Knights Contract
Autor:Sandra Friedrichs -
anormaldisaster
Streetdate: 25.02.2011
Spielgenre: Adventurespiel
Entwickler: - - - -
Publisher: NAMCO Bandai
Leser:
3601
Gewöhnliche Spiele gibt es ständig. Warum soll es nicht mal ungewöhnlich zugehen? Das ist wohl der Leitgedanke bei japanischen Entwicklern. Viele Games mit den verrücktesten Spielideen kommen aus dem Land, wo die Sonne niemals untergeht. Jetzt reiht sich der Actionrollentitel Knights Contract dazu, dass im nächsten Jahr die Handlung von Goethes Faust etwas anders interpretiert. Wir haben es uns auf der gamescom angeschaut und sind schon jetzt begeistert.Der Pakt mit der Hexe Goethes Faust, bestimmt stöhnen die geplagten Schüler bereits. Wie lange saßt ihr im Deutschunterricht und musstet die Lektüre durchkauen? Kein Wunder, dass ihr nicht gleich in die Luft springt, wenn ihr erfahrt, dass sich ein Videospiel mit dieser Handlung auseinandersetzt. Doch seid beruhigt, Knights Contract ist kein trockenes Spiel, im Gegenteil. Es ist ein verrücktes Game! Wie das zu Goethe passt? Stimmt, gar nicht.
Knights Contract spielt im deutschen Mittelalter, genauer gesagt in Freiburg. Zu der Zeit lebt Heinrich in der Stadt. Dieser Mann ist kein netter Kerl von nebenan, schließlich sorgt er dafür, dass mutmaßliche Hexen gejagt und verbrannt werden. Eines Tages trifft er auf die Zauberin Gretchen, die er eigentlich töten sollte. Doch die Frau war schneller und hat ihn sogleich verhext. Er ist nun verflucht und hat ein unsterbliches Leben. Dafür ist er nun mit ihr verbunden und muss ihr gehorchen. Das nutzt Gretchen natürlich für ihren Vorteil aus und bringt Heinrich dazu, mit ihr Dr. Faust zu jagen. Dieser stellt gefährliche Experimente mit unschuldigen Leuten an, die dann zu Monstern heranwachsen. Ihr werdet im Verlauf der Geschichte immer tiefer in die Stadt wandern und sogar bis zum heißen Erdkern gelangen! Jetzt soll jemand noch behaupten, dass Goethes Vorlage langweilig ist. Schwert und Magie vereinen sich Ja, die künstlerische Freiheit der Entwickler ist wirklich beeindruckend. Sie haben eine verrückte Geschichte aus der alten Vorlage Goethes gezaubert. Genauso skurril spielt sich ebenfalls das Game. Ihr steuert die ganze Zeit über Heinrich, ein dickes Muskelpaket, der mit seinem Art Schwert eine große Reichweite besitzt. Es kann selbst weit entfernte Gegner mit einem Schlag treffen. Das erinnert uns zwar sehr an Dantes Inferno und God of War, aber stört uns nicht sonderlich. Schließlich bekommt das Spiel noch ein besonderes Feature spendiert: Die schwächliche Gretchen, die stets an eurer Seite ist, müsst ihr die ganze Zeit über beschützen. Das liegt daran, dass sie nicht unsterblich ist, sondern nur ihr. Heißt, wenn sie stirbt, ist das Spiel vorbei. So nehmt ihr sie in Rennpassagen in die Arme, schützt sie vor feindlichen Attacken und versucht, mit eurer Waffe schnell den Feinden den Garaus zu machen. Doch dank Gretchens magischen Fähigkeiten könnt ihr ebenso ihre Zauber benutzen. Im richtigen Moment drückt ihr einfach die Schultertaste und sucht euch den entsprechenden Zauber aus. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Zauberelemente, die ihr in vier Levels upgraden könnt. Ob ihr auch Heinrichs Fertigkeiten aufleveln könnt, ist noch nicht bekannt.
Obwohl sich das Spiel sehr gut für einen Co-op Modus eignen würde, wird es keinen geben. Die Entwickler erklären es mit dem Beschützerinstinkt, der das Game ausmacht. Darüber hinaus würde die Beziehung der beiden Charaktere durch solch einen Modus in den Hintergrund geraten. Ok, die Erklärung lassen wir ausnahmsweise einmal gelten.Auf die Größe kommt es an Typisch für ein japanisches Spiel sind aber nicht nur die abgedrehten Spielideen, sondern auch die verrückten Spielabschnitte und Bossgegner. Die Entwickler haben uns zwei Endbosskämpfe gezeigt und unsere Eindrücke möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Im ersten Kampf standen wir auf einem Dach und vor uns war ein riesengroßes Pferd, das eine Kutsche mit einem Ritter zog. Am unteren Bildschirm konnten wir die Lebensenergie des Gegners einsehen und uns war schon vom bloßen Hinschauen klar, dass das kein einfacher Kampf wird. Schließlich attackierte der Boss nicht nur mit bloßen Frontalattacken. Die Räder der Kutschen lösten sich und schlitzten Heinrich auf! Darüber hinaus biss das Pferd um sich und den Schlägen des Ritters musste auch noch ausgewichen werden. Wahnsinn, echt viel zu tun! Doch auch dieser Gegner hat einen Schwachpunkt. Einen bestimmten Zaubertypen kann er gar nicht ausstehen. Welcher das ist, wollten uns die Entwickler noch nicht verraten. Im nächsten Kampf musste sich Heinrich gegen einen riesigen Skelettritter behaupten. Das Problematischste waren nicht einmal seine harten Attacken mit Schild und Schwert, sondern die Umgebung. Heinrich stand auf einer sehr schmalen Plattform, um ihn herum lief heiße Lava an den Wänden herunter und der Abgrund lächelte ihn schon freundlich entgegen. Das war vielleicht ein spannender Kampf!
Leider durften wir keine der Schlachten selbst anspielen, doch Spaß hatten wir schon beim bloßen Zusehen. Wer die Kämpfe in Dantes Inferno mochte, wird dieses Spiel lieben!Der Feinschliff fehlt Falls wir euch schon richtig heiß aufs Spiel gemacht haben, müssen wir euch jetzt leider einen kleinen Wermutstropfen verpassen. Erst im Frühling 2011 wird es Knights Contract zu uns schaffen und das auch mit gutem Grund. Das Spiel ist erst zu 60% fertig und die Entwickler müssen noch viel arbeiten, um das Game Markt tauglich zu machen. Beispielsweise werkeln sie momentan an einem Onlinemodus herum, der sich wie ein Beat em up Videospiel spielen soll. Darüber hinaus ist das Game optisch noch weit vom momentanen Standard entfernt. Die Umgebungen sind schwammig, die Charaktere verpixelt und die Animationen hölzern. Wir hoffen, dass die Grafik noch kräftig aufpoliert wird, schließlich wollen wir nicht nur Freiburg in Perfektion erleben, sondern auch die facettenreichen Landschaften wie Lava- oder auch Schneeumgebungen vollends genießen können. Was für ein verrücktes Spiel! Goethe dreht sich bestimmt im Grab herum, wenn er hört, wie sein Werk von den Japanern verwurschtelt wird. Heinrich ist unsterblich, geht einen Pakt mit der Hexe Gretchen ein und muss gegen Dr. Faust kämpfen, der durch seine vielen Experimente Monster erschaffen hat. Dazu kommen noch das vielfältige Kampfsystem und das liebevolle Gameplay. Ihr müsst als Heinrich immer auf Gretchen achtgeben, schließlich endet das Spiel, wenn sie stirbt. Ihr nehmt sie in den Arm, schützt sie, aber befehlt ihr auch, Magie einzusetzen.
Zwar hat Knights Contract optisch noch eine große Arbeit vor sich, doch wenn sich an der fantastischen Spielidee nichts ändert, erwartet uns ein verrückter Titel, der im Frühling 2011 gekauft werden muss!
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