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Dragon Age: Origins Awakening Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster Streetdate: 18.03.2010 Gametyp: Rollenspiel Entwickler: BioWare Publisher: Electronic Arts Hits:4637 Eigentlich war in Dragon Age: Origins von Anfang an alles klar: Erschlagt den Erzdämon, dann verzieht sich die Dunkle Brut in die Tiefen Wege zurück und ihr werdet als Held gefeiert. Doch so leicht lässt sich die Dunkle Brut nicht vertreiben, das zeigt sich spätestens mit der neuen Erweiterung Awakening. Ihr müsst abermals eine Truppe um euch versammeln und versuchen, das Land vom Bösen zu befreien. Docht lohnt es sich überhaupt, sich wieder nach Ferelden zu begeben oder wartet auf euch lediglich ein enttäuschendes Add-On? Ende gut, alles gut… Der Erzdämon ist tot, die Verderbnis vorbei und die Grauen Wächter können ihre Füße hoch legen. So sah es in der Vergangenheit aus, doch dieses Mal ist alles anders. Die Dunkle Brut zieht sich nicht zurück, sondern greift koordiniert an! Einige von ihnen sprechen sogar. Es liegt an euch als der neue Kommandant der Grauen Wächter die Dunkle Brut wieder in die Tiefen Wege zu verbannen und den Grund für ihre neue Intelligenz zu finden. Dabei werden euch viele neue kunstvolle Gegner entgegentreten, die absurder nicht sein können. Bevor ihr euch in das neue Abenteuer auf macht, müsst ihr euch entscheiden, ob ihr euren alten Charakter aus Origins importieren oder einen neuen erstellen möchtet, der aus einem anderen Land stammt und mit der Vorgeschichte nichts zu tun hatte. Je nachdem, wofür ihr euch entscheidet, werdet ihr von den Bewohnern anerkannt oder müsst euren Respekt erst einmal erarbeiten. Die Grauen Wächter bekommen Nachwuchs Die Dunkle Brut macht vor nichts halt. Am Spielanfang begebt ihr euch zur Vigils Wacht, die von diesen bösartigen Kreaturen eingenommen wurde. Ihr schreitet natürlich sofort ans Werk und bekämpft die Monster bis schließlich alle vernichtet sind. Bei dieser überraschenden Attacke der Dunklen Brut sind sämtliche Grauen Wächter ums Leben gekommen und es liegt an euch, neue Mitglieder zu rekrutieren. Leider werden euch eure altbekannten Gefährten aus Origins, außer dem etwas versoffenen Zwerg Oghren, nicht zur Seite stehen. Deshalb müsst ihr euch neue Kumpanen suchen, die bereit sind, Graue Wächter zu werden. Dabei stoßt ihr im Verlauf der Geschichte auf interessante Personen, die mit den unterschiedlichsten Motiven den Grauen Wächtern beitreten. Die Elfen-Magierin Velanna will beispielsweise ihre Schwester aus den Fängen der Dunklen Brut retten, der Schurke Nathaniel Howe muss seine Schuld mit euch begleichen und der Zauberer Anders hingegen möchte einfach nur aus den Zwängen des Zirkels der Magi brechen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Truppe entstehen im Verlauf des Spiels etliche interessante wie auch lustige Dialoge zwischen ihnen. In Origins haben Alistair und Morrigan mit ihren Stichellein für gelegentliche Schmunzler gesorgt, dieses Mal nehmen Oghren und Anders diese Rolle ein. Schenkt dem Zauberer einfach mal eine Katze. Dann beobachtet, was passiert. Lacher sind vorprogrammiert! Politische Konsequenzen Als Kommandant habt ihr aber nicht nur die Aufgabe, die eigene Reihe aufzustocken und gegen die Dunkle Brut vorzugehen, sondern auch die Politik mitzugestalten. Schließlich haben die Grauen Wächter gegen Ende von Origins das Arltum der Howes und die Vigils Wacht übernommen. Diese Burg dient euch aber nicht nur als Lager mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, sondern ihr müsst sie auch verwalten. Das heißt, dass ihr mehr oder weniger tiefgreifende Entscheidungen trefft, ob die Wache beispielsweise die Stadt Amaranthine oder die Burg vor der Dunklen Brut beschützen soll. Darüber hinaus müsst ihr ein Urteil über verschiedene Fälle aussprechen und zum Beispiel entscheiden, ob ein Land der einen oder der anderen Person zugesprochen werden soll. Im ersten Moment fühlt sich das komisch an. Ein Krieger auf dem Schlachtfeld und gleichzeitig ein Landesfürst? Dennoch bringt diese Kombination frischen Wind nach Ferelden und manche politische Konsequenzen werden sich nach kurzer Zeit bemerkbar machen. So eine Entwicklung macht Spaß und lädt zum mehrmaligen Durchspielen ein. Leider hat BioWare wegen dieser Neuerung kaum Wert darauf gelegt, dass sich eure Entscheidungen aus Origins ebenso in Awakening auswirken. Es spielt keine Rolle, ob ihr der tadellose, zuvorkommende oder der böse, mordende Grauer Wächter wart, in Awakening könnt ihr einen neuen Abschnitt eures Lebens spielen. Das finden wir recht schade, denn wenn ihr knapp 60 Stunden mit dem Hauptspiel verbracht habt, wollt ihr tiefgreifende Veränderung sehen und keinen immer nahezu identischen Spielverlauf. Spezialisieren leicht gemacht Identisch sind die Charaktere aber niemals. Das liegt nicht nur an ihrem unterschiedlichen Aussehen und typischen Eigenarten, sondern auch an den verschiedenen Spezialisierungen. Die Personen gehören nicht nur einer der drei Klassen (Krieger, Magier, Schurke) an, sondern besitzen noch weitere Besonderheiten. In Origins konntet ihr zwei der vier Spezialisierungen auswählen und so einen Krieger beispielsweise zum Templer und Plünderer ausbilden. In Awakening stehen euch pro Klasse zwei weitere Spezialisierungen und ein dritter Spezialisierungspunkt zur Verfügung, um noch mehr Strategie und Taktik ins Spiel zu bringen. So kann ein Magier Hüter wie auch Kampfmagier werden oder der Schurke ein Späher der Legion oder ein Schatten. Darüber hinaus stehen euch neue Fähigkeiten wie Runenherstellung und insgesamt 56 neue Talente und Zauber in einem Kampf zur Verfügung, um die Schlachten noch abwechslungsreicher zu gestalten. Keine Neuerungen wurden hingegen bei der Steuerung eingegangen. Das heißt, dass ihr euren Charakter mit dem linken Analog-Stick lenkt und ihn mit einem Druck auf die A-Taste einen Gegner attackieren lasst. Mithilfe den zweifach belegbaren X, Y und B-Tasten könnt ihr sechs Fähigkeiten ausüben und eure Feinde im Nu dem Erdboden gleich machen. Die Steuerung funktioniert wie im Hauptspiel mit wenigen Ausnahmen sehr gut und lässt kaum Verbesserungswünsche offen. Die Liebe geht leer aus Es gibt viele Spieler, die Origins auf Grund einer Sache mochten: die Romanzen. Etliche Stunden vertriebt ihr euch die Zeit mit Dialogen mit euren Gefährten und habt nicht nur reine Informationen über die Welt oder der Dunklen Brut erhalten. Sie haben sich euch anvertraut, vielleicht sogar in euch verliebt und ihre Gefühle spielten verrückt, wenn ihr sie nur ansaht. So erging es zumindest Leliana oder Alistair, die schnell ihr Herz an liebevolle Personen verloren hatten, die ihren Problemen stets mit Wohlwollen zugehört haben. Natürlich waren Morrigan oder Zevran in solchen Dingen alles andere als romantisch und sahen euch eher als kleine Affäre als die große Liebe an. Aber darauf kam es in dem Moment überhaupt nicht an. Die Möglichkeit, eine Beziehung mit einem Gefährten (sei es eine große Liebe oder ein kurzes Techtelmechtel) einzugehen, kannten viele Spieler bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht und nutzten diese Option natürlich aus. Manche trieben es sogar so weit und heirateten (wie wir) Alistair, mit dem ihr bis ans Leben Ende Seite an Seite regieren solltet. Doch gerade für diejenigen, die die Romanzen bei Origins schätzten, ist Awakening ein Schlag ins Gesicht. Ihr trefft euren Gatten (wenn ihr Alistair geheiratet habt) nur kurz am Spielanfang, der euch zwar gerne begleiten würde, aber verhindert ist und euch lediglich einen kurzen Kuss gibt. Diese Szene ist die einzige Liebesszene in der ganzen Erweiterung. Keiner eurer neuen Gefährten ist willig, eine Beziehung einzugehen. Selbst wenn ihr genug Vertrauen aufgebaut habt und derjenige euch die Welt zu Füßen legen sollte, tut er das nicht. Aus diesem Grund fehlen in den wenigen Dialogen, die ihr mit euren Kameraden führt, die Spannung und das gewisse Etwas. Sie wirken meistens aufgesetzt und lieblos gestaltet. Was hat BioWare bewegt, solch einen Schritt einzugehen? Blutrot ist die Lieblingsfarbe der Entwickler Auch wenn wir nicht verstehen, warum die Romanzen fallen gelassen wurden, können wir im Gegensatz dazu sehr gut nachvollziehen, warum das Spiel ab 18 ist. BioWare zeigt seine Vorliebe für das Blut gerne im Spiel, sei es in Kämpfen oder der bloßen Landschaft. Hier und da trefft ihr auf eine zerlegte Leiche, die in ihrem eigenen Blut hätte ertränkt werden können. Bei Kämpfen spritzt das Blut eurer Gegner wild umher, ab und an explodiert auch ein Drache neben euch und bedeckt das ganze Szenario mit einem roten Film. Ihr kennt das zwar alles schon aus Origins, doch in Awakening haben die Macher noch ein bisschen mehr mit der roten Farbe gespielt und die Welt so noch etwas düsterer erscheinen lassen. Die Atmosphäre wirkt natürlich nicht nur wegen dem ganzen Blut unheimlich und etwas brutal, sondern auch wegen den mystischen Landschaften. Jedes Gebiet sieht anders aus und hat seine eigene geheimnisvolle Seite. In einem düsteren Sumpf laufen euch beispielsweise plötzlich verdorbene Wölfe entgegen oder ihr müsst in den verfallenen Kerkern von Vigils Wacht Menschen töten, die mit der Verderbtheit in Berührung kamen. Im Gegensatz zu Origins ist Awakening etwas unheimlicher, was die Hintergrundmusik wieder tadellos unterstreicht. Wir stehen im Wechselbad der Gefühle. Knapp 60 Stunden haben wir im Hauptspiel damit verbracht, Seite an Seite mit Alistair, Morrigan und den anderen Gefährten die Dunkle Brut zu vernichten. Wir haben es sogar so weit „getrieben“, dass Alistair uns heiratet und ewige Treue schwört. Doch diese endet schon sehr früh, nämlich mit Awakening. Obwohl er gerne an unserer Seite kämpfen und der Dunklen Brut zeigen möchte, wer der Stärkste ist, muss er königliche Pflichten nachgehen. So werden wir allein gelassen und es liegt an uns, neue Gefährten zu rekrutieren und die Dunkle Brut zu vernichten. Einerseits verstehen wir, dass etwas Neues nach dem langen Hauptspiel daherkommen muss und die Spieler auf Romanzen und alte Gefährten verzichten müssen, dennoch haben wir das Spiel doch gerade deshalb so sehr gemocht! Außerdem enttäuscht es uns, dass die Entscheidungen aus Origins so wenig Einfluss haben und höchstens die Dialoge in Awakening etwas verändern.
Pro:
Kontra:
Einzelspieler: 8.7 Mehrspieler: - Xbox Live: - Steuerung: 8.8 Grafik: 8.4 Sound: 8.8 Sprache: Mehrsprachig Bildschirmtexte: Mehrsprachig Zensur: nicht notwendig Spielzeit ca. in Stunden: + 20 Geeignet für: Anfänger bis Profis Altersfreigabe: Ab 18 Jahren
Gesamtbewertung
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