller Feuerrate oder großem Schaden? Kein Problem, bastelt euch einfach eure Traumwaffe zusammen.

Zu den eher futuristischen Erweiterungen zählt der Hyper Reality Visor, mit dem ihr kurzzeitig durch Wände schauen könnt, um Freunde und Feinde ausfindig zu machen. Ebenfalls neu sind die Digi-Granate, die das Sichtfeld verpixelt und EMP-Granaten, die den Visor unbrauchbar machen. Neben der neuartigen Ausrüstung wie dem Visor, gibt es auch Standardwaffen wie das Scharfschützengewehr und Maschinenpistolen.

Eine kleine Überraschung aus dem Puzzlebereich sind sicherlich die zwei kleinen Minispiele, die bewältigt werden müssen, wenn ihr Türen öffnen will oder gegnerische Bomben entschärft. Dabei müsst ihr euch entweder eine Abfolge von vier Tasten merken oder durch Verschieben von Pfeilen nach links oder rechts eine einheitliche Linie bilden.

Heilung und Munition gibt es bei Blacklight: Tango Down kistenweise, im wahrsten Sinne des Wortes. Müsst ihr euch heilen, dann haltet einfach nach einem rotleuchtenden Kasten Ausschau. Für die Munition gibt es einen blauleuchtenden Container, der bei Kontakt eure Munition vollständig auffüllt. Solltet ihr trotzdem einmal in Munitionsmangel geratet, dann stiehlt einfach die Waffe eines gerade erledigten Gegners. Besonders leicht wird es dann, wenn ihr einfach in der Nähe dieser beiden Kisten bleibt und euch regelmäßig heilen geht. Diese Taktik funktioniert besonders in der ersten Mission der Black-Ops gut. Doch für Shooter-Anfänger ist das Spiel nur bedingt geeignet, denn in allen Modi müsst ihr die Gegner selbstständig anvisieren und habt keine Zielhilfe.
Lupe gefällig?
Erster Schritt sollte für jeden von euch, der Englisch nicht perfekt beherrscht, ein Gang ins Hauptmenü sein, um die deutschen Untertitel während der Missionen zuzuschalten. Neben der Sprachausgabe fällt vor allem die musikalische Untermalung auf, die zwar zum Spiel an sich passt, aber auf Dauer doch sehr nervig werden kann. Leider wurde sich bei den Waffenbeschreibungen nicht die Mühe gemacht, um die Texte ins Deutsche zu übersetzen, so kann es schon einmal vorkommen, dass ihr zunächst mit einem Wörterbuch arbeiten müsst, bevor ihr euch endgültig für eines der Magazine entscheidet.

Grafisch ist Blacklight: Tango Down für ein Arcade-Spiel auf jeden Fall anspruchsvoll, vielleicht gerade wegen den vorrangig düsteren und futuristischen Umgebungen. Sicher ist es nicht perfekt, aber wirkt zum Großteil authentisch inszeniert. Gerade weil es kein Vollpreistitel ist, kann es mit den Vorbildern aus der Szene nicht mithalten. Wer von euch nun allerdings große Explosionen oder Animationen erwartet, wird enttäuscht werden. Erledigt Gegner stapeln sich nicht auf dem Boden, sondern lösen sich buchstäblich in Luft auf und Granaten explodieren in kleinen Rauchwolken. Ein richtiges Actiongefühl mit steigendem Adrenalinspiegel wird bei euch wohl nicht aufkommen, dazu haben die Macher einfach zu wenig in solche Einzelheiten investiert.

Größter Nachteil ist die winzige Schrift, die euch mitteilt, welche Ziele ihr in den Black-Ops-Missionen erfüllen sollt oder ob ihr gerade Erfahrungspunkte bekommen habt. Dadurch, dass ihr diese kaum entziffern könnt, kommt es vor, dass ihr wohl eine Weile durch die Gegend irrt. In den Co-op Missionen weist euch glücklicherweise ein großer, blauen Pfeil e, der einem den Weg, sodass ihr auch ohne die Zielangabe den Weg findet. Gerade weil die Macher auf solche Methoden zurückgreifen mussten, wirkt der Bildschirm anfangs zu überladen, doch nach einigen Spielrunden gewöhnt ihr euch daran.
Lasst uns TÖTEN
Habt ihr euch dann mit dem Spielprinzip und der Bildschirmoberfläche vertraut gemacht, wollt ihr sicherlich online loslegen. Hierbei gibt es ein ähnliches Aufstiegssystem wie beim Call of Duty-Franchise. Ihr sammelt Erfahrungspunkte, indem ihr andere Spieler tötet oder Spiele gewinnt. Dabei gibt es sogar noch Zusatzpunkte, wenn ihr einen Kopfschuss schafft. Auch unterstützende Kills bringen euch extra Erfahrungspunkte. Je mehr Punkte ihr bekommt, umso höher steigt ihr im Rang auf. Mit steigendem Rang habt ihr Zugriff auf immer mehr Waffen und Upgrades.

Insgesamt sieben Spielmodi und zwölf verschiedenen Karten für bis zu 16 Spieler stehen euch für euer Onlinevergnügung zur Verfügung. Mit dabei sind natürlich auch Deathmatch und Team-Deathmatch, sowie Modi, die dem bekannten Suchen und Zerstören und Herrschaft von Modern Warfare ähneln. Bisher ist allerdings online nicht so viel los, was darin endet, dass ihr auch mal zwei gegen zwei spielt oder in manchen Modi gar keine Mitspieler findet. Größter Nachteil auf den einzelnen Maps ist sicherlich, dass es keine flexiblen Wiedereintrittspunkte gibt, sondern ihr immer wieder am selben Punkt anfängt. Obwohl die Basis auch von Geschützen bewacht wird, gibt es genug Spieler, die sich irgendwo vor der Basis verschanzen und jeden direkt nach dem Wiedereintritt erschießen. Das frustriert zunehmend im Laufe des Matches, wobei es dann nicht verwunderlich ist, wenn viele das Spiel vorzeitig verlassen. Die Karten an sich sind nicht besonders groß, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, so könnt ihr euch wenigstens nicht verlaufen, wenn die Karten nach Gegner abgesucht werden. Wenn ihr dann mal entweder mit dem Hyper Reality Visor oder dem bloßen Auge einen Gegner gefunden habt, wird es wohl einige Zeit dauern, bis ihr schusssicher genug seid. Manchmal werdet ihr schon sterben, bevor ihr überhaupt den Gegner gesehen habt. Da hilft dann aber die Killcam, bei der ihr seht, wo sich euer Mörder im Moment aufhält und ihr somit sofort einen Gegenangriff starten könnt.
Zeigt Fahne
Habt ihr dann einige Runden Onlineerfahrung hinter euch gebracht, wollt ihr sicher sehen, wie viel Erfahrung euch noch zum nächsten Rang fehlt oder was ihr schon alles erreicht habt, denn werft doch einmal ein Blick in den Unterpunkt mit dem Namen Spind. In der Personalakte könnt ihr unter anderem sehen, wie viele Spiele ihr gewonnen habt, wie oft ihr geschossen habt und was davon Treffer waren. Unter Auszeichnungen findet ihr eine Liste mit sage und schreibe 55 verschiedenen Herausforderungen.
Für alle, die sich bei Modern Warfare gewünscht haben, dass sie einen Erfolg bekommen, wenn sie sich durch den Prestige kämpfen, der wird sich an den Erfolgen für Blacklight: Tango Down erfreuen können. Wolltet ihr nicht schon immer allen zeigen, dass ihr besonders fies seid und den Gegner mit seiner eigenen Waffe erschossen habt? Ist jetzt kein Problem mehr. Ebenso ist von vornherein die Wahl eines Clantags möglich, um allen zu zeigen, wer der gefürchtetste Clan im Spiel ist.
Fazit
Gerade das Modifizieren von Waffen und die futuristischen Erneuerungen machen den Ego-Shooter Blacklight: Tango Down zu etwas Besonderem. Grafisch ist das Spiel kein Highlight und weißt leider auch noch einige Mängel auf. Besonders negativ sind die zu kleine Schrift und die Respawn Kills, allerdings besteht die Möglichkeit mit einem Patch auch dies noch auszumerzen und dann kann der Titel zu etwas wirklich Großem werden. Wer einen futuristischen Ego-Shooter sucht, kann beruhigt zugreifen. Wer Modern Warfare mag, wird auch diesem Spiel einiges abgewinnen können. Trotz anfänglicher Zweifel hat das Spiel im Laufe der Zeit doch Spaß bereitet. Die Onlinemodi sorgen für Unterhaltung, auch wenn sie nicht mit einem komplett neuen System aufwarten können. Negativ ist allerdings, dass ihr einige Eingewöhnungszeit braucht, um sich an die Gegebenheiten im Spiel zu gewöhnen. Das Spiel ist kein Muss, weiß aber zu unterhalten.


"Blacklight: Tango Down braucht Zeit sich zu entwickeln, macht dann aber Spaß"



Pro:
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Viel Spielspaß
  • Umfangreiches Waffensortiment
  • Waffenmodifikation unterhaltsam
  • Düstere Umgebungen

Kontra:
  • Zu kleine Schrift
  • Viele Absprachen mit Teammitgliedern nötig
  • Keine Einzelspielerkampagne
  • Wenig Nutzen für Silbermitglieder
  • Online gibt es noch zu wenig Mitspieler
  • Nervige Musikuntermalung

Einzelspieler: -
Mehrspieler: -
Xbox Live: 8.3
Steuerung: 8.7
Grafik: 8.0
Sound: 7.4
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

Gesamtbewertung
8.0


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