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Castlevania Harmony of Despair Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster Streetdate: 04.08.2010 Gametyp: Adventurespiel Entwickler: Konami Publisher: Konami Hits:4004 Microsoft läutet mit Castlevania: Harmony of Despair die Halbzeit seiner Aktion „Summer of Arcade“ ein. Das Actionspiel ist bereits das dritte Spiel, das ihr euch für 1200 Microsoft Punkte auf dem Marktplatz herunterladen könnt. Die bisher veröffentlichten Arcadespiele LIMBO und Hydro Thunder Hurricane waren jeden Cent wert und verhalfen der sommerlichen Downloadaktion somit zu einigem Ruhm. Ob Konami mit Castlevania ebenfalls einen Hit landet und ihr wieder euren prall gefüllten Geldbeutel plündern müsst, verraten wir euch jetzt. Abgedrehtes Spukschloss Hand aufs Herz, wer kennt Castlevania eigentlich nicht? Seit 1987 erschienen 15 Spiele für fast jede Konsole. Die Castlevania Serie ist damit wirklich kein unbeschriebenes Blatt und gehört mit legendären Titeln wie Castelvania: Symphony of the Night zu einer der erfolgreichsten Reihen der ganzen Spielebranche. Mit Harmony of Despair erwartet euch ein neues Abenteuer in der düsteren Spielwelt. Euer Ziel ist es, die Festung namens Castlevania zu zerstören. Dieses Schloss ist auf den Seiten des verfluchten Buches Grimoire manifestiert. Diese Lektüre erzählt die Geschichte der Festung und verweist dabei auch immer wieder auf die Mächte des Guten, die sich dem Bösen entgegenstellen. Das heißt, dass ein Held mithilfe des Buches weiter in das Schloss eindringen und grauenhafte Feinde besiegen kann, um Castlevania so letztendlich aus dem Grimoire zu entfernen. Keine Sorge, das hört sich alles komplizierter an als es wirklich ist. Ihr bewältigt die Geschichte schrittweise in verschiedenen Kapiteln, stellt euch einem Endgegner und schaltet anschließend eine neue Ebene frei. Diese sind übrigens Neuinterpretationen von Schlossabschnitten aus den früheren Castlevania Titeln. Nostalgiker werden damit also ihre helle Freude haben und vergnügt die Gemeinsamkeiten mit den Vorgängern suchen. Schade ist nur, dass ihr euch die Handlung im Hauptmenü an lesen müsst. In den Kapiteln wird euch nichts erklärt und wenn ihr nicht per Zufall auf den Menüpunkt Hilfe drückt, werdet ihr nie herausfinden, warum ihr euch in einem Schloss befindet und merkwürdige Kreaturen ins Jenseits befördert. Übernatürliche Kräfte Die mangelhafte Präsentation der Handlung ist für alle Spieler ein Wermutstropfen. Schließlich würde eine schaurig schöne Erzählung das düstere Ambiente von Castlevania unterstreichen. Jeder Abschnitt ist nämlich mit vielen gruseligen Gegnern wie Geistern oder Skeletten bestückt, die euch am liebsten Tod sehen wollen. Dagegen hilft natürlich nur ein gerüttelt Maß an Gegenwehr. Das wissen auch die fünf von Beginn an spielbaren Charaktere. Am Anfang einer jeden Partie wählt ihr einen der Recken (oder Damen) aus, die jeweils über spezielle, individuelle Fähigkeiten verfügen. Soma Cruz ist ein Kämpfer, der gegnerische Fertigkeiten erlernen kann. Alucard, der Sohn Graf Draculas, ist logischerweise ein Vampir und nimmt sogar tierische oder Geisterformen an. Jonathan Morris ist der Jungspund der Runde und macht mit seiner heiligen Peitsche Indiana Jones Konkurrenz. Die mystische Shanoa ist dank der knappen Kleidung nicht nur etwas fürs Auge männlicher Spieler, sondern teilt mit ihrer mächtigen Magie obendrein ordentlich aus. Klein und süß ist hingegen Charlotte Aulin, die ihren Feinden mit vernichtenden Zaubern entgegen tritt. Die Charaktere sind halbwegs gut ausbalanciert und die unterschiedlichen Kapitel können mit jedem mehr oder minder problemlos bestritten werden. Ihr müsst nur darauf achten, eurem Helden stets die neuste Ausrüstung zu kaufen. Die Spielabschnitte lassen sich nämlich erst mit dem richtigen Equipment wirklich überwinden. Ansonsten begegnet ihr Endgegnern, die euch mit ein bis zwei Schlägen vernichten und selbst extrem viel aushalten. Glaubt uns, dann werdet ihr euch ärgern, dass ihr die teure Rüstung vorher doch nicht gekauft habt. Im Verlauf des Spiels werdet ihr dank der zahlreich verteilten Schatztruhen massig nützliche Gegenstände finden. Dazu gehören Geld, zusätzliche Ausrüstungsteile oder Lebensmittel, die eure Energie wieder auffüllen. Hierbei macht sich der typisch japanische Humor des Titels bemerkbar, da neben Fleischstücken oder Früchten auch buntes Zeug wie Popcorn und Lollies in den düsteren Gemäuern auf euch warten. Daneben könnt ihr auch Kampfkunst- und magische Schriftrollen einsammeln, welche die Fertigkeiten eures Charakters aufwerten und das Spiel somit etwas einfacher machen. Die Betonung liegt hierbei auf „etwas“, denn Castlevania: Harmony of Despair ist und bleibt alles andere als leicht. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht Viele Spieler beschweren sich des Öfteren, dass Videospiele heutzutage zu einfach und „casualig“ sind. Konami scheint sich diese Beschwerden zu Herzen genommen zu haben und machte das neue Castlevania daher serientypisch wieder extra schwer. Ihr werdet in den Spielabschnitten immer wieder vor kniffligen Sprungpassagen stehen, die genaues Timing von euch verlangen. Springt ihr beispielsweise nicht im richtigen Moment von einem schwingenden Pendel auf ein darüber liegendes, wird euer Charakter immer wieder ganz unten auf dem Boden landen. Dabei gibt euch das Spiel keineswegs ein wenig Spielraum: Schafft ihr den Sprung nicht auf die Millisekunde genau, müsst ihr teils etliche gescheiterte Versuche in Kauf nehmen, bis ihr das richtige Timing herausfindet. Obendrein habt ihr für jedes Kapitel nur eine halbe Stunde Zeit und es erwarten euch mehrere schwierige Passagen und Gegner, sodass die Zeit oft wie im Flug vergeht und ihr in den letzten Sekunden beinahe schon panisch versucht, den Endboss noch zu besiegen. Warum konnte Konami hier keine unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen integrieren, die anfänglichen Frust verhindern? Klar, es gibt noch einen ultra schweren „Hard Mode“ – aber zugängliche Anfängeroptionen gibt es nicht. Dabei könntet ihr euch so im ersten Durchlauf an das Gameplay und die Sprungpassagen gewöhnen und euch beim zweiten Mal dann am schweren Modus die Zähne ausbeißen. Ohne niedrigere Schwierigkeitsgrade vermiest Konami aber gerade Castlevania-Neulingen den Einstieg ins Spiel und somit den Spaß an der Reihe. Oder habt ihr Lust, ein Kapitel zehn Mal neu zu beginnen, bis ihr endlich neben den zähen Gegnern und kniffligen Sprüngen auch den richtig knackigen Endgegner meistert? Wir bezweifeln es. Darüber hinaus fällt uns negativ auf, dass es in diesem Spiel keine Pausetaste gibt. Warum nicht? Was sollt ihr denn machen, wenn die Tür klingelt, euch jemand Wichtiges anruft oder ihr einfach kurz eine Verschnaufpause braucht? Natürlich zeichnet der Zeitdruck Castlevania aus und im Online Modus haben wir auch Verständnis für diese Designentscheidung. Aber in Soloabschnitten muss ein Pausieren doch möglich sein! Bitte liebe Entwickler, bringt da noch einen Patch heraus! Nichts fürs Auge Veränderungen hätten Harmony of Despair aber nicht nur beim Gameplay gut getan. Startet ihr ein Kapitel, fällt euch sofort der Ladebildschirm negativ auf. Wir müssen an dieser Stelle entgeistert gestehen, dass dies der wohl nervigste Ladebildschirm ist, den wir jemals gesehen haben! Sekunden lang blättert das Spiel sehr schnell in einem Buch herum. Zwar sieht das ganze halbwegs stimmig aus, doch der dazugehörige Sound-Effekt nervt einfach nur. Hätten die Entwickler den Ladebildschirm zumindest tonlos gemacht, wäre es optisch noch ok. Aber so, nervt das Seitengeflattere einfach bloß. Und ähnlich unschön geht es weiter: Habt ihr ein Kapitel gestartet, wird euch die Präsentation regelrecht erschrecken. Retro hin oder her, aber das ist einfach nur Pixelchaos! Mit ein wenig mehr Feinschliff hätte Konami das Spiel optisch wirklich hübsch servieren können. Doch so sieht selbst ein Super Nintendo Spiel noch besser auf unserem HD-Fernseher aus! Lucasarts zeigt mit Monkey Island, wie Entwickler Retro stilvoll auf die neusten Konsolen bringen können; Konami demonstriert das absolute Gegenteil. Ein bisschen mehr Mühe hätten sich die Entwickler mit der Grafik wirklich geben können, ja müssen! Schließlich erwarten euch in den Spielabschnitten viele unterschiedliche und stimmige Umgebungen. Sowie teils kreative Gegner, die allerdings nur wie große Pixelklötze aussehen. Beispielsweise kommt eine Zombie-Hausfrau mit einem Staubsauger auf euch zu und will euch einsaugen oder aus einer bildhübschen Lady platzt auf einmal ein grusliger Dämon. So toll diese Ideen auch sind, dank der grausigen Präsentation lassen sie euch eher kalt. Schade, denn selbst das sehr betagte Castlevania: Symphony of the Night sieht in der XBLA Version noch besser aus. Einzig der treibende, rockige Soundtrack, der astrein mit der gruseligen Atmosphäre harmonisiert, ermuntert euch dazu, die Umgebungen nach Schätzen zu durchforsten und Spaß bei den kniffligen Sprungpassagen zu haben. Wer länger lebt, ist später tot Ihr habt genug davon, euch alleine über das schwere Castlevania aufzuregen? Dann begebt euch in den Online Multiplayer, bei dem bis zu sechs Spieler in zwei verschiedenen Modi gemeinsam spielen können. Zuerst erwartet euch der Co-op Modus. Ihr bestreitet in diesem Modus dieselben Spielabschnitte wie im Singleplayer, jedoch begegnen euch in den Levels einige Rätsel, die sich nur mit mehreren Dämonenjägern lösen lassen. Beispielsweise muss jemand an einem Schalter ziehen, um seinem Partner einen Durchgang zu öffnen, den dieser durchquert und anschließend wiederum an einem anderen Hebel ziehen, damit auch der erste Spieler durch das Tor rennen kann. Klar, das sind keine harten Kopfnüsse, aber trotzdem bietet dieses Element zumindest etwas Abwechslung für den Spielverlauf. Weiterhin könnt ihr mit einem Partner Doppelangriffe durchführen, um Feinden schneller den Garaus zu machen. Dabei müssen beide zusammen im gleichen Rhythmus und unter einem bestimmten Zeitlimit die Angriffstaste betätigen. Bei Endgegnern ist die Ausführung zwar etwas schwieriger, weil diese eure Attacken sehr oft unterbrechen, dennoch sorgt dieses Teamwork für gesteigerten Spielspaß. Noch stärkeres Gruppengefühl kommt durch die Skelettform auf. Stirbt ein Spieler, wird er nicht aus der Online Sitzung geworfen, sondern erscheint als Skelett auf dem Bildschirm. Dieses Skelett kann mit begrenzten Fähigkeiten weiterkämpfen. Jedoch solltet ihr stets bemüht sein, das Wasser des Lebens zu finden, damit euer Mitstreiter wieder als normale Figur den Spielabschnitt unsicher machen kann. Denn sind alle Teammitglieder erst einmal tot und stehen nur noch als Knochengerüste auf dem Bildschirm, habt ihr die Ebene verloren. Überleben zählt Daneben könnt ihr euch im Survival Modus richtig austoben. Dort heißt es, die anderen Mitspieler zu besiegen und als letzter Überlebender die Schlacht zu gewinnen. Dieser Modus ist eine nette Abwechslung, schließlich bietet das Spiel sonst viele Jump ‘n‘ Run-Einlagen. Actionfans werden hiermit also großen Spaß haben. Leider konnten wir während unseres Tests kaum Spieler für die Online Abenteuer finden. Wir konnten lediglich einmal beide Modi anspielen, obwohl wir über zwanzig Versuche gestartet hatten! Wir sind allerdings mehr als nur zuversichtlich, dass die Onlinepräsenz anderer Gamer ab der Veröffentlichung am 04. August stark zunimmt und jeder innerhalb kurzer Zeit einen Mitstreiter findet. Dennoch stellt sich die Frage, wieso nur ein Online Mehrspielermodus eingeführt wurde und keine lokale Splitscreen Variante. Schließlich würden wir genauso gerne mit einem Freund zusammen auf der Couch das gefährliche Spukschloss erkunden. Wieso Konami euch diese Freuden vorenthält, können wir wirklich nicht beantworten. Fazit Nachdem wir etliche Spielstunden in der schaurigen Welt von Castlevania verbracht haben, wissen wir immer noch nicht so recht, was wir von dem Spiel halten sollen. Ohne Erklärung zur Handlung werdet ihr in den Einzelspielermodus förmlich hinein geworfen und müsst euch im Menü das grobe Gameplay selbst an lesen. Einsteiger werden kurz nach dem Start des Kapitels wahrscheinlich schon den Controller in die Ecke feuern, denn das Spiel ist selbst im ersten Spielabschnitt knackig schwer. Viele Sprungpassagen erfordern perfektes Timing. Gelingt euch dieses nicht, kommt ihr nicht weiter. Warum konnte Konami nicht einfach eine leichtere Schwierigkeitsstufe einbauen? Originalität hin oder her, aber etwas an der Reihe muss sich auch mal ändern! Darüber hinaus leiden die stimmungsvollen Spielabschnitte und ideenreichen Gegner unter der extrem pixeligen Grafik. Klar, Castlevania macht als Action-Adventure schon eine Menge Spaß und wir lieben es, mit Shanoa die gruseligen Gegner hinweg zu fegen und online mit anderen Spielern Schlossabschnitte zu bestehen. Doch im Endeffekt haben wir uns deutlich mehr erwartet als nur einen Aufguss älterer Serienableger. Neulingen wird der Einstieg in die Reihe hier unnötig schwer gemacht, während alteingesessene Serienfans zu wenig Neues geboten bekommen. Wir empfehlen euch das Harmony of Despair unter der Prämisse, das ihr schweren Spielen etwas abgewinnen könnt und online mit mehreren Freunden ein Team gründen und auf Geisterjagd gehen wollt. Alle anderen sollten eher die Finger davon lassen und stattdessen mit dem legendären Klassiker und Serien-Höhepunkt Symphony of the Night Vorlieb nehmen. „Ein einsteigerfeindliches Retro-Abenteuer, das höchstens Hardcorespieler und fanatische Anhänger der Serie glücklich macht“ Pro:
Kontra:
Einzelspieler: 7.2 Mehrspieler: - Xbox Live: 8.2 Steuerung: 7.7 Grafik: 6.0 Sound: 8.0 Sprache: Englisch Bildschirmtexte: Deutsch Zensur: nicht notwendig Spielzeit ca. in Stunden: + 15 Geeignet für: Profis und Hardcore Gamer Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung
Gesamtbewertung
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