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Need for Speed Hot Pursuit



Autor:Sandra Friedrichs - anormaldisaster
Streetdate: 18.11.2010
Spielgenre: Rennspiel
Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts
Leser: 3199


Die Need for Speed Reihe hat sich in den letzten Jahren nicht von ihrer stärksten Seite gezeigt. Nur Shift konnte die Spielermassen 2009 begeistern, doch andere Teile wie ProStreet oder Undercover waren eher mittelmäßige Rennschlachten ohne viel Tiefgang. Dennoch wollen die Entwickler von Burnout der Serie wieder zu neuem Glanz verhelfen und präsentieren mit Hot Pursuit endlich wieder ein Spiel, das für jeden Rennfahrer etwas ist. Wir konnten dank der Gamescom einen genauen Blick auf das Game werfen und raten euch, das gelungene Videospiel unbedingt im Auge zu behalten.Jäger und Gejagter
Katze oder Maus, was wollt ihr sein? Die Standardantwort wäre bestimmt die Katze, wer möchte schon mit riesiger Furcht vor jemanden weglaufen und die Angst ständig im Nacken sitzen haben? Doch bei Need for Speed: Hot Pursuit fällt die Entscheidung etwas schwerer. Entweder jagt ihr als Polizist den Rennfahrern hinterher und versucht, ihnen das Handwerk zu legen oder aber ihr schlüpft in die Haut eines dieser Verkehrregeln brechenden Rowdys, der eben Gesagtes zu verhindern versucht. Beide Seiten fahren erstklassige Sportflitzer wie einen Porsche 911 GT RS oder BMW Z4, mit denen ihr binnen weniger Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometern beschleunigen könnt.

Beide Seiten sind sozusagen gleich schnell und ihr müsst taktisch klug vorgehen, um zu gewinnen. Sucht als Rennfahrer Abkürzungen auf der Strecke, damit die Polizei den Sichtkontakt verliert und ihr den anderen Kontrahenten davon fahren könnt. Als Polizist nutzt ihr dagegen Krähenfüße, die ihr vor den Reifen der Geschwindigkeitssünder auslegt. Zur Hilfe könnt ihr noch einen Helikopter rufen, der nicht nur das ganze Gebiet ausleuchtet, um zu prüfen, ob sich ein Rennfahrer versteckt hat, sondern darüber hinaus ebenso wie ihr Krähenfüße vor den Rasern auslegt. Fährt erst einmal ein Rennfahrer in diese rein, hat das drastische Folgen für ihn. Er überschlägt sich mit voller Wucht, sein Auto hat einen Totalschaden und wird dann noch von euch verhaftet. Kein schöner Tag für eine Spritztour. Bahnbrechende Atmosphäre
Wollt ihr im Einzelspieler eine Karriere starten, müsst ihr euch zuerst aussuchen, auf welche Seite ihr euch schlagen wollt. Danach beginnt ihr vorstrukturierte Strecken auf einer Weltkarte entlang zu fahren und Aufgaben, wie „gelange ans Ziel in 2 Minuten“ oder „schalte mindestens 3 Rennfahrzeuge aus“ zu meisten. Leider gibt es im Spiel keine offene Spielwelt und euch wird nur die besagte Karte zur Verfügung gestellt. Schade, denn gerade dieses Feature haben wir beispielsweise bei Burnout sehr gemocht.

Startet ihr ein Rennen, beginnt die Action. Um euch herum grölen die Motoren, die Sirenen heulen auf, aufgeregte Polizisten brüllen Funksprüche in ihre Anlagen und die Rennfahrer lassen die Autoreifen quietschen. Euch erwartet eine realistische Soundkulisse mit rockigem Soundtrack wie von Interpreten wie 30 Seconds to Mars. Darüber hinaus wirbelt ihr beim Fahren kleine Steinchen und Dreck auf, hinterlasst bei Drifts oder starkem Bremsen schwarze Spuren auf der Fahrbahn und demoliert äußerst realistisch eure Autos bei einem Unfall. Die Atmosphäre wird noch von einem Tag und Nacht Wechsel sowie Wetterveränderungen unterstrichen. Im ersten Moment startet ihr in strahlendem Sonnenschein, im nächsten brauen sich dunkle Wolken zusammen und es schüttet wie aus Eimern. Natürlich wirkt sich das auch auf eure Fahrphysik aus und ihr müsst aufpassen, dass euer Fahrzeug nicht durch Aquaplaning aus der Bahn gerät. Leichter gesagt als getan bei einer Geschwindigkeit von über 400 Sachen!Nicht das Lenkrad verreißen
Im realen Leben würdet ihr euch wohl nie trauen, so schnell auf einer normalen Fahrbahn zu fahren. Doch was macht ihr nicht so alles im virtuellen Leben? OK, wirklich todesmutig ist es nicht, mit einem Controller vor dem Fernseher zu sitzen und ein Fahrzeug zu beobachten, das stetig die 200 Stundenkilometermarke knackt. Adrenalin kommt jedoch auf und das ist gerade das, was ein Rennspiel ausmacht.

Hot Pursuit steuert sich wie seine alten Rennspielkollegen. Es gibt eigentlich nichts Neues bei dem Game. Mit den Schultertasten gebt ihr Gas oder bremst ab. Die Handbremse könnt ihr ebenso benutzen, die euch außergewöhnliche Drifts in Kurven ermöglicht. Für einen Geschwindigkeitsbestimmend benötigt ihr natürlich Nitro-Vorräte, die ihr mit Drifts und stetig hohen Geschwindigkeiten auffüllt. Einmal eingesetzt wird euer Auto rasend schnell und ihr hängt schnell die lästigen Polizisten und Konkurrenten ab. Die Steuerung funktionierte in unseren angespielten Rennen sehr gut, was auch keine große Kunst ist. Schließlich steuert ihr so die Need for Speed Teile seit Jahren und ist daher Standard. Gewöhnlich und nichts Besonderes, trotzdem gut und leicht zu handhaben.Need for Social Network
Ganz ungewöhnlich ist hingegen ein neuer Modus, der sich Autolog nennt. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Social Network à la Facebook oder meinvz. Eure Xbox 360 Freunde werden in diesem Modus angezeigt und ihre neusten Aktivitäten im Hot Pursuit Universum präsentiert. Egal ob sie nur eine Runde gespielt haben, Screenshots beziehungsweise Videos erstellt oder den neusten Streckenrekord weltweit hingelegt haben, alles wird als Beitrag online gestellt, den ihr kommentieren könnt. Fehlt eigentlich nur noch der Gefällt-Button und der Facebook-Klon wäre perfekt.

Auch wenn sich dieses Feature im ersten Moment abwegig anhört und der Sinn nicht gleich erkennbar ist, kann er Need for Speed Fans sicherlich schnell begeistern. So könnt ihr Streckenzeiten eurer Freunde unterbieten und ihnen unter die Nase reiben. Damit ist stets der Ehrgeiz geweckt, besser als seine Freunde zu werden und etliche Herausforderungen zu erledigen, um stets an der Spitze mitzumischen. Außerdem wird EA immer wieder neue Turniere organisieren, wodurch ihr nicht nur Weltruhm erntet, sondern auch neue Rennfahrer kennen lernt, mit denen ihr euch im Alltag weiter messen könnt. Für Fans ist das also ein wirklich hübsches Feature, wenn die Onlineanbindung ohne jegliche Probleme über die Bühne geht. Need for Speed kehrt endlich wieder zu seinen alten Wurzeln zurück und kann selbst unsere Redakteurin Sandra, die Rennspiele sonst außer Acht lässt, überzeugen. Die Grafik von Hot Pursuit ist beeindruckend, die Rennfahrten spannend und die Möglichkeit, auch einmal als Polizist der Jäger zu sein, ist genial. Wir finden es bloß schade, dass es bei diesem Game leider keine offene Welt wie in Need for Speed: Most Wanted gibt. Vorkonstruierte Strecken, die ihr einfach auf einer Karte auswählt, finden wir etwas lieblos gestaltet. Ob sich darüber hinaus der Autolog als Facebook Verschnitt für Rennfahrer durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Wir fiebern dem Release entgegen und hoffen, dass euch mit Hot Pursuit das beste Rennspiel der letzten Jahre bevorsteht.

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