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Greed Corp


Autor:Tobias Greiser - FederTobinator
Streetdate: 24.02.2010
Gametyp: Actionspiel
Entwickler: - - - -
Publisher: - - - -
Hits:1130

Auf der Xbox 360 sind mittlerweise massenhaft gute Arcade-Titel erschienen. Darunter befinden sich vor allem viele Rätselspiele und Vertreter im Shootergenre. Nur ein Genre lässt sich auf Konsolen einfach nicht blicken: Das Strategiespiel. Dabei sind taktische Gefechte nicht minder beliebt, als Scharmützel mit roher Gewalt und ohne Planung. Mit Greed Corp ist kürzlich mal wieder eines der seltenen Spiele erschienen, das den Versuch wagt, sich als taktischer Titel auf der 360 durchzusetzen. Grund genug für uns, dass gerade mal 212 MB große Spiel für 800 Punkte zu erwerben und euch zu sagen, ob ihr auch einen Kauf in Erwägung ziehen solltet.
Taktischer Tiefgang
Wo euch in anderen Spielen manchmal nur platte Wüsten erwarten, ist das Spielfeld bei Greed Corp in Hexfelder (Sechsecke)unterteilt. Das alleine ist natürlich noch nichts Besonderes, allerdings hat es mit den Feldern etwas Spezielles auf sich. Die Kämpfe werden nämlich auf schwebenden Inseln ausgetragen, die aus den eben erwähnten Hexfeldern bestehen. Dort hat jedes Feld eine eigene Höhe. Die Gebiete sind also nicht flach, sondern ziemlich zerklüftet. Um Rohstoffe zu bekommen müsst ihr große Türme auf den Hexfeldern platzieren, die Mineralien sammeln, welche am Anfang einer neuen Runde direkt in Geld umgewandelt werden. Dabei vollführen die Türme einen Sprung, der das unter ihnen befindliche, sowie die angrenzenden Felder schädigt. Sobald ein Feld zu oft getroffen wurde, bricht es ein und reißt alle darauf stehenden Truppen mit in den Tod. Da ihr die Rohstofftürme immer nur auf Feldern errichten dürft, die bereits besetzt sind, steckt ihr in einer taktischen Zwickmühle. Ohne die Türme bekommt ihr kein Geld, aber mit den Türmen zerstört ihr das Spielfeld und damit meist auch eure eigenen Truppen.
Eingeschränkte Einsatzkräfte
Taktisch geschickte Spieler benutzen das natürlich zu ihrem Vorteil. So könnt ihr euch mit den Fußtruppen beispielsweise bis kurz vor die gegnerische Basis schleichen, dort einen Ernter errichten und auf die nächste Runde warten. Schon springt euer Turm in die Luft, sorgt für ordentlich Geld auf eurem Konto und zerstört dann alle Felder im Umkreis. Unter anderem auch die feindliche Zentrale. Greed Corp bietet neben den Rohstofftürmen und den Fußtruppen lediglich zwei weitere käufliche Kriegshilfen an. Einerseits die Waffenfabriken, in denen neue Truppen ausgebildet werden und andererseits die Geschütztürme, die auch auf weite Distanz großen Schaden verursachen. Besonders nötig wird dies, wenn das Spielfeld soweit zerklüftet wurde, dass kein normales Vorankommen mehr möglich ist. Seid ihr von eurem Gegner komplett isoliert, sind die Geschütztürme fast die letzte Angriffsmöglichkeit. Für einen ordentlich tiefen Griff in die Tasche dürft ihr euch auch ein Flugzeug leisten, das ein paar eurer Truppen auf ein Feld eurer Wahl befördert. Teuer, aber manchmal der letzte Ausweg.
Keine Co-op-Kriege
In den Schlachten habt ihr es allerdings nicht immer nur mit einem Gegner zu tun. Oftmals habt ihr gleich drei Kontrahenten mit auf dem Feld. In der Solokampagne werden diese natürlich vom Spiel gesteuert, der Schwierigkeitsgrad steigt, je weiter ihr in der Kampagne fortschreitet. Das Spiel wird ebenfalls recht schnell sehr anspruchsvoll. An totale Genre-Neueinsteiger richtet sich Greed Corp also nicht. Allein die Soloschlachten werden euch einige Zeit lang beschäftigen, dabei sollen euch die Einzeleinsätze eigentlich nur auf die Xbox-LIVE-Kämpfe gegen menschliche Gegner vorbereiten. Mit drei menschlichen Kontrahenten über die Hexfelder zu ziehen und um jedes bisschen Rohstoffe und Platz zu kämpfen ist unglaublich fesselnd, nur leider hat der schöne Plan einen kleinen Fehler: Online ist niemand zu finden! Und somit bleibt von den vielen schönen theoretischen Möglichkeiten für Gemetzel übers Internet leider nur die Idee übrig, falls euch nicht zufällig mal jemand auf einem Server begegnen sollte. In unserem Test entfällt daher die Xbox-LIVE Wertung komplett.
Aller Anfang ist schwer
Steuerung und Gameplay werden euch in einem nett aufgemachten Tutorial erklärt, jedenfalls solange ihr Lust darauf habt. Strategie-Füchse können sich komplett ohne Vorkenntnisse in die Gefechte stürzen, sollten sich dann aber nicht wundern, wenn sie den einen oder anderen Kniff nicht beherrschen. Die Bedienung von Greed Corp ist recht simpel ausgefallen. Nur für ganz wenige Aktionen, wie „Alle-Einheiten-auswählen“ benötigt ihr auch mal einen Bumper. Ansonsten reichen der linke Analogstick und die A-Taste aus. Mit den beiden Steuerungseinheiten zusammen dirigiert ihr durch die Spielewelt und die Menüs, was anfangs ein bisschen schwierig anmutet. Nicht weil es kompliziert wäre, sondern weil das Interface ein wenig überladen ist. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit habt ihr glücklicherweise alles im Griff.
Opulente Optik
Optisch hat Greed Corp schicke 3D-Grafik zu bieten, daran besteht kein Zweifel. Die Umgebungen sind allesamt nett gestaltet und wirken wie aus einem Guss. Allerdings treten spielerisch ein paar Schwierigkeiten auf. Obwohl wir das Spiel in unserem Test auf einem großen Fernseher gespielt haben, hatten wir teilweise Probleme die einzelnen Einheiten auf dem Bildschirm voneinander zu unterscheiden. Selbst mit der Kamera könnt ihr nicht heran zoomen, lediglich heraus zoomen ist möglich. Das bietet zwar eine gute Übersicht, ist aber nicht gerade komfortabel, wenn ihr immer wieder mit der Nase an den Bildschirm heran müsst, um zu gucken welche Einheiten ihr gerade auswählt. Die vier Fraktionen im Spiel unterscheiden sich optisch nur wenig von einander, spielerisch bekommt ihr überall die gleichen Truppen geboten. Dafür sind wenigstens an dieser Stelle grafische Unterschiede deutlich auszumachen. Ihr werdet also keinen eurer Rohstoffsammler mit einem gegnerischen verwechseln.
Stimmige Soundkulisse
Begleitet werden die Schlachten in Greed Corp von einem eher seltsamen Soundtrack. Anstatt euch aus allen Rohren akustisch die volle Dröhnung zu verpassen, plätschert die Musik im 30er-Jahre-Stil recht munter vor sich hin. Das mag zuerst total unpassend anmuten, entwickelt aber nach einiger Zeit seinen eigenen Charme und wirkt stimmig zum restlichen Spielfeld. Dafür hauen die Soundeffekte ordentlich rein und lassen euch in Zusammenarbeit mit dem Rumble-Motor eures Gamepads deutlich spüren, wenn etwas in die Luft fliegt. Und das passiert bei Greed Corp recht häufig, auch wenn das Spiel nicht viele Einheiten bietet.
Fazit
Greed Corp ist weder der totale Strategie-Hit, noch ein Totalausfall. Die Schlachten sind fesselnd und durch das zerstörbare Terrain taktisch überaus ansprechend. Obwohl es nur wenige Truppen zur Auswahl gibt, entfaltet das Spiel eine gewisse Tiefe und richtet sich dank eines hohen Schwierigkeitsgrades an erfahrenere Strategiespieler. Technisch geht der Titel auch in Ordnung. Die gute 3D-Grafik harmoniert mit den eingängigen Klängen und Melodien. Aber es gibt natürlich auch die negativen Seiten: Greed Corp ist als erstes Spiel im Mistbound-Universum angesiedelt, dass der holländische Entwickler nach und nach mit Inhalten füllen will. Allerdings hat das Spiel in erzählerischer Hinsicht nicht viel mehr als dröge Texttafeln zu bieten, die viel zu wirr geschrieben sind, als euch wirklich Lust auf mehr zu machen. Auch der Einstieg ist ein wenig holperig ausgefallen, Strategieneulinge werden das Tutorial mehrmals spielen müssen, um sich mit den Bildschirmanzeigen und dem Gameplay überhaupt zurechtzufinden. Aber man muss Greed Corp hoch anrechnen, dass es versucht wieder einmal Strategie auf unser aller Lieblingskonsole zu bringen und das mit einem durchaus gelungenen Spiel.


„Tolles Spielprinzip, großer Umfang für Taktikfüchse, allerdings nicht für Einsteiger geeignet“



Pro:
  • Klasse Spielprinzip
  • Strategie auf Konsole
  • Großer Umfang der Einzelspielerkampagne
  • Stimmige Welt
  • Schöne Präsentation
  • Fordernde Schlachten

Kontra:
  • Wirre Hintergrundgeschichte
  • Holpriger Einstieg
  • Niemand online für Multiplayer
  • Gefechte ermüden nach einiger Zeit

Einzelspieler: 7.5
Mehrspieler: -
Xbox Live: -
Steuerung: 7.6
Grafik: 7.7
Sound: 7.6
Sprache: Keine
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 10
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung

Gesamtbewertung
7.7


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