News|Streetdates|Reviews|Previews
» Previews

Enslaved



Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Streetdate: 08.10.2010
Spielgenre: Adventurespiel
Entwickler: NAMCO Bandai
Publisher: NAMCO Bandai
Hits:2118


Ein kurzer Schrecken fährt durch eure Glieder. Ihr öffnet eure müden Augen und nehmt rote Schemen wahr. Bevor ihr wisst, was euch geschieht, werdet ihr durch eine Explosion auf dem Boden geworfen und landet auf einem harten Fliesenboden. Verwirrt steht ihr auf und nehmt zum ersten Mal eure Umgebung wahr. Ihr befindet euch in einer fliegenden Technikplattform und wurdet in einer Art Kapsel, die durch die Wucht der Explosion zu Bruch ging, eingesperrt. Bevor ihr weiter darüber nachdenken könnt, seht ihr eine junge Frau, die euch erschrocken anschaut und flieht. Ihr wisst, dass dieses Mädchen etwas damit zu tun hat, und folgt ihr wütend. Schließlich wäre es ganz nett zu erfahren, warum ihr euch in einem Art Flugzeug befindet und ihr New York unter euch als Ruine erkennen könnt.
Berühmtheiten für die Postapokalypse
Genauso beginnt das Abenteuer in Enslaved und fesselt schon in den ersten Spielminuten. Die Spannung kommt aber nicht von ungefähr. Für das Game wurden bekannte Arbeiter der Filmbranche verpflichtet, die ein einzigartiges Spielerlebnis garantieren sollen. Auf der einen Seite arbeitet der berühmte Autor Alex Garland (The Beach, 28 Days later) mit an der Handlung, die an die chinesische Legende „Journey to the West“ angelehnt ist. Auf der anderen Seite werkelt Andy Serkins, der schon als Gollum in Herr der Ringe überzeugen konnte, an den Zwischensequenzen mit und sorgt dafür, dass sie so realistisch wie möglich sind. Hauptaugenmerk hat er dabei auf die lebensnahen Gesichtsanimationen gelegt, die jede Regung einer Spielfigur widerspiegeln. Darüber hinaus spricht er die Rolle des Helden Monkey, der in der ersten Szene auf dem Flugschiff erwacht.
Das Metall ist der Feind
Diese Starbesetzung könnte schief gehen, tut sie aber nicht. Euch erwartet mit Enslaved eine spannende Geschichte in einem nahezu unverbrauchten Setting.

Ihr reist knapp 400 Jahre in die Zukunft und seht euch einer vollkommen zerstörten Erde gegenüber. Nach dem Einsatz von Bio- und Atomwaffen wurde sämtliche Zivilisation vernichtet und ehemals riesige Städte, wie New York sind nun unbewohnt. Die Metropole wurde von der Natur zurückerobert und unter dem Beton ragen wieder Gräser empor, die Wolkenkratzer sind mit Dreck bedeckt und wilde Tiere tummeln sich auf den Straßen. Ihr kennt das Setting womöglich aus dem Film „I Am Legend“ mit Will Smith. Einen Unterschied zu dem Kinofilm gibt es aber. Euch erwarten keine wild gewordenen Zombies als Gegner, sondern Roboter. Diese wurden nach dem Krieg einfach in der Welt vergessen und führen immer noch die Aufgabe aus, die ihnen die Menschen zu unserer Zeit einprogrammiert haben: Tötet alles, was sich bewegt. Doch neben diesen einfachen Blechbüchsen, die mit einer Handbewegung zerstört werden können, gibt es auch intelligente Metallklötze, die eine Verschwörung geplant haben. Sie verschleppen die letzten Überlebenden der menschlichen Rasse und bringen sie an einen unbekannten Ort. Was sie dort tun, weiß niemand, doch jeder fürchtet sich davor.
Gegensätze ziehen sich an
Wie ihr euch jetzt vorstellen könnt, wurdet ihr am Spielbeginn von den Robotern geschnappt und hattet fast keine Aussicht auf Rettung. Ihr seid in diesem Fall das Muskelpaket Monkey, ein blonder Krieger mit einem markanten roten Streifen. Warum er diesen Streifen hat, wissen wir nicht und Namco Bandai hat bisher auch nichts verraten.

Aber zurück zur Geschichte. Die junge Frau, die euch mit den ausgelösten Explosionen eher ungewollt gerettet hat, heißt Trip. Sie besitzt große Computerkenntnisse und kann sich problemlos in PCs einhaken. Doch da sie im Kampf sehr schwach ist, flieht sie vor Konfrontationen. Als sie dann noch das erboste Gesicht von Monkey sieht, der sie zur Rede stellen will, steht für sie die Flucht fest. Doch unser Protagonist lässt sich davor nicht zurückschrecken und folgt ihr. Er schafft es auch, mit ihr Schritt zu halten und letztendlich das Flugschiff mit einer Bruchlandung zu verlassen. Monkey verliert nach dem Aufprall das Bewusstsein, Trip ist hingegen wohl auf. Das nutzt sie für ihren Vorteil. Sie setzt ihm eine Art Sklavenkrone auf dem Kopf, womit beide Charaktere nun für ewig verbunden sind. Das macht Trip natürlich nicht, weil sie unsterblich in Monkey verliebt ist. Nein, im Gegenteil! Sie will wieder in ihr Dorf zurück und die Menschheit vor den feindlichen Robotern retten. Doch sie weiß, dass ihr Monkey freiwillig nie helfen würde, schließlich war ihre erste Begegnung auf dem Raumschiff alles andere als herzlich. So setzt Trip ihm die Krone auf, womit unser Held sie beschützen und sich immer an ihre Regeln halten muss. Verletzt oder verlässt er sie hingegen, sendet das Band Schmerzimpulse aus. Stirbt Trip, explodiert die Krone. Nun, dann könnt ihr euch vorstellen, was Monkey blüht.

Unser Protagonist ist nach dem Erwachen davon wenig begeistert, doch welche Wahl hat er? Von nun an begleitet er das rothaarige Mädchen, wenn auch sehr widerwillig. Braucht sie seine Hilfe, eine Klippe zu überspringen oder auch im Kampf, wird er ihr zu Spielbeginn sehr wütend und genervt helfen. Doch im Verlauf der Handlung wird sich diese Beziehung immens verändern und Monkey lernt, liebevoller mit der weiblichen Partnerin umzugehen und sie hingegen, auch Kompromisse mit dem Helden einzugehen. Wir können uns vorstellen, dass die Beziehung so intim wird, dass aus den beiden gegensätzlichen Menschen ein Pärchen wird. Wir sind gespannt, ob es eintreffen wird.
Assassin’s Creed trifft auf Dante’s Inferno
Doch nicht nur die Charaktere sind gegensätzlich, sondern auch die Gameplayideen. Einerseits setzt Namco Bandai auf knifflige Sprungpassagen a la Assassin’s Creed, andererseits steuert ihr die Kämpfe in guter Hack‘n’Slay Manier. Das hört sich vielleicht im ersten Moment etwas ungewohnt an, funktioniert aber perfekt.

Euer Held Monkey klettert wie sein Name schon verrät an jedem Gegenstand empor, kann sich an Stangen entlang hangeln und weit entfernte Plattformen mit einem großen Sprung überqueren. Die Steuerung fällt dabei sehr simpel aus. Ihr müsst mit dem linken Analogstick die Richtung angeben und dann den A-Knopf für einen Sprung drücken. Doch diese Einfachheit macht gerade die Genialität der Steuerung aus. Ihr seht euer altes Ego blitzschnell klettern und Hindernisse überwinden. Apropos blitzschnell, auf das Tempo legt das Spiel sehr großen Wert. Ihr müsst binnen Sekunden ein Objekt überwinden, ansonsten kriegt euch ein riesiger Roboter zu fassen oder Trip wird von anderen Feinden entführt. Somit habt ihr in jeder Klettereinlage eine zeitliche Herausforderung, obwohl die Steuerung so einfach gehalten ist. Löblich!

Die Kämpfe werden dagegen als typisches Hack‘n’Slay gespielt. Euer Held ist mit einem langen Stab bewaffnet, der sich als Multitaskingwaffe entpuppt. Ihr könnt damit herumwirbeln, ihn als Art Baseballschläger benutzen und Gegner gegen eine Wand schmettern oder auch mit einer besonderen Energie auffüllen, wodurch er zu einem Geschütz wird und rote Kugeln auf die Gegner feuert. In einem normalen Kampf werdet ihr von Robotern umzingelt und euer Held kann sich nun aussuchen, wie er vorgeht. Reines Button Smashing hilft an dieser Stelle nicht weiter, denn eure Feinde durchschauen dieses Verhalten schnell und greifen euch dementsprechend klug an. Sie blocken und nähern sich von hinten. Um das zu verhindern, müsst ihr selbst blocken, weitreichende mit schwachen Attacken kombinieren und dabei stets im Auge haben, was Trip macht. Schließlich wollen die Gegner auch an ihre Wäsche, schlagen oder entführen sie womöglich, wodurch das Leben von Monkey sogleich beendet wäre. Ihr müsst die Hack‘n’Slay Passagen mit Strategie bestreiten, was ungewöhnlich ist, ungewöhnlich gut!
Metall gegen Manneskraft
Auf der Gamescom haben wir allerdings nicht nur Hand an die erste Demo gelegt, die ihr auch auf dem Entertainment Bereich spielen konntet. Uns wurde Enslaved darüber hinaus noch ein späterer Abschnitt im Spiel gezeigt. In den insgesamt vierzehn Kapiteln tretet ihr jede Menge von Endbossen entgegen. Diese haben natürlich Schwachpunkte, die es herauszufinden gilt. Bloße Gewalt hilft nicht weiter, was Monkey bestimmt weniger erfreut. Schließlich braucht er so die Hilfe seiner Partnerin Trip. Als konservativer Mann geht das mal gar nicht! Aber was tut er nicht alles fürs Überleben.

Uns wurde ein Endboss präsentiert, der im elften Kapitel auf euch wartet. Keine Sorge, das ist keinesfalls ein sehr wichtiger Gegner, also werden wir euch nicht spoilern. Monkey steht einem großen Metallgegner entgegen. Wir meinen, man könnte dieses Geschöpf mit einem Nashorn vergleichen, bloß eben ohne Horn. Dieser versucht euch zu rammen und zu überrennen. Mit geschickten Ausweichmanövern könnt ihr die Attacken um Haaresbreite umgehen und euch umschauen. Eure Schläge haben dem Feind nämlich nichts an, was hilft dabei dann? Gut, dass die Erde zerstört wurde, schließlich habt ihr so viele Ruinen um euch herum, die schnell einbrechen können. Also stellt ihr euch fix vor eine, lockt den Gegner zu euch und springt im letzten Moment aus dem Weg. Der Roboter knallt gegen die Wand und das Gebäude stürzt ein. Ein paar Male wiederholen und schon habt ihr den Gegner getötet. Doch nicht zu früh freuen, denn wo ist auf einmal Trip? Sie wurde entführt! Also schnell hinterher und andere Feinde zu Brei hauen.

Wie ihr sehen könnt, bleibt euch zwischen den Kämpfen kaum eine Verschnaufpause. Wir fanden das Spiel dadurch sehr spannend und abwechslungsreich, denn die Kämpfe glichen sich nie. Ob das beim ganzen Videospiel auch so ist, wissen wir nicht. Aber wir glauben nicht, dass es uns enttäuschen kann!
Wunderschöne Kulisse
Neben dem abwechslungsreichen Gameplay wird euch auch die Atmosphäre begeistern können. Die Umgebung sieht organisch, detailliert und facettenreich aus. Beispielsweise schippert ihr im Verlauf der Geschichte einen Fluss entlang. Um euch herum sind riesige Bäume, wilde Tiere und euer Boot schlägt kleine Wellen. Oder ihr klettert an Ruinen empor, löst dabei kleine Steinchen, die dann in den Abgrund fallen. So viel Liebe zum Detail steckt aber nicht nur in den Umgebungen, sondern auch in den Zwischensequenzen.

Wie bereits erwähnt hat bei den Videosequenzen der Filmstar Andy Serkins mitgearbeitet. Man merkt dem Spiel auch sehr an, dass jemand Hand angelegt hat, der viel Ahnung in diesem Bereich hat. Die Animationen der Figuren sind sorgfältig ausgewählt und realistisch präsentiert. Jedes Stirnrunzeln, ein bloßes Augenbrauen heben oder ein verstecktes Lächeln wurde liebevoll verarbeitet und ihr habt nach ein paar Sequenzen wirklich das Gefühl, dass auf dem Bildschirm echte Menschen gezeigt werden. Solch einen Eindruck hatten wir zuletzt bei Final Fantasy XIII und wir freuen uns, dass wir diese Empfindung schon bald wiedererlangen.
Wir sind von Enslaved begeistert. Uns gefällt einfach alles an dem Spiel! Die Geschichte ist spannend und dank der emotionalen Zwischensequenzen baut ihr sehr schnell eine Verbindung zu den Spielfiguren auf. Auch das Gameplay, das eine Mischung aus Action-Adventure und Hack‘n’Slay darstellt, macht sehr viel Spaß und fordert jeden heraus. Wir können die Apokalypse kaum noch erwarten. Glücklicherweise kommt sie schon früher als von jedem Propheten vorhergesagt. Am 8. Oktober ist es soweit und wir freuen uns darauf. Ist das ein wenig paradox? Egal!

Verwandte Adventurespiel Spiele

Nach Oben|News|Reviews|Previews
www.XBOXDYNASTY.de