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Gears of War 3: RAAM's Shadow

Autor: Tobias Schulte - Z0RN
Streetdate: 13.12.2011
Gametyp: Ego-Shooter
Entwickler: Epic Games
Publisher: Microsoft Game Studios
Leser: 2628

Heute erscheint auf dem Xbox LIVE Markplatz die erste Storyerweiterung zu Epic Games Vorzeigeshooter Gears of War 3. Falls ihr euch den teuren Season Pass für 2400 Microsoft Points gegönnt habt, dann könnt ihr heute kostenlos zuschlagen. Ansonsten müsst ihr 1200 Microsoft Points investieren. Bevor ihr aber die Punktekarten freirubbelt und den 2 GB großen Download startet, solltet ihr euch unbedingt unseren Test durchlesen. Vielleicht könnt ihr euch das Geld sparen und woanders eure Microsoft Points raushauen.

Liebloser Einstieg
RAAM’s Shadow spielt vor dem eigentlichen Beginn der Gears of War Serie. Eure Aufgabe als Mitglied von Zeta Squad ist es, die Stadt Ilima City vor dem Einfall der Locusts zu evakuieren und die Bürger zu beschützen. Großartig inszeniert wird das alles aber nicht. Ihr werdet einfach in das Spiel geworfen und übernehmt einen Zigarre kauenden Muskelprotz namens Michael Barrick. An einem Stützpunkt werdet ihr von einer großen Welle von Locusthorden angegriffen. Kurzerhand schreitet ihr zum Hammer der Morgenröte Kommandostand und erledigt ein paar Boomer und vieles mehr aus der Satellitenoptik. Danach rennt ihr durch die vier Kapitel, die kaum langweiliger sein könnten. Keine Story, kaum Zwischensequenzen und wenig packende Dialoge lassen euch einfach nur ein paar Passagen erleben und wieder einmal eure stets bekannten Gewehre aktiv neuladen. Ansonsten gibt es keinerlei Überraschungen! Und selbst die, die durch ein bestimmtes Schwert euch aus den Socken hauen soll, entlockt euch gerade mal ein müdes Lächeln, wenn überhaupt.

Für reichlich Frust versorgen einige verbuggte Ecken, die bei unserem Test mehrfach einen Neustart hervorriefen. Oftmals wurden Schlüsselpunkte für den nächsten Bereich nicht aktiviert, obwohl alle Gegner vernichtet wurden. Demnach blieb uns im Test sechs mal nur die Möglichkeit den Abschnitt neu zu starten.

RAAM eine EnttÄÄuschung
In der Rolle von Michael Barrick werdet ihr von alten Bekannten aus vergangenen Teilen wie zum Beispiel Lt. Minh Young Kim aus dem ersten Spiel der Trilogie und Tai Kaliso aus dem zweiten Teil unterstützt. Mit Alicia Vera erhält das Team um Marcus Fenix außerdem neue weibliche Verstärkung. Der Plan der Locust ist den Himmel zu verdunkeln, damit die Kryll auf der ganzen Welt jedes Leben vernichtet. Damit dies geschehen kann, werden die „Seher“ in bestimmten Stadtteilen positioniert, damit diese weiter die Finsternis ausbreiten können. Auf der Seite der KOR müsst ihr dies natürlich verhindern. Doch ihr habt darüber hinaus auch die Möglichkeit, in die Fußstapfen des legendären General RAAM zu treten und Kämpfe auf dem Planeten Sera erstmalig aus der Perspektive eines Locust zu erleben. Aber auch hier plumpst ihr einfach nur in das Geschehen und könnt euch mit dem etwas zu groß geratenem Locust Anführer nur langsam fortbewegen. Um ein paar KOR-Soldaten zu erledigen könnt ihr einen Kryll-Sturm auf die Gegner lenken oder aber als Schutzschild um euch herum fliegen lassen.


Einige Meter und ein paar Nahkampfangriffe macht das alles durchaus Spaß, aber alteingesessene Gears of War Fans werden schnell gelangweilt sein. Der Schwertangriff von RAAM ähnelt dem des Retro-Lancers und selbst die Soundfiles sind identisch. Am Ende gibt es dann noch einen etwas längeren Kampf und schon sind die vier Kapitel (+Bosskampf) nach knapp zwei bis drei Stunden beendet. Auf "wahnsinnig" könnt ihr vielleicht noch eine Stunde aufaddieren.

Gears of War 3: RAAM's Shadow ist ganz sicher kein Liebesbrief an alle Gears of War Soldaten, die vom ersten bis zum dritten Teil alles verschlungen haben. Wer Cliff Bleszinski öfter mal bei Twitter lauscht und hier eine DLC-Erweiterung alá The Lost and Damned oder The Ballad of Gay Tony erwartet hat, der würde am liebsten zu CliffyB fliegen und ihm gehörig in die Eier treten, denn nichts anderes ist dieser neue Inhalt: Ein derber Tritt in die Eier aller Gears of War Fans. Wenn man RAAM auf einen DLC drauf schreibt, dann sollte auch der Hardcore-RAAM drinstecken. Hardcore ist hier aber nur die lieblose Umsetzung. Die Story ist weniger als nett, schlecht erzählt und es dürstet euch förmlich nach neuen packenden Inhalten. Ein paar neue Gebiete und Flure, die ihr durchquert gehören zum Standard. Ein einstürzendes Haus, ein Satellitenangriff mit dem Hammer der Morgenröte und ein Raven-Helikopter am Himmel zählen zu den Highlights. Ihr fragt euch wo RAAM in der Liste ist? Nirgends, denn RAAM hätte Epic Games auch gleich weglassen könne oder besser sollen, denn auf so eine langweilige Art wollt ihr nicht in die Rolle der Locusthorden oder gar dem General schlüpfen. Kaum ist der 2 GB Download beendet, macht sich Langeweile breit und wenn dann doch mal eine kurze grandiose Videosequenz erscheint, verspürt ihr ein richtiges Aufatmen in euch. Endlich! Leider könnt ihr diese Momente an einer Left 4 Dead 2 Hand ablesen und somit stellt sich ziemlich schnell Ernüchterung ein. Ihr erhaltet für 1200 Microsoft Points eine wenig spektakuläre und fast schon rund um lieblose Dreingabe. Dazu gesellen sich sechs Multiplayer-Charaktere, 250 Gamerscore-Punkte und ein Schokoladen-Waffen-Skin. Leider gibt es keine neuen Multiplayer-Mapds oder weitere Extras für den Horde-Modus. Immerhin könnt ihr den RAAM's Shadow DLC noch im Arcade-Modus und/oder im Co-op spielen. Doch das ist sicher keine Möglichkeit, um die zahlreichen enttäuschten Gears of War 3 Besitzer zu beruhigen. Wer den Season Pass nicht gekauft hat und nur diesen DLC kaufen wollte, dem können wir nur davon abraten. Spart euch das Geld und wartet einfach ab. Ihr verpasst nichts und mit Sicherheit werden irgendwann bestimmte Angebote diesen Storykleks mit aufnehmen oder aber ein DLC-Paket mit allen Inhalten veröffentlicht.



„Ein nicht annähernd RAAM-würdiges Add-On“


Pro:
  • Sechs Multiplayer-Charaktere

Kontra:
  • Lieblose Inszenierung und plumper Einstieg
  • Vier zum Teil sehr langweilige Kapitel + Bosskampf
  • RAAM's Überleitung äußerst unspektakulär
  • Maximal drei überflüssige Stunden Gears of War 3
  • Keine Spannung oder neue Highlights
  • Mäßiger Umgang mit RAAM
  • 1200 Microsoft Points ist viel zu teuer
  • Fehler im Spiel sorgen für Neustart des Abschnitts

Einzelspieler: 5.0
Mehrspieler: 6.2
Xbox Live: 6.5
Steuerung: 9.6
Grafik: 9.4
Sound: 9.1
Sprache: Mehrsprachig
Bildschirmtexte: Mehrsprachig
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 2
Geeignet für: Profis und Hardcore Gamer
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

Gesamtbewertung
5.7


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