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Call of Duty: Modern Warfare 3

Autor: Anja Schmidt - Alexa Jolie
Streetdate: 08.11.2011
Gametyp: Ego-Shooter
Entwickler: Infinity Ward
Publisher: Activision
Leser: 2768

Call of Duty Modern Warfare 3 gehört neben Battlefield 3 zu einem der heißerwartesten Shootern diesen Jahres. Es ist daher auch nur verständlich, dass die Vorbestellerzahlen in Millionenhöhe bereits jetzt Bände sprechen. Während euch die Konkurrenz von DICE und Electronic Arts mit ihrem Titel bereits seit Oktober auf das Schlachtfeld schicken, musstet ihr euch auf Activisions Arbeit noch bis zum 08. November 2011 gedulden. Wir waren für euch auf der Launch Party in Berlin dabei und haben mit anderen Fans bereits ausgiebig die einzelnen Modi zocken dürfen. Kaum wieder Zuhause haben wir uns ohne Verschnaufpause in die ersten Testspiele gestürzt. Was unsere Eindrücke zum Spiel waren, verrät euch unser ausführlicher Test zum Spiel.

Du darfst nicht sterben!
Die Kampagne von Call of Duty Modern Warfare 3 geht dort weiter, wo der Vorgänger Call of Duty Modern Warfare 2 endete. Nachdem General Shepherd getötet wurde, versuchen Captain John Price und Nikolai den sterbenden John „Soap“ MacTavish zu retten und flüchten dafür in ein Versteck nach Indien. Doch auch dort seid ihr nicht lange sicher und so beginnt eine turbulente Flucht. Nebenbei muss außerdem der Krieg zwischen Amerika und Russland abgewendet werden, um so einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Im Laufe des Einzelspielermodus besucht ihr verschiedene Orte auf der ganzen Welt. Darunter sind Berlin, New York, Paris und London. Grafisch macht das Spiel an dieser Stelle Einiges her, wenn auch die Engine ein wenig veraltet wirkt. Nur wenige Bugs konnten das Spielvergnügen trüben und so lief das Ganze recht flüssig ab. Auf jeden Fall solltet ihr euch auf ein großes Kriegsspektakel einstellen, denn um euch herum fliegt alles in die Luft. Es gibt eindrucksvolle Explosionen, einstürzende Gebäude und jede Menge Action.

Die Kampagne ist unterhaltsam aufgebaut und bietet ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren sowie neuen Protagonisten. Leider ist das Vergnügen zu schnell erzählt und so seid ihr nach ein paar Stunden bereits fertig. Wie gewohnt könnt ihr in jedem Level auch feindliche Informationen sammeln, weswegen ihr das Spiel sicher noch einmal durchspielen werdet. Allerdings wäre es hier schöner, wenn es beispielsweise dafür auch endlich mal Extras geben würde, die euch beispielsweise solche Sachen wie Konzeptgrafiken, Videos oder Musikstücke freischalten.

Spezialeinheiten bitte melden
Neben der Einzelspielerkampagne gibt es den Spezialeinheitenmodus, den ihr sowohl lokal am geteilten Bildschirm oder online erleben könnt. Dabei könnt ihr euch ganz einfach über »Spiel suchen« mit einem anderen Spieler zusammentun oder über »Privates Spiel« eine Partie mit einem Freund starten. Wer allerdings lieber als Solokämpfer unterwegs ist, der kann in »Einzelmissionen« sein Können alleine auf die Probe stellen.

Dieser Modi kann auf zwei unterschiedlichen Arten gespielt werden, denn entweder stürzt ihr euch in Missionen, wie es das bereits beim Vorgänger gab. Wobei ihr hier beispielsweise einen Hindernisparcours absolvieren und einen gekidnappten Präsidenten aus einem Flugzeug retten müsst. Wieder könnt ihr die Herausforderungen in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angehen, hier empfiehlt es sich meistens auf der schwächsten Stufe anzufangen, um die Umgebungen kennenzulernen und erste Strategie zu finden. Die einzelnen Missionen sind abwechslungsreich, auch wenn sie immer ein wenig an die des Vorgängers erinnern. Irgendwie hat man das Prinzip und einige der Umgebungen schon einmal gesehen und nun könnt ihr sie ein wenig abgewandelt, noch einmal erleben. Nichtsdestotrotz erwarten euch hier viele Stunden Spielspaß, der besonders im Co-op deutlich wird.

Kämpft um euer Leben!
Als neue Variante im Spezialeinheitenmodus gibt es einen Überlebensmodus, der Horde aus Gears of War oder auch dem Zombiemodus aus Call of Duty Black Ops ähnelt. Allerdings seht ihr euch hier nicht mit blutrünstigen Untoten oder Monstern sondern mit aggressiven Menschen und Hunden konfrontiert. Ihr werdet mit Angreiferwellen auf den Mehrspielerkarten konfrontiert, die sich immer mehr verstärken, je höher ihr aufsteigt. Anfangs stehen euch nur ein paar Gegner bevor und kurz danach stürmt euch eine halbe Armee entgegen, die von Luftunterstützung und blutrünstigen Schäferhunden begleitet wird.

Für jeden erledigten Gegner gibt es dabei Geld, das ihr an den herumstehenden Waffen-, Granaten und Unterstützungskisten ausgeben könnt. Dort warten dann neue Schießeisen, zusätzliche Munition oder Luftunterstützungen wie Predatorraketen auf euch, die das Überleben erleichtern sollen. Auch hier macht das Spiel einen guten Eindruck und weiß zu überzeugen, teilweise kommt euer Adrenalin richtig ins Brodeln, wenn ihr euch einer Überzahl an Feinden gegenüberseht, die Munition gen Null strebt und der Partner angeschossen über den Boden robbt.

Auf in die Schlacht
Habt ihr dann genug Zeit damit verbracht, das Spiel kennenzulernen und den Spezialeinheitenmodus ausgiebig angezockt, dann versucht euer Glück im Mehrspielermodus. Hier solltet ihr allerdings nicht extrem viele Überraschungen und Neuerungen erwarten. An der Grafik hat sich leider wieder nicht viel getan und Activisions Titel ist hier doch einiges hinter der Konkurrenz. Auch die 60 FPS Engine kommt erneut zum Einsatz und kann wieder einmal nicht unbedingt mit Detailtreue und besonders tollen Texturen überzeugen. Doch eins ist gewiss, denn wegen der vielen Action werdet ihr darauf nur wenig achten (können). Ihr seid viel zu sehr damit beschäftigt euren Gegnern entgegen zu treten und dabei zu hoffen, dass euer Team euch nicht im Stich lässt. Dennoch wurde hier viel Potenzial verschenkt, das dem Spiel einen höheren Realismus eingeräumt hätte.

Euch erwartet ein großes Arsenal an Spielvarianten, Waffen, Perks und zahlreichen Zubehörteilen. Neben den altbekannten Modi wie Team Deathmatch, Herrschaft und Frei-für-Alle warten nun auch »Abschuss bestätigt« und »Team Verteidiger« auf euch. Im Ersteren genügt es nicht nur eure Gegner kaltblütig zu ermorden, ihr müsst auch ihre Dogtags einsammeln, denn nur dann zählt es als Abschuss. Allerdings solltet ihr aufpassen, denn die Gegner können sich diese Marke auch wieder zurückholen und der Kill wird euch wieder aberkannt. Allerdings könnt ihr den Spieß auch umdrehen und beispielsweise nicht eingesammelte Dogtags als Falle zu benutzen, um eure Gegner hinterhältig aus dem Verkehr zu ziehen. »Abschuss bestätigt« ist vor allem eins: rasant. Ihr seid nur dabei, über die Karten zu hetzen und in Gefechten die Anhänger zu ergattern. Das macht aber unglaublich viel Spaß und so ist es kein Wunder, dass ihr hier keine Schwierigkeiten haben werdet, Mitspieler zu finden.

In »Team Verteidiger« kämpft ihr mit euren Teammitgliedern um eine tragbare Flagge, wobei ihr den Träger vor den Feinden beschützen müsst und solange Punkte bekommt, wie er am Leben ist. Hier ist vor allem das Zusammenspiel mit euren Kollegen gefragt, um richtige Strategien zu entwickeln, damit ihr nicht von euren Gegnern überrascht werdet, wenn der eigene Fahnenträger alleine auf weiter Flur steht. Sicherlich kann es an den Strategierealismus eines Battlefield 3 nicht heranreichen, aber er ist ein schöner Kontrast zu den vielen Modi, wo ihr euch einfach ins Getümmel stürzt.

Geschmäcker sind verschieden
Wie ihr sicher wisst, habt ihr in den letzten Teilen für eine Killreihe immer diverse Belohnungen bekommen, die euch beim Sieg helfen sollten. Das System hat sich nun allerdings ein wenig verändert. Denn statt aus einer Liste eure Favoriten auszuwählen, gibt es nun Angriffspakete. Damit könnt ihr euren Charakter an eure Spielweise anpassen. Es gibt hierbei »Unterstützung«, wo eure Serie auch nach dem Tod bestehen bleibt und die Belohnungen vor allem das Team unterstützen. Bei »Sturm« beginnt die Serie nach dem Tod von vorne und die Belohnungen strafen das gegnerische Team. Bei "Spezialist“ müsst ihr euch eure Belohnungen ebenfalls immer wieder neu verdienen, allerdings bekommt ihr für eure Abschussserien Perks und keine Unterstützung.

Je nachdem wofür ihr euch entscheidet, stehen andere Hilfsmittel zur Verfügung. Diese umfassen neben den bekannten Drohnen, Vorräten und Geschützen auch solche Sachen wie ein I.M.S., das Gegner erkennt und beseitigt oder Juggernauts und Reaper. Hier wurde Bekanntes mit Neuem kombiniert, das den Mehrspielermodus belebt und dazu anregt, sich damit zu beschäftigen.

Auch das neue Waffensystem hat sich ein wenig verändert, denn ihr müsst die Waffenverbesserungen wie Aufsätze nun nicht mehr kaufen, sondern benutzt einfach lang genug eure Lieblingswaffe und schon schaltet sich das Gewünschte irgendwann von selber frei.

Wie ihr sicher bemerkt habt, hat sich am Spielprinzip zwar Einiges getan, doch letztendlich geht es wieder nur darum, in typischer Call of Duty Manier im Laufe der Zeit im Rang aufzusteigen, was euch mehr Möglichkeiten freischaltet. Das Ganze dann solange, bis ihr den Prestigerang erhalten habt und das ganze Prozedere beginnt von vorne. Für jeden Prestigerang erhaltet ihr einen »Prestige Token«, mit dem ihr diverse Sachen freischalten könnt. Beispielsweise für eine begrenzte Zeit doppelte XP oder eine zusätzliche Klasse.

Das haben wir schon einmal besser gesehen
Die 16 Karten, die euch auf unterschiedlichen Umgebungen aktiv werden lassen, umfassen Kampforte wie eine U-Bahn Station, eine Schnellstraße, eine Küstenstadt, einen Außenposten in der Wüste oder ein deutsches Einkaufszentrum. Leider überkommt euch wohl bei der einen oder anderen Map das Gefühl, so etwas schon einmal gesehen zu haben. Ihr fühlt euch sicher gelegentlich in alte Call of Duty Spiele zurückversetzt.

Im Großen und Ganzen spielen sich die Karten sehr hektisch und rasant, wo ihr nicht anders könnt, als euch in Feuergefechte zu stürzen. Glücklicherweise sind die meisten Kampfgebiete so konzipiert, dass den verhassten Campern das Leben schwer gemacht wird, was ein relativ frustfreies Spielen ermöglicht und so viele, viele Stunden Spaß bereithält.

Fazit

Call of Duty Modern Warfare 3 ist ein Actionspektakel schlechthin, es gibt jede Menge Explosionen und verschiedene Kampfeinsätze. Allerdings wird das Spielerlebnis ein wenig durch die veraltete Engine getrübt, die den einen oder anderen Bug aufweist. Euch bleibt aber selten die Zeit, das auch wirklich zu realisieren, denn das komplette Spiel fordert höchste Konzentration, wenn ihr alleine oder im Co-op die verschiedenen Spielmodi erkundet. Zur Verfügung steht die spannend erzählte Einzelspielerkampagne, der unterhaltsame Spezialeinheitenmodus und der allseits bekannte Mehrspielermodus.

Große Neuerungen solltet ihr allerdings nicht erwarten, denn Alles hat man so oder so ähnlich schon einmal gesehen. Nichtsdestotrotz kann euch das Spiel sicher über viele Stunden fesseln und ist ein Pflichtkauf für alle Shooterfans, die auch die Vorgänger mochten.

 

„Knall, Bumm, Peng… das ist Call of Duty Modern Warfare 3“


Pro:
  • Viele verschiedene Modi, Waffen, Belohnungen und Karten
  • Neue Spieltypen bringen frischen Wind
  • Viel Action, Explosionen und Feuergefechte
  • Unterhaltsamer Spezialeinheitenmodus
  • Co-op spaßig und gut umgesetzt
  • Langer Spielspaß und hoher Wiederspielwert
  • Verbesserungen des Mehrspielers

Kontra:
  • Keine großen Innovationen im Mehrspielermodus
  • Grafik im Mehrspielermodus nicht überzeugend genug
  • Kampagne leider nicht im Co-op spielbar

Einzelspieler: 8.8
Mehrspieler: 8.9
Xbox Live: 9.0
Steuerung: 8.8
Grafik: 8.6
Sound: 8.8
Sprache: Deutsch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: unzensiert
Spielzeit ca. in Stunden: + 15
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

Gesamtbewertung
8.9


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