Final Fantasy XIII
Autor:Henry Lai -
MadD4mon
Streetdate: 09.03.2010
Spielgenre: Rollenspiel
Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
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Die Marke "Final Fantasy" in unseren Breitengraden als groß zu bezeichnen grenzt schon an Untertreibung, in Japan jedoch schon als Blasphemie. Die Spieleserie, die inzwischen auch schon zwei Animationsfilme hervorgebracht hat, aus dem Hause Square Enix gehört zu den einflussreichsten und bekanntesten japanischen Rollenspielen in der Geschichte der Videospiele. Da ist es nur natürlich, dass auch um den mittlerweile dreizehnten Teil der Serie ein großes Trara veranstaltet wird und Fans auf der ganzen Welt sehnsüchtig auf den nächsten Teil warten, nachdem viele von Final Fantasy XII und seinen vergleichsweise revolutionären Änderungen am traditionsreichen Spielsystem enttäuscht waren.Eine Frage der Story Wenn ich frage, was das wichtigste Element eines guten Rollenspiels darstellt, werden sowohl westliche als auch japanische Fans antworten, dass der Erfolg oder Misserfolg eines Rollenspiels maßgeblich von dessen Story bestimmt wird. Dies ist bei Final Fantasy XIII nicht anders und auch wenn es derzeit noch nicht allzu viele Informationen zur Handlung gibt, lässt das wenige bekannte schon auf Großes schließen. Zunächst das Setting: Die Story spielt in der Welt Pulse, einem wildem Planeten voller Gefahren und Monster, und der Stadt Cocoon, die hoch über der Oberfläche des Planeten schwebt. Die Bewohner dieses Kokons genießen den Schutz ihrer Technologie, die ihnen Wohlstand und Frieden gebracht hat, und verbannen selbstgefällig alle, die ihnen im Weg stehen, aus der Stadt.
Von den Göttern auserwählt Ausgehend von dieser Situation stellen sich die Ex-Cocoon-Soldatin Lightning und der mysteriöse Snow vor. Sie sind die beiden Hauptcharaktere des Spiels und haben beide eine besondere Beziehung zu Serah, die zum einen Lightnings Schwester, zum anderen aber auch Snows Verlobte ist. Sie alle werden von den sogenannten fal'Cie – Götter, die innerhalb von Pulse leben – dazu auserwählt, Pulse zu beschützen. Doch wie? Denn anstatt klarer Anweisungen schicken ihnen die Götter nur vage Visionen, einzelne Bilder und lassen die Helden damit alleine. Dieser sogenannte Focus, die Mission der tapferen Recken, zeichnet alle Individuen aus, die von den fal'Cie für eine ihrer Aufgaben ausgewählt worden sind. Alle, die den Focus haben, werden fortan nur noch L'cie genannt und gnadenlos von der Regierung Cocoons gejagt, die eine Gefahr für ihr bestehendes Regime fürchtet. Klingt das alles komplex? Es kommt aber noch mehr, denn bisher hat Square Enix noch kaum Details zur umfangreichen Story preisgegeben – sicher ist nur, dass sich im Laufe des Spiels noch mehr Charaktere zur Party gesellen werden und dass innerhalb des Plots weitere Thematiken zur Sprache kommen, die auch in unserer Welt eine Bedeutung haben. Die Entwickler schätzen die Spielzeit bisher auf ungefähr 50 bis 60 Stunden ein.Back to the roots Einer der Gründe, warum der Vorgänger Final Fantasy XII kaum Zuspruch bei alteingesessenen Fans erhielt war das Echtzeit-Kampfsystem, das Veteranen sozusagen vor den Kopf stieß und Anfänger verwirrt zurückließ, während die gesamte Gruppe des Spielers von einigen wenigen Wölfen ausgelöscht wurde. Daher und weil viele wieder nach dem alten, rundenbasierten ATB-Kampfsystem geschrien haben, hat man sich bei Square Enix wieder dazu entschlossen eben jenes in das Spiel einzubauen. Ganz so einfach haben es sich die Japaner allerdings nicht gemacht, sondern auch hier wieder einige Neuerungen eingebaut, die die Spielerfahrung verbessern sollen. Doch keine Angst: Diesmal sind die Änderung nicht ganz so einschneidend wie in XII. Angriffe, Zauber und Spezialfähigkeiten kosten in Final Fantasy XIII alle eine bestimmte Menge der sogenannten Aktionspunkte – kurz AP -, die ein Charakter im Laufe einer Runde ausgeben kann. Verfügt zum Beispiel Lightning über fünf AP, kann sie zunächst einen Angriff für ein AP ausführen und in derselben Runde noch einen Zauber für vier AP ausführen, bevor der Gegner am Zug ist. Insgesamt wird es fünf Slots geben, in denen die Befehle aufgereiht werden können, die dann von der Spielfigur effektvoll und mühevoll animiert umgesetzt werden – genügend AP vorausgesetzt. Wer sich die Trailer und Gameplay-Ausschnitte aus den bisher verfügbaren Videos anschaut, wird dieses System schnell verstehen und begreifen, dass diese Änderung im ATB-Kampfsystem mehr Dynamik und Geschwindigkeit in das Spielgeschehen bringen wird. Achja: Zufallskämpfe wird es im neuesten Teil der Reihe übrigens nicht geben. Stattdessen werden alle Gegner in der Spielwelt sichtbar sein und können dementsprechend auch umgangen werden. Wer also nicht kämpfen will, muss auch nicht.Kenne deinen Rang! Kenner der oben erwähten Videos werden auch das Ranking System vor Augen haben, das zunächst viele Fragen aufgeworfen hat. Auch das ist ein Novum in der Serie. Das Ranking System bewertet die Leistung des Spielers während eines Kampfes innerhalb verschiedener Kategorien, wie etwa Geschwindigkeit oder Schaden, den man selbst einstecken musste, und vergibt dann eine bestimmte Anzahl an Sternen. Laut Square Enix hat der Rang, den man in den Kämpfen erhält, Einfluss auf vielerlei Dinge, doch bisher sind nur zwei Variablen bekannt, die durch das Ranking positiv beeinflusst werden: Schwächere oder unerfahrene Spieler, die logischerweise eine zunächst vernichtende Bewertung erhalten, werden vom Spiel erkannt. Ihnen wird insofern geholfen, dass der Schwierigkeitsgrad der Konfrontationen automatisch an das Level des Spielers angepasst wird, sodass auch wirklich jeder bis zum Abspann kommen sollte. Dasselbe Prinzip funktioniert aber auch in die andere Richtung: Haben die Gegner absolut gar keine Chance mehr gegen die übermächtigen Helden? Dann wird das Spiel immer ein bisschen schwerer, so dass es nicht allzu langweilig wird. Außerdem: Wer gute Noten aus dem Kampf mit nach Hause bringt, der darf sich über einen dicken Tactial Points-Bonus freuen. Wozu diese Punkte gut sind, konnte noch nicht genau geklärt werden, doch man munkelt, dass sie etwas mit dem ominösen Gestalt-Modus zu tun haben sollen, der im nächsten Absatz weiter erläutert wird.Das magische Motorrad Zunächst die gute Nachricht: In Final Fantasy XIII wird es natürlich wieder Wiedersehen mit den alten Bekannten Ifrit, Shiva und wie so noch alle heißen geben. Bestia, Guardian Forces oder Esper – sie hatten viele verschiedene Namen und Formen und doch sind sie den Final Fantasy-Fans in Erinnerung geblieben und daher aus keinem Teil der Serie jemals wegzudenken. Jetzt die schlechte: Anstatt jeder Spielfigur Zugriff auf diese Übermonster zu geben, sind diese personalisiert, d.h. sie können nur von einem einzigen Charakter benutzt werden. Snow beschwört im sogenannten Gestalt-Modus beispielsweise die Herrin des Eises, Shiva, während Lightning sich mit dem Feuerdämon Ifrit verbünden wird. Der Gestalt-Modus an sich dürfte vielen Veteranen der Serie missfallen, da sie sich nun nicht mehr nach Auswahl der Kreatur zurücklehnen und das Feuerwerk genießen können, sondern aktiv in das Geschehen eingreifen müssen. Zwar werden die Gestalt-Kreaturen nach wie vor in aufwändigen Sequenzen in Spielgrafik beschworen, doch anstatt eines feurigen Dämons oder einer eisigen Dame steht plötzlich ein futuristisches Gefährt vor einem. Wenn Snow seine Shiva an seiner Seite hat, dann steigt er mit ihr auf ein übergroßes Motorrad und fährt mit eisiger Zauberkraft und grimmigem Motorengebrüll dem Feind entgegen – Technik und Magie, die zwei Hauptelemente in Pulse, stehen hier in inniger Symbiose. Wem es gefällt... Leider kann der Gestalt-Modus auch nicht nach Belieben beschworen werden, denn wenn man den Entwicklern Glauben schenkt, wird dieser Modus dem Limit Break ähnlich sein. Wird man seine Gefährten (Wortwitz!) also erst rufen können, wenn es hart auf hart kommt? Bildhübsch Grafisch opulent und akustisch wundervoll. Das ist ein Prädikat, das die Final Fantasy-Serie viele Jahre lang – mit Recht – für sich beanspruchen konnte. Und auch dieses Mal hat man sich bei Square Enix vorgenommen, dieses Ziel zu erreichen. Das bisher einsehbare Bild- und Videomaterial zeigt auf jeden Fall, dass sie auf dem besten Wege dazu sind. Manchmal fällt es sogar schwer, Spielszenen von den berühmten CGI-Sequenzen der Serie auseinanderzuhalten. Denn sowohl in Spielgrafik als auch in CGI geht buchstäblich die Post ab, auch wenn es natürlich nicht an emotionalen Szenen fehlen wird, die einigen Spielern sicherlich die Tränen in die Augen treiben werden. Übrigens soll keinen Qualitätsunterschied zwischen der Playstation 3 und der Xbox 360 geben, obwohl Sonys Konsole aufgrund des Disc-Formates einen offensichtlichen Platzvorteil hat. Nobuo Uematsu ist auf jeden Fall kein unbeschriebenes Blatt in der Historie der Serie und hat bisher noch immer die musikalische Leitung bei einem Final Fantasy-Spiel übernommen. Nicht so dieses Mal: Der Altmeister hat die Leitung seinem Kollegen Masashin Hamauzu übergeben, der bereits bei Final Fantasy X mitgearbeitet hat. Seine Arbeit kann sich bisher auf jeden Fall hören lassen, auch wenn sich viele wohl eher Uematsu als Komponist für XIII herwünschen.Ich muss sagen: Ich bin gehyped. Bevor ich mit den Recherchen für diese Preview begonnen habe, war Final Fantasy XIII ein Spiel, das ich zwar unbedingt haben musste, mein gesamtes Denken aber nicht blockierte. Das macht es jetzt zwar immer noch nicht, doch schweifen meine Gedanken in ruhigen Minuten immer zu den wilden Kampfszenen aus den Videos und den emotionalen Momenten aus den offiziellen Teasern. Dann zu den CGI-Sequenzen, die seit der Ankündigung im Internet kursieren, und dann zum umstrittenen, aber dennoch interessanten Gestalt-Modus. Dann denke ich mir noch 60 Stunden Spielzeit, eine herausragende Story und allgemein gewohnt sehr gute Square Enix-Qualität und schon bin ich wieder traurig, dass es noch so lange dauert bis zum neunten März.
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