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Endwar



Autor:Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 06.11.2008
Spielgenre: Strategiespiel
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Leser: 4365


Ein weiterer Titel unter dem bekannten Namen Tom Clancys aus dem renommierten Hause Ubisoft kündigt sich am Horizont an. Dieser soll nicht weniger als eine kleine, große Revolution im Echtzeit-Strategie Genre werden, nicht zuletzt dank einer innovativen Sprachsteuerung und einem so noch nie dagewesenen Multiplayer-Modus. Verständlich, dass wir uns also nicht zweimal bitten ließen, als eine Einladung von Ubisoft ins schöne London eintrudelte, wo man uns direkt vom Creative Director sowie dem Producer des Titels die Spielmechanik demonstrierte. Natürlich durften wir auch in ersten, hitzigen und spannenden Multiplayer-Gefechten selbst Hand anlegen, pardon, unser Mundwerk fleißig zum Einsatz bringen. Wie wir diese Session empfunden haben lest ihr im folgenden Preview!Story à la carte: Tom Clancys Hausmannskost
Wie der Titel des Spieles, EndWar, so manchem unter euch sicherlich bereits suggeriert hat, dreht sich das Geschehen um den einen großen Krieg, vor dem sich alle fürchten, welcher vielleicht sogar das Ende der Menschheit einläuten könnte: der dritte Weltkrieg.
In eben diesem findet ihr euch jedoch wieder. Wahlweise auf Seiten der USA, des alten Europas oder des fernen (mittleren Ostens) in Form von Russland. Das Öl wird knapp, die Energiezufuhr versiegt immer mehr, Panik bricht aus. Finanzkrisen und Spannungen weltweit sind die Folge, die Situation eskaliert. Wer kann sich also behaupten in diesem Konglomerat aus Verrat, Intrigen und brutalen Schlachten um die letzten Ressourcen unseres schönen, blauen Planeten? Das Gameplay
Alteingesessene Echtzeitstrategen, welche sich zum Frühstück Command & Conquer und zum Abendessen Warcraft zur Gemüte führen, werden erst einmal nicht schlecht staunen, wenn sie ihren ersten Fuß das erste Mal auf das endzeitliche Schlachtfeld stellen: keine Basis, welche sich episch ausbauen lässt zu einem wahren Herzstück des eigenen Imperiums und auch kein Gold oder Tiberium, welches sich in Scharen abarbeiten ließe. Nur eine Handvoll Einheiten, eine eindrucksvoll in Szene gesetzte Landschaft sowie ein sehr schlicht und übersichtlich gehaltenes Interface, welches nahezu unsichtbar erscheint. Auch kein Mauszeiger, mit welchem ihr über die Karte sausen und Einheiten auswählen, gruppieren könnt. „Wie das spielbar sein soll?“, fragt ihr euch?Das Zauberwort lautet „Sprachsteuerung“ - und selbst nur über euren Xbox 360 Controller geht das Kommandieren geschmeidig von der Hand. Widmen wir uns zunächst erstgenannter Möglichkeit. Haltet ihr den rechten Trigger gedrückt, so poppt ein Menü auf, welches euch zunächst grundlegende Optionen zur Verfügung stellt - darunter „Einheit“. Ihr sprecht also „Einheit“ in euer Xbox 360 Headset und schon klappt das nächste Menü auf. Dort wird von oben nach unten gezählt. Und zwar euren Einheiten. Maximal acht gleichzeitig tummeln sich davon auf dem Schlachtfeld. Nun sagt ihr „drei“ und dann klappt auch schon das nächste Menü auf. Dort dürft ihr aus mehreren Befehlsarten wählen wie „Angriff“ oder „Vorrücken zu“. Habt ihr den gewünschten Befehl gesprochen klappt das letzte Fächerchen auf und ihr dürft das Ziel eures Befehls festlegen - eine feindliche Einheit, ein Checkpoint usw.Während des Spielablaufes seid ihr mit eurer Kamera meist an eure Einheiten gebunden, könnt euch also nicht vollkommen frei bewegen. Jedoch dürft ihr eure Perspektive frei justieren und somit auch feindliche Einheiten, Gebäude oder auch eure eigenen Recken anvisieren und mittels Druck auf die X-Taste auch blitzschnell zu diesen wechseln.
Mit dem Anvisieren gelten Einheiten oder Gebäude im Fokus eures Blickfeldes als ausgewählt. Nun kommt wieder die Sprachsteuerung zum Tragen. Für einen Angriff sprecht ihr beispielsweise „Einheit 1 Angriff Ziel“ und schon rütteln eure Panzer los und lassen einen Kanonenhagel auf das feindliche Gebäude los. Anderes Spiel: „Auswahl Alle Vorrücken zu Charlie“ animiert all eure Einheiten, derer ihr maximal acht gleichzeitig auf dem Spielfeld führen könnt, zum Checkpoint Charlie vorzurücken.

In der Praxis geht dieses Vorgehen blitzschnell in Fleisch und Blut über, so dass ihr mitunter vergesst, dass ihr einen Controller in Händen haltet, so gut funktioniert das Spracherkennungssystem. Nur ab und an, wenn ihr zu schnell sprecht, hakt es. Wir waren jedoch von dieser Art des Gameplays hellauf begeistert und konnten gar nicht mehr aufhören herrschsüchtig ins Mikrofon unseres Headsets zu brüllen.Zu 1000 an die Weltherrschaft
Mehrere Multiplayermodi stehen zur Auswahl bereit, wir haben uns in London zunächst daran gemacht eine Karte gegen einen Gegner zu spielen, auf welcher es darum geht möglichst viele Gebäude einzunehmen und gleichzeitig unseren Gegner auszulöschen. Ihr startet mit einem gewissen Kontingent aus Infanteristen, Transportern, Panzern und Hubschraubern. Diese funktionieren nach dem bekannten Stein-Schere-Papier Prinzip. Ein Helikopter ist für Panzer gefährlich, ein Panzer für Infanteristen und Infanteristen im Transporter für einen Helikopter. Bis zu acht Einheiten gehen maximal gleichzeitig, erobert ihr viele Checkpoints und dezimiert fleißig den Feind, so erhaltet ihr dafür Befehlspunkte. Diese benötigt ihr wiederum für euren eigenen Nachschub, denn wenn eine eurer Einheiten vernichtet wird, so müsst ihr für Befehlspunkte neue nach ordern.
Wer sich fragt, wie die Sprachsteuerung im Multiplayer funktionieren soll, ohne dass man sich ständig gegenseitig Befehle um die Ohren schleudert, der sei an dieser Stelle entwarnt: EndWar nutzt, wie weiter beschrieben, ein einfaches PTT (Push To Talk)-System. Kommandiert ihr also eure Einheiten, so müsst ihr dazu stets den rechten Trigger ziehen, gleichzeitig werdet ihr solange für euren Spielpartner stumm geschalten. So weit, so gut, nur stellt diese Art des Multiplayer, abgesehen von der Sprachsteuerung, noch nichts ausgewöhnliches dar.

EndWar bietet jedoch als eines der ersten Spiele einen MMORTS-Modus (Massive Multiplayer Real-Time Strategy). Dieser nennt sich „Theater of War“ und bietet bis zu 1000 Spielern Raum fürs gegenseitige bekriegen - leider nicht direkt gleichzeitig in einer Schlacht, aber es ist nahe dran. Entscheideteuch für eine der drei Fraktionen, dann dürft ihr auf einem Globus einsehen, welche Schlachten aktuell online im Gange sind und euch dann eine herauspicken, auf welcher ihr euren Landsmännern Unterstützung leisten möchtet. Könnt ihr die Schlacht dann gemeinsam siegreich für euer Land entscheiden, so wird dieses eurem Territorium hinzugefügt und am Ende des Spieltages ausgewertet. Theoretisch könnt ihr also gemeinsam mit Freunden auf „Welttournee“ gehen und euch den Planeten unter den Nagel reißen. Praktisch werdet ihr sicherlich auf heftige Gegenwehr stoßen. Präsentation
Audiovisuell wird zwar nicht unbedingt das Rad neu erfunden, gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass es sich hier aber um einen Strategietitel handelt, erwartet euch ein Fest fürs Auge. Detaillierte und genial animierte Einheiten, detaillierte Landschaften und Gebäude, Weitsicht bis zum Horizont sowie realistische Licht- und Schatteneffekte. Akustisch konnten wir im Getümmel und Befehle rufen nicht allzu viel wahr nehmen, was wir jedoch an Soundeffekten und atmosphärischer Musik vernommen haben klingt eindeutig nach Tom Clancy im Stile eines Rainbow Six oder Splinter Cell und genügt den Ansprüchen vollkommen.Erster Eindruck
Zugegeben, ich war nie ein großer Echtzeitstratege. Zu hektisch waren mir die Spiele, zu schwer und gerade im Multiplayermodus hatte man als nicht so versierter Stratege ganz schnell eine Übermacht an feindlichen Einheiten vor der eigenen Basis, wo man sich eben noch über den ersten Panzer freute. EndWar setzt genau hier an und entlastet durch das schlanke, schicke Interface, die absolut geniale Sprachsteuerung und den Fokus auf Einheiten und Schlachten statt auf ausufernden Basisbau. Mit diesem Konzept begeistert der Titel auf ganzer Linie und ich denke gerade im Multiplayermodus kommt hier eine Spielspaßgranate auf uns zu - nicht zuletzt wegen des Theatre of War-Modus, welchen ich kaum noch erwarten kann, zu spielen. Egal ob Hardcore-Stratege oder blutiger Anfänger - diesen Titel müsst ihr euch vormerken!

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