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Die Sims 3



Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Streetdate: 28.10.2010
Spielgenre: Simulation
Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts
Hits:2314


Kein Videospiel spaltet die Spielergemeinschaft so sehr wie Die Sims. Seit 2000 verkauft Electronic Arts mit dieser zeitlosen Simulation Millionen von Exemplaren und bringt vierteljährig ein neues Add-On auf den Markt, um das Hauptspiel zu erweitern. Die Fans der Serie sind davon stets begeistert und verbringen Stunden mit ihren selbst gebastelten Sims. Doch nicht alle sind von dieser Simulation angetan. Als „Casualmist“, „Mädchenspiel“ oder „öder Kram“ wird eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten betitelt und von Hardcorespielern außer Acht gelassen.
Wir konnten uns mithilfe einer Präsentation auf der E3 einen ersten Eindruck von Die Sims 3 für die Xbox 360 machen und können euch nur raten bis spätestens diesen Herbst die Vorurteile zu vergessen. Denn dann erscheint die Simulation für die Konsole und wird jedem Zocker eine amüsante Zeit mit den witzigen Sims liefern.
Individualismus wird großgeschrieben
Sims? Was ist das? Für den Fall der Fälle, dass ihr die bisherigen PC Spiele nicht kennt, geben wir euch einen Überblick über einen typischen Spielablauf, der ebenfalls auf der Xbox 360 möglich sein wird.

Am Anfang einer jeder Geschichte wird ein Hauptcharakter erschaffen. Bei Die Sims ist das genauso und mithilfe von unzähligen Tools könnt ihr jegliche Details für euren neuen Avatar festlegen. Der menschenähnliche Sim kann eine lange, blonde Mähne, einen bunten Iro, Piercings an jeder erdenklichen Stelle, Tattoos, Gesichtsbemalungen, Falten oder auch hässliche Narben haben. Alles ist möglich bei den Sims. Selbst individuelle Merkmale wie die Kinnlänge oder Augenbrauenhöhe lassen sich mit einem Balken leicht und unkompliziert einstellen.
Nachdem ihr euch an eurem Sim ausgetobt und in schicke Kleidung gesteckt habt, müsst ihr euch entscheiden, was er für einen Charakter hat. Dafür wählt ihr bestimmte Eigenschaften aus, die den Spielverlauf prägen werden. Beispielsweise könnt ihr einen Vegetarier aus eurem Sim machen, der niemals Fleisch isst und sich eher für Tierleid interessiert als andere. Eine geizige Spielfigur hingegen dreht jeden Cent zweimal um und fliegt lieber nicht in den Urlaub. Schließlich würde das viel Geld kosten, das eventuell einmal besser angelegt werden kann. Romantische Sims haben dagegen einen Sinn für die Liebe und möchten so schnell wie möglich mit kitschigen Gesten einen oder zwei oder drei Partner finden.

Habt ihr euch aus den unzähligen Möglichkeiten fünf ausgesucht, wählt ihr anschließend den Lebenstraum eures Charakters aus, den ihr im Spielverlauf zu erfüllen habt. Entweder ihr klettert in einem Beruf die Karriereleiter bis ganz nach oben oder ihr sucht individuelle Herausforderungen wie „habe 20 Liebschaften zur gleichen Zeit“ oder „bekomme fünfzehn Enkel“.
Göttliche Macht
Nach den ganzen Einstellungen geht das Spiel erst richtig los. Ihr lasst euren Sim in die Nachbarschaft einziehen, baut ihm ein schönes Haus und erfüllt seine Lebenswünsche. Dabei läuft Die Sims 3 wie ein echtes Leben ab: Der Sim geht zur Arbeit und in seiner Freizeit unternimmt er etwas mit seinen Freunden. Dabei trifft er eventuell auf seinen Traumpartner, bekommt Kinder, später Enkel und stirbt schließlich an Altersschwäche.

Das muss aber nicht sein, wenn ihr das nicht wollt! Euer Sim kann sich ebenso nur auf die Arbeit konzentrieren, ein Workaholic werden, so Erfolg im Beruf haben und dafür sein Privatleben aufgeben. Oder ihr züchtet einen Rebellen heran, der sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge auflehnt und weder arbeitet, noch soziale Kontakte pflegt. Oder ihr bastelt euch den Casanova der Stadt zusammen, der weibliche Herzen zum Schmelzen bringt und an jedem Finger einen Haufen von Frauen hat. Ihr habt unzählige Möglichkeiten, das Leben eines Sim zu gestalten. Ist es nicht faszinierend, Gott zu spielen?
Das Gesetz des Karmas
In dem Xbox 360 Spiel soll die göttliche Macht des Spielers zusätzlich vergrößert werden. Die noch nie dagewesenen Karmapunkte geben euch jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit, euren Sim zu beglücken oder auch zu bestrafen.

Täglich werdet ihr Wünsche und Ängste eures Charakters dank einer Art Tabelle im unteren Bildschirm in Erfahrung bringen können. Nach den 24 Stunden rechnet das Spiel automatisch mit euch ab und gibt euch Karmapunkte. Habt ihr eurem Liebling jeden Wunsch von den Lippen abgelesen, erhaltet ihr einen Haufen von positiven Karmapunkten. Ward ihr hingegen gemein und habt nur seine schlimmsten Befürchtungen wahr gemacht, hagelt es negative Zahlen. So sammelt ihr mit der Zeit Unmengen von Punkten und könnt euch dann etwas kaufen. Doch nichts Gewöhnliches wie einen Stuhl oder ein Haus, sondern ein großes Event.
Mit den positiven Karmapunkten schaltet ihr beispielweise den „Glückstag“ frei und der Sim kann in 24 Stunden all das erreichen, was er schon immer wollte. Sei es die langersehnte Jobbeförderung oder der Kuss seiner Geliebten. Weiterhin könnt ihr mit dem Einlösen der Karmapunkte den Zustand des Sim verbessern und so einen müden, hungrigen und vereinsamten Charakter binnen Sekunden glücklich machen und seinen Status in den grünen Bereich bringen.
Habt ihr es hingegen auf einen Sim abgesehen, der euch auf die Nerven geht, werdet ihr mit Vergnügen die negativen Karmapunkte einsetzen. Damit schickt ihr beispielsweise einen Poltergeist in dessen Nähe, der ihm das Schreien und Laufen beibringt. Oder ihr erschafft mir nichts, dir nichts ein Erdbeben und verängstigt die ganze Nachbarschaft mit dem Naturspektakel. Gemein zu sein tut auch mal gut. Wer will schließlich immer Gott sein, wenn er gleichzeitig genauso gut Teufel sein kann?

Ebenso neu sind die Herausforderungen, die auf eurem Sim warten. Leider wurden sie während der Präsentation nicht weiter angesprochen. Es wurde nur erwähnt, dass ihr durch das Erfüllen dieser weitere Karmapunkte erhaltet. Wir können uns Aufgaben wie „Schmeiße eine Party, bei der alle ihren Spaß haben“ oder „Finde binnen drei Tagen drei neue Freunde“ vorstellen. Wir warten gespannt auf weitere Details.
Online geht’s rund
Aber nicht nur das Spielgeschehen hat sich dank der Karmapunkte und der Herausforderungen geändert. Erstmals ist es möglich, die Simwelt mithilfe eines Mehrspielermodus zu entdecken. Wie er genau aussieht, wollte uns EA noch nicht verraten, doch es soll allem Anschein nach einen Multiplayer mit bis zu vier Spielern geben, in dem jeder von euch einen Sim steuert. Wie erhoffen spätestens auf der Gamescom weitere Informationen.

Die Sims 3 zeichnet natürlich nicht nur sein typischer Spielverlauf aus, sondern auch den hohen Grad an Kreativität. Etliche PC Spieler erstellen tägliche neue Sims, Möbel, Häuser oder andere Gegenstände und teilen es mit der ganzen Welt. Jedem Sim Fan freut das, denn so werden seine eigenen virtuellen vier Wände noch individueller. Diese große Community soll es auch für die Xbox 360 geben. Ihr habt die Möglichkeit, Items zu kreieren, sie just in dem Moment online zu stellen und jedem zugänglich zu machen. So erhofft sich EA, dass Xbox 360 Spieler ihrer Kreativität stets freien Lauf lassen.
Wir sind von der Idee bisher zwar regelrecht begeistert, wir befürchten jedoch, dass die Downloads großen Speicherplatz in Anspruch nehmen und die Festplatte schnell voll sein wird. Daher wünschen wir uns mehr Informationen über die Größe der jeweiligen Gegenstände.
Obere Mittelklasse
Schön und gut werdet ihr euch jetzt vielleicht denken, der Aufbau hört sich interessant an und macht das Sims spielen wohl noch spannender, doch wie kann so eine Umsetzung steuerungstechnisch und grafisch aussehen?
Da wir von Xboxdynasty leider nur eine Präsentation zum Spiel anschauen und nicht selbst Hand anlegen durften, können wir zur Steuerung kaum etwas sagen. Ihr werdet euren Charakter nicht lenken können, sondern interagiert mittels eines Fadenkreuzes mit Gegenständen oder Sims. Mit den Schulterntasten könnt ihr einen anderen Sim aus der Familie wählen und mit ihm den Alltag bestreiten. Bei der Präsentation hat die Steuerung wunderbar funktioniert, aber wie heißt es so schön? Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. So lang wir also das Game nicht selbst spielen können, bleiben wir weiterhin skeptisch, ob die Steuerung fehlerfrei funktioniert.
Grafisch spielt Die Sims 3 zwar nicht in der absoluten Oberklasse mit, macht aber durch den großen Umfang eine gute Figur. Schließlich könnt ihr die gesamte Nachbarschaft auskundschaften und viele Läden, Parks und Häuser betreten. Bei so viel Quantität können wir die ein wenig schlechtere grafische Qualität allemal verkraften.

Ja, wir geben es zu: Wir mögen Die Sims schon seit Anbeginn der Serie und wir haben jedes noch so kleines Add-On gespielt. Trotzdem hatten wir wie viele anderen auch die vorgefertigte Meinung, dass die Reihe auf dem PC bleiben sollte. Keiner konnte sich eine Umsetzung vorstellen, die 1:1 funktioniert und dabei noch andere Spieler anspricht.
Doch die Präsentation auf der E3 hat uns umgehauen. Die Demo sah beim bloßen Anschauen schon spaßig aus und versprach etliche amüsante Stunden an unserer Lieblingskonsole. Dank den neuen Karmapunkten und Herausforderungen wird der Spielablauf noch unterhaltsamer und dadurch kann das Game vielleicht bisherige Skeptiker überzeugen.
Was sollen wir noch sagen, außer, dass wir Die Sims 3 jetzt schon am liebsten in unseren Händen haben möchten? Wir freuen uns auf neue Impressionen auf der Gamescom und vielleicht eine spielbare Demoversion!

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