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Monday Night Combat


Autor:Tobias Greiser - HEADCRASH
Streetdate: 11.08.2010
Gametyp: Actionspiel
Entwickler: - - - -
Publisher: - - - -
Hits:2457

Weiterhin scheint die Sonne mit dem großen grünen X über dem Summer of Arcade. Letzte Woche haben uns die Wellen die vermeintliche Spielspaßperle Monday Night Combat an den Xboxdynastystrand getragen. Wir sind natürlich gleich aus unserem Strandkorb gestürmt und haben uns das Strandgut näher angesehen. 1200 Microsoft-Points und 736 MB Speicherplatz ärmer haben wir das Spiel dann einem gnadenlosen Test unterzogen. Was außer Sand aus unserem Laufwerk noch dabei herauskam, verrät euch nun unsere ausführliche Review. Und eines gleich vorneweg: Mit einem gemütlichen Strandspaziergang hat Monday Night Combat nicht viel gemeinsam.
Zukunft
An einem Tag irgendwann in der Zukunft ist der Lieblingssport auf unserem Planeten nicht mehr Fußball, sondern der Kampf um Geldkugeln in riesigen Arenen. Unmengen an Bots und Pro-Kämpfern der Klassen Scharfschütze, Assassine, Sturmsoldat, Tank, Heiler und Gunner bevölkern die Arena und wollen ins Herz der feindlichen Basis vordringen. Ihr seid als dick gepanzerter Angriffskollos mit einem Heiler unterwegs zur gegnerischen Geldkugel. Die ständige Energiezufuhr durch euren Kameraden macht euch praktisch unverwundbar und ihr wollt gerade so richtig losballern, da reißt auf einmal der Energiestrom von eurem Kumpel ab. Ihr dreht euch um und könnt gerade noch sehen, wie ein feindlicher Assassine seine Klinge aus eurem ehemaligen Verbündeten zieht. Ihr reagiert sofort und lasst euch zu Boden fallen, was einen mächtigen Wirbel auslöst, in dem der blutrünstige Attentäter kurzerhand aus der Arena gefeuert wird. Plötzlich werdet ihr von einem roten Licht geblendet und bevor ihr euch überhaupt bewegen könnt, schlägt das Projektil eines Scharfschützen in eurem eben erst ausgerüsteten Helmvisier ein und bleibt dort stecken. Den Schatten des Angreifers von rechts, der euch mit einem Turbo-Sprint über den Rand der Arena befördert, seht ihr schon gar nicht mehr. Aber noch im Fallen merkt ihr euch den Gamertag und schwört für die nächste Runde auf Rache.
Modivielfalt
Das ist eine typische Situation aus Monday Night Combat, zumindest im Kreuzfeuer-Modus, der das Herzstück des Spiels ist. Ansonsten könnt ihr noch in fünf verschiedenen Herausforderungen Tower Defense spielen und eure Geldkugel vor den angreifenden Bots schützen. Entweder alleine oder mit einem Freund im lokalen Co-op. Zum Eingewöhnen ist dieser Modus einigermaßen in Ordnung, wirklich Spaß gibt es aber nur über Xbox LIVE. Hier könnt ihr eure Basis ebenfalls mit bis zu vier Spielern vor computergesteuerten Feinden schützen, zumindest falls ihr Kompetente Mitspieler findet. Oder überhaupt Mitspieler, den schon jetzt sind auf dem Server für die sogenannten Blitz-Gefechte nur selten menschliche Recken aufzutreiben. Auf den Servern für den wunderbaren Kreuzfeuer-Modus tummeln sich hingegen genug Gamer. Allerdings zeigt die Erfahrung mit Mehrspielergames über Xbox LIVE deutlich, dass nach ein paar Wochen die Spielerzahlen deutlich abnehmen. Erst recht bei einem Spiel wie Monday Night Combat, wo 12 menschliche Spieler benötigt werden, wird es dann schwer noch Onlinepartien spielen zu können.
Angeber
Wenn ihr also das volle Potenzial dieses Titels genießen wollt, solltet ihr lieber schnell zugreifen. Denn obwohl Monday Night Combat einige Zeit an Eingewöhnung beansprucht, hat das Spiel viele Finessen zu bieten, die erst nach längerem Spielen auffallen. Die sechs Klassen sind alle sehr unterschiedlich und haben massenhaft Fähigkeiten. Neben den zwei mitgeführten Waffen könnt ihr auch Griffe, Stampfer und Granaten einsetzen. Manche Pros können sich auch unsichtbar machen oder schnell stark beschleunigen. Die richtig dicken Punkte bekommt ihr natürlich, wenn ihr menschliche Gegner vernichtet, aber auch der Kampf gegen die CPU ist nützlich. Die zerstörten Feinde lassen nämlich Geld fallen, mit dem ihr so einiges anstellen könnt. So könnt ihr euch selber aufmotzen (aus einem Messer wird ein Schwert und aus einer kleinen Wumme ein ratterndes doppeltes MG), Saft kaufen (erhöht eure Energie kurzzeitig) oder mit genug Geld im Hauptmenü sogar komplett eigene Klassen erstellen, die ihr ganz nach euren Bedürfnissen anpassen könnt. Für gelungene Aktionen gibt es außerdem Auszeichnungen, die ihr gegen einmaliges Bezahlen mit Spielgeld bei einem Kill eurem Opfer präsentieren könnt, um zu unterstreichen, dass ihr einfach der Allerbeste seid.
Kontrolle
Die Bedienung von Monday Night Combat geht für einen Konsolen-Shooter in Ordnung. Mit dem linken Stick bewegt ihr euch, das Pendant auf der rechten Seite verändert euren Blickwinkel. Die rechte Schultertaste fungiert als Abzug und der Bumper darüber lädt eure Waffe nach. Soweit, so Standard. Mit der linken Schultertaste hingegen könnt ihr in passenden Situationen Griffe ausüben. Der Angriff eines Assassinen von hinten mit dieser Taste endet beispielsweise fast immer tödlich. Sprünge führt ihr mit der A-Taste aus und die anderen drei Aktionsknöpfe dienen für die unterschiedlichen Spezialangriffe wie Granaten und Stampfer. Das Fadenkreuz ist ziemlich groß ausgefallen. Kein Wunder, schließlich kann man an der Konsole ja auch nicht so gut zielen wie mit Maus und Tastatur.
Comic
Optisch ist das Spiel, das die Unreal 3 Engine nutzt, durchaus gelungen. Die Ähnlichkeit zu Team Fortress 2 ist unverkennbar, aber das muss ja nicht schlecht sein. Der Comic-Look passt nämlich toll zu den sechs Pros, die sich optisch alle deutlich unterscheiden. So wissen Experten schon aus der Entfernung genau, mit welcher Taktik sie gegen die Kontrahenten vorgehen müssen. Auch die wenigen Arenen sind gut gelungen, haben aber leider kaum grafische Abwechslung zu bieten. Das Design der Bots kann überzeugen, von blechernen Gorillas bis zum übermächtigen „Jackbot“ ist alles vertreten. Das bunte Aussehen und die Abstinenz von Blut dürfte dem Spiel auch zur USK-Freigabe ab 16 geholfen haben. Der Brutalitätsgrad hält sich allerdings wirklich sehr in Grenzen.
Sprücheklopfer
In den Menüs von Monday Night Combat bekommt ihr rockige Musik zu hören, die sehr gut zu dem Spiel passt. Während des Spielgeschehens allerdings bekommt ihr von Musik rein gar nichts mehr mit. Dafür geben eure Kollegen und Gegner, sowie der Stadionsprecher, viele witzige Kommentare von sich. Allesamt englisch, aber nicht schwer zu verstehen. Leider wiederholen sich die Sprüche häufig und werden nach längerer Zeit eintönig. Die Waffensounds hingegen wissen zu überzeugen und dringen dröhnend durch eure Boxen.
Fazit
Monday Night Combat ist ein gelungener Mehrspieler-Shooter mit vielen Finessen. Auch wenn es noch zwei weitere Spielmodi gibt, kann nur der Kreuzfeuermodus wirklich überzeugen. Zumindest solange es noch genug Spieler online gibt, damit ihr in 6 vs. 6 Matches starten könnt. Denn die Erfahrung zeigt eindeutig, dass sich nur bei wirklichen Perlen wie Battlefield 1943 die Spieler langfristig halten. Bis sich aber niemand mehr finden lässt, könnt ihr mit einer von sechs tollen Charakterklassen in die Schlacht ziehen, Gegner plätten, Freunden helfen, Statussymbole sammeln, eigene Klassen erstellen und alle Auszeichnungen freischalten. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit macht Monday Night Combat einen großen Spaß und bietet schaffbare 200 Gamerscorepunkte und 2 coole Avatargegenstände. Lediglich der Preis von 1200 Punkten könnte gerne niedriger sein.

„Launiger Mehrspielerspaß mit spannenden 6 vs. 6 Matches!“


Pro:
  • Spaßiger Mehrspieler
  • Eigene Klassen
  • Intelligente Arenen
  • Abwechslungsreiche Pros
  • Viele sinnvolle Fähigkeiten
  • Levelsystem
  • Avatargegenstände



Kontra:
  • Zu teuer
  • Zwei Spielmodi größtenteils sinnlos

Einzelspieler: 6.7
Mehrspieler: 8.4
Xbox Live: 9.0
Steuerung: 8.6
Grafik: 8.5
Sound: 8.5
Sprache: Englisch
Bildschirmtexte: Deutsch
Zensur: nicht notwendig
Spielzeit ca. in Stunden: + 1
Geeignet für: Anfänger bis Profis
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren

Gesamtbewertung
8.5


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