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Dead Rising 2

Autor: Henry Lai - MadD4mon
Streetdate: 24.09.2010
Gametyp: Horrorspiel
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Leser: 2918

Capcoms Metzelsimulations-Serie hat sich ja bereits bei ihrem Einstand einen guten, wenn auch in Deutschland indizierten Namen gemacht. Es ist für euch also wenig verwunderlich, dass die japanischen Entwickler am erprobten Konzept nur marginal etwas geändert haben. So heißt euer Alter Ego eben nicht mehr Frank West, sondern Chuck Greene und schwingt gerne selbst gebaute Waffen. Nichtsdestotrotz lässt sich Dead Rising 2 immer noch mit einem einzigen Wort beschreiben: Zombie-Schlachtplatte. Ob das Konzept auch 2010 aufgeht, erfahrt ihr im Test von Xboxdynasty.Zombie-Alltag
Grundbestandteil der Idee von Dead Rising ist das Enthaupten, Zerfetzen, Überfahren und Zerfetzen unzähliger Zombies, die euch alle an den Kragen wollen. Mit dem Töten eurer schlurfenden Gegner werdet ihr auch die meiste Zeit verbringen, denn wo ihr euch in anderen Actionspielen mit offener Spielwelt manchmal ein wenig verloren fühlt, seid ihr in Fortune City nie allein. Ständig kommt ein blutverschmierter, stöhnender Infizierter wankend auf euch zu, die Arme stereotyp nach vorne ausgestreckt. Er giert nach eurem Hirn und als Reaktion darauf schlagt ihr ihm sein selbiges ein. Und seid ihr mit diesem Exemplar fertig, gibt es wortwörtlich noch Tausende, die nach eurem Leben trachten. Wer noch nie Dead Rising gespielt hat, der wird von der schieren Masse an wandelnden Leibern überwältigt werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch auch wenn die Zombies so gut wie nichts aushalten, so können sie doch brandgefährlich sein. Kommt euch einer zu nahe, packt er euch und beginnt damit euch bei lebendigem Leib aufzufressen. Vor allem zu Beginn des Spiels können euch nur einige wenige Übergriffe das Leben kosten.

Daher ist es gut, dass sich euer Held zu wehren weiß. Nicht nur seine Fäuste sprechen eine klare Sprache. Ihr könnt außerdem fast jeden Gegenstand in der Spielwelt als Waffe missbrauchen. Mit absurden und komischen Ergebnissen. Wer Blumentöpfe auf Zombie-Horden schmeißt und sie dann danach mit Ketchup beziehungsweise Mayonnaise vollspritzt, der beweist eine besondere Art von Humor. Konventionelle Waffen gibt es natürlich auch: Messer, Baseballschläger, Pistolen oder Schrotflinten finden sich mehr oder weniger häufig in Fortune City. Aber es macht einfach viel mehr Spaß mit Sonnenschirmen, Demonstrationsplakaten und E-Gitarren auf eure hirnlosen Kontrahenten einzuschlagen! Schnell habt ihr herausgefunden, welche Waffen wirklich nützlich sind und welche nicht. Einige erfüllen eher einen dekorativen Zweck und andere sind schon nach einigen wenigen Schlägen kaputt.

Wenn euch die große Anzahl herkömmlicher Waffen und Alltagsgegenstände noch nicht ausreicht, so könnt ihr auf eine neue Spielmechanik von Dead Rising 2 zurückgreifen. Habt ihr eine so genannte Combo Card gefunden und kombiniert ihr daraufhin die zwei passenden Gegenstände auf einer Werkbank miteinander, entsteht eine wunderbare Neukreation. Und die eignet sich natürlich vortrefflich, um noch mehr Zombies zu schlachten. Baseballschläger mit Nägeln bestückt, elektrischer Rollstuhl mit zwei Maschinengewehren oder Boxhandschuhe mit integrierten Messern. Weiterhin freut ihr euch über einen gewaltigen Bonus an Erfahrungspunkten, die euch dem nächsten Level und damit den nächsten Boni auf eure Attribute immer näher bringen.Von einem Haufen Untoten und sexy Journalisten
Eine Hintergrundgeschichte bietet Dead Rising 2 auch noch, was man von einem Spiel in diesem Genre nur selten erwartet. Zwar ist sie nicht sehr tiefgründig oder überraschend, dafür aber gut inszeniert: Chuck Greene, ein ehemaliger Motocross-Profi, verdingt sich in einer Reality-Show namens „Terror Is Reality“ als Gladiator und metzelt dort im Wettkampf mit anderen einen Zombie nach dem anderen. Dem Erstplatzierten winken Ruhm und Geld, das Chuck dringend braucht, um die Anti-Zombie-Droge Zombrex kaufen zu können. Seine Tochter Katey ist nämlich von einem Zombie gebissen worden und seitdem hängt ihr Leben von den täglichen Rationen des Heilmittels ab. Doch es kommt, wie es kommen muss: Eine mysteriöse Explosion sorgt dafür, dass die Zombies aus ihren Käfigen klettern und sich durch die Bevölkerung von Fortune City fressen. Zu allem Überfluss werdet ihr auch noch beschuldigt, für das Ganze verantwortlich zu sein. Drei Tage bleiben euch, um eure Unschuld zu beweisen und einen Weg zu finden, inmitten der Zombiehorden zu überleben – und irgendwo das überlebenswichtige Mittel aufzutreiben. Wie auch schon im ersten Teil hetzt ihr also unter Zeitdruck von einer Mission zur anderen, müsst zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein und nebenbei noch überleben. Da ist Taktik gefragt!

Die Nebenfiguren bedienen sich an Archetypen wie zum Beispiel der übermäßig neugierigen Reporterin, dem autoritätssüchtigen Wachmann oder dem besorgten Vater, vermitteln aber trotzdem eine gewisse Lebendigkeit und Atmosphäre, die die Zwischensequenzen einigermaßen ansehnlich gestalten. Viel tragen dazu auch die wirklich hübschen weiblichen Figuren bei, die oftmals ziemlich viel Haut zeigen oder sich kokett geben. Besonders angetan dürften die männlichen Spieler unter euch von der sexy Journalistin Rebecca Chang oder den Zwillings-Assisstentinnen des geschäftstüchtigen TK sein.

Im Laufe des Spiels erhaltet ihr außerdem immer wieder Textnachrichten, die euch auf optionale Missionen aufmerksam machen. Erledigt ihr diese, kriegt einen großen Batzen Erfahrungspunkte und eventuell auch die ein oder andere Belohnung. Oft geht es nur darum, irgendwelche Überlebenden in einen Schutzbunker zu bringen. Es gibt aber auch einige Verrückte, die sich den Untoten angeschlossen haben beziehungsweise die allgemeine Panik und das Chaos ausnutzen, um ein wenig zu plündern. Die könnt ihr auch beseitigen; doch bereitet euch auf einen harten Kampf vor, denn sie können ziemlich gut einstecken und auch sehr effektiv austeilen. Zum Glück könnt ihr die gesamte Kampagne kooperativ via Xbox LIVE spielen. Zu zweit geht vieles einfacher und ist auch spaßiger. Denn nach ein paar Stunden pures Zombie-Metzeln kann sich schon mal eine gewisse Monotonie einstellen. Zumal die Hintergrundgeschichte allein keinen großen Antrieb zum Durchspielen bietet. Wer jedoch darauf steht, der findet mit Dead Rising 2 sein persönliches Schlaraffenland.Fernsehen lohnt sich
Neben dem kooperativen Spielmodus könnt ihr auch noch an der bereits erwähnten TV-Show „Terror Is Reality“ teilnehmen, um euch gegen drei menschliche Kontrahenten in neun verschiedenen Disziplinen zu messen und einen großen Haufen Geld einzuheimsen. Die Minispiele sind ebenso skurril wie unterhaltsam: So müsst ihr in Slicecycle mit Kettensägen bewährte Motorrädern Zombies halbieren, für Bonus-Zombies gibt es dementsprechend Bonuspunkte. In Headache geht es darum, den Untoten Hüte aufzusetzen und diese dann per Knopfdruck explodieren zu lassen. Doch Vorsicht: Wenn eure „Behüteten“ von jemand anderem getötet werden, erhaltet ihr keine Punkte. Die Entwickler haben sich bei der Konzeption der Spiele eine Menge einfallen lassen. Nicht alles funktioniert gleich gut, wie zum Beispiel Ball Buster, bei dem die Steuerung etwas hakelig ist. Aber eine spaßige Abwechslung und eine lukrative Einnahmenquelle ist die Show allemal.Mehr vom Gleichen
Technisch hat sich bei Dead Rising 2 gegenüber seinem Vorgänger kaum etwas geändert. Die Optik erreicht ein schönes, detailliertes, wenn auch nicht überragendes Level und hat glücklicherweise nicht mit Rucklern zu kämpfen. Lediglich die Animationen wirken steif und hölzern. Bei den Zombies ist das ja teilweise auch der Normalfall, doch auch Chuck hat in dieser Richtung ein paar Problemchen. Darüber hinaus sollte angemerkt werden, dass er nicht gerade schnell laufen kann. Seine Reisegeschwindigkeit gleicht, vor allem zu Beginn des Spiels, einem gemütlichen Spaziergang. Die Steuerung reagiert ein wenig verzögert und ist daher gewöhnungsbedürftig. Außerdem kann es manchmal mühsam sein, mit der B-Taste bestimmte Gegenstände aufzuheben. Ein Hin- und Herschwenken der Kamera ist dann gefragt. Ärgerlich, wenn ihr es eilig habt. Wenn ihr aber einmal den Bogen raus habt, fällt das nicht mehr allzu sehr ins Gewicht. Akustisch bewegt sich Dead Rising 2 auf Durchschnittsniveau. Hintergrundbeschallung fehlt aber fast komplett. Dafür liefern die englischen Sprecher einen passablen Job ab.Fazit
Zombies, Zombies und noch mehr Zombies. Um es kurz zu machen: Wer kein Herz für derartige Spiele hat, den wird Dead Rising 2 auch nicht umstimmen. Statt viel Neues zu bieten, verlässt sich das Spiel eher auf altbekannte Mechaniken und verfeinert diese um einige Nuancen. Und das ist auch gut so, denn wieso etwas ändern, das sowieso schon funktioniert. Leider kommen mit einem bewährten Konzept auch bekannte Fehler einher. Die Langzeitmotivation sinkt schnell, wenn man das kreative Metzeln von Untoten außer Acht lässt. Die Steuerung ist etwas hakelig, die Animationen eher schlicht. Wer schon vorher keine Lust auf Dead Rising hatte, der investiert sein Geld also eher woanders. Wer Dead Rising liebte oder es lieben lernen will, darf getrost zugreifen.

„Dead Rising 2 bietet mehr von der erfolgreichen Zombie-Metzel-Formel“

Pro:
  • Feine Zombie-Action
  • Combo Cards für skurrile Waffenkombinationen
  • Kooperativer Mehrspielermodus
  • Terror Is Reality
  • Nette Grafik
  • Passable Sprecher

Kontra:
  • Langzeitmotivation eher gering
  • Teils hakelige Steuerung
  • Hölzerne Animationen
  • Wenig Hintergrundmusik

Einzelspieler: 7.9
Mehrspieler: -
Xbox Live: 8.2
Steuerung: 7.6
Grafik: 7.8
Sound: 7.8
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Englisch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 25
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

Gesamtbewertung
7.8


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