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DeathSpank


Autor:Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 14.07.2010
Gametyp: Adventurespiel
Entwickler: Hothead Games
Publisher: EA Partners
Hits:2850

Ron Gilbert hat wieder zugeschlagen! Der Schöpfer von Monkey Island versucht sich mit dem Arcade-Titel DeathSpank an einem etwas anderen Genre als seine vorherigen Piratenabenteuer, bringt aber genauso viel Humor mit. Zugeschlagen ist auch gar kein schlechtes Stichwort, denn genau das tut der Held in Gilberts neuestem Werk am häufigsten. Statt ruhiger Rätsel gibt es jetzt also ordentlich auf die virtuelle Mütze. Mit vielen Quests, unzähligen Monstern und einem vollen Inventar ist DeathSpank dabei ein richtig dicker Rollenspielbrocken. Dazu passen auch die ausladenden Maße des Games, das 1200 Microsoft Points kostet und ein sattes Gigabyte an Speicherplatz belegt. Aber wir haben selbstredend keine Kosten und Mühen gescheut, um euch einen ausführlichen Testbericht liefern zu können.
Historisches
Die Verhältnisse in der Welt von DeathSpank sind klar. Ihr seid der unangefochtene Held, dessen Namen das Spiel im Übrigen trägt, und sobald irgendwo ein Problem auftaucht müsst ihr es lösen. Schließlich liebt euch die Bevölkerung nicht ohne Grund. Als lebende Legende macht ihr natürlich genau das, was alle Rollenspielhelden tun: Auf die Jagd nach Schätzen gehen. Euer erklärtes Ziel ist es einen mächtigen Schatz namens „Das Artefakt“ zu bergen. Kein Problem für einen echten Helden. Leider wird euch das Artefakt aber genauso schnell wieder abgenommen, wie ihr es gefunden habt. Eine Ork-Armee unter der Führung des bösen Lord Von Prong raubt euch das Artefakt, die gesamte Ausrüstung und euren Legendenstatus.

Kurzerhand macht ihr euch auf den Weg die Armada der Grünhäuter zu vernichten und Lord Von Prongs eitles Köpfchen von seinem Körper zu schlagen. Aber das geht natürlich nicht so flott, schließlich ist DeathSpank ein Spiel von Ron Gilbert und spickt die lange Reise dahin mit lustigen Nebenaufgaben und viel Charme. So müsst ihr unter anderem einem Waisenkind ein Pony kaufen, das Ansehen eines Bürgermeisters steigern oder habt die Wahl einem alten Kriegsveteranen entweder einen dicken Panzer oder ein EXTRASCHARFEN Taco zu liefern. An jeder Ecke der Welt nimmt sich das Spiel selbst auf die Schippe. So antwortet der Bürgermeister von Pluckmuckel auf die rollenspieltypische Frage, ob er eine Aufgabe für euch hat: „ Aufgabe? Joah, mir ist beim Müllrausbringen mein Gebiss in den Container gefallen, wollt ihr es für mich holen?“
Verwaltungstechnisches
Der zweite Hauptteil des Spiels besteht aus Kämpfen. Nicht wenige der gestellten Aufgaben haben mit dem Vernichten der vielen skurrilen Gegner zu tun. Neben Feuerdämonen und explodierenden Schleimbatzen warten auch ortswechselnde Hunde und verweste Gerippe auf eine Auseinandersetzung mit euch. Nachdem die Viecher blanken Stahl gespürt haben und im Jenseits sind, lassen sie Gegenstände oder Geld zurück. Die Objekte, die nach den vielen Kämpfen übrig bleiben oder auch in Fässern zu finden und in Läden zu erwerben sind, sind besonders wichtig. Denn als waschechtes Rollenspiel hat DeathSpank ein prall gefülltes Inventar mit allem Drum und Dran. Ihr könnt den legendären Helden mit allen möglichen Helmen, Rüstungen, magischen Ringen und verzauberten Tretern ausstatten. Das Spiel bietet sogar eine Komfortfunktion, mit der immer die beste verfügbare Ausrüstung angelegt wird. Lediglich um eure Verpflegung und die Waffen müsst ihr euch dann noch selbst kümmern.
Geldbringendes
Alle vier bunten Aktionstasten könnt ihr im Inventar mit Waffen belegen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen eher klassischen Argumentationsverstärkern wie Axt, Schwert oder Armbrust, aber auch Hühnerkanone und einer Waffe die, nun ja, Ausscheidungen von Dämonen auffangen soll. Alle Ausrüstungsteile sind an eure eigene Stufe gebunden. Erst, wenn ihr durch Kämpfe weit genug aufgestiegen seid, könnt ihr auch das entsprechend gute Equipment benutzen. Auf den vier Richtungen des Steuerkreuzes könnt ihr hingegen Heiltränke und Verpflegung platzieren. Die flüssige Medizin heilt euch sofort. Nahrung müsst ihr allerdings erst zu euch nehmen damit sie wirkt. In dieser Essenszeit dürft ihr nicht angegriffen werden, ansonsten wird euer Mahl abgebrochen. Dadurch entstehen manche skurrile Aktionen, wie wenn ihr kaum noch Energie habt und ständig auf der Flucht vor einem Ork im Kreis lauft, damit ihr eure Hühnerkeule verspeisen könnt. Sollte euer Inventar mal überfüllt sein hat DeathSpank eine einfache und gewinnbringende Lösung. Mit einem Transformator kann er jederzeit einen beliebigen Gegenstand zu Geld machen. So gibt es Platz im Inventar und ihr könnt eure neue Kohle gleich beim örtlichen Waffenhändler loswerden.
Gesellschaftswissenschaftliches
Solltet ihr euch in der extrem weitläufigen Welt einmal einsam fühlen, kann DeathSpank auf Knopfdruck seinen besten Kumpel herbeirufen. Dabei handelt es sich um einen verrückten Zauberer, den ein zweiter Spieler mit entsprechendem Controller übernehmen kann. Dann kann euch euer Freund im Kampfgeschehen unter die Arme greifen. Mehr bleibt ihm auch gar nicht übrig, denn im Gegensatz zum sehr redefreudigen Helden bekommt der Zauberer die Zähne nicht auseinander. Also bleibt nur die Unterstützung als Kampfgefährte. Leider ist das Spiel auch in diesem Punkt durch und durch ein Rollenspiel und hat dem Magier nicht gerade übermenschliche Kräfte verliehen. Das kleine Männchen verfügt zwar über einen sehr nützlichen Heilzauber und kann sich selbst sogar klonen, viel Schaden ausrichten tut das alles es aber nicht. Und sobald es getroffen wird müsst ihr selbst dran glauben, denn sobald ein zweiter Controller angeschlossen ist teilt ihr euch eine Energieanzeige. Trotzdem wird es zu zweit vor der Konsole immerhin ein bisschen gesellig und dadurch noch lustiger.
Simples
Die Steuerung von DeathSpank bedarf keiner großen Eingewöhnung. Der linke Stick kommt wie immer zur Laufrichtungsbestimmung zum Einsatz, mit dem rechten kann die Kamera gedreht werden. Wie schon erwähnt werden sämtliche Aktionstasten zum Schwingen der Waffen belegt und das Digitalkreuz versorgt euch mit Lebensmitteln und Heiltränken. Im Inventar wird euch jeweils angezeigt, welche Taste ihr wofür drücken müsst, auch wenn es eigentlich selbsterklärend ist. Mit der linken Schultertaste könnt ihr zudem eine schicke Übersichtskarte öffnen, damit ihr euch nicht verlauft. Ein Druck auf die Back-Taste öffnet die Übersicht eurer Aufgaben. Solltet ihr irgendwo einmal nicht mehr weiter wissen könnt ihr einfach gefundene Glückskekse (!) öffnen und erhaltet einen Hinweis auf die Lösung der Quest.
Ausgefallenes
Optisch kann DeathSpank überzeugen, auch wenn das Spiel nicht gerade als Grafikbombe zu bezeichnen ist. Viel eher begeistert es durch seinen ungewöhnlichen Stil. Sämtliche Objekte der Spielwelt sind zweidimensional, ihr habt aber trotzdem das Gefühl ein 3D-Spiel zu erleben. Wahre Highlights gibt es kaum in der hübschen Welt zu entdecken, dafür wirkt alles wunderbar stimmig und passt perfekt zum Gesamteindruck. Die Charaktere sind allesamt witzig gestaltet werden euch in Gesprächen mit kleinen Porträts präsentiert. Sogar einige toll gezeichnete Zwischensequenzen haben es in das Spiel geschafft und treiben optisch elegant die Story voran.

Hörbares
Bei der musikalischen Untermalung ist Ron Gilbert eher durchschnittliches gelungen. Die Musikstücken sind zwar ganz schön anzuhören, allerdings fehlt es eindeutig an herausragenden Melodien wie zum Beispiel bei Monkey Island. In der Sparte der Soundeffekte bietet sich das gleiche Schauspiel: Alles ganz okay, aber eben nichts Besonderes. Ganz anders sieht das aber bei der Sprachausgabe aus. Die englischen Sprecher verrichten einen wunderbaren Job und bringen mit ihren lustigen und übertriebenen Vertonungen Leben in die Charaktere des Spiels. Besonders in den Sprecher von DeathSpank höchstpersönlich könnt man sich regelrecht verlieben. Es macht einfach einen riesigen Spaß seinen übertrieben betonten Ausführungen zu lauschen. Genauso wie die Sprachausgabe ist das Spiel übrigens komplett auf Englisch. Soll heißen, dass alle Texte, die Namen aller Gegenstände und jedes Gespräch nicht lokalisiert wurden. Für englischbewanderte Spieler kein Problem, aber auch für den Rest von euch schaffbar. Die Dialoge und Texte befinden sich auf einem eher niedrigen sprachlichen Niveau und sind mit ein bisschen Gehirnschmalz leicht nachzuvollziehen. Allerdings solltet ihr diese Tatsache beachten, wenn ihr euch überlegt, ob ihr dieses wunderbare Spiel kaufen wollt.
Fazit
Eines vorneweg: Das Spiel ist komplett auf Englisch! Solltet ihr euch also nicht zutrauen ein Rollenspiel mit vielen Objektnamen, Quests und Dialogen auf Englisch zu bestehen, solltet ihr die Finger von dem Spiel lassen. Allerdings ist das Geschehen auch schon mit eingeschränkten Fremdsprachenkenntnissen nachvollziehbar. Probiert am besten einfach die Demo aus, dann werdet ihr schon sehen ob euch die ausländische Version liegt. DeathSpank ist ein tolles Spiel geworden. Ein solches Meisterwerk wie Monkey Island ist Ron Gilbert leider nicht mehr gelungen, dafür aber ein rundherum gutes Rollenspiel. Angefangen bei dem großartigen Helden, der mit unglaublich toller Sprachausgabe die ausgefallensten Aufträge übernehmen muss und sich mit einem selbstvernarrten Grinsen durch Horden von Monstern kloppt. Über die tolle und abwechslungsreiche Spielwelt, in der an jeder Ecke Aufgaben warten und Gegenstände gefunden werden sollen. Bis hin zu dem wunderbaren Humor, der dieses Spiel zu einem so schönen Erlebnis macht. Falls ihr Rollenspiele mögt und gerne lacht, solltet ihr euch das Spiel sofort zulegen. Ansonsten wartet ihr einfach bis es ein bisschen günstiger geworden ist und habt dann euren Spaß. Und das ziemlich lange. Denn die satten 1000MB an Spiel versprechen nicht nur stundenlangen Spaß und packende Abenteuer, sondern halten ihr Versprechen auch zu mehr als 100%.

„Wunderbares und lustiges Rollenspiel für alle Spieler mit ordentlichen Englischkenntnissen“



Pro:
  • Sympathischer und witziger Held
  • Große Spielwelt
  • Lange Spielzeit
  • Viele Gegenstände
  • Motivierendes Levelsystem
  • Grandioser Humor
  • Hervorragende Sprachausgabe

Kontra:
  • Etwas teuer
  • Spielerisch wenig abwechslungsreich
  • Schlechtes Balancing
  • Nur auf Englisch erhältlich

Einzelspieler: 8.7
Mehrspieler: 8.8
Xbox Live: -
Steuerung: 8.2
Grafik: 8.5
Sound: 8.4
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Englisch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 12
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren

Gesamtbewertung
8.7


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