Als im Jahre 2009 ein Spiel Namens Demon’s Souls für Sonys PlayStation 3 erschien, schielten zahlreiche Xbox 360 Besitzer neidisch zu den Nutzern der japanischen Konsole hinüber. Ein mächtiges Rollenspiel für Erwachsene hatten die Entwickler von From Software geschaffen, welches nicht nur hervorragende Wertungen in den einschlägigen Spielemagazinen abräumen, sondern sich binnen weniger Wochen zum Kassenschlager entwickeln konnte. Nun hat eure Leidenszeit endlich ein Ende, denn mit Dark Souls veröffentlicht Publisher Namco Bandai Games den designierten Nachfolger von Demon’s Souls auch auf Microsofts Konsole. Hierbei sollen die spielerischen Elemente des Vorgängers nicht nur übernommen, sondern durch zahlreiche Neuerungen, wendigere Gegner und eine komplett offene Spielwelt mehr als übertroffen werden. Dark Souls ist dabei nicht nur eine Fortsetzung, sondern ein komplett eigenständiges Spiel ohne Bezüge zur Geschichte des PS3-Hits. Ob es From Software gelingt die beinharte Rollenspielkonkurrenz à la Dragon Age, Divinity oder Dungeon Siege auch auf der Xbox 360 vernichtend zu schlagen? Wir sind für euch aus der Unterwelt aufgestiegen, haben uns durch Massen von Untoten geschnetzelt und sind zahlreiche grausame Tode gestorben, um dies für euch herauszufinden. Zu den Waffen!
Ein Königreich für eine Seele
Die große Flamme der Welt ist fast erloschen. Vor euch hinsiechend sitzt ihr in einer feuchten und verrotteten Zelle im Asylum der Untoten. Ein Ort, an dem alle zu Hause sind, die ihr Leben und ihre Seelen verloren. Ein Ort, an dem sie für den Rest ihres Daseins Buße tun müssen. Doch euer Schicksal scheint sich zu wenden. Ihr spürt, wie sich ein grelles Licht von oben den Weg in eure Augen bahnt. Die Falltür über eurem Verlies wurde geöffnet. Etwas stürzt hinein, leblos, vermodert, tot. Doch das Funkeln eines Gegenstandes erlangt eure Aufmerksamkeit. Kann es tatsächlich sein? Ja, der Schlüssel zu eurer Zelle beschert euch die Freiheit. Nur mit einem abgebrochenen Schwertknauf bahnt ihr euch den Weg durch den Zellentrakt, vorbei an den Seelenlosen, die euer Schicksal teilen. Da liegt sie vor euch, die große, zweiflügelige Holztür in die Freiheit. Mit all eurer Kraft stemmt ihr sie auf und bleibt plötzlich ruckartig stehen. Schmerz ist das Einzige, was ihr spürt, das Rauschen des Morgensterns das Einzige was ihr wahrnehmt. Schwer getroffen bäumt ihr euch auf, um eurem Angreifer in die Augen sehen zu können. Langsam hebt ihr euren Kopf, um den vier Meter hohen Dämon erfassen zu können, der den letzten Außenposten zwischen euch und der Flucht bildet. Mit einem Schrei auf den Lippen springt ihr auf den Riesen zu, bereit für eure Freiheit zu sterben.
Dark Souls versetzt euch in das längst vergangene Königreich Lordran. Als Untoter ist es eure Aufgabe, euch durch diese dunkle Welt zu kämpfen, ihre Geheimnisse zu entdecken und eure Seele wieder zurück zu erlangen, um in das Reich der Lebenden zurückzukehren. Könnt ihr es schaffen, den Fängen des Todes zu entkommen?
Kinderparadies für Erwachsene
Wenn ihr zum ersten Mal in der Welt von Dark Souls landet, werdet ihr als Fan moderner Rollenspiele sichtlich geschockt sein. Frage- und Ausrufezeichen über NPC’s werdet ihr hier ebenso wenig vorfinden, wie minütlich erscheinende Zwischensequenzen oder ellenlange Dialoge. Ja, ihr habt richtig gelesen, es gibt weder Quests noch Tagebücher in Dark Souls. Aufgaben der Marke „Sammle zehn Wolfsfelle“ oder „Erschlage den Fürsten im Banditenlager“ gehören hier der Vergangenheit an. Vielmehr bewegt ihr euch in einer komplett offenen Welt, die es ohne jegliche Vorgaben zu erkunden gilt. Es ist also euch überlassen, ob ihr zunächst die sich am Horizont auftürmende Stadt der Untoten erforscht, euch in die Tiefen einer Schlucht zur versunkenen Metropole vorwagt, oder einen nahegelegenen Friedhof besucht, in dem sich sicherlich der eine oder andere Schatz verstecken wird. Ganz von den bekannten Rollenspieltugenden entfernt sich das Spektakel aber nicht. So könnt ihr zu Beginn eurer Reise aus zahlreichen Charakterklassen die für euch passende auswählen. Wollt ihr lieber als Krieger gegen die zahlreichen Untoten antreten und sie mit Manneskraft zur Strecke bringen? Oder gebt ihr lieber dem Dieb mit seinen tödlichen Dolchangriffen und einem alles knackenden Generalschlüssel den Vorzug? Wer seine Feinde lieber mit Zauberei malträtiert, der sollte auf den Zauberer oder den Kleriker zurückgreifen. Jede Klasse hat seine Vorzüge, Nachteile und entscheidet sich auch aussehenstechnisch voneinander.
Geheimnisvolle Welten
Einen roten Faden, der sich durch das Geschehen windet, gibt es hierbei nicht. Auch auf Interaktionen mit anderen Charakteren müsst ihr größtenteils verzichten. Zwar werden euch auf eurem Weg einige NPC’s begegnen, die euch hilfreiche Tipps geben oder euch ihre Handels- und Schmiedekünste anbieten. Wer sich allerdings gerne in seitenlangen Dialogen verliert, Aufgaben sammelt und für erledigte Quests Belohnungen einstreichen möchte, der wird mit Dark Souls keine Freude haben. Der Titel entwickelt seine Dramatik und sein Suchtpotenzial vor allem durch einen Minimalismus an Informationen und die düstere Grundstimmung. Zu Beginn gibt euch From Software nur wenige Grundkenntnisse mit auf den Weg. Den Rest müsst ihr euch quasi selbst erarbeiten. Was ist das Ziel? Welchen Weg sollte ich als Erstes einschlagen? Und was wird mich hinter der nächsten Ecke erwarten? Dies sind die Fragen, mit denen euch Dark Souls an die Konsole fesseln wird. Dieses spielerische Mysterium setzt sich auch in den Aussagen der anderen Charaktere fort. So erzählt euch ein gefallener Soldat von zwei Glocken, die in der Stadt der Untoten zu finden sind. Wenn beide geläutet werden, dann passiert etwas. Aber was? Dies herauszufinden wird euch auch abseits der Xbox 360 immer wieder in die Welt von Dark Souls zurücktreiben.
Doch nicht nur die Hinweise der geheimnisvollen Fremden, auch das Spiel selbst gibt euch wertvolle Tipps, wohin es euch verschlagen könnte, wenn ihr denn genug aufpasst. Als wir uns beispielsweise gerade in einem verfallenen Haus zum Dach hervorarbeiteten und am Ende der langen Steintreppe bereits das Licht der Sonne erblicken konnten, schwang sich plötzlich mit lautem Gebrüll ein riesiger Drache knapp am Gebäude vorbei und flog auf eine der Befestigungsmauern der Burg zu. Wenn das mal keine Herausforderung darstellt. Auch ohne klare Erzählstruktur weiß Dark Souls durch seine riesige Welt und den Erkundungsdrang, den sie bei euch erzeugen wird, über Stunden zu motivieren. Dies liegt vor allem am Kampfsystem und dem dazugehörigen Schwierigkeitsgrad, zu dem wir euch im kommenden Abschnitt näher berichten möchten.
Habgier ist euer größter Feind
Die Steuerung im Kampf ist zu Beginn noch recht gewöhnungsbedürftig. Eure Spielfigur lässt sich standardmäßig mit dem linken Stick steuern, während ihr die Kamera mit RS um euch herum bewegt. Neu ist hierbei die Tatsache, dass ihr eure Angriffe mit dem rechten Bumper ausführt, wobei der rechte Trigger euren Widersachern kräftigere, aber auch langsamere Hiebe versetzt. Mit dem linken Bumper hebt ihr euren Schild. LT dient zum Parieren gegnerische Angriffe, welches bei perfektem Timing einen tödlichen Konter ermöglicht. Bei gedrückter B-Taste führt euer Recke einen Sprint oder Sprung aus. Der X-Button ist als Hotkey für euer Inventar gedacht, sodass ihr schnell Heiltränke zu euch nehmen oder Brandbomben werfen könnt. Bei den dynamischen Kämpfen gegen das breite Arsenal von Feinden ist vor allem taktisches Vorgehen gefragt. Wer Blindlinks auf den rechten Bumper hämmert, der wird in wenigen Sekunden das Zeitliche segnen. Vielmehr ist gegen die gut gerüsteten Monster eine stetige Deckung und viel Geduld gefragt. Egal ob Schwertkämpfer, Speerträger, Trolle oder Dämonen, alle folgen ihren speziellen Angriffsmustern und haben unterschiedliche Schwachpunkte, die ihr ausnutzen könnt. Am längsten lebt ihr somit, wenn ihr euch eure Gegner ausguckt und im richtigen Moment zuschlagt. Auch die Wahl der Waffe ist hierbei entscheidend und unterstreicht die taktische Komponente des Spiels. Panzerbrechende Schwerter eignen sich gegen hochgerüstete Feinde und in engen Gängen, da ihr diese mit einem Ausfallschritt nach vorne nutzt, während gegen eine ganze Horde von Untoten schnelle Langschwerter mit einer großen Reichweite von Vorteil sind. Dabei kennt das Spiel mit euch kein Pardon. Zu langsam ausgeführte Angriffe, fehlende Deckung oder zu geringe Fähigkeiten führen schnell zum Ableben eurer Hauptfigur. Die KI verzeiht euch keinen Fehler und bestraft diesen, ohne mit der Wimper zu zucken mit dem Tode. Nicht umsonst ziert ein bedeutungsschwerer Satz die Rückseite der Verpackung: Prepare to die!
Solltet ihr einmal das Zeitliche segnen, was gerade zu Beginn nicht gerade selten vorkommt, könnt ihr euch an einem der zahlreichen Lagerfeuer im Spiel wiederbeleben. Diese Rastplätze dienen euch als Speicherpunkt, weswegen ihr nach eurem Ableben stets zum letzten von euch besuchten Lagerfeuer zurückkehrt. Einziger Nachteil: Werdet ihr wiederbelebt oder nutzt ihr einen Speicherpunkt, um euch zu heilen, werden alle Gegner ebenfalls von den Toten erweckt. So kann es sein, dass ihr euch gerade durch eine Horde von Widersachern gekämpft und gerade so überlebt habt. Im nächsten Moment stellt ihr fest, dass der Weg zurück wieder von denselben dunklen Gestalten gesäumt ist, die ihr zuvor zur Hölle geschickt habt. Auch diese Tatsache macht das Spiel keinesfalls leichter. Dafür werden eure Vorräte an Heiltränken an den Lagerfeuern ebenfalls wieder aufgefüllt.
Nach geraumer Zeit werdet ihr euch fragen, warum ihr Finsterling um Finsterling niedergestreckt habt, aber immer noch nicht um einen Level aufgestiegen seid. Darauf könnt ihr bei Dark Souls auch lange warten, denn die Entwickler haben sich bewusst gegen einen automatischen Levelaufstieg entschieden. Für jeden besiegten Gegner erhaltet ihr stattdessen Seelen, die ihr an den Lagerfeuern in neue Fertigkeiten investieren könnt. Kosten diese Aufstiege zu Anfang nur ein paar Hundert Seelen, so geht es später in die Zehntausender, die ihr zur Verbesserung eurer Kampf-, Agilitäts- oder Zauberfertigkeiten investieren müsst. Doch auch diese Sache hat einen Haken. Sterbt ihr nämlich, verliert ihr alle eure Seelen und habt danach nur eine einzige Chance sie am Ort eures Todes wieder an euch zu nehmen. Sterbt ihr zuvor ein zweites Mal, sind die Seelen für immer verloren. Auch hier ist also taktisches Geschick gefragt. Sollt ihr euch mit 20.000 Seelen im Gepäck tatsächlich dem vor euch lauernden Ritter gegenüberstellen oder kehrt ihr lieber zum letzten Leuchtfeuer zurück, um eure gesammelten Schätze in neue Fertigkeiten umzuwandeln? Nach geraumer Zeit tretet ihr nicht nur gegen die scheußlichen Kreaturen, sondern auch gegen euch selbst an. Habgier und Unkonzentriertheit können somit mächtiger werden als der größte Drache. Doch umso größer ist auch die Freude, die ihr empfinden werdet, nachdem ihr einen starken Troll niedergestreckt oder im letzten Moment eure verlorenen Seelen zurückerobert habt. Keine Frage, der Titel spielt mit euren Emotionen wie kein Zweiter.
Romantik im Angesicht des Todes
Aus spielerischer Sicht kann Dark Souls also vollkommen überzeugen. Doch wie sieht es mit der grafischen Komponente aus? Hier schafft From Software leider nicht ganz den Anschluss an die Spitze. Die Texturen zeigen sich nicht immer von ihrer schönsten Seite, sind in manchen Gebieten grob dargestellt und kommen dort sogar recht hässlich daher. Auch die Framerate geht bei größeren Arealen und mehreren Gegnern gleichzeitig gerne einmal in die Knie. Ein weiterer Knackpunkt stellt das viel zu wuchtige Interface dar. Das Inventar und die Lebensanzeige nehmen einen großen Teil des Bildschirms ein, was nicht nur wenig ästhetisch aussieht, sondern auch einen Großteil des ordentlichen Leveldesigns verdeckt.
Denn wo Dark Souls mit Texturen und Stabilität nicht punkten kann, da reißt der Titel in Sachen Umgebung und Atmosphäre einiges heraus. Die offene Spielwelt zeigt sich hervorragend modelliert. Egal ob ihr euch in der versunkenen Metropole oder überirdisch in der Stadt der Untoten aufhaltet, ihr werdet über die Architektur, die meterhohen Zinnen und die verfallenen Brücken mehr als nur einmal staunen. Auch die Lichteffekte wissen zu überzeugen und werden euch trotz gefährlicher Gegnerhorden im Nacken den ein oder anderen romantischen Moment bescheren, wenn euch die untergehende Abendsonne rötlich ins Gesicht scheint. Als ebenso gelungen kann die Modellierung der Feinde bezeichnet werden. Eure Widersacher sind abwechslungsreich gestaltet und so ausgerüstet, dass ihr den jeweiligen Gegnertyp gut voneinander unterscheiden könnt. Normale Untote kommen mit einem Kurzschwert und Lendenschurz daher, während die schwereren Klassen den römischen Legionären nachempfunden sind. Auch die Drachen oder Trolle sind trotz ihres furchterregenden Äußeren monumentale Erscheinungen. Zudem verfügen sowohl eure Kontrahenten als auch euer Charakter über schön anzuschauende Lauf- und Kampfanimationen. Das durchdachte Physiksystem, welches es ermöglicht, dass Feinde nach ihrem Ableben an Mauern lehnen oder über Brüstungen hängen, hat leider einen Nachteil. Alle Leichen werden nämlich durch Berührungen wie Puppen durch die Gegend geschleudert oder bleiben an eurem Fuß hängen, sodass ihr diese meterweit durch die Dungeons schleift. Dieser sogenannte Ragdoll-Effekt stört zwar das Gesamtbild, kann der herausragenden Atmosphäre des Spiels aber nichts anhaben.
Die dunkle Fantasystimmung wird durch die passend angewendeten Soundeffekte noch weiter untermauert. Stahl prallt im Kampf markerschütternd aufeinander, während ein Gurgeln einen Treffer in das Fleisch des Gegners beschreibt. Angriffe versteckter Gegner lassen sich durch berstendes Holz und gruselige Atemzüge vorausahnen. Die epische Hintergrundmusik trägt ihren Teil zum stimmigen Gesamteindruck bei. Dramatische Töne bei nahenden Bossen sind hier ebenso passend gewählt wie ruhigere Töne in den lauschigeren Gefilden des Spiels. Die englischen Synchronsprecher machen ihre Arbeit ebenfalls gut und überzeugen durch mysteriösen Singsang und sinnvolle Betonungen.
Verräterische Zeichen
Im klassischen Sinne verfügt Dark Souls über keinen Mehrspielermodus. Vielmehr bewegt ihr euch bei aktivierter Xbox LIVE Verbindung in einer Art Parallelwelt zu den anderen Spielern auf der ganzen Welt. Überall in den Weiten der Dungeons werdet ihr auf dem Boden feurige Zeichen finden, die eure Online-Mitstreiter für euch hinterlassen haben. Sie enthalten wertvolle Hinweise, warnen euch vor kommenden Gefahren oder enthalten aufmunternde Worte für eure bevorstehende Reise. Doch nicht alle Leidensgenossen meinen es gut mit euch. Einige Unverbesserliche werden euch beispielsweise auf einem Hausdach den Hinweis hinterlassen, doch einen Sprung vom Dach zu wagen, um zu einem geheimen Bereich zu gelangen. Wenn ihr zu leichtgläubig seid, wartet auf euch beim Sturz schnell der Tod. Zudem könnt ihr in die Welten anderer Spieler eindringen, diesen beistehen oder sie selbst zur Strecke bringen, um ihre Menschlichkeit aufzusammeln. Doch Vorsicht, bringt ihr andere Abenteurer um die Ecke, werdet ihr auf eine schwarze Liste gesetzt und zum Abschuss freigegeben. Leider könnt ihr nicht mit euren Freunden in Verbindung treten oder euch mit ihnen verabreden. Vielmehr müsst ihr darauf hoffen, ihnen per Zufall in der riesigen Spielwelt über den Weg zu laufen. Natürlich könnt ihr euch auch ganz altmodisch in der Realität verabreden und euch einfach an einem ausgemachten Ort treffen.
Als wir zum ersten Mal in die Welt von Dark Souls eintauchten, waren wir sichtlich geschockt. Keine Quests? Kaum Charaktere, mit denen ihr euch epische Dialogschlachten liefern könnt? Und wo bleiben die Storyfäden, die Belohnungen für geleistete Taten und die Levelaufstiege? Dann noch dieser beinharte Schwierigkeitsgrad, der uns bei jeder Unachtsamkeit das Leben und all unsere Seelen kostet. Einige Stunden später sind wir From Softwares Meisterwerk gnadenlos verfallen. Wer braucht schon Quests, wenn man eine komplett offene Spielwelt zu bereisen hat, die man entdecken und durchkämmen kann, wie man will? Auch quatschende NPC’s werdet ihr kaum vermissen, wenn ihr erst einmal entdeckt habt, dass es unglaublich spannend und fordernd sein kann, sich anhand geheimnisvoller Tipps selbst die nächsten Aufgaben zu erschließen. Das Kampfsystem fordert euer Können und euer Köpfen gleichermaßen. Die taktischen Komponenten wie das Analysieren und Ausgucken eurer Gegner, die richtige Waffenwahl und das Herauslocken von Feinden aus einer Gruppe ist überaus komplex und eines Rollenspiels mehr als würdig. Da stört es auch nicht, dass ihr regelmäßig das Zeitliche segnet. Mit jedem Tod werdet ihr euch verbessern, euren Ehrgeiz nähren und mit neuen Ideen im Gepäck zum Ort der Niederlage zurückkehren. Dark Souls spielt mit eurem Ego, euren Gefühlen, weckt euren Forscherdrang, schärft euren Geist, fordert eure Geduld und bestraft eure Fehler wie kein zweites Spiel. Wenn es einen Beweis dafür braucht, dass Computerspiele eure Fertigkeiten stärken, dann ist der Titel von From Software der richtige Kandidat dafür. Fans moderner Action-Rollenspiele und putziger Prinzen werden mit diesem Vertreter wohl keine Freude haben. Wer aber ein RPG sucht, was zu den Wurzeln des Genres zurückkehrt, düster und fordernd zugleich ist, der wird hier seinen Meister finden.
„Düster, fordernd und genial. Dark Souls bringt das Genre zurück zu den Wurzeln.“