Die Zombies sind zurück. Wer hier an das typische Drama der Großstadt oder afrikanische Weiten denkt, ist leider fehlgeleitet. Dieses Mal findet ihr euch mitten auf einer Urlaubsinsel wieder. Der Zombievirus ist ausgebrochen und es ist eure Aufgabe, euch gegen die in einen Bikini gekleideten Damen und Shorts tragenden Herren zu wehren.
Aber es soll noch nicht zu viel verraten werden. Welche Ausmaße das Gemetzel wirklich annimmt und in wie sonnigen Gefilden ihr euch wirklich bewegt, erfahrt ihr im folgenden Test.
Die Insel der lebenden Leichen
Ihr beginnt euer Erlebnis auf der Insel der Toten mit einer recht betrunkenen Erfahrung. Torkelnd und lallend versucht ihr euren Weg durch die gerade stattfindende Party zu finden, ohne jedes Girl anzurempeln oder mit den anderen Gästen aneinanderzugeraten.
Ein paar blutige, aber im Suff verdrängte Szenen später, findet ihr euch dann endlich in eurem Hotelzimmer wieder und könnt eine ruhige Nacht durchschlafen, bevor der Spaß richtig los geht. Am nächsten Morgen findet ihr die ersten Toten, beobachtet ein paar recht verstörende Geschehnisse und versucht euren Weg zu einer halbwegs sicheren Unterkunft zu finden.
Nach dem ersten überlebten Zombieangriff erfahrt ihr, dass ihr scheinbar immun gegen die seltsame Krankheit seid, die die Toten wieder auferstehen und nach menschlichem Fleisch lechzen lässt. Folglich bildet ihr euch schnell zum richtigen Auftragsnehmer und dem erklärten Helden der Geschichte heraus.
Ihr könnt den Rest der Insel entdecken, der doch recht ansehnlichen Anzahl an Überlebenden unter die Arme greifen oder einfach nur versuchen, aus dieser ganzen Hölle zu fliehen. So viele Möglichkeiten und so wenig Munition.
Der erste Akt
Das Drama beginnt nicht wie üblich in einer stürmischen Nacht, sondern an einem recht sonnigen Morgen mit Blick auf das Meer. Doch bevor ihr in die Geschichte hinein stolpern könnt, müsst ihr erst einmal einen der vier Charaktere auswählen. Zur Auswahl stehen der obligatorische ehemalige Star, die taffe Braut, das zielgerichtete Mädchen von Nebenan und der harte Kerl aus der Großstadt. Unterscheiden tun diese sich natürlich erst einmal äußerlich, in ihrer Herkunftsgeschichte und in ihrer Waffenspezialisierung.
Habt ihr euch damit vertraut gemacht, dürft ihr nach der durchzechten Nacht in eurem Hotelzimmer aufwachen und durch leere Gänge, sowie offensichtliches Chaos stapfen. Räumt ein paar Koffer leer, sammelt die ersten Scheine und werdet von einer seltsamen Stimme im Fahrstuhl zur vorerst sicheren Strandhütte geführt.
Das Spielprinzip ist fortan einfach nachzuvollziehen. Während ihr anfangs in eine freie Welt entlassen werdet und es nur möglich ist, der Hauptaufgabe zu folgen, werdet ihr nach und nach mit mehreren Quests betreut. Questgeber tragen dabei auch das obligatorische Ausrufezeichen über dem Kopf und belohnen euch mit neuerlichen Waffen, dem guten alten Geld oder bieten ihre Dienste an.
Die teilweise recht großen Strecken von A nach B können zu Fuß oder mit einem Auto zurückgelegt werden.Zombies können unterwegs im Nahkampf, mit Wurfwaffen oder Schusswaffen erledigt werden. Dies entscheidet sich hauptsächlich durch die vorher getroffene Charakterauswahl.
Es kommt zwar eine gewisse Spannung auf, doch Horror breitet sich nicht aus. Die Zombiekatastrophe artet recht schnell in ein ansehnliches Gemetzel aus. Trotzdem bleibt ein gewisser Spaßfaktor erhalten und ihr könnt sogar erfahren, wie es zu dieser ganzen Situation kam und was es mit den doch nicht ganz so Toten auf sich hat.
Immer in Bewegung bleiben
Wie ihr euch über die Insel bewegen könnt, ist leicht erklärt. Für die Bewegung und das Blickfeld werden standardmäßig LS und RS verwendet. Mit RT schlagt ihr zu und mit RB wechselt ihr zwischen den ausgerüsteten Waffen. LB dient zum Treten und mit LT zielt ihr und könnt danach mit RT den gehaltenen Gegenstand werfen.
A ist typischer Weise springen, X dient zum Bestätigen, mit Y könnt ihr eine Waffe von euch werfen und B wird nur gelegentlich verwendet. Drückt ihr LS rennt ihr und tut ihr dasselbe mit RS duckt ihr euch. Start dient zusätzlich als Pausenmenü und Back bietet neben einer Karte auch eine Questübersicht, sowie ein Inventar. Alles in allem findet ihr euch sicherlich schnell mit der Steuerung zurecht und könnt euch einfach durch das Spiel bewegen und euch gegen die gröbsten Horden wehren.
Die Belegung passt sehr gut zum Stil des gesamten Spiels, ist bodenständig und nicht zu verwinkelt, sodass ihr den Überlebenskampf schnell voran bringt.
Eure Umwelt könnt ihr dabei aus der Ich-Perspektive bewundern, sodass eventuelle Zombieübergriffe das erste Mal doch recht erschreckend wirken, bevor ihr euch schnell auch daran gewöhnt habt.
Ihr könnt auf die Dauer leider nicht zu viel Spannung von diesem Spiel erwarten, aber dafür hält es doch ein paar Twists und einen hohen Spielspaß parat. Gerade der Multiplayermodus gibt dem Abenteuer eine neue Note.
Die Insel eurer Alpträume
Obwohl Dead Island von der Steuerung und dem Spielverhalten her sehr stark an Left for Dead 1 oder Left 4 Dead 2 erinnert, bietet es doch eine wesentlich ansehnlichere Grafik. Die recht realistisch gehaltene Umgebung, die gut ausgearbeiteten Charaktere und die hübsch zu betrachtenden Videosequenzen sind ein eindeutiges Plus dieses Spiels.
Nebenher kommen kreischende Zombies und ein wenig musikalisches Geplänkel im Hintergrund auf, um dem Ganzen eine Urlaubsnote zu geben.
Die Synchronisation ist vollkommen akzeptabel, die Videosequenzen schön gestaltet und die Ladezeiten nicht als zu lang. Alles in allem kann die Geschichte sehr schnell voran schreiten, ohne dass ihr lange auf neue Gebiete warten müsst oder in eurem Kampfgetümmel unterbrochen werdet.
Falls ihr mal eine kleine Pause haben wollt, könnt ihr auch einfach weiße Sandstrände entlang um euer Leben rennen oder zu Boden geworfen im Sand kriechen. Klingt das nicht wie das ultimative Urlaubsparadies? Ihr seid noch nicht überzeugt? Dann freut euch auf den Spaß zu zweit oder zu viert.
Wenn überleben allein keinen Spaß macht
Doch sicherlich wollt ihr weder allein in den Urlaub fahren, noch den Kampf ums Überleben aufnehmen, ohne einen Vertrauten an der Seite zu haben. Wahrscheinlich haben die Macher deshalb einen Multiplayermodus eingebaut. Hier ist es euch möglich mit bis zu drei Freunden oder Fremden, denen man zufällig in der Zombieapokalypse begegnet ist, den Kampf aufzunehmen und die ausgewählten Quests zu erfüllen.
Dies gestaltet sich ungeahnt einfach, da euch das Spiel aufmerksam macht, wenn sich ein anderer Spieler in einem ähnlichen Gebiet oder dem selben Geschichtsabschnitt befindet. Nun müsst ihr nur noch das Steuerkreuz nach links bedienen und Voila, ihr tretet einem Mitstreiter bei.
Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit über die Spielerkarte direkt einen Freund einzuladen.
Außerdem kann der Co-op Modus auch direkt an der Xbox 360 in Angriff genommen werden. Dies gelingt zumindest, wenn ihr euch auf einen Systemlink einlasst.
Habt ihr diesen Schritt erst einmal bewältigt, geht es eigentlich weiter wie zuvor. Am bisherigen Spielverhalten ändert sich nichts, außer dass ihr nicht allein gegen die Horden kämpfen müsst. Ihr werdet feststellen, dass Dead Island durch den Multiplayermodus definitiv gewinnt und ihr gern eure Freunde dazu überreden wollt, es euch doch gleich zu tun und einmal eine neue Urlaubsvariante auszuprobieren.
Und sonst so?
Alles in allem gibt es ansonsten nicht mehr wirklich viel zu diesem Spiel zu sagen. Ihr werdet feststellen, dass es eine angenehme Abwechslung zu sonstigen Zombiekatastrophen ist und ihr gern einmal einen Ausflug an den nächsten Strand unternehmen wollt.
Ein neues Co-op Spiel auf dem Markt ist immer einen Einkauf wert und es kann zu einem schönen Nachmittag mit guten Freunden beitragen.
Die Geschichte selbst kann eine ansehnliche Zeit in Anspruch nehmen und ihr werdet sie auf jeden Fall genießen. Wenn sowohl Zombieapokalypsen als auch Rollenspiele etwas für euch sind oder ihr gern mal ein Abenteuer mit euren Freunden erleben wollt, wird euch Dead Island auf jeden Fall gefallen und der Einkauf wird sich gelohnt haben.
Fazit
Dead Island, die Zombiekatastrophe im Urlaubsparadies, ist eine Mischung aus Left for Dead und einem Rollenspielklassiker. Obwohl ihr euch durch Gruppen von Zombies schlachten müsst, habt ihr gleichzeitig auch Quests zu erledigen und müsst für die Sicherheit und das Überleben der weniger kampfbereiten Zivilisten sorgen.
Da ihr nicht immer allein in den Kampf ziehen müsst, könnt ihr die weißen Sandstrände auch mit bis zu drei Freunden entlang irren oder die recht freie Welt der Insel zu Fuß oder mit dem Auto erkunden.
Grafisch werdet ihr von Dead Island sicherlich nicht zu viel erwartet haben. Die Videosequenzen und die begehbare Umgebung sind realistisch gehalten. Auch der Sound gibt dem Spiel eine passende Untermalung. Solange ihr nicht mit wirklichem Horror oder auch nur vielen grusligen Effekten gerechnet habt, wird euch Dead Island nicht enttäuschen.
Neben diesen allerhand offensichtlichen Details könnt ihr euch außerdem auf recht unterschiedliche Reaktionen der anderen Charaktere im Spiel freuen. Die einen versuchen noch immer irgendwie eine Party zu veranstalten, während andere um ihr Überleben kämpfen oder die eigene Panik im Alkohol ertränken.
So oder so werden euch die kleinen Feinheiten des Spiels begeistern.
„Greift zu den Waffen und dann auf ins Gemetzel.“