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BLUR



Autor:Henry Lai - MadD4mon
Streetdate: 27.05.2010
Spielgenre: Rennspiel
Entwickler: Bizzare Creations
Publisher: Activision
Hits:1823


Inzwischen dürften es wohl alle, die Xboxdynasty mehr als nur einen flüchtigen Blick schenken, wissen: Ganze 5000 Keys zur Multiplayer-Beta von Bizarre Creations neuestem Arcade-Racer Blur wurden uns zur Verfügung gestellt, damit wir sie unter euch verteilen. Seit Montag Nacht füllen sich also die Email-Postfächer so langsam mit Mails, die das Tor zur Welt von Blur eröffnen. Und seit eben jener Montag Nacht spielen Tausende Rennfahrer das neueste Baby der Macher der überaus erfolgreichen Project Gotham Racing-Reihe. Auch Xboxdynasty ist dabei und berichtet hier live in einem Hands-On-Bericht von der wilden und vor allem heiß umkämpften Rennstrecke.

Falls ihr leider zu der Gattung Xboxdynasty-Leser gehört, die nicht das Glück hatten einen der Keys abzugreifen, oder ihr euch bisher einfach nicht für das Spiel interessiert habt, müsst ihr euer Grundwissen zu Blur noch ein wenig aufstocken und euch hier noch schnell einen Key sichern.
Was ist Blur eigentlich?
Blur, so heißt das neueste Spiel von Bizarre Creations, einem Entwicklungsstudio aus dem britischen Liverpool. Rennspielfans kennen diese Namen sicherlich noch aus der Project Gotham Racing-Reihe, aber auch Arcade-Titel sind den Briten nicht unbekannt. Immerhin sind sie die Schöpfer des ebenso legendären wie immer noch beliebten Geometry Wars. Blur ist allerdings ein Rennspiel durch und durch. Jedoch kein gewöhnliches, denn anstatt realistischem Fahrverhalten, detailgetreu nachgebauten Rennstrecken findet ihr hier einen reinrassigen Arcade-Racer vor. Eine handvoll Autos, einen Haufen Strecken... und Power-Ups. Wo in Project Gotham Racing oder anderen simulationslastigen Rennspielen Gegnerkontakt lieber vermieden wird, so stehen Kollisionen mit den Kontrahenten nicht nur auf der Tagesordnung, sondern sind ein wichtiger Bestandteil des Gameplays. Wer bremst, verliert und wer rammt, gewinnt!
Geht auf Tuchfühlung
Mit bis zu 20 Spielern könnt ihr bei Blur über die Strecken heizen. Karambolagen und gewagte Überholmanöver sind hier vorprogrammiert. Rasen könnt ihr übrigens nur bei Nacht, denn um die beeindruckenden Lichteffekte besser zur Schau stellen zu können, sind in der Beta nur Nachtstrecken vorhanden. Überall auf diesen Strecken liegen zudem noch Power-Ups verstreut, die ihr einfach beim Drüberfahren aufnehmen und mit einem einfachen Druck auf die A-Taste auslösen könnt. Bis zu drei Power-Ups auf einmal könnt ihr mit euch herumschleppen, zwischen denen ihr mit der X-Taste wechseln könnt.
Power-Up-Mania
Diese haben dann die unterschiedlichsten Fähigkeiten. Der Shunt funktioniert zum Beispiel ziemlich genau wie eine ferngesteuerte Rakete, die automatisch ihr Ziel sucht und effektvoll in die Luft jagt. Nur dass der Shunt eben ein dunkelrot pulsierender Ball ist, der über die Rennstrecke fegt. Nähert er sich einem Opfer, so blinkt bei ihnen auf dem Bildschirm am unteren Rand ein Warnsignal auf, das auf die nahende Gefahr hinweist. Wenn euch so ein Schicksal mal ereilt, so könnt ihr mit gewagten Lenkbewegungen versuchen dem Einschlag des Power-Ups zu entgehen. Die sehr arcade-lastige Steuerung trägt ihr bestes dazu bei, dass man bei solchen Bewegungen nicht gleich in der Leitplanke landet.

Ihr könnt aber auch orangefarbene Minen-Power-Ups auf der Strecke finden und nach Belieben verteilen. Vorzugsweise an uneinsichtigen Kurven oder direkt hinter einer Reihe besonders lukrativer Power-Ups. Falls euer Auto mal zu viel einstecken musste, helfen euch das Schild und praktische Reperatur-Kits. Besonders letzteres ist wichtig, da euer Fahrzeug nicht unendlich viel Schaden schlucken kann. Wenn ihr es übertreibt, dann werdet ihr zwar wieder nach eurer Verschrottung ins Rennen teleportiert, findet euch aber mit hoher Wahrscheinlichkeit am Ende des Feldes wieder.
Rank it up!
Neben der Sache mit den Power-Ups und dem ungewohnt actionreichen Gameplay, fällt vor allem das Rang-System des Spiels auf. Heutige Shooter mit Multiplayer-Komponente verfügen üblicherweise über Erfahrungspunkte und entsprechende Ränge, die ihr aufsteigen könnt. Das schaltet dann für gewöhnlich neue Waffen oder Perks frei, die dann im weiteren Verlauf der Multiplayer-Karriere genutzt werden können. Das ist für die Spielwelt im Allgemeinen also nichts Neues oder Besonderes mehr. Für die Welt von Blur im Speziellen aber eben doch. Denn immerhin reden wir von einem Arcade-Racer. Kenner einschlägiger Shooter wie Call of Duty: Modern Warfare 2 oder auch Bioshock 2 werden sich, trotz neuer Umgebung schnell zurecht finden. Jede Aktion während eines Rennens, wie etwa das Abschießen eines vorausfahrenden Fahrzeuges mit einem Shunt, wird mit Erfahrungspunkten (in diesem Spiel sind es Fans) belohnt. Auch die Platzierung oder Aktionen wie Driften oder Rammen werden mit der Gunst der Fans belohnt. Sind genug Fans auf dem Konto angesammelt, so steigt man einen Rang auf und darf sich über neue Autos, neue Individualisierungsmöglichkeiten oder spezielle Boni freuen. Über den Mod-Shop könnt ihr euer Auto noch mit einer Reihe von Fähigkeiten ausstatten, die euch auf der Rennstrecke einen Vorteil verschaffen können. Auch neue Spielmodi werden auf diese Weise freigeschaltet.
So spielt es sich
Klingt das nicht alles super? Im Grunde ein Mario Kart gepaart mit den stylischen Fahrzeugen eines Need for Speed. Wie super das alles ist haben wir uns gleich nach dem Versenden der Keys angesehen und sind einige Runden mit einem Audi TTS und neun bis neunzehn Gegnern gefahren.

Das erste Rennen beginnt, wie erwartet, sehr chaotisch. RT ist für das Gas zuständig, LT für die Bremsen und mit dem linken Analogstick lenkt man den Wagen um die Kurven. Die Steuerung der Wagen geht zwar locker von der Hand, doch schon auf den ersten Metern nach dem Start gehen die Gegner auf Tuchfühlung. Es wird gerammt, dass es massig Funken sprüht und um die besten Plätze gekämpft. Nur wer vorne fährt, der kann sich als erster die besten Power-Ups und damit einen großen Vorteil beschaffen. Hier offenbart sich aber schon die erste Ungereimtheit von Blur. Die Startplätze der Autos scheinen völlig willkürlich gewählt zu werden. Im ersten Rennen beginnt ihr noch an der Pole Position, im nächsten Rennen seid ihr wiederrum auf dem neunten Platz. Wieso das? Keine Ahnung. Das sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern auch für Frustration. Ein transparenteres und weniger zufälliges System der Startplatzverteilung sollte also auf jeden Fall in die Aufgabenliste von Bizarre Creations aufgenommen werden.
Steuerungsprobleme
Dass Autos mit grell leuchtenden Lichteffekten um sich schmeißen, sind eure Augen sicherlich nicht mehr gewohnt. Deshalb wird es euch wohl zunächst schwer fallen euch auf die Strecken zu konzentrieren. Herrlich fiese Power-Ups kommen fast schon im Sekundentakt in greifbare Nähe und verleiten dazu, sich immer die besten auszusuchen und nach Abschuss einer Mine hämisch grinsend darauf zu warten, dass ein Ahnungsloser hineinfährt. Schadenfreude pur! Dennoch sollte man in einem Arcade-Racer auf den Verkehr achten, denn sonst fahrt ihr ganz schnell gegen die Wand; sehr ungünstig für die aktuelle Platzierung.
Habt ihr euch endlich an die opulenten Effekte gewöhnt und könnt euch auf die Strecke konzentrieren, werdet ihr schon einige neue Wagen freigeschaltet haben und bemerken, dass sich alle Boliden für ein Arcade-Racer relativ schwer fahren lassen. Mit Vollgas durch die Kurve brettern? Fehlanzeige, denn die Lenkung ist nicht direkt genug. Eine Begegnung mit der Streckengbegrenzung ist also vorprogrammiert. Selbst, wenn ihr es schafft gut um die Kurve zu kommen, so gibt es immer noch genug andere Gegner, die das nicht können und euch hinten reinfahren.

Blur ist im Grunde ein Action-Rennspiel. Doch auch, wenn genug Action geboten ist, so müssen die Jungs und Mädels von Bizarre Creations noch ein wenig am Rennspiel-Teil tüfteln. Gerade bei der Steuerung ist noch viel Potential nach oben. Von der grandiosen Spielbarkeit eines Project Gotham Racing ist in Blur nichts zu spüren.

Grafisch gesehen sieht Blur gar nicht mal so schlecht aus. Verglichen mit Project Gotham Racing 4 ist das Spiel ebenfalls ein Rückschritt. Muss allerdings noch nichts bedeuten, denn schon, wenn ihr die Blur-Beta anwerft, begrüßt euch ein Hinweis darauf, dass sich das Spiel noch in der Entwicklung befindet und keinen Rückschluss auf die finale Qualität des Spiels bieten kann. Gut Ding will also Weile haben. Hoffen wir, dass die Verantwortlichen die restliche Zeit nutzen werden.
Erster Eindruck
An der Beta von Blur teilzunehmen war unterhaltsam und informativ. Unterhaltsam, weil 20 Autos, die sich auf extra dafür ausgelegten Strecken mit allerlei Waffen beschießen, einfach nur noch chaotisch ist und gerade deswegen eine Menge Spaß macht. Die Power-Ups taktisch geschickt einzusetzen, dem Shunt des Gegners auszuweichen und gleichzeitig nicht auf der Standspur landen, ist eine Herausforderung für sich. Adrenalin! Informativ, weil noch nicht alles Gold ist was glänzt. Zwar haben uns die knalligen und oft auch bildschirmfüllenden Effekte überzeugt, doch an der Grafik sollten die Entwickler noch ein wenig schrauben. Auch die Steuerung der Fahrzeuge braucht noch einen Touch mehr Arcade-Feeling und die Startpositionen sollten gerechter verteilt werden. Außerdem konnten wir bisher nur einen Blick auf den Mehrspielermodus werfen. Wie sich die Kampagne spielt und ob das Spiel als Ganzes eine ausreichend hohe Langzeitmotivation bieten kann, sehen wir wohl erst, wenn es bei uns erscheint. Für die Wartezeit könnt ihr euch aber zumindest weiterhin die Shunts und Minen um die Ohren ballern.

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