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Blade Kitten

Autor: Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 22.09.2010
Gametyp: Actionspiel
Entwickler: Atari
Publisher: Atari
Leser: 1869

Wenn sich auf eurer Konsole eine Frau mit großen Kulleraugen und rosa Haaren durch Spielwelten kämpft, könnt ihr normalerweise davon ausgehen Final Fantasy im Laufwerk zu haben. Solltet ihr in letzter Zeit allerdings 1200 Microsoft Points ausgegeben und 517 MB weniger Speicherplatz frei haben, kann es sich dabei auch um das Arcade Spiel Blade Kitten handeln. Wir haben uns mit der Mutation aus Katze und Mensch schon einmal auf den Weg gemacht und verraten euch nun, ob sich die Anschaffung des doch recht teuren Spiels lohnt oder ihr euch für den Preis lieber einen echten Stubentiger anschaffen solltet.Kopfgeldjägerin bei der Arbeit
In Sachen Story wird euch das Spiel nicht aus den Latschen hauen: Die Hauptfigur mit dem pinken Schopf heißt Kit Ballard und ist von Beruf Kopfgeldjägerin. Zum Glück treibt sie sich in der Stadt Hollow Wish herum, in der es von gesetzlosen Halunken nur so wimmelt. Folglich mangelt es also nie an Aufträgen und Gegner sind jeweils nur einen Steinwurf entfernt. Kit hat im Grunde aber ein ganz anderes Problem. In der Eröffnungssequenz des Spiels sprengt eine ihrer Konkurrentinnen Kits Schiff in die Luft, nur um kurz danach auch noch ihren Kopfgeldjägerschlüssel zu entwenden. Selbstredend nimmt die rosa Katze die Verfolgung auf, um sich ihr Hab und Gut wiederzubeschaffen und der blonden Rivalin die Leviten zu lesen.Der treue Begleiter einer toughen Frau
Mit Lesen werdet ihr auch beschäftigt sein, wenn ihr die englische Sprache nicht so gut versteht. Dann müsst ihr den Wortgefechten auf dem Bildschirm nämlich per Untertiteln folgen, die ordentliche Sprachausgabe gibt es nur in Englisch. Wirklich unterhaltsam sind die Dialoge allerdings nicht. Meist wird Kit angesprochen und raunt dann eine pseudocoole Bemerkung zurück. Hier sollte wohl das Bild einer toughen Frau geschaffen werden, wirklich geklappt hat dieses Unterfangen aber nicht.

Kit ist aber nicht nur keck, sondern auch ziemlich ausdauernd. Denn während der gesamten Spielzeit steht Kit kaum einmal still. In den Sidescroller-Levels muss die Dame ständig rennen, springen oder mit ihrem Schwert herumfuchteln. Aber nicht nur im Nahkampf ist das Gladius nützlich, auch weit entfernte Gegner könnt ihr auf Knopfdruck ausschalten, indem ihr euer Schwert einfach zu diesen schweben lasst. Im späteren Spielverlauf gesellt sich zum fliegenden Stahl auch noch ein kleiner lebendiger Freund hinzu. Skiffy heißt das kleine Vieh, in das sich die Protagonistin sofort verliebt und das euch an manchen Stellen der Spielwelt helfen kann, um Schalter zu aktivieren oder unerreichbare Gegenstände einzusammeln.Die Mischung macht's
Die Abschnitte sind allesamt recht abwechslungsreich gestaltet. Ihr macht zwar nie etwas wirklich Außergewöhnliches, dafür haben die Entwickler aber eine gute Mischung an Spielelementen gefunden. Erst müsst ihr zwei Schalter und dann ein paar Gegner umlegen. Danach eine Kletterpassage heil überstehen, ein Rätsel mit einer Stampfattacke lösen und schließlich auf einer Art Dinosaurier einen Abhang hinunter laufen. Zusätzlich warten in der Spielwelt einige versteckte Orte und Objekte auf euch. Ihr könnt mit Einwohnern reden, Gegenstände kaufen und die Kämpfe gegen die Endbosse sind gut gelungen und haben so manchen Überraschungsmoment zu bieten.Das Schwert geht leicht von der Hand
Ähnlich leicht wie der Schwierigkeitsgrad, dank gut gesetzten Speicherpunkten und regenerierender Energie, ist die Bedienung ausgefallen. Die Aktionstasten sind mit Nah- und Fernkampf, Springen und Interagieren belegt. Die Schultertasten benötigt ihr hingegen zum Springen und für die Defensive. Im ersten Level werden euch die Tastenkombinationen mit schnöden aber hilfreichen Texttafeln erklärt, sodass ihr nach kurzer Zeit alle Bewegungsabläufe intus habt.Farbe, Durchschnitt und die immer gleichen Feinde
Optisch kommt das Spiel im schicken Cell-Shading-Look daher. Die Figuren sehen allesamt gut aus und sind hübsch animiert. Euer Auge erblickt zwar keine richtigen Highlights, wenn ihr durch die Spielwelt hüpft, bekommt ihr aber grundsolide Grafikkost geboten. Die Level passen sich dabei Kits Haarfarbe an und sind teils knallig bunt. Mit ausgefeiltem Gegnerdesign hatten es die Entwickler aber wohl nicht so, denn an jeder Ecke lauert derselbe Typ Feind. Musikalisch gibt dann immerhin ein bisschen mehr Abwechslung. Die Musikstücke werden euch nicht vom Hocker hauen und halten sich eher bedeckt im Hintergrund, klingen aber allesamt ganz ordentlich und sind gut platziert. Die Soundeffekte gesellen sich ebenfalls zur Kategorie Durchschnitt hinzu, passend zum Rest des Spiels.Fazit
Blade Kitten ist sicherlich kein Spielerlebnis, das ihr gemacht haben müsst. Auch wenn einige Elemente nicht schlecht sind: Spielerisch bieten die Levels recht viel Unterhaltung und werden von schicken Zwischensequenzen zusammengehalten, die euch die belanglose Story näher bringen. Sammler können in den Abschnitten auf Objektsuche gehen und geheime Winkel in der Spielwelt suchen. Uns sind aber eben diese Spielwelt und die Heldin inklusive ihrer eher dämlichen Sprüche nicht gerade ans Herz gewachsen. Und wenn diese Kombination nicht stimmt, hat man auch keine große Motivation, um weiterzuspielen. Testet also am besten mal die Demoversion und investiert nur dann 1200 Points, wenn euch Blade Kitten wirklich richtig gut gefällt. Denn ansonsten lohnt sich die Ausgabe nicht.

„Teures Spiel, das nur Fans wirklich Freude machen wird“



Pro:
  • Umfangreich
  • Versteckte Orte und Gegenstände
  • Zwischensequenzen
  • Abwechslung in den Levels

Kontra:
  • Spielwelt und Heldin stark Geschmackssache
  • Story nicht motivierend
  • Überteuert

Einzelspieler: 6.3
Mehrspieler: -
Xbox Live: -
Steuerung: 6.6
Grafik: 6.8
Sound: 6.5
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 6
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren

Gesamtbewertung
6.6


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