|
|
||||||||||
» Spieletests |
||||||||||
|
Ms. Splosion Man
Autor:
Tobias Greiser
-
HEADCRASH
Streetdate: 13.07.2011 Gametyp: Jump and Run Entwickler: Twisted Pixel Publisher: Microsoft Leser: 1864 Ein kurzer Rückblick: Vor zwei Jahren erschien im Rahmen des Summer of Arcade das Jump ‚n‘ Run Splosion Man auf dem Xbox LIVE Marktplatz. Mit seiner Mischung aus genialen Levels und einer gehörigen Portion Humor konnte der Titel sowohl Spieler als auch Fachpresse begeistern (Xboxdynasty-Wertung 9.0) und mauserte sich zu einem der beliebtesten Downloadspiele überhaupt. Danach entwickelten die Jungs und Mädels von Twisted Pixel das Actionspiel Comic Jumper, das mit noch mehr Wortwitz aufwarten konnte. Dafür wurde aber leider das Gameplay vernachlässigt, weshalb der Titel floppte und in unserem Test mit einigen bitterbösen Kritiken bedacht wurde. Ms. Splosion Man soll sich nun auf die Stärken des grandiosen Vorgängers besinnen und die Fans wieder beschwichtigen, die sich nach dem negativen Spielspaßeinbruch von Comic Jumper schon Sorgen um das sympathische Entwicklerstudio gemacht haben. Wir haben die spielbare Frauenquote natürlich gleich unter die Lupe genommen und verraten euch im gewohnt ausführlichen Test, warum ihr bei diesem Spiel unbedingt wieder zugreifen müsst. Der Kuchen war keine Lüge, sondern eine Falle Zuerst einmal klären wir die Frage, warum ihr auf einmal mit einem weiblichen Helden durch Forschungslaboratorien hoppst und was aus dem guten alten Splosion Man geworden ist. Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass der Protagonist aus dem Vorgänger regelrecht verrückt nach Kuchen war. In jedem Level war eine Kalorienbombe versteckt und Splosion Man konnte nicht umhin sie alle aufzufuttern. Das haben sich die findigen Wissenschaftler zunutze gemacht und ihn mittels einer gefakten Torte gefangen genommen. Beim anschließenden Besäufnis auf der Party im Labor kippt ein unachtsamer Mitarbeiter eine Flasche Sekt in die Elektronik und durch den Kurzschluss erscheint die Heldin des zweiten Teils in schickem Pink auf der virtuellen Bühne. Gestatten, Ms. Splosion Man! Action vom Feinsten Die feine Dame steht ihrem männlichen Vorgänger selbstverständlich in nichts nach und kann sich ebenfalls selbst explodieren lassen. Dadurch kann auch sie Wissenschaftler in handliche Fleischbrocken sprengen oder sich die Wände des Labors hochexplodieren. Mit an Bord sind selbstverständlich auch wieder explosive Fässer, schwebende Plattformen, tödliche Lichtschranken, eisige Kältestrahler, zahllose Schalter, gefährliche Säureseen und allerlei andere Gameplayelemente, die aus den eher sterilen Laboren ein unglaublich unterhaltsames Jump ‚n‘ Run machen. In Höchstgeschwindigkeit lasst ihr euch von einem explosiven Fass durch die Luft katapultieren, landet an einer Wand, explodiert ein bisschen durch die Luft und springt auf eine Plattform, mit der ihr einen Wissenschaftler, der euch am Weiterkommen hindert, in eine Reihe rotierender Klingen schubst. Dabei solltet ihr euch aber nicht zu viel Zeit lassen, da von unten der Pegel des Säuresees immer weiter ansteigt und euch von der Seite her eine Wand aus Laser töten will. Ihr merkt schon, die explosive Action des Vorgängers ist auch hier wieder mit an Bord. Ms. Splosion Man wird keine freie Minute gegönnt. Neue Arten ins Gras zu beißen Zu den schon bekannten Spielelementen gesellen sich aber noch zahlreiche neue hinzu. So gibt es jetzt beispielsweise Trampoline, Raketenautos, Sprungplattformen mit tödlichen Stacheln oder Vernichtungskreisel, die euch bis zum Ende eines Ganges unaufhörlich jagen. Auch neue Wissenschaftler sind mit am Start. Neben dem winzigen Forscher und dem Kollegen mit Vollbart aus dem Erstling könnt ihr nun auch welche mit Irokesenschnitt oder gar Rentner im Rollstuhl zum Explodieren bringen. Der Opa brettert dann übrigens in seinem überhitzen Sitzgerät über alles drüber, was sich nicht rechtzeitig mit einem gut getimten Sprung zu einem explosiven Fass in Sicherheit gebracht hat. Ein besonderes Highlight ist die fette Frau, in deren Kostüm ihr komplett hineinschlüpfen könnt, um somit tödlichen Lasern zu entkommen. Sie ersetzt den legendären Donutmann aus dem ersten Teil. Aber keine Sorge, durch einen Druck auf die Starttaste könnt ihr euch jederzeit den Song „Donuts – Go Nuts“ anhören, der bei Splosion Man in solchen Szenen stets im Hintergrund gespielt wurde. Unmengen an Bonusmaterial Der Einzelspielermodus umfasst satte 50 Levels inklusive einiger extrem lustiger Bossgegner. Unser Favorit ist (wir wollen ja nicht Spoilern) der Kollege mit dem Schnorchel. Noch extremer sind allerdings die Ideen der Entwickler, die es nur bis zur Konzeptzeichnung, aber nicht bis ins fertige Spiel geschafft haben. Guckt euch einfach mal ein bisschen in der Sektion der freischaltbaren Gegenstände um, dann werdet ihr schon findig werden. Zusätzlich gibt es hier noch massenhaft Fotos, Videos, Musikstücke und exklusive Inhalte wie Spielerbilder, Avatarklamotten und Dashboardhintergründe für die spielinterne Währung zu erwerben. Nach dem Abschluss eines Levels oder der Unterbietung der Parzeit bekommt ihr je nach Leistung ein paar Münzen, die ihr dann im Shop auf den Kopf hauen könnt. Zu jedem Objekt gibt es dort noch einen kleinen englischen Text von den Entwicklern, der euch interessante und humorvolle Hintergrundinformationen gibt. Und apropos Bestzeiten: Sämtliche eurer Zeiten und Punktstände werden in die Bestenliste hochgeladen. Dort könnt ihr euch nicht nur mit euren Freunden vergleichen, sondern auch deren Geister herunterladen und euch somit mit euren Kumpels oder den besten Spielern der Welt direkt messen. Das explosivste Vergnügen überhaupt Noch explosiver als der Einzelspielermodus (meine Güte, was für ein Wortspiel) ist der grandiose Mehrspielerpart. Hier warten noch einmal 50 Levels auf euch, komplett unterschiedlich zu denen der Solokampagne und sogar mit einem anderen Ende ausgestattet. Diese Abschnitte packen in Sachen Anspruch sogar noch eine Schippe oben drauf und erfordern exakte Abstimmung zwischen allen Mitspielern. Bis zu vier von euch können sich durch die geheimen Labore sprengen, wahlweise über Xbox LIVE oder mit vier Controllern an einer Konsole. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn für die völlig Wahnsinnigen unter euch hat Twisted Pixel zusätzlich noch den Modus „2 Girls – 1 Controller“ eingebaut. Hier übernehmt ihr alleine die Kontrolle über zwei Ms. Splosion Mans, die ihr irgendwie heil ans Levelende bugsieren müsst. Das erfordert nicht nur eine ungeheure Koordination, sondern auch reichlich Freizeit. Bis ihr in der Kombination den Abspann gesehen habt, dürfte bereits die nächste Konsolengeneration in den Händlerregalen stehen. Wenn dem nicht so ist, dürft ihr uns gerne einen Videobeweis schicken. Fabelhafte Animationen Optisch hat sich im Vergleich zu Splosion Man nichts Weltbewegendes getan. Der bunte Stil des Vorgängers ist weithin vorhanden, nur die Hintergründe in den drei unterschiedlichen Welten des Spiels sind natürlich neu. Das ist aber längst nicht alles, schließlich mussten auch Ms. Splosion Man höchstselbst neben dem pinken Anstrich weiblichere Animationen verpasst werden. Diese sind wunderbar gelungen, ihr habt immer was zu gucken und vor allem zu lachen. Kleiner Tipp, lehnt euch mit ihr doch einfach einmal gegen eine Wand und guckt was passiert. Und bleibt dann mindestens drei Minuten lang so stehen. Wenn ihr das aushaltet, könnt ihr euch auch den „2 Girls – 1 Controller“-Modus antun.
Welle der Euphorie Generell ist Ms. Splosion Man noch gesprächiger als ihr schon alles andere als mundfauler Kollege aus dem Erstling. Nur, dass sie halt lieber schlechte Frauensongs trällert, über Make-up redet und den Wissenschaftlern schon mal einen Kuss aufdrückt. Glücklicherweise lässt sich das Gebrabbel aber im Soundmenü abstellen. Und wo wir gerade beim Sound sind: Für das Spiel wurden wieder einige exklusive und geniale Stücke aufgenommen. Außerdem sucht Ms. Splosion Man keinen Kuchen, sondern findet Schuhe in den Levels versteckt. Und was mit ihr passiert, wenn ihr „das Spiel beschummeln“ auswählt, um zum nächsten Checkpoint zu gelangen, falls ihr nicht mehr weiterwisst, ist einfach nur zum Todlachen. Und wie humorvoll alleine schon das Steuerungstutorial ist, mal ganz abgesehen von dem „Powered by Beard-Engine“-Seitenhieb auf Unreal… Oh Mann, wir kommen aus dem Schwärmen einfach nicht mehr heraus. Ein schöneres Urteil kann sich ein Spiel wohl kaum verdienen. Fazit Für die Leute, die sowieso nur das Fazit lesen, machen wir es ganz kurz: Kauft euch dieses Spiel! Ms. Splosion Man ist ein genialer Titel und an den Standards einen Arcadespiels gemessen so ziemlich das Beste, was ihr auf dem Marktplatz finden könnt. Die 100 einfach nur grandiosen Einzel- und Mehrspielerlevels unterhalten euch satte 18 Stunden, alleine beim ersten Durchspielen. Wenn ihr euch dann noch auf die Jagd nach Bestzeiten begebt, den Geistern eurer Freunde hinterherrennt, alle Inhalte im Laden freischalten wollt, den Hardcoremodus beendet und euch „2 Girls – 1 Controller“ antut, seid ihr im Herbst noch dabei. Da Twisted Pixel in die knappen 2 GB an Spiel ungefähr drei Tonnen Humor gepackt hat, wird euch bei all dem Gehüpfe auch nie langweilig. Gemessen an dem in Relation zum Umfang geradezu lächerlichen Preis von 800 Microsoft Points bekommt ihr hier für wenig Geld stundenlange Unterhaltung garantiert. Ms. Splosion Man ist ohne Frage die neue Genrereferenz und eines der besten Arcadespiele überhaupt.
„Genialer Humor, satter Umfang und exzellente Spielbarkeit ergeben die neue explosive Genrereferenz – unbedingt zuschlagen“ Pro:
Kontra:
Naja, irgendwas muss hier schließlich auch stehen ;) Einzelspieler:
9.2
Mehrspieler: 9.5 Xbox Live: 9.5 Steuerung: 9.3 Grafik: 9.0 Sound: 9.3 Sprache: Englisch Bildschirmtexte: Deutsch Zensur: nicht notwendig Spielzeit ca. in Stunden: + 20 Geeignet für: Anfänger bis Profis Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Gesamtbewertung
|
||||||||||